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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2026

Für mich der schwächste Band der Reihe

Das Antiquariat am alten Friedhof
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"Das Antiquariat am alten Friedhof" ist der vierte Band der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" von Kai Meyer und für mich der schwächste Teil.

Band 4 hat, wie seine Vorgänger, ein schönes ...

"Das Antiquariat am alten Friedhof" ist der vierte Band der Reihe "Die Geheimnisse des Graphischen Viertels" von Kai Meyer und für mich der schwächste Teil.

Band 4 hat, wie seine Vorgänger, ein schönes Cover, das einen direkten Wiedererkennungswert bietet. Der Roman ist wie seine Vorgänger mit zwei Zeitebenen angelegt und weist mystische Anleihen auf. Er lässt sich flüssig lesen, die Sprünge zwischen den beiden Zeitebenen sind gelungen und ich konnte der Handlung gut folgen. Die angenehme Länge der einzelnen Kapitel half außerdem dabei.

Die Hauptfiguren des Romans blieben für mich leider etwas blass. Ich konnte manche Entscheidungen und Handlungen nur bedingt nachvollziehen. Zudem wurden einige Schicksale nur am Rand, teilweise in Erzählungen Dritter, angerissen. So fiel es mir schwer, eine richtige Verbindung zu den handelnden Personen aufzubauen.

Weiterhin war für mich der Spannungsbogen in diesem Roman, ungewohnt bei Kai Meyer, relativ flach und ein paar Seiten bzw. Kapitel weniger hätten dem Buch meiner Meinung nach keinen Abbruch getan.

Insgesamt ein für mich durchschnittlicher historischer Roman, der eher etwas für eingefleischte Fans des Autors sein dürfte als für Menschen, die den Autor für sich entdecken möchten. Letzteren empfehle ich die ersten Bände der Reihe.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Toller Ansatz, der mich nicht überzeugen konnte

Das Buch der verlorenen Stunden
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"Das Buch der verlorenen Stunden" ist der Debütroman von Hayley Gelfuso. Die Autorin versucht, in dem Roman die Themen Zeit, Raum, menschliche Verbindungen sowie die Bedeutung von Erinnerung und zeitgeschichtlichen ...

"Das Buch der verlorenen Stunden" ist der Debütroman von Hayley Gelfuso. Die Autorin versucht, in dem Roman die Themen Zeit, Raum, menschliche Verbindungen sowie die Bedeutung von Erinnerung und zeitgeschichtlichen Ereignissen miteinander zu verweben. Ich schreibe bewusst "versucht", weil mich das Buch nicht so ganz überzeugen konnte.

Der Ansatz der Geschichte ist gut und macht neugierig auf die weitere Handlung. Der Roman lässt sich zudem flüssig lesen, was das Vorankommen im Geschehen leicht ermöglicht. Die beiden Hauptfiguren, Lisavet und Amelia, sind interessante Figuren, bei denen mir persönlich aber etwas die Tiefe gefehlt hat. Dementsprechend konnte ich mich nicht besonders gut in die beiden jungen Frauen hineinversetzen.

Die gewählten Zeitebenen im Roman (neben dem zeitlosen Raum) sind mit 1938 und 1965 gut gewählt. Daraus lässt sich zeitgeschichtlich Vieles in die Geschichte mit einbauen. Mir waren die Bezüge auf die Zeitgeschichte irgendwann jedoch ein wenig zu viel. Ich hatte eher auf eine Fantasiewelt abseits der Realität gehofft (als Zuflucht vor allem Negativen) und bin dann doch eher mit einer moralischen Geschichte in den Händen dagesessen. Folglich hat das Buch leider nicht meine Erwartungen erfüllen können. Wer gerne einen Fantasyroman mit starken Bezügen zur Realität lesen möchte, dürfte bei Hayley Gelfuso gut aufgehoben sein. Mich konnte sie leider nicht als Fan gewinnen.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Frauenschicksale im Laufe der Zeit

Das Flüstern der Marsch
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"Das Flüstern der Marsch" von Katja Keweritsch hat ein schönes Cover, das neben der Leseprobe bei mir große Erwartungen weckte. Nachdem ich den gesamten Roman gelesen habe, bin ich leider nicht mehr ganz ...

"Das Flüstern der Marsch" von Katja Keweritsch hat ein schönes Cover, das neben der Leseprobe bei mir große Erwartungen weckte. Nachdem ich den gesamten Roman gelesen habe, bin ich leider nicht mehr ganz so begeistert wie zu Beginn.

