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VerenaStahl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2023

Mehr Lebensgeschichte, weniger Krimi

Florence Butterfield und die Nachtschwalbe
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Mich hat zunächst die Perspektive der Geschichte angesprochen, die ich mal als etwas Neues empfunden habe. Es geht um die 87-jährige Florrie, die aufgrund eines amputierten Beines zwar körperlich nicht ...

Mich hat zunächst die Perspektive der Geschichte angesprochen, die ich mal als etwas Neues empfunden habe. Es geht um die 87-jährige Florrie, die aufgrund eines amputierten Beines zwar körperlich nicht mehr vollständig agil, dafür geistig noch sehr fit ist. Sie lebt deshalb im betreuten Wohnen/Altersheim. Das ist auch der Schauplatz der ganzen Geschichte.

Insgesamt war mir die Geschichte allerdings etwas zu langatmig und für meinen Geschmack hätten 100 Seiten weniger gereicht. Ich hätte aufgrund des Klappentextes mehr Krimi und Ermittlungen erwartet als es letztendlich war. Das Buch besteht hauptsächlich aus Rückblicken zu Florries Vergangenheit, bei denen die Themen Familie, Liebe, Schicksalsschläge und Beziehungen eine Rolle spielen. Ich fand sie relevant, um ihre Persönlichkeit besser verstehen zu können, aber an manchen Stellen zu viel und zu lang.

Natürlich gab es auch etwas Spannung; diese baut sich aber recht langsam auf, weil die Ermittlungen immer wieder durch Geschichten der Vergangenheit unterbrochen werden.

Der Schreibstil ist auf jeden Fall außergewöhnlich, fast schon an manchen Stellen etwas poetisch. Florrie scheint sehr naturverbunden zu sein, was sich in den Umgebungsbeschreibungen widergespiegelt hat. Ich konnte mich dadurch sehr gut in die englische Umgebung hineindenken. Insgesamt tauchen aber sehr viele Personen und Namen auf, sodass ich teilweise etwas den Überblick verloren hatte.

Trotzdem war ich froh, das Buch bis zum Ende gelesen zu haben, da mir die letzten ca. 100 Seiten mit der Hinführung zur Auflösung und diese selbst am besten gefallen haben. Die Auflösung war so nicht von Anfang an vorhersehbar, wenn auch das Ende in gewissen Teilen erwartbar war.

Wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung ans Lesen geht und sich keinen ultraspannenden Krimi erhofft, sondern eher gemütliche Atmosphäre, ein bisschen Ermittlungen und Memoiren eines aufregenden Lebens mag, dürfte man hier richtig sein.




  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2026

Weder Thriller noch richtige Liebesgeschichte

Woman Down
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Ich bin bei Colleen Hoover immer hin und her gerissen. Auf der einen Seite mag ich ihren Schreibstil ganz gerne, er lässt sich wirklich schnell lesen und entwickelt irgendwie eine Sogwirkung. Die Grundideen ...

Ich bin bei Colleen Hoover immer hin und her gerissen. Auf der einen Seite mag ich ihren Schreibstil ganz gerne, er lässt sich wirklich schnell lesen und entwickelt irgendwie eine Sogwirkung. Die Grundideen ihrer Bücher klingen erstmal gut, aber der Inhalt überzeugt mich meistens nicht. Trotzdem wollte ich ihrem neuen Buch eine Chance geben.

Aber auch hier wieder das Übliche: die Protagonisten sind wandelnde Red-Flags, ihre Handlungen problematisch und wenig reflektiert und meiner Meinung nicht mehr nur „morally grey“ wie beworben.

Den Anfang mit Petra auf dem Weg zu ihrem Ferienhaus am See, um dort zu in Ruhe zu schreiben, fand ich noch ganz interessant. Man erfährt, warum sie einem Shitstorm ausgesetzt war und eine Schreibblockade hat. Als dann Nathaniel auftaucht, ist die Geschichte allerdings immer abstruser geworden.

Petra ist generell nicht wirklich sympathisch, sie versinkt oft in Selbstmitleid und ist leider wenig reflektiert. Ihre Gedanken und Gefühle sind repetitiv, was die Geschichte ein bisschen in die Länge zieht.

Das Thriller-Element kam mir etwas zu kurz, wirklich Spannung wurde nicht aufgebaut. Bis auf wenige (eher vorhersehbare) Plott-Twists hielt sich das Ganze in Grenzen. Romantik gab es nicht wirklich, dafür einiges an Spice.

Wem andere Colleen Hoover-Bücher gefallen, könnte hier nicht enttäuscht werden. Allen anderen würde ich eher von dem Buch abraten.

Veröffentlicht am 21.10.2025

Nicht vom süßen Cover täuschen lassen

Spookily Yours
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Das Cover vermittelt zwar einen süßen Eindruck und auch der Anfang der Geschichte ist recht kindlich geschrieben, schnell kommen allerdings spicy Szenen, die es in dem recht dünnen Buch überproportional ...

Das Cover vermittelt zwar einen süßen Eindruck und auch der Anfang der Geschichte ist recht kindlich geschrieben, schnell kommen allerdings spicy Szenen, die es in dem recht dünnen Buch überproportional häufig gibt.

