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lili_an

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2023

Fiebertraum

Treacle Walker
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Wer Treacle Walker liest sollte sich auf ein paar Stunden Fiebertraum gefasst machen.

Joe Coppock bekommt in einem Tauschhandel von Treacle Walker ein Kermaiktöpfchen, dessen Inhalt sein Leben oder zumindest ...

Wer Treacle Walker liest sollte sich auf ein paar Stunden Fiebertraum gefasst machen.

Joe Coppock bekommt in einem Tauschhandel von Treacle Walker ein Kermaiktöpfchen, dessen Inhalt sein Leben oder zumindest seine Wahrnehmung ordentlich auf den Kopf stellt.
Die Grenzen zwischen Realität, Fiktion und Irrsinn lösen sich komplett auf, bis völlig unklar ist, ob es die Realität überhaupt gibt.

Man findet sich einer Mischung aus Matrix, Inception, Alice im Wunderland und Pippi Langstrumpf wieder, jedoch mit urbritischem Kontext.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass durch die Übersetzung aus dem Englischen ein paar Tiefen verloren gehen, da Garner wohl in diesem Werk viel mit seinem lokalen Dialekt aus Cheshire spielt. Ebenso gehen vermutlich viele Anspielungen auf britische Folklore (für nicht-Briten) und Garners andere Werke (für nicht-Gerner-Fans) an einem Vorbei, die der Geschichte recht sicher nochmal ganz andere Blinkwinkel geben.

Alles in allem ist es aber ein gut geschriebenes Buch, das sich in 1-2 Stunden lesen lässt. Wenn man seinem Gehirn mit einer Fiebertraum-Session eine Pause gönnen will, perfekt.

Lieblingszitat(e):

Der Schornstein. Er ist das Herz von allem, das ist. Um ihn dreht sich der Himmel. Er ist der verbindende Weg.
Verbinden? Was denn verbinden?
Die Erde, den Himmel und die weisen Sterne.

Die Last liegt ganz bei dir. Du bist es der träumt.
Ich träume nicht! Ich bin wach!
Und dann bist du aufgewacht. Und wo warst du da? Immer noch in deinem Traum.

Können Sie machen, dass mit meinem Auge wieder alles richtig ist? Ich kann nicht mehr erkennen was wahr ist und was nicht.
Was ist schon wahr Joseph Coppock?

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Matrjoschka

Das Pferd im Brunnen
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Walja besucht ihre Großmutter Nina im russischen Kasan, wo sie die Geschichte ihrer Familie kennen lernt.
Epsiodenweise bekommt man Einblicke in die Leben der Urgroßmutter Tanja, der Großmutter Nina und ...

Walja besucht ihre Großmutter Nina im russischen Kasan, wo sie die Geschichte ihrer Familie kennen lernt.
Epsiodenweise bekommt man Einblicke in die Leben der Urgroßmutter Tanja, der Großmutter Nina und der Mutter Lena. Alles starke Frauaen, die sich jeweils in ihrer ganz eigenen Umgebung ihren ganz eigenen Weg bahnen.
Die Geschichten sind so angeordnet, als würde man Nina selbst besuchen und Tag für Tag eine neue Episode anhören - die Kapitel spielen nicht unbedingt nacheinander- von Zeit zu Zeit gibt es Zeitsprünge und Wehcsel um wen es gerade geht. Das macht es etwas schwierger die Geschichten der einzelnen Charaktere im Blick zu behalten, macht das leseerlebnis aber spannender, da man teilweise erst später erfährt wer zum Beispiel warum gegen wen einen Groll hegt.

Als Haupterzählerin steht Ninas Lebensgeschichte im Vordergrund. Wie der ihrer anderen Familiengefährtinnen ist ihr Leben auch hart und anspruchsvoll; wodurch auch Nina schroff wird. Dennoch lernt man sie als liebevolle Person kennen, die sich durch ihre Lebensumstände und ihren Umgang damit nur irgendwie selbst den Weg zum Glück verbaut.

