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Veröffentlicht am 25.12.2024

Kampf ums Überleben

One Perfect Couple
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Aus unserer heutigen Zeit sind skandalträchtige, spektakuläre Reality-Shows nicht mehr wegzudenken. Mehr oder weniger glücklich liierte Paare werden auf eine einsame tropische Insel geschickt, wo sie sich ...

Aus unserer heutigen Zeit sind skandalträchtige, spektakuläre Reality-Shows nicht mehr wegzudenken. Mehr oder weniger glücklich liierte Paare werden auf eine einsame tropische Insel geschickt, wo sie sich selbst - wochenlang abgeschottet von der Außenwelt - in aufreibenden Prüfungen beweisen und die Stabilität ihrer Beziehung unter Beweis stellen sollen. Selten kommt es zu extrem gefährlichen Situationen, wie sie die Bestseller-Autorin Ruth Ware in ihrem aktuellen Psychothriller "One perfect couple" schildert.

Das Cover ist in warmen Farbtönen gehalten und beschwört die Illusion von einem unbeschwerten Aufenthalt auf einer exotischen Trauminsel hinauf. Ein atemberaubender Sonnenuntergang an einem endlosen weißen Sandstrand, vor sich das tiefblaue Meer - wer möchte nicht mit den auserwählten Kandidatinnen tauschen? Der Titel bleibt der englischen Originalausgabe verpflichtet und wirkt wie eine verhaltene Warnung, die kommenden Herausforderungen im Kampf um den weltweiten Ruhm nicht zu unterschätzen. Wer darf sich das einzige perfekte Traumpaar nennen?

Der Plot erinnert an den faszinierenden Psychothriller "Die Insel" von Sarah Godwin, die ein abgründiges Fernseh-Experiment mit für diesen Zweck gecasteten Teilnehmer
innen auf einer abgeschiedenen rauhe schottischen Insel in de Fokus rückte. Nichts ist dem Zufall überlassen. Fast alle Lesenden dürften mit den einschlägigen Reality-Shows vertraut sein; die Auswahl der nach Aufmerksamkeit und Geld gierenden Kandidatinnen erfolgt unter strategischen Gesichtspunkten nach Maßgabe von gängigen Persönlichkeitstypen. Konträre, polarisierende Charaktere sollen für Action und Drama sorgen, um die Zuschauerzahlen in die Höhe schnellen zu lassen. Bei dem ersten Zusammentreffen lassen sich die ausgewählten Kandidatinnen kaum einschätzen, sie haben gleichsam eine Maske aufgesetzt, hinter der sie ihr wahres Ich verbergen. Wie ausgebildete Schauspielerinnen präsentieren sie sich im Licht der Öffentlichkeit von ihrer besten Seite, sie geben sich freundlich und kameradschaftlich, auch wenn es keinen Zweifel daran gibt, dass sie letztendlich Konkurrentinnen sind. Nach dem ersten Beschnuppern positionieren sie sich auf der tropischen Insel, sie stecken ihr Revier ab und suchen nach möglichen Verbündetinnen. Fast alle Protagonistinnen sind ehrgeizige Influencerinnen, mit mehr oder weniger hohen Zahlen an Followerinnen auf Social Media, die durch die Teilnahme an der Reality Show in die Höhe klimmen und sie selbst weltweit bekannt machen sollen. Aus dieser Riege von Selbstdarstellerinnen ragt Leyla hervor, eine streng wissenschaftlich agierende Virologin, die sich in dieser glitzernden Welt fehl am Platze fühlt. Das Setting ist atemberaubend. Bei der Lektüre des Psychothrillers springt das Kopfkino gleich an, man glaubt sich auf die (alp-) traumhafte Insel Ever After im Indischen Ozean versetzt. Dank der atmosphärisch dichten Beschreibungen kann man sich alle Schauplätze der Handlung deutlich vorstellen. Auf den ersten Blick ist man von dem luxuriösen Ambiente beeindruckt, auf den zweiten Blick werden zahlreiche Mängel sichtbar. Die künftige Ferienanlage ist längst noch nicht fertiggestellt; die Gäste müssen sich mit den Gegebenheiten arrangieren.

