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Veröffentlicht am 20.01.2025

Mord verjährt nicht

Dunkle Asche
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Jona Thomsens Krimi „Dunkle Asche“ führt uns an die Ostsee. Im Sommer 1992 wurde die 18-jährige Sanna Hansen in einem Ferienhaus erstochen und das Haus anschließend in Brand gesetzt, um Spuren zu vernichten. ...

Jona Thomsens Krimi „Dunkle Asche“ führt uns an die Ostsee. Im Sommer 1992 wurde die 18-jährige Sanna Hansen in einem Ferienhaus erstochen und das Haus anschließend in Brand gesetzt, um Spuren zu vernichten.
30 Jahre später wirft eine Zeugenaussage ein neues Licht auf den ungelösten Fall. Gudrun Möller und Judith Engster von der Cold Case Unit in Kiel rollen den Fall neu auf…
Brisant an der Geschichte ist, dass Gudrun zum damaligen Zeitpunkt alle involvierten Personen kannte und in der Mordnacht zusammen mit den anderen in der Disco war.
Der Prolog schildert die Ereignisse 1992, Sanna wird von ihrem Mörder überrascht. Zwei Menschen beobachten den nachfolgenden Brand vom Nachbarhaus aus, wer sind die beiden, wieso greifen sie nicht ein und verständigen die Feuerwehr?
Danach begegnen wir Gudrun und Judith. Die beiden arbeiten als Team neu zusammen und müssen sich erst mal kennenlernen. Dies ist ihr erster gemeinsamer Fall.
Die Ermittlungen laufen an, der Zeuge behauptet, seine eigene Tochter in der Mordnacht mit einem Benzinkanister gesehen zu haben. Doch ist die Auflösung wirklich so einfach? Verschiedene Personen kommen als Täter in Frage, doch der Mörder scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus.
Ich fand den Schreibstil flüssig, die Protagonisten sind gut beschrieben, wobei der Fokus auf Gudrun Möller liegt. Der Plot ist dicht und sorgt immer wieder für Wendungen, so dass bis zum Ende unklar bleibt, wer den Mord begangen hat.

Fazit: Spannender Ostsee-Krimi. Nicht nur für Fans von Karen Sander.

Veröffentlicht am 12.01.2025

Horrortrip in die Vergangenheit

Die Villa
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„Die Villa“ von Jess Ryder hat mich sofort an „One of the Girls“ von Lucy Clarke erinnert. Der Klappentext lies auf einen packenden Psychothriller hoffen. Doch „Die Villa“ ist kein Thriller, sondern ein ...


„Die Villa“ von Jess Ryder hat mich sofort an „One of the Girls“ von Lucy Clarke erinnert. Der Klappentext lies auf einen packenden Psychothriller hoffen. Doch „Die Villa“ ist kein Thriller, sondern ein Spannungsroman. Worum geht es?
Vor drei Jahren starb Aoife bei ihrem eigenen Junggesellinnenabschied. Sie wollte noch einmal Party machen, es so richtig krachen lassen. Der Alkohol floss in Strömen und so waren Konflikte vorprogrammiert. Nun kehren ihre Freundinnen in die abgelegene Villa am Rande von Marbella zurück um Aiofe zu gedenken. Eine verfolgt dabei ihre eigenen Ziele…
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Dani, Tiff, Beth und Celine - und auf zwei Zeitebenen, damals und heute. Alle haben ihre Geheimnisse und eins davon ist tödlich. Was war damals wirklich geschehen?
„Die Villa“ ist spannend, aber ein bisschen weit hergeholt. Es geht um Erinnerung und um Verstehen. Schuld und Vergebung. Nach etwa der Hälfte gibt es ein paar Wendungen, die mich allerdings nicht wirklich überraschen konnten, weil ich sie kommen sah.

Fazit: Nette Lektüre für zwischendurch. Gern gelesen.

Veröffentlicht am 11.01.2025

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Verlassen
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Die Vorgänger hatten mich begeistert. Und auch VERLASSEN von Eva Björg Ægisdóttir, der vierte Band der Reihe „Mörderisches Island“, habe ich gern gelesen. Worum geht es?
Die reiche isländische Familie ...


