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Veröffentlicht am 20.02.2025

Nicht schlecht

Campion. Tödliches Erbe
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Wer dem Privatdetektiv Albert Campion zum ersten Mal begegnet, sieht nur einen etwas unscheinbaren jungen Mann. Doch in ihm steckt die wohl beste Spürnase, die es in England gibt. Als er erfährt, daß der ...

Wer dem Privatdetektiv Albert Campion zum ersten Mal begegnet, sieht nur einen etwas unscheinbaren jungen Mann. Doch in ihm steckt die wohl beste Spürnase, die es in England gibt. Als er erfährt, daß der überaus wertvolle Kelch der Familie Gyrth gestohlen werden soll, bietet er dem Erben Percival Gyrth seine Hilfe an. Zusammen mit seinem Diener und Gehilfen Magersfontein Lugg reist er zum Landsitz der Gyrths. Er kann den Tod der Tante des Erben nicht verhindern, doch bald wird ihm klar, daß die gesamte Familie in Gefahr ist. Eine Bande von superreichen Kunstsammlern hat es auf den Goldkelch abgesehen. Sie gehen dafür über Leichen und sie haben noch immer alles bekommen, was sie haben wollten...

Der Krimi "Campion - Tödliches Erbe" ist ein typisch englischer Krimi. Die Autorin Margery Allingham kann man durchaus mit Dorothy L Sayers auf eine Stufe stellen. Doch ihre Geschichte über den Privatdetektiv Albert Campion ist mir etwas zu unübersichtlich. Ich hatte oft das Gefühl, ein paar Seiten überlesen oder sogar einen ersten Roman verpasst zu haben. Dabei gab es in dieser Geschichte total spannende Situationen. Margery Allingham hat die Stimmungen dazu gekonnt eingefangen. Man erlebte in manchen Szenen tatsächlich das unheimliche Geschehen mit und war wie gebannt. Die ganze Geschichte fing etwas verhalten an, wurde zum Ende hin dann aber sehr rasant, so daß man es nicht bereuen mußte, dieses Buch gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Vielseitig

Midas Spielverderber
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Der spielsüchtige Theo spielt um das Leben seiner drei Kinder. Er merkt schnell, daß er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Er erzielt den Gewinn seines Lebens - und findet am nächsten Tag die Todesanzeigen ...

Der spielsüchtige Theo spielt um das Leben seiner drei Kinder. Er merkt schnell, daß er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Er erzielt den Gewinn seines Lebens - und findet am nächsten Tag die Todesanzeigen seiner Kinder in der Zeitung...

"Midas - Spielverderber" ist ein Thriller, der eine gewisse Anlaufzeit benötigt. Nach dem reißenden Prolog erzählt Susanne Grußler die Geschichte Theos von der Vergangenheit an. Man erlebt Theos Gefühle, durchlebt mit ihm Höhen und Tiefen und erfährt sehr viel über die Geschichte seiner Familie. Theo wird regelrecht vetraut. Nach und nach baut sich hier die Spannung auf und die Fäden verweben sich zu einem Gefüge, daß den Leser nicht mehr innehalten läßt. Die Spielsucht und daraus resultierende Handlung wird hier sehr lebhaft dargestellt, man spürt die innere Zerrissenheit hautnah. Statt eines glücklichen Familienlebens führt Theo eine Ehe aus Geheimnissen und Verrat, ein Labyrinth, aus dem er nicht mehr herauskommt und das sein Leben zerstört. Mitleid kam bei mir jedoch nicht für ihn auf, im Gegenteil.

Dieses Buch benötigt etwas Zeit, um sich zu entwickeln - dran bleiben lohnt aber!

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Spannend

Freier Fall
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Flug 79 soll eine Sensation werden - der erste Nonstop-Flug von London nach Sydney! Das Flugzeug ist voll besetzt, unter den Passagieren viel Prominenz. Flugbegleiterin Mina ist für das Wohl der Passagiere ...

Flug 79 soll eine Sensation werden - der erste Nonstop-Flug von London nach Sydney! Das Flugzeug ist voll besetzt, unter den Passagieren viel Prominenz. Flugbegleiterin Mina ist für das Wohl der Passagiere der Businessclass zuständig, versucht nicht an ihre kaputte Ehe und die Schwierigkeiten mit Adoptivtochter Sophia zu denken. Als ihr jemand einen Zettel in die Hand drückt, bricht ihre Welt zusammen. Flug 79 soll mit ihrer Hilfe Sydney nie erreichen - dann wird sie überleben, andernfalls stirbt sie. Sie hat noch 20 Stunden Zeit, um sich zu entscheiden...

