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Veröffentlicht am 03.01.2025

ein sehr schönes Leseerlebnis

Wohnverwandtschaften
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Was für ein schönes Leseerlebnis war das neue Buch von Isabel Bogdan.Ein Buch über eine Wohngemeinschaft,in die ich sofort eingezogen wäre.

Jörg,Murat und Anke teilen sich in Hamburg eine Wohnung.Da Jörg ...

Was für ein schönes Leseerlebnis war das neue Buch von Isabel Bogdan.Ein Buch über eine Wohngemeinschaft,in die ich sofort eingezogen wäre.

Jörg,Murat und Anke teilen sich in Hamburg eine Wohnung.Da Jörg eine Reise nach Georgien plant und dafür Geld braucht,vermietet er noch ein weiteres Zimmer an Constanze,die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat.Sie fügt sich gut in diese Gemeinschaft ein,in der Murat der Genießer ist.Er baut in seinem Schrebergarten Gemüse an,dass er dann mit viel Freude in der Gemeinschaftsküche verarbeitet und seine Mitbewohner verwöhnt.
Anke ist Schauspielerin,schon lange ohne Engagement,sie wird auf Castings immer wieder zurückgewiesen,im Gegensatz zu ihrem Freund,der sehr erfolgreich ist,sich aber immer mehr von ihr distanziert.Contanze ist Zahnärztin und die WG ist eine Übergangslösung für sie und dann ist da noch Jörg,Ende sechzig und nach einer Op zeigt sich seine Demenz immer mehr.Er vergisst wo sein Auto steht,findet nicht mehr nach Hause und seine Mitbewohner wollen es zu Anfang nicht sehen.Doch nach und nach kann man sich der Realität nicht mehr entziehen und die drei Mitbewohner müssen Konsequenzen ziehen.

Was für ein warmherziges Buch,durch das ich nur so geflogen bin.Jeder einzelne Bewohner dieser WG ist mir im Laufe des Lesens ans Herz gewachsen und ich habe oft gedacht,in dieser WG würdest du auch gerne wohnen.
Die Sorgen und Nöte des Einzelnen werden beschrieben,genauso ,wie der Zusammenhalt der vier,der durch Jörgs Erkrankung immer stärker wird.Es war schön zu erleben,wie selbstverständlich es für alle drei war,sich um Jörg zu kümmern und zu sorgen.Man hatte schnell das Gefühlt,dass hier eine „Familie“ zusammenwuchs,die mehr war,als die genetische Familie,die eigentlich nur Zaungäste waren.
Sehr liebevoll werden die Figuren,aber auch das Miteinander beschrieben und auch das Fortschreiten von Jörgs Erkrankung und dessen Konsequenzen.

Ein Buch das man unbedingt lesen sollte!

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Veröffentlicht am 30.12.2024

überaschend

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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„Zwei vernünftige Erwachsene, die sich schon mal nackt gesehen haben“von Annika Decker war für mich ein nachdenklicher, aber auch vergnüglicher Überraschungsroman.

Nina, fast fünfzigstel seit 5 Jahren ...

„Zwei vernünftige Erwachsene, die sich schon mal nackt gesehen haben“von Annika Decker war für mich ein nachdenklicher, aber auch vergnüglicher Überraschungsroman.

Nina, fast fünfzigstel seit 5 Jahren Single. Ihr Mann hat sie wegen einer zwanzig Jahre jüngeren Frau verlassen, mit der er noch mal Zwillinge bekommen hat. Durch einen Ehevertrag, die Nina mit ihrem Mann geschlossen hat, steht sie fast mittellos da.Erwartungen an ihr Liebesleben hat sie fast aufgegeben und dann passiert das Unvorstellbare. Auf der Geburtstagsparty der Zwillinge ihres Ex lernt sie David kennen und verliebt sich in ihn. David ist fast 50 Jahre jünger, kann das gut gehen und wie reagiert die Umwelt.
Und dann ist da noch Ninas Schwester Lena, grundverschieden zu Nina. Angepasstere sie ist, strebt sie das Leben der „Grunewald Mamis „an und tut alles, um mit ihnen mit zu halten.
Beide Perspektiven waren interessant , auch die Rückblicke ins Familienleben der beiden Schwestern.

Annika Decker kann Schreiben. Man fliegt nur so durch die Seiten. Der Schreibstil ist locker, flockig und sehr flüssig, der Wortwitz sehr treffend.

Themen wie Me to und dementsprechend Feminismus und eine große PortionnGesellschaftskritik finden auch ihren Platz in diesem Buch, was das Buch nicht flach erscheinen lässt, sondern auch zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

es geht weiter

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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„Wintersonnenwende“ ist der zweite Teileiner Krimireihe um den Polizisten und Ex-Jugoslawiensoldat Thomas Wolf und die Journalistin Vera Berg.
In der Silvesternacht 1994 wird in Stockholm ein betagter ...

„Wintersonnenwende“ ist der zweite Teileiner Krimireihe um den Polizisten und Ex-Jugoslawiensoldat Thomas Wolf und die Journalistin Vera Berg.
In der Silvesternacht 1994 wird in Stockholm ein betagter Freier erschossen und die Prostituierte flieht nackt vom Tatort..Kurz darauf wird ein Pornoproduzent brutal zugerichtet aufgefunden. Er zeigt Spuren von Folterung.
Hängen die beiden Fälle zusammen?