Der Roman lässt sich in drei Leseabschnitte gliedern. Nach einem Prolog erzählt der erste Teil "Die Stille" von Leyla und Nico, die sich zur Teilnahme an der Reality-Show entschließen. Der zweite Teil "Der Sturm" fokussiert sich auf das Leben auf der Insel, während der dritte Teil "Die Abrechnung" eine knallharte Auseinandersetzung der Überlebenden untereinander darstellt. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven vermittelt. Zu Wort kommt Leyla, eine sich von einer befristeten Anstellung zur nächsten durchhangelnde Virologin, die sich ihrem Freund Nico, einem erfolglosen ambitionierten Schauspieler zuliebe auf dieses fragwürdige Experiment eingelassen hat. Durchbrochen werden ihre ungeschminkten Schilderungen von an ein Tagebuch erinnernden Notizen, welche die wachsende Panik und den täglichen Kampf ums Überleben spiegeln.

Ruth Ware ist ein mitreißender Psychothriller gelungen, der alle Leser
innen in Atem hält. Beklommen verfolgt man die Geschehnisse vor, während und nach dem tropischen Sturm. Man ist erfüllt von Angst um die wenigen Überlebenden der Naturkatastrophe. Das tägliche Leben ist vom Kampf um das nackte Überleben geprägt. Hunger, Durst, Krankheiten, psychische und physische Gewalt sowie toxische Beziehungen bringen die Protagonist*innen an ihre persönlichen Grenzen. Wenn alles in Trümmern liegt, gilt das Recht des Stärkeren. Homo hominus lupus est - oder doch nicht? Mehr verraten möchte ich nicht. Für mich ist dieser fesselnde, realistisch anmutende Psychothriller ein absolutes Lese-Highlight.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Alte Freunde...

Das Wochenende
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Wer freut sich nicht über ein Wiedersehen mit alten Freundinnen? Mit ihrem neuen Buch "Das Wochenende" lädt Hannah Richell zu einem Treffen ein, das sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als gedacht.

Das ...

Wer freut sich nicht über ein Wiedersehen mit alten Freundinnen? Mit ihrem neuen Buch "Das Wochenende" lädt Hannah Richell zu einem Treffen ein, das sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als gedacht.

Das Cover ist in dunkle Farben getaucht. Die Stimmung ist düster und bedrohlich. Heftige Wellen peitschen gegen die hohen Klippen, in der Ferne ist ein hell erleuchtetes Zelt zu erahnen, das für einen luxuriösen Glamping-Urlaub stehen könnte. Der Titel ist in gelben Farben gehalten, er ist plakativ in Szene gesetzt und schürt die Erwartungshaltung der Leser
innen. Was mag sich in diesen wenigen Tagen ereignet haben?.

Die Handlung spielt in der Gegenwart und der Vergangenheit, sie ist durchbrochen von Erinnerungen und Polizeiverhören. Der Schauplatz ist Cornwall, auf einem Glamping-Campingplatz mit luxuriös anmutenden Unterkünften, der von einem ehemaligen erfolgreichen Architekten-Paar mit seinem 12jährigen Adoptivsohn betrieben wird. Zur inoffiziellen Eröffnung haben sie ihre besten Freundinnen mit ihren Familien eingeladen, um in ihren gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen und eine gute Zeit zu verbringen. Insgesamt handelt es sich um vier Familien, Erwachsene und Kinder.