Durch die Familiengeschichte lernt man auch Russland durch ganz intime Einblicke im Wandel der Zeit kennen mit den verschiedenen Lebensumständen und Mindsets von Land und Stadt. Über (drohenden) Krieg, Inflation, Hunger, Religion, Lifestyle ist eigentlich alles dabei. Ein Aspekt der Weltgeschichte mit dem ich persönlich noch recht wenig Berührungspunkte hatte.

Lieblingszitate:
Das leben ist ein Kampf und es gewinnen nur die Starken. Also halte durch.

Sie hat ihren Stolz, und so geht sie nach Hause, und dort wird sie auch mit ihm am Tisch sitzen und nur mit ihm, dem Stolz.

Für die Menschen ist der Wandel in den Neunzigerjahren verheerend. Wie eine schützende Decke ist der Kommunismus über ihren Köpfen weggerissen worden, und nun ist Selbstständigkeit gefragt. Woher aber Selbstständigkeit nehmen, wenn man ein Leben lang Gehorsam gelernt hat?

Auf die Idee zu kommen, einzigartig zu sein, ist beim Schlangestehen so gut wie unmöglich. Auch gibt es keine Hierarchie, die Schlange besteht aus Körpern die aufgereiht sind, egal wer was hat oder kann. Was gegessen wird bestimmt die Saison, nicht der Appetit. Was nicht in Schlangen erstanden werden kann, muss selbst gemacht werden, und das wiederum unterscheidet die Menschen.

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Veröffentlicht am 12.09.2023

Stars und Schnee

Always love you (Ikonen ihrer Zeit 10)
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Mit der berührenden Szene , wie die kleine Nippy zum ersten mal ein Solo im Gospelchor singt, startet das Buch. Und schlägt direkt danach in einen Sumpf aus Drogen um.

"Always love you" erzählt aus Whitney ...

Mit der berührenden Szene , wie die kleine Nippy zum ersten mal ein Solo im Gospelchor singt, startet das Buch. Und schlägt direkt danach in einen Sumpf aus Drogen um.

"Always love you" erzählt aus Whitney Houstons Leben - als Pirvatperson wie als Star. Laut Nachwort basiert diese Erzählung hauptsächlich auf den Büchern, die ihre beste Freundin Robyn und Nippys Mom veröffnetlicht haben; dementsprechend wird das Geschriebene schon recht nahe an der Realität liegen.
Für meinen Geschmack gibt es jedoch zu viele Szenen, die sich nicht belegen lassen und reine persönliche Interpretation sind (Dialoge zwischen Charakteren, innere Monologe/ Gedankenschweife, ...). Davon abgesehen finde ich den Schreibstil durchaus gelungen - er transportiert einen mitten in die Szenen und ist lebendig. Die Charaktere sind gut aufgebaut und haben tiefgang.

Mit dem Schwerpunkt des Buches habe ich mich etwas schwer getan. Klar- es ging darum darzustellen, dass Whitney nicht erst durch ihren Mann mit Drogen in Kontakt kam und ihr Leben begann zu schlingern. Allerdings kam es mir so vor, als würde Whitneys Drogen-Geschichte hier im Vordergrund stehen und ihr restliches Leben lediglich das "Skelett" aus Fakten für die Erzählung liefern. Als zweiten Fokus gibt es Whitneys Beziehung zu Robyn, die meiner Meinung nach in diesem Proträt die einzige Beziehung ist die diesen Namen auch verdient.
Whitney selbst wird gleichzeitig als bodenständig und bescheiden dargestellt, jedoch auch als etwas naiv und emotional unreif. Sie stellt ihr gesamtes Leben und ihr Glück hinter ihrer Karriere hinten an.
Leider fällt es mir schwer, das Porträt das von Whitney Houston gezeichnet wird, mit ihren gefühlvollen Liebesballaden in Einklang zu bringen.

Alles in allem ein Buch das sich gut lesen lässt. Unter einer Erzählung über Whitneys Leben hatte ich mir allerdigns etwas anderes vorgestellt.