Ich muss sagen,dass ich mich etwas schwer getan haben in das Buch hineinzufinden, da es sehr viel Bezug auf den Vorgängerband nimmt, den ich nicht gelesen habe.Dies wäre aber schon von Vorteil, um einige Zusammenhänge, vor allem was Vera und Thomas angeht, verstehen zu können.

Der Fall als solches ist sehr spannend und Vera Berg und Thomas Wolf sind sehr interessante Figuren, die beide ihr Päckchen zu tragen haben.

Interessant ist die Zeit , in der der Krimi spielt, da er 30 Jahre zurückliegt und die Ermittlungsarbeit schon eine andere war als heute.
Alles in allem ein gelungener Krimi.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

ein wunderschönes Buch

Über allen Bergen
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„Über allen Bergen“von Valentine Goby erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Vadim.
Als die Gefahrfür Juden in Sparks des Jahres 1942 immer größer wird, schickt seine Mutter ihn in ein französisches ...

„Über allen Bergen“von Valentine Goby erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Vadim.
Als die Gefahrfür Juden in Sparks des Jahres 1942 immer größer wird, schickt seine Mutter ihn in ein französisches Bergdorf, um ihn zu schützen. Auch seinem Asthma soll der Aufenthalt guttun.
Aus dem russisch-jüdischen Vadim Pavlevitch wird Vincent Dorselles. Schon bald lebt er sich in das Leben in den Bergen ein,fühlt sich wohl in der warmherzigen Familie, die ihn aufgenommen hat und erlebt die Jahreszeiten in den Bergen, die aus einem arbeitsamen und entbehrungsreichen Leben besteht.
Doch auch diese Idylle ist bedroht. 1943 rückt auch der Krieg in den Bergen näher und die Gefahr für Vadim und seine Gastfamilie wird immer größer.

„Über allen Bergen“ist ein leises Buch, was mit wundervollen Naturbeschreibungen punktet.Der Schreibstil ist sehr prägnant, sodass ich mir das harte Leben in den Bergen sehr gut vorstellen konnte.Es war sehr spannend,die Entwicklung von Vadim mitzuerleben.

Ein sehr schönes Buch, das ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 18.12.2024

was für eine Geschichte

Die Schwarzgeherin
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" Die Schwarzgeherin " von Regina Denk war für mich in diesem Jahr eine der intensivsten Erzählungen., die ich gelesen habe und daas heisst was, denn ich lese viel.

Tirol im 19. Jahrhundert.
Erzählt ...

" Die Schwarzgeherin " von Regina Denk war für mich in diesem Jahr eine der intensivsten Erzählungen., die ich gelesen habe und daas heisst was, denn ich lese viel.

Tirol im 19. Jahrhundert.
Erzählt wird die Geschiche von Theres und zwar auf verschiedenen Zeitebenen, immer abwechselnd zwischen Erwachsenenleben und Kindheit.
Theres verliert früh ihre Mutter und ihre Brüder. Die meisten erreichen noch nicht einmal das Kleinkindalter, bis auf einen Bruder, der aber auch verstirbt. Das Leben in dem kleinen Ort ist entbehreungsreich und hart, die Dorfgemeinschaft unerbittlich. Wer sich ihren Regeln nicht anpasst, wird ausgeschlossen, so auch Theres. Sie entwickelt sich zu einem Freigeist, sieht ihre Erfüllung nicht in der Ehe mit ihrem Kindheitsfreund Leopold, dem sie schon seit ihrer Kindheit versprochen ist. Sie will frei sein und weiß schon früh, dass dies in einer Ehe nicht machbar ist. Doch ihre Verlobung wird vom Vater öffentlich gemacht. Doch dann kommt Xaver ins Dorf.
Die neuzehnjährige Theres wird schwanger, Xaver als Dieb gestellt und Theres zieht sich allein in eine Jagdhütte in den Bergen zurück und ist fortan eine Ausgestoßene, eine " Hex" die gerufen wird, wenn Geburt und Tod an die Tür klopfen. Zusammen mit ihrer Tochter Maria lebt sie in der Hütte und meidet , wenn möglich, den Kontakt zu den Dorfbewohnern.

Das Buch kommt mit einer Wucht daher, die ich zu Anfang des Lesens nicht erwartet hätte. Sehr düster und atmosphärisch erzählt die Geschichte von dem harten Leben der Dorfbewohnern, die kein Mitleid kennen, dafür aber Zusammenhalt, vor allem , wenn es darum geht, jemanden auszugrenzen, der " schwarzgeht" sich nicht an die Gesetze des Ortes hält.
Wer dieses Buch liest, sollte sich bewusst sein, dass es kein "fröhliches Buch" ist, sondern eine durchgehend fordernde, Geschichte, die eine nicht beschönigend dargestellte Welt beschreibt und sehr archaisch daherkommt und einem oftmals einen Schauer über den Rücken treibt.
Die Beschreibung von Theres fand ich sehr gelungen, auch wenn sie sicherlich zu der Zeit eine große Ausnahme war mit ihrer Weltanschauung.
Die Sprache ist der Zeit und Gegend angepasst und lässt die Authenzität des Romans dadurch noch mehr hervorstechen.

Auch wenn der Roman von der Stimmung her manches Mal gefordert hat, muss ich sagen, dass ich dieses Buch einfach fantastisch fand, da ich ähnliches noch nicht gelesen habe. Es wird mir sicherlich in Erinnerung bleiben, was für seine Qualität spricht.

Eine dicke Leseempfehlung für dieses Buch !!!!!

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