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Veröffentlicht am 23.01.2025

Sisi - Kurz und gut

Alles Sisi
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Sisi ist für mich eine der interessantesten Figuren der Geschichte. Folglich lese ich immer wieder gern Bücher über sie, vorzugsweise solche, die die echte Sisi beleuchten.

Dieses Buch mag zwar recht ...

Sisi ist für mich eine der interessantesten Figuren der Geschichte. Folglich lese ich immer wieder gern Bücher über sie, vorzugsweise solche, die die echte Sisi beleuchten.

Dieses Buch mag zwar recht schmal sein, fasst die Person Sisi aber in kurzen Abschnitten und Grafiken informativ zusammen.

Zwar sind hier und da auch Fotografien abgebildet, dazwischen werden die Kapitel aber durch grafische Bilder untermalt, die durchaus neckisch anzusehen sind.

Es ist für einen Sisi Kenner bestimmt nicht viel neues dabei, doch ich mag solche Bücher, die einem ohne große Umschweife einen Überblick über das Leben einer Person geben.

Das Buch ist chronologisch und thematisch geordnet in 4 Kategorien:

- Naivität und Unschuld
- Selbstermächtigung und Blütezeit
- Depression und Wahnsinn
- Vermächtnis und Mythos

Diese schematischen Darstellungen mögen auf den ersten Blick recht trocken und wissenschaftlich rüberkommen, sind aber alles andere als langweilig.

Ich finde ja, je nach Autor kommt Sisi etwas besser oder etwas schlechter weg. Die Autorin hier hat sich auf jeden Fall um eine neutrale Sicht der Dinge bemüht, das mag ich immer am meisten.

Ich bin noch kein Experte in Sachen Sisi und konnte aus dem Buch einiges mitnehmen. Es bleibt auf jeden Fall meiner Sammlung erhalten.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Hausputz mit Folgen

Starling House
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usste vorher schon, dass Reese Whitherspoon gern liest und manchmal auch recht gute Serien daraus entstehen. Bisher habe ich aber keine ihrer Buchempfehlung gelesen. Das ändert sich nun mit 𝓢𝓽𝓪𝓻𝓵𝓲𝓷𝓰 𝓗𝓸𝓾𝓼𝓮. ...

usste vorher schon, dass Reese Whitherspoon gern liest und manchmal auch recht gute Serien daraus entstehen. Bisher habe ich aber keine ihrer Buchempfehlung gelesen. Das ändert sich nun mit 𝓢𝓽𝓪𝓻𝓵𝓲𝓷𝓰 𝓗𝓸𝓾𝓼𝓮. Einen Roman, den ich ihr gar nicht zugetraut hätte, denn hier geht es um ein unheimliches Haus, dessen Bewohner seit Generationen etwas Monströses in Schacht halten müssen.

Unsere Protagonistin ist die freche Opal, welche sich und ihren Bruder mit Gaunerein und schlecht bezahlten Jobs über Wasser hält, nachdem die Mutter bei einem Autounfall gestorben ist. Wenn sie mal Zeit für Träumereien hat, zieht es sie an die Tore von Starling House. Hier lebte einst eine Autorin, welches Opal‘s Lieblingsbuch „Underland“ schrieb.
Eines Abends taucht am Tor der derzeitige Bewohner Arthur auf. Dieser schließt eher widerwillig einen Arbeitsvertrag mit Opal, die das Haus wieder auf Vordermann bringen soll. Dabei will Arthur Opal am liebsten aus der Schusslinie haben, bekämpft er doch verzweifelt das, was Starling House umtreibt und regelmäßig seine Opfer fordert.

Oh wow, ich hab‘s geliebt!
Es fängt ja schon mit den Charakteren an, die unverhohlen als hässlich bezeichnet werden und auch sonst aus dem Rahmen fallen. Die sich täglich den Ungerechtigkeiten des Lebens stellen müssen und immer wieder aufstehen. Das motiviert mich selbst immer, wenn es der Alltag nicht so gut mit mir meint.

Opal sorgt regelmäßig für jede Menge Lacher, die sind besonders im Zusammenhang mit Arthur witzig. Hier bahnt sich ganz langsam etwas wie eine schräge Liebesgeschichte an, die mir auch einfach gut gefallen hat.