Das Geschehen wird aus mehreren Perspektiven vermittelt. Alle literarischen Figuren sind absolut konträre Charaktere, mit Stärken und Schwächen. Seit ihrer Studienzeit haben sich die Freund
innen in verschiedene Richtungen entwickelt, sie haben nur losen Kontakt, tiefe Bindungen sind längst verloren gegangen. Im Laufe des Wochenendes lassen sie ihre Masken fallen, alte Konflikte und Rivalitäten brechen aus, es kommt zu körperlichen und verbalen Auseinandersetzungen, unangenehme Wahrheiten und streng gehütete Geheimnisse werden enthüllt.

Man braucht etwas Zeit, um mit diesem Buch warm zu werden. Dann steht man völlig im Bann der dramatischen Ereignisse an diesem Wochenende. Die Lektüre ist eine packende Mischung aus Familiendrama und Psychothriller, man will sie nicht mehr aus den Händen legen. Ein echtes Highlight!

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Beth

Die Frau des Serienkillers
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Unter uns gesagt, habe ich eine ausgeprägte Schwäche für packende Psychothriller. Als ich das Buch "Die Frau des Serienkillers" von Alice Hunter entdeckt habe, war ich gleich angefixt. Es bildet den Auftakt ...

Unter uns gesagt, habe ich eine ausgeprägte Schwäche für packende Psychothriller. Als ich das Buch "Die Frau des Serienkillers" von Alice Hunter entdeckt habe, war ich gleich angefixt. Es bildet den Auftakt zur Serienkiller"- Trilogie, wobei alle drei Bücher in sich abgeschlossen sind und unabhängig voneinander gelesen werden können.

Das Cover übt einen eigentümlichen Reiz auf alle Betrachterinnen aus. Man erkennt das Profil einer Frau, die halb verdeckt von einem Vorhang. durch ein Fenster nach draußen zu starren scheint. Der Buchschnitt ist in einen leuchtenden Blauton getaucht, wobei der Vorname der literarischen Protagonistin plakativ in Szene gesetzt wird. Der Titel könnte einer Schlagzeile aus der Boulevardpresse entnommen sein, er heischt nach Aufmerksamkeit und ist in Blutrot getaucht. Der Untertitel wirkt wie eine geheime Botschaft, die zum Nachdenken anregt. Jede Ehe hat ihre Geheimnisse - wer kann dieser Aussage widersprechen?

Das Setting lebt von Kontrasten. Auf der einen Seite erleben wir die heile Welt von Lower Tew, einen idyllisch anmutenden kleinen Örtchen, wo die Nachbar
innen aufeinander acht geben, auf der anderen Seite steht die pulsierende Metropole London, die für die Anonymität der Großstadt steht. Das Geschehen wird zum größten Teil aus der Perspektive von Beth geschildert, gelegentlich kommen weitere Personen wie ihr Mann Tom und zwei Opfer zu Wort. Man taucht tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ein, wenn sie die vergangenen Geschehnisse reflektiert.

Beth ist keine positiv besetzte literarische Figur. sie ist eine Meisterin der Manipulation, negiert die Wahrheit und neigt zur Verdrängung. Ihre Welt ist wie in Rosarot geteilt. Mit ihrem Mann Tom und ihrer Tochter Poppy lebt sie in einem nostalgisch anmutenden Cottage auf dem Lande, er pendelt werktags nach London, wo er einen gut dotierten Posten in einer Bank besetzt, sie hat sich den Traum von der Selbständigkeit erfüllt und führt ein kleines Café, kombiniert mit einer Töpferwerkstatt, ihre Tochter besucht den Kindergarten vor Ort. Ein perfektes Paar, ein perfekter Mann, eine perfekte Tochter, ein perfektes Leben. Diese Selbst-Inszenierung ist zu perfekt, um wahr zu sein. Hinter der glitzernden Fassade sind tiefe Risse zu erkennen, sie kann der harten Realität nicht standhalten. Mit der Verhaftung ihres Mannes Tom platzt die Blase, und es bleibt nichts als ein Scherbenhaufen.

