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Veröffentlicht am 18.04.2025

Todesursache Krankenhaus

Der Horror der frühen Medizin
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Schon „Abgründe der Medizin“ hat mich so gut unterhalten, wie ich es von einem Buch über die absonderliche Geschichte der Medizin nie erwartet hätte. Ich glaube zwar nicht, dass ich noch einmal so ein ...

Schon „Abgründe der Medizin“ hat mich so gut unterhalten, wie ich es von einem Buch über die absonderliche Geschichte der Medizin nie erwartet hätte. Ich glaube zwar nicht, dass ich noch einmal so ein gleichermaßen witziges wie informatives Buch zu dem Thema finden werde, aber ähnliche Auswahl gibt es dennoch. Schon lange auf meiner Liste, habe ich in meiner Bücherei nun 𝘿𝙚𝙧 𝙃𝙤𝙧𝙧𝙤𝙧 𝙙𝙚𝙧 𝙛𝙧ü𝙝𝙚𝙣 𝙈𝙚𝙙𝙞𝙯𝙞𝙣 entdeckt.

Das Buch begleitet eine Reihe von Ärzten um die Mitte des 19. Jahrhunderts, aber vor allem den englischen Chirurgen Joseph Lister (leicht zu verwechseln mit Robert Liston, der zu Beginn eine Rolle spielt). Ein beeindruckender Mediziner, der trotz vieler Rückschläge und negativer Kritiken nicht von seiner Keim-Theorie abwich, stets weitergeforscht und damit letztendlich viele Leben gerettet hat.

Der Weg dahin war weit und man mag sich gar nicht vorstellen, wie es in Krankenhäusern um 1860 zugegangen ist. Sehr bildhaft wird hier von schauerlichen Operationen ohne Betäubung berichtet. Vor Publikum! Verheerende hygienische Zustände mit vor Eiter und Blut steifen Operationsschürzen und nicht desinfizierten Operationsbesteck. Der gute alte Krankenhausmief den wir heute kennen, roch damals allerdings weitaus beklemmender, nämlich nach Tod, Schweiß und Fäkalien. Nicht ohne Grund gingen die Menschen damals nur ins Krankenhaus, wenn es unbedingt sein musste. Viel zu groß war die Gefahr, dass man am Ende nicht an der Verletzung, sondern an den Krankenhauskeimen starb.

Aber natürlich wird hier nicht nur von Horrorgeschichten erzählt, sondern wie gesagt auch von der Wissenschaft und den Hürden neue Erkenntnisse auch durchzusetzen. Erinnert wird auch an das skandalöse Ende des Ignaz Semmelweis. Aber Hauptperson bleibt Lister, den wir einiges zu verdanken haben.

Gegen Ende weist das Buch einige Längen auf, aber insgesamt ist es ein sehr interessantes und unterhaltsames Werk über die Geschichte der Medizin im 19. Jahrhundert.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Puritaner - Wecken das Böse in dir

SLEWFOOT - Die Geschichte einer Hexe
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Zeit für Hexen! Ich finde das Frühjahr ist eine tolle Jahreszeit für solche Romane und 𝙎𝙡𝙚𝙬𝙛𝙤𝙤𝙩 ganz besonders mit seinem naturverbunden Setting am Rande eines Waldes.

Hier lebt Abitha mit ihrem Gemahl ...

Zeit für Hexen! Ich finde das Frühjahr ist eine tolle Jahreszeit für solche Romane und 𝙎𝙡𝙚𝙬𝙛𝙤𝙤𝙩 ganz besonders mit seinem naturverbunden Setting am Rande eines Waldes.

Hier lebt Abitha mit ihrem Gemahl Edward. Das junge Paar muss seine kleine Farm bewirtschaften, aber es läuft nicht gut und dann schneit auch noch Edward‘s gieriger Bruder immer wieder rein und vergrößert ihre Sorgen.
Als Edward bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, ist Abitha ganz auf sich allein gestellt und droht alles zu verlieren. Da erscheint ihr ein Wesen, halb Mensch, halb Ziege. Zunächst abgestoßen, verbündet sich Abitha mit der ruhelosen Kreatur, die selbst nach seiner wahren Bestimmung sucht. Zusammen schaffen sie kleine Wunder. Aber das gefällt nicht allen und bald geht in dem kleinen puritanischen Ort das böse Wort Hexe um...

Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Abitha muss sich so vielen Ungerechtigkeiten stellen, man fiebert so sehr mit ihr mit und kann es kaum erwarten, dass sie ihre Gegner in die Schranken weist. Als ihr das schließlich gelingt, zahlt man es ihr doppelt und dreifach heim, was in einem äußerst blutigen Showdown endet.

Ich habe ehrlich gesagt nicht mit so einer brutalen Geschichte gerechnet. Es geht auch schon direkt los mit einem Tieropfer und hier spreche ich eine deutliche Triggerwarnung aus, die das Buch leider nicht hatte. Es passiert nicht nur einmal, dass es mit den Tieren ein böses Ende nimmt und besonders uns Katzenfreunden wird das Schlimmste zugemutet. Also seid gewarnt und überfliegt diese Stellen am besten, so wie ich.

Natürlich muss man mit so etwas rechnen, wenn es um Hexenverfolgung geht. Genau wie mit ebenfalls grafischen Beschreibungen von Folter, sowie Massenhysterie. Das ist alles sehr nervenaufreibend und ich fand es schlimmer als beispielsweise 𝘿𝙞𝙚 𝙃𝙚𝙭𝙚𝙣 𝙫𝙤𝙣 𝘾𝙡𝙚𝙛𝙩𝙬𝙖𝙩𝙚𝙧.
Mich hat all das so aufgebracht und wütend gemacht, dass ich mich langsam frage, ob ich so etwas überhaupt noch lesen kann.

Auch wenn ich mittlerweile wieder ganz gerne Romane mit Fantasy Einflüssen lese, besonders wenn diese ein historischen Thema umfassen, war es mir hier ein bisschen zu fantastisch. Die Geschichte ist sehr folkloristisch und die Wesen des Waldes sehr obskur, fast in die Richtung Feen und Kobolde. Beschrieben konnte ich mir Forrest, Sky und Creek nur schwer vorstellen, aber die Illustrationen haben den Nagel auf den Kopf getroffen.

Leider habe ich total vergessen, dass es hiervon eine Sonderausgabe mit farbigen Illustrationen gab, aber auch in schwarz-weiß sind diese eine tolle Ergänzung nur Geschichte und helfen, sich die sehr fantasievollen Gestalten vorzustellen.

Besonders fand ich aber auch das Spiel mit Gut und Böse, denn Slewfoot wird von vielen als teuflische Gestalt wahrgenommen und der Ziegenmensch wird in unserer Kultur ja auch als Symbol des Satanismus gesehen. Aber so einfach ist es natürlich nicht und es wird hier sehr gut erklärt, warum das Böse passiert, warum es passieren muss. Es ist ein schmaler Grat und am Ende bleibt es dem Leser selbst überlassen, ob man die Figuren immer noch anfeuert.

Mir hat das Buch mir Abzügen sehr gut gefallen, aber es ist schon harter Tobak und nichts für Zartbesaitete.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Guter Roman mit etwas verworrener Mischung

Der Vertraute
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Eigentlich wollte ich mir das Buch kaufen, aber nachdem‘s mich mehrmals in der Bücherei angelacht hat, dachte ich mir: Ach, Geld gespart. Fantasy ist bei mir nämlich immer ein heikles Thema. Manchmal mag ...

Eigentlich wollte ich mir das Buch kaufen, aber nachdem‘s mich mehrmals in der Bücherei angelacht hat, dachte ich mir: Ach, Geld gespart. Fantasy ist bei mir nämlich immer ein heikles Thema. Manchmal mag ich es, dann wieder nicht.
Aber 𝐃𝐞𝐫 𝐕𝐞𝐫𝐭𝐫𝐚𝐮𝐭𝐞 hatte einfach eine so außergewöhnliche Handlung zu bieten, da musste ich es einfach versuchen.