Starling House ist kein Spukhaus, aber es geht etwas übernatürliches vor sich, dass weit in die Vergangenheit zurückreicht. Nicht nur Arthur versucht ein Mittel gegen das Grauen zu finden, scheint aber gleichzeitig längst aufgegeben zu haben. Wie gut, dass Opal voller Tatendrang steckt.

Zugegeben, ich hätte den Plot mit dem Immobilienhai (?) nicht haben müssen, aber ansonsten fand ich den Roman total gut gelungen.

Nicht zu viel Fantasy, nicht zu viel Lovestory, von allem genau richtig und von mir 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Geheimnisvolle Brieffeundin

Briefe an Dezember
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Mal wieder nicht die Seitenanzahl angeguckt…
Aber bei 10 € können es auch nicht viele sein. Und das muss ja nichts heißen, schließlich habe ich mit Carmilla erst kürzlich ein sehr schmales Buch für sehr ...

Mal wieder nicht die Seitenanzahl angeguckt…
Aber bei 10 € können es auch nicht viele sein. Und das muss ja nichts heißen, schließlich habe ich mit Carmilla erst kürzlich ein sehr schmales Buch für sehr gut befunden.

Bei 𝓑𝓻𝓲𝓮𝓯𝓮 𝓪𝓷 𝓓𝓮𝔃𝓮𝓶𝓫𝓮𝓻 war es nicht nur das hübsche Cover, sondern auch die Geschichte um ein Herrenhaus und dessen einsame Bewohnerin, die mich angesprochen hat.

Unsere Protagonistin Loretta hat es gut getroffen. Frisch verheiratet mit einem attraktiven Mann, lebt sie nun in dessen imposanten Herrenhaus. Liebe erfährt sie aber nicht, Aufgaben hat sie keine und so verbringt Loretta ihre Tage damit, das Haus zu erkunden und ihrer Freundin Dezember in Briefen davon zu berichten.
Erst findet sie eine seltsame Blume, später eine Vitrine mit einem Schädel darin. Eine Ratte taucht auf, die irgendwas zu suchen scheint. Und wer ist die schöne Unbekannte auf dem Gemälde?

Würde ich weiterschreiben, hätte ich die ganze Geschichte erzählt, es sind eben nur 84 Seiten.
Aber es ist trotzdem so gut geschrieben!

Die Geschichte wird in Briefen erzählt, dabei schreibt nur Loretta. Dezember‘s Identität bleibt geheim, obwohl man am Ende ahnen kann, welche Rolle sie in Lorettas Leben spielt.

Das Büchlein kann man sehr gut in die Kategorie Gothix Novel(le) einordnen, weil es alle wichtigen Elemente aufweist: Altes Haus, Geheimnisse, etwas übernatürliches, die unheilvolle Atmosphäre und ein düsteres Ende.

Es ist die perfekte kleine Kurzgeschichte.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Falsche Hexen und echte Teufel

Die Hexen von Cleftwater
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So langsam nähere ich mich in der Literatur auch wieder dem Hexen Thema an. Durch Zufall entdeckte ich bei meinem Bibliotheksbummel 𝓓𝓲𝓮 𝓗𝓮𝔁𝓮𝓷 𝓿𝓸𝓷 𝓒𝓵𝓮𝓯𝓽𝔀𝓪𝓽𝓮𝓻 und nahm es spontan mit. Mit Fantasy hat dieser ...

So langsam nähere ich mich in der Literatur auch wieder dem Hexen Thema an. Durch Zufall entdeckte ich bei meinem Bibliotheksbummel 𝓓𝓲𝓮 𝓗𝓮𝔁𝓮𝓷 𝓿𝓸𝓷 𝓒𝓵𝓮𝓯𝓽𝔀𝓪𝓽𝓮𝓻 und nahm es spontan mit. Mit Fantasy hat dieser Roman aber gar nichts zu tun, hier geht es um realistisch geschilderte Hexenprozesse im Jahr 1645.