Auch wenn Alice Hunter ihre Leser*innen nicht m Unklaren lässt, wer hinter den Verbrechen steckt, bleibt ihr mitreißender Psychothriller von der ersten bis zur letzten Zeile spannend. Immer wieder kommen neue Geheimnisse ans Licht, die das Geschehen in einem anderen Licht erscheinen lassen. Nichts ist , wie es scheint, und Beth selbst ist alles andere als eine Unschuld vom Lande. Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich diese spektakuläre Lektüre begeistert hat. Ein absoluter Pageturner, den man sich

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Im Wald

Nachtwald
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Für mich war die irische Bestseller-Autorin Triona Walsh eine große (literarische) Unbekannte. Um so mehr habe ich unserer ersten (literarischen) Begegnung entgegengefiebert. Ihr Thriller "Nachtwald" hat ...

Für mich war die irische Bestseller-Autorin Triona Walsh eine große (literarische) Unbekannte. Um so mehr habe ich unserer ersten (literarischen) Begegnung entgegengefiebert. Ihr Thriller "Nachtwald" hat mich restlos begeistert!

Das in Grüntönen gehaltene Cover spiegelt perfekt den auf das Wesentliche konzentrierten Titel. Angesichts des undurchdringbar scheinenden Waldes, der das herrschaftlich anmutende Haus wie eine schützende Mauer umgibt, steigt ein seltsames Gefühl von Beklemmung auf. Hier ist man auf sich allein gestellt.

Das Setting ist geradezu klassisch. Schauplatz des Geschehens ist Butler Hall, ein halbverfallenes Herrenhaus, seit Jahrhunderten in Familienbesitz, mitten in einem dichten Wald im Westen Irlands gelegen, umgeben von riesigen Ländereien, nahezu abgeschottet von der Außenwelt. Ohne sichere Ortskenntnisse ist man dort rettungslos verloren.

Von einer heilen Welt ist auf der Familienfeier anlässlich der Hochzeit von Claire und George nichts zu spüren. Die dort versammelten Gäste kennen einander fast nur vom Hörensagen. Auf der einen Seite handelt es sich um die Braut Claire, ihre Tochter Lizzie und ihren Sohn Liam, drei Mitglieder einer dysfunktionalen Familie, geprägt durch traumatische Erlebnisse in der jüngsten Vergangenheit, die ihr Vertrauen tief erschüttert haben. Auf der anderen Seite sind der Bräutigam George sowie seine Tochter Freya und sein Schwiegersohn Hudson zu nennen, die gerade aus den USA nach Irland gereist sind. Auf den ersten Blick wirken sie harmonisch, sie gehen liebevoll miteinander um, aber echte Nähe lässt sich durch den langen Aufenthalt von Freya in den USA kaum vermuten.

Das Geschehen wird aus der Sicht von Lizzie vermittelt, die soeben einen langen Aufenthalt in einer Suchtklinik beendet hat, auch wenn sie weder physisch noch psychisch gefestigt wirkt. Als trockene Alkoholikerin ist ihr Verhältnis zu ihren Familienmitgliedern nicht zuletzt durch einen von ihr verschuldeten Unfall schwer belastet, Mutter und Bruder verhalten sich sehr distanziert und bringen ihr weder Verständnis noch Vertrauen entgegen.

Triona Walsh ist ein fesselnder, nervenaufreibender Psychothriller gelungen, der alle Leser*innen begeistern wird. Mit wenigen Sätzen schafft sie eine beklemmende, düstere, klaustrophobische Atmosphäre, wie sie für das literarische Genre Locked-In-Room-Mystery typisch ist. Alle Charaktere sind vielschichtig angelegt, sie tragen gleichsam eine Maske und lassen sich nicht in die Karten schauen. Eine positiv besetzte Identifikationsfigur lässt sich nicht ausmachen, jede einzelne literarische Figur hütet dunkle Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht gelangen, ausgelöst durch den schrecklichen Mord an einem unerwünschten Gast im Herrenhaus. Für mich war diese Lektüre ein echter Pageturner, der mich durch zahlreiche unerwarteten Wendungen in seinen Bann geschlagen hat.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Blut...

