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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2025

Träume haben

Achtzehnter Stock
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Ich reihe mich mal ein in die vielen schönen Rezensionen zu dem Debütroman von Sara Gmuer 'Achtzehnter Stock'.
Wir lernen Wanda und ihre Tochter Karlie kennen und begleiten sie beim Spagat zwischen dem ...

Ich reihe mich mal ein in die vielen schönen Rezensionen zu dem Debütroman von Sara Gmuer 'Achtzehnter Stock'.
Wir lernen Wanda und ihre Tochter Karlie kennen und begleiten sie beim Spagat zwischen dem rauen Leben im Plattenbau und dem nicht weniger rauen, aber dazu auch noch unehrlichen Leben am Filmset.
Wanda strebt nach mehr und möchte Filme drehen und berühmt werden, was anderes kommt nicht in Frage.
Schwierig wenn man in einer anderen Welt feststeckt und noch dazu eine kleine Tochter hat.
Das Buch zeigt uns die Probleme einer alleinerziehenden Mutter gefangen zwischen unbezahlter Care Arbeit und Geld verdienen müssen.
Entgegen vieler anderer Stimmen empfand ich Wanda nicht als unsympathisch. Klar, manche Aktionen waren nicht okay, aber welcher Mensch macht schon alles richtig.
Ist es nicht auch normal als Mutter mal ausbrechen zu wollen und sich ganz egoistisch für sich zu entscheiden?
Wobei ich glaube das Wanda das meiste auch im Hinblick darauf gemacht hat um Karlie ein besseren Leben bieten zu können.
Ich empfand sie als eine sehr liebende Mutter.
Es wurden einige Klischees bezüglich der Menschen die in der Platte wohnen bedient, aber das war recht erfrischend und realistisch. Ich konnte mir total gut vorstellen mit Wanda, Aylins Mutter, Ming und Esther im Hof zu sitzen und warmen Sekt aus klebrigen Pappbechern zu trinken.
Ein ehrlicher ungeschönter Roman den ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Das geht unter die Haut

Was wir wollen
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Mein erstes Buch im neuen Jahr ist zwar ein kleiner SuB-Dümpler gewesen, aber hat mir nun einen so richtig guten Lesestart beschert.
In dem Roman 'Was wir wollen' von Meg Mason wird sehr intensiv und ...

Mein erstes Buch im neuen Jahr ist zwar ein kleiner SuB-Dümpler gewesen, aber hat mir nun einen so richtig guten Lesestart beschert.
In dem Roman 'Was wir wollen' von Meg Mason wird sehr intensiv und gut nachvollziehbar darauf eingegangen wie schwierig und wenig planbar sich ein Leben mit einer psychischen Erkrankung gestaltet.
Trotz des ernsten Themas ist das Buch unterhaltsam geschrieben und ich mochte sehr den Humor der Protagonistin Martha und ihrer Schwester Ingrid, die ich für ihre trockene und doch liebevolle Art sehr gefeiert habe.
Im Grunde mochte ich alle beteiligten Personen gern.
So schwer das Leben Martha mitspielt und ihr einen großen Rucksack voller grauer Gedanken aufläd, soviel Glück hat sie meines erachtens mit ihrer Familie (nicht durchgehend, aber in welchen Familien ist schon alles perfekt) und ihrem Mann.
Nach außen hin könnte man meinen Martha müsse eine zufriedene Frau sein und gerade das wird in dem Roman so gut rüber gebracht.
Alles erscheint okay, aber den im Inneren tobenden Orkan kann niemand sehen, außer die betroffene Person selbst.
Nach einer Eskalation auf Marthas 40sten Geburtstag und der daraus resultierenden Funkstille mit ihrem Ehemann Patrick, ist Martha quasi gezwungen es noch einmal anzugehen und sucht sich psychologische Hilfe.
Was dann folgt ist ein sehr interessanter Abschnitt, gerade auch im Bezug auf ihre Mutter.
Ich kann da leider schwer näher drauf eingehen ohne zu spoilern, aber diesen Teil mochte ich wirklich gerne.
Mir hat das Buch durchweg gut gefallen und mich zu keiner Zeit gelangweilt.
Man kann sich super in die Erzählung hinein versetzen und mit Martha und ihrem Umfeld leiden, lieben und lachen.
Was ich nicht mochte ist das 'unausgesprochene' was im letzten Drittel mit eine Strich gekennzeichnet wird.
Ich hätte es gerne ausgeschrieben gehabt, aber wahrscheinlich ist das ein künstlerisches Stilmittel um uns die Freiheit für eigene Gedanken und Interpretationen zu lassen.
Ansonsten war es rund und wer gerne Romane über den Umgang und das Leben mit mentalen Erkrankungen liest ... Dem kann ich 'Was wir wollen' gerne ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Weihnachten mit griechischen Flair

Winterzauber in Athen
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So, mein letztes Winter/Weihnachtsbuch für 2024 beendet🙂.
'Winterzauber in Athen' von Mandy Baggot hat mich mit dem bezaubernden Cover und dem Ort des Geschehens gekriegt. Ich liebe ja alles was glitzert, ...