Die Vorgänger hatten mich begeistert. Und auch VERLASSEN von Eva Björg Ægisdóttir, der vierte Band der Reihe „Mörderisches Island“, habe ich gern gelesen. Worum geht es?
Die reiche isländische Familie Snæberg trifft sich in einem abgelegenen Hotel in den Lavafeldern zu einem Familienfest. Ein Schneesturm bahnt sich an. Die Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Plötzlich verschwindet einer der Gäste.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Petra und ihre Tochter Lea, sowie Petras gleichaltriger Cousin Viktor und ihre Cousine Steffý, deren Mutter Oddný und ihr Lebensgefährte Tryggvi. Und dann ist da noch die Hotelangestellte Irma. Fast jeder hat ein Geheimnis, etwas zu verbergen. Es geht um Alkohol, viel Alkohol und Drogen, falsche Follower, Stalking - und möglichweise Mord.
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Die Autorin setzt in ihrer Geschichte eher auf die leisen Töne. VERLASSEN ist ein typischer skandinavischer Krimi, bei dem es auch, aber eben nicht nur, um den Krimiplot geht.
Hörður von der Kriminalpolizei in Akranes und sein Kollege Saevar ermitteln in einem Todesfall. Doch um wen es sich handelt, erfahren wir erst ganz zum Schluss. (Noch) nicht dabei, Elma, die Hauptfigur der Reihe. Was die Vermutung nahelegt, dass dieser Band ein Prequel ist.

Fazit: Ruhiger, nichtsdestotrotz spannender Island-Krimi.

Veröffentlicht am 07.01.2025

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Der fünfte Grenzfall „Ihre Spur in den Flammen“ von Anna Schneider startet mit einem geheimnisvollen Prolog: Wer ist der Fahrer des verunfallten Wagens? Und wer ist die Beifahrerin? Hat sie womöglich ...


Der fünfte Grenzfall „Ihre Spur in den Flammen“ von Anna Schneider startet mit einem geheimnisvollen Prolog: Wer ist der Fahrer des verunfallten Wagens? Und wer ist die Beifahrerin? Hat sie womöglich dem Fahrer ins Lenkrad gegriffen? Was hat sie in den Wagen zurückgeworfen? Und wohin ist sie verschwunden? Fragen über Fragen.
Bevor Oberkommissarin Alexa Jahn von der Kripo Weilheim die genauen Umstände klären kann, kommt es zu weiteren tödlichen Brandanschlägen, auch auf österreichischer Seite. Gemeinsam mit ihrem Vater, Chefinspektor Bernhard Krammer, versucht Alexa sich einen Reim auf die Taten zu machen. Wer legt diese Feuer? Und warum?
„Grenzfall 5“ ist spannend und unterhaltsam, lässt sich auch flott und flüssig lesen. Ein Buch, das Immobilienspekulanten und Betongold thematisiert. Immer wieder sind in Kursivschrift Rückblicke aus Sicht eines unbekannten Ich-Erzählers eingestreut, mit der Überschrift „Zuvor“. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Über das Wiedersehen mit Alexa, ihrem Kollegen Florian Huber sowie Krammer und seiner Kollegin Roza Szabo habe ich mich gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen.
Am Ende ist alles stimmig aufgelöst. Und so freue ich mich schon auf den sechsten Band, Ihr Grab in den Fluten, der im Frühjahr 2026 erscheinen soll.

Fazit: Fall Nr. 5 für Alexa und Krammer. Nicht ganz so spannend wie die Vorgänger.

Veröffentlicht am 29.12.2024

Ein Paradies, das zum Albtraum wird

One Perfect Couple
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Winterzeit ist Ruth Ware-Zeit. Und so war ich schon gespannt auf ihren neuen Thriller, „One Perfect Couple“. Ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt. Worum geht es?
Die Wissenschaftlerin Lyla steckt ...


Winterzeit ist Ruth Ware-Zeit. Und so war ich schon gespannt auf ihren neuen Thriller, „One Perfect Couple“. Ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt. Worum geht es?
Die Wissenschaftlerin Lyla steckt in einer Krise, beruflich wie privat. Als ihr Freund Nico, ein ehrgeiziger Schauspieler, das Angebot bekommt, bei einer Realityshow dabei zu sein, lässt sie sich widerwillig überreden.
Eine einsame Insel im Indischen Ozean. Dort sollen Lyla und Nico gegen vier andere Paare antreten. Doch als ein Sturm die Gruppe von jeglicher Zivilisation und allen Kommunikationsmöglichkeiten abschneidet, gibt die ersten Toten…
Gruppendynamik pur und ein Psychopath ist mitten unter ihnen. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Wer wird überleben und um welchen Preis?
„One Perfect Couple“ ist gut geschrieben, hat viel Spannung und überraschende Wendungen. Ist jedoch nicht ganz so psychologisch raffiniert gestrickt wie andere Thriller der Autorin. Aufgelockert wird das ganze durch Notrufe und Tagebucheinträge.

Fazit: Fesselnder Locked-Room-Thriller mit viel Frauenpower!