The Killer Profile
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Kennt ihr schon die britische Bestseller-Autorin Helen Fields? Nachdem ich ihren Psychothriller "The Institution" geradezu inhaliert hatte, wollte ich mir ihr neues literarisches Werk "The Killer Profile" ...

Kennt ihr schon die britische Bestseller-Autorin Helen Fields? Nachdem ich ihren Psychothriller "The Institution" geradezu inhaliert hatte, wollte ich mir ihr neues literarisches Werk "The Killer Profile" nicht entgehen lassen.

Das Cover strahlt eine düstere Atmosphäre aus, für mein Empfinden weist es große Ähnlichkeiten mit vergleichbaren, bereits erschienenen Bücher aus diesem literarischen Genre auf. Im Fokus steht ein hell erleuchtetes, klassisch wirkendes Gebäude, genaue Einzelheiten sind nicht auszumachen. Alles wirkt verwischt, wie im dichten Nebel, der für London typisch ist. Der Titel ist in englischer Sprache gehalten. Auch wenn er keine weiteren Informationen preisgibt, sorgt er für Herzrasen. Was mag sich hinter dieser Bezeichnung verbergen?

Das Geschehen spielt in der Gegenwart, mitten in der englischen Metropole, genauer gesagt in verschiedenen Stadtteilen Londons, die ihre besten Tage längst hinter sich haben. Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, aus der Sicht eines unbekannten psychopathischen Täters und der erfahrenen Analystin Midnight Jones, die psychometrische Tests für Kundinnen eines südlich der Themse gelegenen führenden modernen Bio Tech Unternehmens auswertet.

Die Kontraste zwischen diesen fiktiven literarischen Figuren lassen sich kaum in Worte fassen. Midnight Jones ist geprägt von Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Neben ihrem anstrengenden Job kümmert sie sich mit Hilfe von Pflegefachkräften um ihre geistig beeinträchtigte Zwillingsschwester Dawn, der sie sich eng verbunden fühlt. Midnight möchte sie unter keinen Umständen in ein Heim abschieben, auch wenn ihre eigenes Privatleben auf der Strecke bleibt. Für eine wissenschaftlich arbeitende Hochschulabsolventinnen mit zwei Studienabschlüssen agiert sie relativ impulsiv und naiv, was ihr nicht nur viele Konflikte mit ihren Vorgesetzt
innen beschwert, sondern sie auch in (lebens-) gefährliche Situationen auf der Suche nach dem Täter bringt. Dahingegen konzentriert sich der gewissenlose Killer auf die Befriedigung seiner krankhaften Neigungen, ohne Empathie für seine Opfer. Trotz seiner Brutalität sind seine Taten logisch durchdacht und perfekt organisiert, was ihn zu einem (lebens-) gefährlichen Gegner macht.

Wieder zeigt Helen Fields tiefe menschliche Abgründe auf, prangert aber auch auf das von Profit gekennzeichnete Agieren von weltweit tätigen Unternehmen an, die sich jeglicher ethischer Verantwortung für ihr Handeln entziehen. Ihr Psychothriller ist von blutigen Szenen geprägt, gibt aber auch Aufschlüsse über die Entwicklung eines abnorm veranlagten Kindes zu einem psychopathischen Killer. Durch die stetigen Wechsel der Perspektive bleibt das Buch über weite Strecken sehr spannend, man kann es kaum aus den Händen legen. Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit Dr. Connie Woolwine, der versierten forensischen Profilerin aus dem Psychothriller "The Institution", die zwar keine tragende Rolle spielt, aber in die laufende Handlung integriert wird. Für schwache Nerven ist dieses Buch nichts, aber erfahrene Thriller-Freund*innen dürfen sich auf eine packende Lektüre freuen.

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