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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2018

Der Kampf mit dem Gewissen oder Manchmal ist es gar nicht so leicht, alles richtigzustellen

Das Ravioli-Chaos oder Wie ich plötzlich Held wurde
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Lenni und sein Freund Walze haben einen Traum: sie wollen einmal berühmt sein und wenn es nur für 15 Minuten ist. Manchmal hilft das Schicksal dann ganz unerwartet. Als Lenni in den Späti, einen Kiosk, ...

Lenni und sein Freund Walze haben einen Traum: sie wollen einmal berühmt sein und wenn es nur für 15 Minuten ist. Manchmal hilft das Schicksal dann ganz unerwartet. Als Lenni in den Späti, einen Kiosk, geht und dort für Inhaber Otto mal ganz kurz aufpassen soll während der schnell was erledigt, kommt tatsächlich ein Maskierter herein und verlangt doch…10 EUR! Schaut ihr jetzt genauso komisch wie Lenni? Wer überfällt schon einen Laden und gibt sich derartig bescheiden? Auch scheint der Räuber mehr Angst zu haben als Lenni. Da die Kasse abgeschlossen ist, hat Lenni auch gar keine Möglichkeit der Aufforderung nachzukommen. Der ängstliche Räuber hat anscheinend auch genug und beschließt zu fliehen, wobei er den sorgfältig gestapelten Ravioli-Dosenturm zum Einsturz bringt. Als Besitzer Otto zurückkommt, macht er sich ganz schnell einen eigenen Reim, ruft die Polizei und erzählt, was seiner Meinung nach vorgefallen ist. Lenni kommt dabei gar nicht zu Wort und wird ganz unverdient zum Helden gemacht. Nur wie soll er sich jetzt verhalten? Das Berühmtsein genießen oder alles richtig stellen?

Lenni steht im Schatten seiner Schwester, die in einer Soap mitspielt und seitdem in der Öffentlichkeit steht. Wirklich sympathisch kommt diese große Schwester in dem Buch nicht weg. Aber da Lennis Wunsch aus diesem Fakt resultiert, wird dies auch im ersten Drittel des Buchs genauer ausgebreitet. Leider konnte mein Achtjähriger mit Begriffen wie Soap und Facebook und Followern noch nichts anfangen und ist nach dem ersten Drittel dann ausgestiegen, weil ihn das Buch nicht fesseln konnte.

Ich habe dann allein weitergelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Alle Handlungsstränge und offenen Fragen wurden zu meiner Zufriedenheit zu Ende geführt bzw. beantwortet und das Buch ist eine wirklich runde Geschichte. Die Sprache ist zielgruppengerecht und der Schreibstil schön flüssig, so dass das Buch schnell gelesen ist. Die Illustrationen sind im Comicstil gehalten und haben mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 08.03.2018

Eine süße Geschichte mit liebenswerten Figuren

Aklak, der kleine Eskimo
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Ganz oben im Norden, wo der Schnee nie schmilzt, wohnen Aklak und seine Freunde. Die kleine Schule, die er besucht hat gerade mal 2 Erst-, 2 Zweit- und 3 Drittklässler und natürlich auch nur eine Lehrerin. ...

Ganz oben im Norden, wo der Schnee nie schmilzt, wohnen Aklak und seine Freunde. Die kleine Schule, die er besucht hat gerade mal 2 Erst-, 2 Zweit- und 3 Drittklässler und natürlich auch nur eine Lehrerin. In jedem Sommer macht die Schule einen Wanderausflug, genauer gesagt eine Schneewanderung. Aklaks Hund Tuktuk darf als Schlittenhund für das Gepäck mitkommen. Aber bei der vorbereiteten Schnitzeljagd scheint so einiges durcheinander gekommen zu sein. Wer steckt wohl dahinter? Und wie kann ein Wal dabei helfen?

Anu Stohner hat hier eine kleine herzliche Eskimowelt entstehen lassen. Neben den menschlichen Freunden gibt es auch Tierfreunde wie den Husky Tuktuk, das Schneehuhn Ilse, den Schneehasen Ole, Robbe Ramona und Wal Norbert. Diese tierischen Freunde versuchen den Schulkindern im Hintergrund bei der Schnitzeljagd zu helfen, sonst würden diese den Schatz wohl nie finden.

Das Buch hat 144 Seiten, die sich auf 29 kurze Kapitel mit recht großer Schrift und vielen Illustrationen verteilen. So ist das Buch nicht nur zum Vorlesen, sondern auch für fortgeschrittene Leseanfänger geeignet. Die schönen Aquarelle von Henrike Wilson runden das (Vor-)Leseerlebnisse ab.