Mit "Freier Fall" reiht sich Clare Mackintosh ein in die Reihe der Thriller rund um Flugzeugkatastrophen. Ich war zunächst skeptisch, ob es sich hier nicht einfach um das Aufwärmen eines immer wiederkehrenden Themas handelt. Ich wurde positiv überrascht. Auch wenn die Handlung sehr surreal und an den Haaren herbeigezogen wirkt, ist das Buch extrem spannend. Die Autorin vermittelt mit ihrem sehr guten Schreibstil die Ängste und Verzweiflung der Passagiere so, daß es zum greifen nah ist. Durch häufige Perspektivwechsel erlebt man die Gedanken von Mina und einigen Passagieren hautnah und bekommt eine Verbindung zu ihnen. Man versteht sie gut und sie bleiben nicht fremd. Man entwickelt Sympathien zu einigen Charakteren und merkt schnell, auf wen man gut verzichten könnte. Jedoch darf man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen, denn man erlebt hierbei die ein oder andere Überraschung. Clare Macintosh arbeitet hier mit vielen Handlungssträngen, die sie jedoch nie aus dem Blick verliert und zu einem schlüssigen, zusammenhängenden Ende führt. Ich empfehle "Freier Fall" allen, die nicht gerade unter Flugangst leiden - denn diejenigen könnten mit dem Buch Probleme haben!

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Gut umgesetzt

Lupus
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Jäger verschwinden während der Pirsch spurlos. Unter ihnen befindet sich auch der Vater der Tierärztin Jenny Rausch. Zur selben Zeit häufen sich in den deutschen Wäldern Angriffe scheinbar wild gewordener ...

Jäger verschwinden während der Pirsch spurlos. Unter ihnen befindet sich auch der Vater der Tierärztin Jenny Rausch. Zur selben Zeit häufen sich in den deutschen Wäldern Angriffe scheinbar wild gewordener Wölfe. Staatsanwalt Frederik Bach wird stutzig, als Wildkameras eines KI gesteuerten Schutzzaunes, Daten aufzeichnen, die seltsam erscheinen. Wurden die Jäger wirklich Opfer von Wölfen oder wurden sie ermordet? Frederik und Jenny geraten bei ihren Ermittlungen in eine Verwicklung von Ereignissen, die weit in die Vergangenheit hineinreichen!

Tibor Rode hat mit seinem Buch "Lupus - Alles Böse kehrt zurück" einen sehr vielseitigen Thriller geschrieben. Es geht um verschiedene Epochen der deutschen Geschichte, die zunächst scheinbar keinen Zusammenhang aufweisen. Jedoch verweben sich die Handlungsstränge nach und nach und dem Leser wird im Laufe der Handlung einiges immer klarer. Auch das Thema Wöfe und Problemwolf wird hier thematisiert, was für mich ausschlaggebend war, dieses Buch lesen zu wollen. Das Buch beginnt zunächst verwirrend und ich hatte kein gutes Gefühl während des Lesens. Es erschien zunächst langatmig - was sich aber sehr schnell änderte. Man sollte also nicht übereilt aufgeben! Tibor Rode schreibt sehr verständlich, packt seine Geschichte in kurze Kapitel, so daß man animiert wird, auch das nächste Kapitel noch zu lesen. Seine Charaktere hat der Autor sehr speziell ausstaffiert. Jenny und Frederik haben beide so ihre Eigenheiten, die jedoch liebenswert und sympathisch wirken. Und natürlich formen diese Eigenschaften unverwechselbare Charaktere! Bei diesem Buch bekommt man viele Themen in einer Handlung: Geschichte, Politik, Wölfe und Wissenschaft vermischen sich zu einer spannenden Handlung!

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Veröffentlicht am 22.12.2024

Es hätte gruseliger sein können

Das flüsternde Haus
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Harry Adams hat eine Vorliebe für Horrorfilme. Dies ist ein Grund, weshalb sie den Job als Haushälterin bei dem berühmten Filmregisseur Javier Castillo gern annimmt. Seine Villa ist bis unters Dach mit ...

Harry Adams hat eine Vorliebe für Horrorfilme. Dies ist ein Grund, weshalb sie den Job als Haushälterin bei dem berühmten Filmregisseur Javier Castillo gern annimmt. Seine Villa ist bis unters Dach mit fürchterlichen Requisiten und Kostümen vollgestopft. Javier legt größten Wert auf Diskretion - doch eines Tages hört Harry Geräusche hinter einer verschlossenen Tür, die wie eine menschliche Stimme klingen, die um Hilfe fleht.

Christina Henry möchte ihren Lesern mit "Das flüsternde Haus" das Gruseln lehren. Dazu fehlt für meine Begriffe jedoch noch einiges. Horrorszenen sucht man hier leider vergeblich,, eher findet man ein paar kleinere Gruselmomente, die jedoch kaum für eine Gänsehaut sorgen. Trotzdem hat mich das Buch gefesselt. Schon allein der Erzählstil der Autorin hat mich begeistert. Leicht und locker führt sie durch die Handlung, die immer wieder durch kleine Rückblenden in die Vergangenheit von Harry und Javier positiv unterbrochen wird. Dies stört den Lesefluss keineswegs, sondern paßt perfekt in die Handlung und ist ein wichtiger Bestandteil. Die Charaktere sind hier sehr detailliert beschrieben, wobei Harry sehr viel Raum eingeräumt wird und kürzer gehalten hätte werden können. Christina Henry beschreibt ihre Charaktere so, daß man nicht weiß, auf wessen Seite man sich schlagen soll. Man ändert seine Meinung ständig und muß sich wirklich überraschen lassen.

Auch wenn es nicht der erwartete Horrorroman ist, hat mich das Buch überzeugt und mir Spaß bereitet!

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