Die stumme Martha ist seit Jahren Hebamme und anerkanntes Kräuterweib im Küstenort Cleftwater. Die Idylle wird jäh zerstört, als der Hexenjäger Makepeace ins Dorf kommt und eine Frau nach der anderen als Hexe beschuldigt. Ausgerechnet an Martha geht der Kelch vorüber, obwohl sie in Besitz heidnischer Objekte ist, Erbstücke ihrer Mutter.
Aber dann wird Martha in die Hexenjagd hineingezogen. Als medizinisch erfahrene Frau, soll sie die Verdächtigen auf Hexenmale untersuchen. Verzweifelt versucht Martha ihren Freunden und Nachbarn zu helfen. Ein stetiges Spiel mit dem Feuer, ist sie doch selbst in ständiger Gefahr als Hexe gebrandmarkt zu werden.

Bei diesem Buch muss man wirklich die Zähne zusammenbeißen.
Hexenprozesse waren grausam, ungerecht und ausweglos, genauso wird es hier auch beschrieben. Egal was die Frauen auch sagten, um ihre Unschuld zu beweisen, es war zwecklos.

Der Roman schildert sehr detailliert die entwürdigende Behandlung der Frauen. Die Folter beschränkt sich hier glücklicherweise „nur“ auf stundenlanges hin und her laufen, Schikane und Gefangenschaft. Verbrannt wird keiner, aber gehängt.

Man verspürt Wut auf den Hexenjäger, die Sucherinnen und viele Dorfbewohner. Aber auch auf Martha, die schon viel früher hätte retten oder sich opfern können, aber feige handelt und selbst zu große Angst vor den Konsequenzen hat.

Der Wahn will einfach kein Ende nehmen und es ist lange fraglich, ob da noch so etwas wie ein Happy End kommt. Nur wenige kommen lebend aus den Hexenprozessen heraus. Es geschieht tatsächlich so etwas wie ein Wunder und hier könnte man dann doch überlegen, ob etwas Magie im Spiel war.

Es ist ein harter Roman, der einen sehr wütend macht, aber mit einem versöhnlichen Ende und ich habe ihn dennoch sehr gern gelesen.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Tritt beiseite, Dracula

Carmilla
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In „Carmilla“ werden die Aufzeichnungen einer gewissen Laura wiedergegeben. Diese lebte in jungen Jahren recht zurückgezogen mit ihrem Vater auf einem Schloss in der Steiermark. Mitten in einem Wald, ein ...

In „Carmilla“ werden die Aufzeichnungen einer gewissen Laura wiedergegeben. Diese lebte in jungen Jahren recht zurückgezogen mit ihrem Vater auf einem Schloss in der Steiermark. Mitten in einem Wald, ein verfallenes Dorf und Chateau nicht weit.
Als es vor den Toren des Schlosses zu einem Unfall mit einer Kutsche kommt, erklären sich Laura und ihr Vater bereit, der Tochter für eine gewisse Zeit Obhut zu gewähren. Die auffallend schöne Carmilla wird schnell zu Lauras Gefährtin, obgleich sich diese manchmal unbehaglich fühlt in Anbetracht von Carmillas Zuneigung. Das Unbehagen verstärkt sich, als immer mehr junge Frauen aus der Gegend einer rätselhaften Krankheit erliegen. Und dann ist es Laura selbst, mit deren Gesundheit es bergab geht.


Ein Schloss im Wald, verfallenes Dorf mit verlassenen Chateau nebenan – Was gibt es für ein besseres Setting für einen Gothic Roman!
Der Roman ist von 1872, liest sich aber sehr flüssig und obwohl man weiß, worauf die Story hinausläuft, ist es einfach gut geschrieben.


Die Besonderheit ist, dass sich dieses mal kein verführerischer, männlicher Vampir an die Jungfrau in Nöten ran macht, sondern das weibliche Gegenstück. Das hätte ich von einem Roman aus dieser Zeit gar nicht erwartet, zumal die Szenen schon von dezenter, erotischer Natur sind.


Aber natürlich wird nichts übertrieben und mit ganz viel Stil wird der klassische Charakter des Vampirs eingefangen.


Auf wenigen Seiten wird von vorne bis hinten eine wunderbare Gothic Novel erzählt, die fast keine Fragen offen lässt.


Wenn ihr mich fragt, ob sich 20 € für knapp 140 Seiten lohnen, würde ich in dem Fall sagen, auf jeden Fall. Wer sich nicht durch etliche Seiten „Dracula“ arbeiten möchte, „Carmilla“ steht dem für mich in nichts nach. Manchmal ist weniger mehr.

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