Wer jetzt noch im Hinterkopf hat, dass Eskimo ein böses Wort wäre, das man nicht nutzen solle, der wird bereits vor der Geschichte belehrt, dass diese Ansicht überholt sei.

Fazit: Eine süße Geschichte aus einer Region, in der immer Schnee liegt mit liebenswerten Kindern und tierischen Freunden!

Veröffentlicht am 05.02.2018

Ein schönes Wimmelbuch zum Entdecken des Lebens auf einen Bauernhof

Ein Jahr auf dem Land
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Nachdem wir von „Ein Jahr im Wald" absolut begeistert waren und es eines unserer 2017-Bücherhighlights war, musste „Ein Jahr auf dem Land“ auch schnellstmöglich einziehen.

Als erstes fällt natürlich auf, ...

Nachdem wir von „Ein Jahr im Wald" absolut begeistert waren und es eines unserer 2017-Bücherhighlights war, musste „Ein Jahr auf dem Land“ auch schnellstmöglich einziehen.

Als erstes fällt natürlich auf, dass hier eine andere Illustratorin am Werk war, aber das Grundkonzept ist gleich geblieben. So begleiten wir nun Monat für Monat eine Bauernhoffamilie samt Angestellten und Besuchern sowie natürlich den Tieren durch das Jahr. Auf dem Vorsatzpapier werden uns wieder alle Beteiligten vorgestellt. Da gibt es das Ehepaar Bauer mit ihren Kindern Paul und Maja, die Oma, die Enkelin aus der Stadt, die öfter zu Besuch kommt, den Landwirtschaftsstudenten Anton, den Angestellten Rudi, die Nachbarin, eine Restaurantbetreiberin aus Stadt mit ihrer Tochter und eine Familien, die regelmäßig Bauernhofferien auf dem Hof macht. Und natürlich werden auch die Tiere vorgestellt, wobei einige auch einen Namen haben.

Meinem kleinen Räuber (4) ist sogleich aufgefallen, dass es keine Ziegen, Kaninchen und Esel gibt. Diese Tier kennt er von seinen letzten Bauernhofurlauben. Dennoch kann das Wimmelbuch viel zum Entdecken anbieten. Wir suchen uns immer 3-4 Figuren raus, die wir dann Monat für Monat suchen und beobachten. Im Moment müssen immer die Mäuse dabei sein. Das ist ganz wichtig für den kleinen Räuber. Und dann wird natürlich auch geschaut, ob die Katze den Mäusen zu nah kommt. Man kann sich wirklich lange mit den Entdecken beschäftigen.

Die Illustrationen aus der Feder von Magdalena Koziel-Nowak sind sehr schön gelungen, aber ich hätte mir die ganze Szenerie etwas wimmeliger gewünscht. Die Personen und Tiere sind doch recht groß. Nicht nur Ziegen, Kaninchen und Esel fehlen, auch Wildvögel, die gerne auf Bauernhöfen leben wie Schwalben, Eulen, Spatzen, Tauben oder auch Fledermäuse kann man zwar in einzelnen Monaten entdecken, sind aber nicht durchgängig ins Konzept eingebunden. Da fand ich „Ein Jahr im Wald“ von Emilia Dziubak einfach ein Stückchen vielfältiger und stimmiger.

Als Abschluss des Buchs gibt es auf dem Inneneinband des Buchs noch eine Gemüsewimmelei mit ein paar anregenden Fragen, die sich mit auf dem Bauernhof angebauten Gemüse beschäftigen. Eine sehr schöne Idee für den Abschluss.

Fazit: Ein sehr schönes Wimmelbuch, in dem wir das Leben auf dem Bauernhof ein ganzes Jahr lang verfolgen können.

Veröffentlicht am 05.12.2017

Ein spannendes Crossover von Fantasiewelt und klassischem Krimi.

Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger
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Eine bunte Zirkustruppe aus kleinen Tieren und Minimenschen reist mit dem Zeppelin zum nächsten Auftrittsort. Aber plötzlich spielt die Kompassnadel verrückt und draußen ist alles schwarz. Der Zirkusdirektur ...

Eine bunte Zirkustruppe aus kleinen Tieren und Minimenschen reist mit dem Zeppelin zum nächsten Auftrittsort. Aber plötzlich spielt die Kompassnadel verrückt und draußen ist alles schwarz. Der Zirkusdirektur ist der Meinung, dass sie im Nirgendwo gelandet sind und die Nirgendwohner mit einer Vorführung milde gestimmt werden müssten. Allerdings geht bei der Vorführung alles schief. Die Messerwerferin tötet beinahe ihre Partnerin, die seiltanzende Spinne stürzt ab, die Jungfrau wird wirklich angesägt und so weiter. Aber Haselmaus Nelli ist überzeugt, dass das alles nur fauler Zauber ist, der sich ganz logisch erklären lässt.