Die Geschichte spielt im Spanien des 17. Jahrhunderts. Wir begleiten das Dienstmädchen Luzia, dass sich trotz ihrer magischen Begabung herumschubsen lassen muss. Als dann ihre Herrin Luzia‘s kleines Geheimnis entdeckt, erhofft sie sich damit den sozialen Aufstieg. Und tatsächlich wird Luzia ausgewählt an einem Wettkampf teilzunehmen, um die Gunst des Königs zu erlangen.
Dabei wird ihr ein Lehrmeister an die Seite gestellt, Santángel, auch „Der Skorpion“ genannt.
Diesen umgibt selbst ein Geheimnis, welches das Schicksal Luzia‘s besiegeln könnte.

Ich fand den Roman wirklich besonders.
Von der Magie und den kleinen Zaubern wird auf eine Weise erzählt, dass man das Ganze für bare Münze hält. Es war toll beschrieben und hat in meinem Kopf sowohl schöne, als auch grausige Bilder erzeugt. Dennoch kam es mir so vor, als konnte man sich hier nicht zwischen Fantasy-, Historien- und Liebesroman entscheiden.

Natürlich kann ein Roman auch alles zusammen sein, aber hier kam es mir immer etwas abgehackt vor. Da ein bisschen Inquisition und Religion, dann wieder Magie und zack weiter zur Romantik.

Die Liebesgeschichte, die aus dem Nichts kam, hätte ich nicht haben müssen, obwohl sie für den Verlauf nicht unwichtig ist und im letzten Drittel sogar einen Großteil der Handlung ausmacht. Für mich hat die Erotik auch gar nicht zum Rest der Geschichte gepasst, vor allem nicht, wenn dann aus heiteren Himmel mit vulgären Begriffen um sich geworfen wurde.

Im Gegensatz dazu gab es dann wieder wunderschön geschriebene Absätze, die fast wie Märchen anmuteten. Schade, dass sich der Roman nicht mehr nach diesem Stil gerichtet hat.

Also ein ziemliches Durcheinander. Aber ich habe es trotzdem gern gelesen, es fehlte nur leider der Feinschliff.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Baby Bridgerton

#London Whisper – Als Zofe ist man selten online
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Schön, wenn man eine Kollegin hat, die auch eine Leseratte ist, dann kann man nämlich immer mal Bücher austauschen. Bücher wie 𝓛𝓸𝓷𝓭𝓸𝓷 𝓦𝓱𝓲𝓼𝓹𝓮𝓻 stehen jetzt zwar nicht weit oben auf meiner TBR Liste, aber ...

Schön, wenn man eine Kollegin hat, die auch eine Leseratte ist, dann kann man nämlich immer mal Bücher austauschen. Bücher wie 𝓛𝓸𝓷𝓭𝓸𝓷 𝓦𝓱𝓲𝓼𝓹𝓮𝓻 stehen jetzt zwar nicht weit oben auf meiner TBR Liste, aber nach den teilweise langatmigen und weniger spaßigen Lektüre, die ich in letzter Zeit so gelesen habe, schien mir dieser fluffige Jugendroman genau richtig.

Die Story ist nicht gerade neu und erinnert sehr an 𝓡𝓾𝓫𝓲𝓷𝓻𝓸𝓽. Hier ist es allerdings die 15-jährige Austauschschülerin Zoe, die über einen magischen Spiegel ungewollt in die Regency Zeit reist und dort als Zofe wieder herauskommt. Das ist zunächst ein großer Spaß für das aufweckte Mädchen und mit ihrer gleichaltrigen Herrin Lucie versteht sie sich auch super. Die ist aber krankhaft schüchtern und da hilft Zoe nur zu gern aus und gründet den Kettenbrief Whsiper Whisper, um Lucie zu mehr Freunden zu verhelfen.
Der Zeitreise Spaß hört aber auf, als sich herausstellt, dass zu langes verweilen in der falschen Epoche seine Folgen hat. Und Zoe ist auch nicht die einzige Zeitreisende.