So, mein letztes Winter/Weihnachtsbuch für 2024 beendet🙂.
'Winterzauber in Athen' von Mandy Baggot hat mich mit dem bezaubernden Cover und dem Ort des Geschehens gekriegt. Ich liebe ja alles was glitzert, funkelt, leuchtet, Sterne, Schneeflocken und vorallem Griechenland.
In Athen war ich bislang noch nicht, aber die griechischen Worte und Gerichte die eingestreut wurde, kannte ich alle und das hat mir natürlich total gefallen. Zu dem Winterzauber kam also noch eine Portion Urlaubsflair dazu, klasse.
Die Geschichte war auch wirklich süß und die Charaktere gut gewählt.
Kurz zum Inhalt:
Jen ist ein großer Weihnachtsfan und hat ihre Passion zum Beruf gemacht. Sie organisiert Weihnachtspartys rund ums Jahr und entflieht damit in eine heilere Welt.
Auf einem spontanen Trip nach Athen mit ihrer besten Freundin kommt alles ganz anders als geplant.
Unter anderem poltert der absolute Weihnachtshasser Astro in ihr Leben.
Diese beiden Welten passen so gar nicht zusammen...oder vielleicht doch?
Gibt es eventuell kleines Weihnachtswunder in Athen?!
Ich möchte nicht zuviel verraten.
Tatsächlich lebte das Buch für mich durch seine tolle Atmosphäre in dem weihnachtlichen Griechenland und durch die komplett sympathischen Nebendarsteller.
Astro hat natürlich auch mein Herz erobert 🥰.
Jen war nicht unsympathisch und ich mochte ihren Weihnachtsspleen sehr, aber da haben mich eine Nathalie, ein Achilles, Peri, Kathleen usw etwas mehr gecatcht.
Eine süße weihnachtliche Wintergeschichte mit tollem Setting die sich wirklich angenehm wegschmökern lässt.

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Schöner schauriger Snack

Wintergeister
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Die 'Wintergeister' aus dem Dumont Verlag eingeteilt in sechs Kurzgeschichten von den Autor*innen Bridget Collins, Andrew Michael Hurley, Jess Kidd, Catriona Ward, Susan Stokes-Chapman und Laura Purcell, ...

Die 'Wintergeister' aus dem Dumont Verlag eingeteilt in sechs Kurzgeschichten von den Autor*innen Bridget Collins, Andrew Michael Hurley, Jess Kidd, Catriona Ward, Susan Stokes-Chapman und Laura Purcell, war wie eine Tüte Popcorn.
Lecker und leicht, kurze Schockmomente wie wenn man auf ein hartes Maiskorn beisst und am Ende dann doch schneller weggesnackt als einem lieb ist.
Ich wüsste gar nicht auf Anhieb welche der sechs kleinen Schauergeschichten mich am meisten unterhalten hat.
Jede einzelne war sehr atmosphärisch und mit einer angenehmen Spannung geschrieben.
Drei sind mir am meisten im Gedächtnis geblieben und zwar 'Das alte Theaterstück' welches erschreckend realistisch inszeniert wird,
'Der Witwenweg' mit der ganz besonders talentierten Fächermacherin und ihren speziellen Materialien und die letzte Geschichte namens 'Das Lied von Glocken und Ketten'...die uns aufzeigt ob es den Krampus wirklich gibt.
Ich hatte eine schöne Lesezeit und hätte gut und gerne noch sechs weitere Geschichten wegschmökern können.
Daher von mir eine klare Leseempfehlung um ein paar frostige Abende zu verfeinern.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Toxische Mutter Tochter Beziehung

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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Ein Buch bei dem diesmal die Titelliebe zugeschlagen hat. 'Wenn Nachts die Kampfhunde spazieren gehen' von Anna Brüggemann macht damit von vornherein klar das hier kein Happy Life Buch um die Ecke kommt. ...

Ein Buch bei dem diesmal die Titelliebe zugeschlagen hat. 'Wenn Nachts die Kampfhunde spazieren gehen' von Anna Brüggemann macht damit von vornherein klar das hier kein Happy Life Buch um die Ecke kommt.
Trotz der Schwere und des sich vor Unwohlsein winden wollen Gefühls die dieses Buch vermittelt, lässt es sich leicht und unterhaltsam lesen.
Eine gute Mischung finde ich.
Wir begleiten eine extrem narzisstische Regina und ihren ruhigen und recht besonnenen Mann Edgar und ihren zwei Töchtern Antonia und Wanda über 20 Jahre und bekommen eine toxische Mutter Töchter Beziehung par excellence geboten.
Die eher zurückhaltende Antonia findet vor den Augen ihrer Mutter wenig Gnade.
Zu weich und bleich ihr Körper, zu introvertiert und wenig ehrgeizig ihr Gemüt.
Wanda hingegen ist ihrer Mutter recht ähnlich, so scheint es.
Aber unter der starken, schönen und schillernden Fasade macht das Gefallen wollen Wanda komplett kaputt.
Interessant fand ich wie selbstverliebt die Mutter ist, obwohl Sie sich selbst nicht genügen würde.
Ich habe sehr mit den Schwestern gelitten und zum Ende hin Reginas Enkelin extrem gefeiert. Ein tolles, selbstbewusstes und kluges Mädchen welches sich auch mal traut ihrer Oma die Stirn zu bieten.
Ein Buch welches ich gerne gelesen habe, was aber auch weh getan und mich geärgert hat, traurig war, aber auch mal etwas lustig und nett. Viele Gefühle und ein tiefer Einblick in ein sehr ungesundes Mutter-Töchter Gestrick.
Ich mochte es gerne!

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