Verena Reinhardt hat ihr eine ganz wundersame Mischung an Charakteren zusammengeführt. Der Wanderzirkus hat Minimenschen. kleine Tiere wie z.B. Unken, Blindschleichen, Zwergsiebenschläfer und Haselmäuse und auch Insekten wie Hirschkäfer, Marienkäfer oder auch die Fruchtfliege, die sogar der Zirkusdirektor ist. Nelli ist eine sehr schlaue Haselmaus und die Detektivin in diesem Fall. Die Messerwerferin Trude ihre Freundin und Assistentin beim Ermitteln und dann sind da noch die 3 durchgeknallten Zwergsiebenschläfer. Nelli ist recht vorlaut und barsch, hat aber das Herz am rechten Fleck. Trude ist da weitaus sanfter, was man von einer taffen Messerwerferin vielleicht gar nicht so erwartet hätte. Der abgeschlossene Tatort im Zeppelin und das Detektivteam lassen an die klassischen Agatha-Christie-Krimis denken. Und das Buch ist tatsächlich ein spannendes Crossover von Fantasiewelt und klassischem Krimi.

Das Cover, gestaltet von Eva Schöffmann-Davidov, ist wunderschön gelungen. Die nostalgisch anmutenden Zirkusfiguren wurden mit grafischen Mustern kombiniert. Diese Muster findet man auch immer wieder vor einem jeden Kapitel. Zu gerne hätte ich auch noch weitere Illustrationen von den anderen Artisten gesehen, aber da muss man das eigene Kopfkino anwerfen.

"Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger" von Verena Reinhardt, erschienen im Verlag Beltz & Gelberg, ist als Hardcover für 13,95 EUR unter der ISBN 978-3407823205 im Buchhandel erhältlich. Das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren geeignet.

Veröffentlicht am 20.11.2017

Tierische Detektivgeschichte mit tollen Illustrationen

Nickel und Horn 1: Nickel und Horn
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Bei Herrn Locke, einem betagten Detektiv im Ruhestand, leben neben seinem Hund noch ein weitsichtiges Meerschwein namens Nickel und ein kurzsichtiger Papagei namens Horn. Eines Tages bekommt Herr Locke ...

Bei Herrn Locke, einem betagten Detektiv im Ruhestand, leben neben seinem Hund noch ein weitsichtiges Meerschwein namens Nickel und ein kurzsichtiger Papagei namens Horn. Eines Tages bekommt Herr Locke Besuch von Paul, dessen Hinterafrikanisches Pupsetier gestohlen wurde. Paul bittet Herrn Locke um Hilfe, der aber wegen seines hohen Alters leider ablehnen muss. Für Nickel und Horn steht jedoch fest, dass sie hier einspringen und ermitteln müssen. Und so stürzen sich die beiden in die Arbeit und begeben sich auf die abenteuerliche Suche nach dem Pupsetier.

Der Ex-Piratenpapagei und die kleine Meerschweinchendame sind ein ungleiches Duo, das aber wie Pech und Schwefel zusammenhält und sich sehr gut ergänzt. Die Namensgebung des Ermittlerteams nach Art ihrer Sehhilfen finde ich originell und passt auch gut zu den Beiden.

Wenn in Büchern gepupst wird, kommt das bei den meisten Kindern gut an und wird mit Lachen quittiert. Dies scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein. Das Pupsetier, das, wie der Name schon sagt, sich vor allem durch lautes Pupsen auszeichnet, ist für die Geschichte ein lustiges Highlight. Und für gesunde Pupse braucht es Spezialbohnen. Daher müssen Nickel und Horn sich beeilen, denn die Entführer haben natürlich kein Spezialfutter mitgenommen und so ist das Leben des Pupsetiers in höchster Gefahr.

Im ersten Drittel hatte ich etwas Schwierigkeiten meinen 7Jährigen Zuhörer bei Stange zu halten, da verhältnismässig wenig passiert. Hier hätten wir uns einen schnelleren Einstieg in die eigentlichen Ermittlungen und die damit verbundene Reise gewünscht. Aber sein Durchhalten wurde belohnt. Die Geschichte steigert sich in ein aufregendes Abenteuer mit Gefahr, Spannung und einem Wettlauf gegen die Zeit. Besonders gefallen hat ihn, wie Horn seine Piratenerfahrungen in den Ermittlungen einsetzt.

Die vielen farbigen Illustrationen von Barbara Scholz haben uns begeistert. So gibt es für die kleinen Zuhörer immer etwas zu sehen.