Kommen wir damit auch zu meinem Hauptproblem mit dem Buch, und zwar die Länge bzw. die Kürze. Auf knapp 250 Seiten schafft man es einfach nicht eine handlungs- bzw. wendungsreiche Geschichte und tiefergehende Charaktere unterzubringen sowie eine Fantasywelt zu erschaffen. Es hat einfach an Handlung gefehlt. Probleme wie Damiens Rückverwandlung in eine Katze lösten sich wie von selbst und alles lief irgendwie zu perfekt.

Die Annäherung zwischen Damien und Willow konnte ich nicht richtig nachvollziehen. Willow wirkte nicht mal wirklich überrascht, dass ihre Katze ein Dämon ist.

Die Atmosphäre des Buches war definitiv auf Halloween und Herbst ausgelegt. Das Kürbis-Thema wird zwar auch irgendwann einfach zu viel, aber ansonsten ist die Stimmung in einem kleinen Hexendorf ganz gut gelungen. Schade, dass man nur wenig über Willows Hexenzirkel erfahren hat, der für sie eine zentrale Bedeutung hatte.

Wer keinen Spice mag, sollte hiervon definitiv die Finger lassen und auch die Leute, die gerne eine ausgereifte Handlung haben, kommen hier nicht auf ihre Kosten.

Veröffentlicht am 18.04.2025

Hauptsächlich Spice, wenig Handlung

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
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Mich hat die Geschichte an eine Kombination aus zwei Ali Hazelwood-Büchern (Bride und Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe) erinnert, die mir aber beide bedeutend besser gefallen haben.

Das ...

Mich hat die Geschichte an eine Kombination aus zwei Ali Hazelwood-Büchern (Bride und Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe) erinnert, die mir aber beide bedeutend besser gefallen haben.

Das Körperliche stand zwischen den beiden Protagonisten definitiv im Vordergrund. Ich habe an sich nichts gegen Spice, aber wenn die Handlung darunter leidet, ist es mir einfach zu viel. Würde man die spicy Szenen streichen, bleibt leider nicht wirklich Substanz für eine richtige Geschichte übrig.

Zu dem ganzen Werwolf-Universum gibt es nur begrenzt Erklärungen. Wenn man also nicht tief in der Thematik drinsteckt, bleiben Fragen offen und man versteht nicht unbedingt alles.

Generell war die wenige Handlung sehr vorhersehbar, sodass einen der vermeintliche Plottwist auch nicht mehr überrascht. Die Reaktion darauf fand ich sehr unlogisch.

Die Charaktere fand ich ganz okay, bis auf manchmal das subtile Alpha-Gehabe von Noah (aber das ist wohl nicht zu vermeiden, wenn er ein Alpha und sie eine Omega ist). Da wurde er aber auch von Mackenzie, die sich als sehr tough und selbstbewusst herausgestellt hat, in seine Schranken verwiesen.

Wer keinen Spice mag, sollte unbedingt die Finger davonlassen, Überblättern funktioniert hier nur bedingt. Auch ansonsten muss man das Buch nicht unbedingt gelesen haben.

Veröffentlicht am 26.12.2024

Fehlende Spannung

Die blaue Stunde
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Zunächst fand ich es super, dass das Buch direkt mit dem bereits auf dem Klappentext angekündigten Geschehen anfing. Allerdings wurde kurz danach die ganze Geschichte etwas langatmig.

Ein wenig Abwechslung ...

Zunächst fand ich es super, dass das Buch direkt mit dem bereits auf dem Klappentext angekündigten Geschehen anfing. Allerdings wurde kurz danach die ganze Geschichte etwas langatmig.

Ein wenig Abwechslung haben die Erzählperspektiven von Museumskurator Becker und Künstlerfreundin Grace sowie Zeitungsartikel und Tagebucheinträge der Künstlerin Vanessa Chapman gebracht.

Die ganze Geschichte war recht atmosphärisch, der Haupthandlungsort ist eine Gezeiteninsel an der Küste Schottlands, die aufgrund dessen nicht immer erreichbar ist.

Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich die fehlende Spannung. So richtig hat mich das Buch nur auf den ersten dreißig und den letzten fünfzig Seiten gepackt. Da es als Spannungs-Highlight beworben wird, waren meine Anforderungen dementsprechend hoch und sie wurden leider nicht erfüllt.

Man erfährt viel über das Leben der Künstlerin und anderer Personen. Allerdings rückt das den Knochenfund meiner Meinung nach oft so in den Hintergrund, dass ich fast schon vergessen hatte, dass es ja ein Krimi ist.

Die Handlung sowie die Auflösung fand ich recht vorhersehbar, das Ende lässt dem Leser jedoch noch ein bisschen Interpretationsspielraum. Die ganze Geschichte ist letztendlich doch recht einfach gestrickt und hat keinen wirklichen psychologischen Twist.

Ich würde das Buch nicht unbedingt Krimifans empfehlen, sondern eher Personen, die gerne atmosphärische Bücher mit speziellen Charakteren und einer Prise Spannung lesen.