Aber immer der Reihe nach. Der Roman hat mehrere Erzählstränge, die erst am Ende ein stimmiges Bild ergeben. An sich mag ich solche Konstellationen, weil sie meine Neugier wecken und ich auf die Auflösung am Ende gespannt bin. Hier haben die einzelnen Protagonistinnen der Erzählstränge leider nicht dazu beigetragen, dass ich unbedingt weiterlesen wollte.
Mir fiel es beim Lesen schwer, mich in die Frauen hineinzufühlen, sodass stets eine gewisse Distanz zwischen mir und ihnen blieb. Alle Figuren blieben für mich, trotz teilweise harter Schicksale, blass. Das ist vor allem deshalb schade, da ernste Themen behandelt werden, die die Rolle der Frau unter anderem sowohl in den 1960er Jahren als auch heute betreffen. Ein ambitioniertes und lobenswertes Unterfangen, das sich bei mir leider nicht verfing.

Insgesamt ein für mich durchschnittlicher Roman, der meiner Meinung nach mehr Potenzial gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Mischung aus Thriller und Sozialstudie

Die Kurve
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"Die Kurve" von Dirk Schmidt hatte mich wegen des schön gestalteten Covers (das aufgrund des erhabenen Titels auch schön in der Hand liegt) und des Klappentexts sehr angezogen. Die Leseprobe weckte großes ...

"Die Kurve" von Dirk Schmidt hatte mich wegen des schön gestalteten Covers (das aufgrund des erhabenen Titels auch schön in der Hand liegt) und des Klappentexts sehr angezogen. Die Leseprobe weckte großes Interesse am Fortgang der Geschichte bei mir. Meine Erwartungen wurden leider nicht bzw. nur teilweise erfüllt.

Der Thriller lässt sich aufgrund der guten Erzählweise des Autors und der vergleichsweise kurzen Kapitel flüssig lesen. Auch die Sprünge zwischen den einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten von Kapitel zu Kapitel stellten beim Lesen kein Problem für mich dar. Inhaltlich konnte mich das Buch aber nicht überzeugen. Es kommen einerseits Elemente eines Thrillers vor; etwa, wenn für mich brutal geschilderte Sequenzen eingestreut werden. Andererseits folgen Abschnitte, die für mich eher einer Sozial- oder Milieustudie entsprungen sein könnten. So wurde ich insgesamt mit dem Buch nicht warm und konnte zu keiner Person, die darin vorkam, einen wirklichen Bezug herstellen. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass ich mit falschen Erwartungen an die Lektüre (auch nach der Leseprobe) heranging.

Insgesamt ein für mich nicht wirklich überzeugender Thriller. Wer einen Thriller mit Sozialbezug mag, wird "Die Kurve" aber vermutlich ganz gut finden.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Bisweilen unterhaltsam, aber wenig spannend

Gefährliche Betrachtungen
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"Gefährliche Betrachtungen. Der Fall Thomas Mann" von Tilo Eckardt wird in das Genre Krimi eingeordnet, ist für meinen Geschmack aber eher ein Unterhaltungsroman.

Das Buch spielt im Jahr 1930 an einem ...

"Gefährliche Betrachtungen. Der Fall Thomas Mann" von Tilo Eckardt wird in das Genre Krimi eingeordnet, ist für meinen Geschmack aber eher ein Unterhaltungsroman.

Das Buch spielt im Jahr 1930 an einem realen Ort – Nidden in Ostpreußen – seine Handlung ist jedoch fiktiv. Thomas Mann basiert selbstverständlich auf dem Schriftsteller und ist einer der Protagonisten des Romans. Die zweite Hauptfigur, der litauische Übersetzer Žydrūnas Miuleris, hat kein reales Vorbild. Als eine Rede, mit der Thomas Mann die Deutschen vor den Nationalsozialisten warnen wollte, in falsche Hände gerät, beginnen die beiden Figuren mit ihren Nachforschungen. Ermittlungen finde ich in diesem Fall etwas übertrieben. Die Handlung plätschert für meinen Geschmack etwas dahin, auch wenn durchaus die ein oder andere Anekdote mich zum Schmunzeln brachte. Der Schluss der Geschichte belohnte mich aber für die Geduld bei den vorherigen Längen.

Insgesamt ein für meinen Geschmack unterhaltsamer Roman mit einigen Längen und ein paar Einsprengseln aus dem Krimigenre.

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