Eins vorweg: Zoe findet in diesem Buch nicht zurück, denn es handelt sich im eine Romanreihe.
Der große Pluspunkt ist die sehr amüsante Art von Zoe, die einen flotten Spruch nach dem nächsten heraushaut. Mit ihrem freigeistigen Charakter stößt sie aber auffallend selten irgendwo an. Ein paar mehr Konsequenzen für sie hätten es schon sein dürfen.

Bei einem Roman ab 12 Jahre gibt‘s natürlich auch ein Love Interest in Form von Zeitreisenden Nr. 2, Franzose Hayden. In diesem Teil aber nur die charmante Nervensäge für Zoe.
Zeiteisende Nr. 3 ist eine mysteriöse Dame, die schon etwas länger in der Regency Zeit unterwegs ist und bereits glasig wird.
Der knuffige Sidekick kommt in Form von Lucie‘s sprechenden Zwergspitz mit einem herrlich hochnäsigen Jargon.

Und dann sind da noch die Schurken, welche hinter dem magischen Spiegel her sind. Wie der genau funktioniert, müssen unsere Helden dann im nächsten Teil herausfinden.

Für die kleine Verschnaufpause zwischendurch ist dieser Roman einfach perfekt, obwohl er definitiv auf ein jüngeres Publikum abzielt.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Der kleine Parasit

Girl in the Walls
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Obwohl ich regelmäßig die Neuerscheinungen durchstöbere, ist mir dieser Roman entgangen. Da er in der Bücherei aber so prominent platziert war, habe ich ihn doch entdeckt - 𝐓𝐡𝐞 𝐆𝐢𝐫𝐥 𝐢𝐧 𝐭𝐡𝐞 𝐖𝐚𝐥𝐥𝐬.


Vielleicht ...

Obwohl ich regelmäßig die Neuerscheinungen durchstöbere, ist mir dieser Roman entgangen. Da er in der Bücherei aber so prominent platziert war, habe ich ihn doch entdeckt - 𝐓𝐡𝐞 𝐆𝐢𝐫𝐥 𝐢𝐧 𝐭𝐡𝐞 𝐖𝐚𝐥𝐥𝐬.


Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, als vor ein paar Jahren ein Video durch das Internet geisterte, welches zeigte, wie sich ein heimlicher Mitbewohner aus der Deckenvertäfelung schälte und in Abwesenheit des eigentlichen Bewohners seinen täglichen Bedürfnissen nachging.
Ungefähr darum geht es auch in diesem Buch.


Als die 11-jährige Elise bei einem Unfall ihre Eltern verliert, flüchtet sie in ihr ehemaliges Zuhause. Obwohl dort bereits eine andere Familie lebt, nistet sich das Mädchen in die Zwischenwände ein, schafft sich Verstecke und richtet sich nach einem strengen Zeitplan, um nicht entdeckt zu werden. Lange geht das gut, aber dann fallen den beiden Brüdern der neuen Familie doch Veränderungen auf. Sie beginnen nachzuforschen und Elise‘s Zuflucht gerät zunehmend in Gefahr.


Eigentlich hatte ich eine genaue Vorstellung davon, wo die Geschichte hin will, aber dann kam es doch ganz anders.
Elise sieht sich mit Eindringlingen konfrontiert, ironischerweise, wo sie doch selbst einer ist. Mit guten und bösen Eindringlingen und besonders Letzterer sorgt für die beängstigten Szenen im Buch.
Das Ende kam auch ganz anders als ich es mir gedacht hatte, aber es ist ein gutes Ende.


Mehr ein Buch für die Sommerzeit, denn es spielt in den amerikanischen Südstaaten, inkl. Hurrikan. Da hat mir jetzt im Winter ein wenig das Feeling für gefehlt.


Der Roman hatte ein paar Längen und war für mich weniger herausragend, als ich es erwartet hatte.
Außerdem war Elise‘s Gefühlsleben für mich nicht immer nachvollziehbar, da hat mir die Tiefe gefehlt.
Dennoch ein gutes Buch und mir 4 Sterne wert.

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