Lieblingszitate:
Geht man mutig weiter Schritt für Schritt in die neue Zukunft und schafft sich dort ein neues Zuhause, oder kehrt man lieber dorthin zurück, wo alles bekannt ist?

Hatte sie mit dieser Frisur ihre Herkunft verleugnet, ihre Schwarze Kultur ? Oder waren gewisse Kompromise nun einmal einfach notwendig, um als Person of color im Leben erfolgreich zu sein?

So wie sie Musik betrachtete, war sie erst dann bedeutsam, wenn sie die Zeit überdauerte. [...] So sollte auch ihre Musik sein: unendlich.

Ich möchte mit meinder Musik etwas in den Leuten auslösen, ein Gefühl, eine Verbundenheit. Mir istes nicht so wichtig, ob ich das bei hundert oder hundert tausend schaffe.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Spannend mit fraglichen Charakteren

Das Haus meiner Schwester
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Ich habe dieses Buch nun schon vor einigen Tagen zu Ende gelesen und weiß seitdem nicht so recht was ich damit anfangen will...

Zum einen finde ich die Story und die Plotline richtig spannend und in einem ...

Ich habe dieses Buch nun schon vor einigen Tagen zu Ende gelesen und weiß seitdem nicht so recht was ich damit anfangen will...

Zum einen finde ich die Story und die Plotline richtig spannend und in einem guten Tempo vorangetrieben.
Was mich jedoch während dem Hören und auch jetzt noch stört ist, dass ich mit keinem der Charactere warm geworden bin. Die weiblichen Charactere sind nur durch Geld oder Männer definiert. Und die Männer sind allesamt unausstehlich.
Leider haben die Charactere mir die Freude am Buch ziemlich gedämpft.

Zudem sein eine ganz klare Trigger-Warnung ausgesprochen - es wird häusliche Gewalt in diversen Ausmaßen und Schattierungen thematisiert. Menschen die damit Erfahrungen sammeln mussten, würde ich eher vom Buch abraten.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Gossip Girl x Iranische Geschichte

Die Perserinnen
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Nach über der Hälfte hat mich das BUch bisher leider immer noch nicht so recht gecatched.

Im Prinzip wechselt die Geschichte zwischen dem aktuellen Leben der Frauen in den USA und der iranischen Geschichte ...

Nach über der Hälfte hat mich das BUch bisher leider immer noch nicht so recht gecatched.

Im Prinzip wechselt die Geschichte zwischen dem aktuellen Leben der Frauen in den USA und der iranischen Geschichte hin und zurück. Ich hatte gehofft, dass es mehr Bezug dazu gibt, wie die Charakterinnen mit ihrem Erbe umgehen und wie sie sich in die USA einfügen.
Jedoch kommt es zumindest mir so vor wie ein Revival von Gossipgirl, nur eben mit hauptsächlich iranisch-stämmigen Charakteren und Zwischenrufen der iranischen Geschichte. Die Rückblicke beziehen sich dabei hauptsächlich auf das Innenleben der Charaktere, das Weltgeschehen passiert eher im Background.

Irgendwie bin ich einfach mit keinem der Charaktere warm geworden. Es spielt sich alles in der upper-class ab und alles ist super luxuriös, wozu ich keinen Bezug gefunden habe. Damit einher geht auch wie die Charactere miteinander umgehen und mit welchen Problemen sie isch auseinandersetzen - auch hier fehlt für mich die persönliche Bezugsebene.
Die Idee, die Geshichte über ca 5 Charaktere und 3 Generationen zu spannen finde ich im Prinzip sehr gut. In diesem Setting hat sich meine lauwarme Begeisterung dann aber auf 5 Handlungsstränge aufgeteilt - dabei habe ich dann leider irgendwann die Lust am Lesen verloren.

An sich ein gutes Buch, das die iranische Geschichte aufgreift und durch starke, rebellische, weibliche Hauptcharaktere wiedergibt. Nur leider dann doch nicht mein "cup of tea" durch den überspitzten Luxus, den stellenweise mangelnden Bezug zum Thema der iranischen Geschichte und Kultur und die Charaktergestaltung.

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