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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2024

Sehr, sehr gut!

Die Tochter der Drachenkrone
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Dieser Roman ist mit seinen über 600 Seiten einfach ein Genuss. Bei Beginn meiner Leserei rechnete ich mit einer viel längeren Zeit, um den Stoff sozusagen zu schaffen.
Doch gleich zu Beginn war mir klar, ...

Dieser Roman ist mit seinen über 600 Seiten einfach ein Genuss. Bei Beginn meiner Leserei rechnete ich mit einer viel längeren Zeit, um den Stoff sozusagen zu schaffen.
Doch gleich zu Beginn war mir klar, die Leseprobe hat nicht zu viel versprochen. Gwenllians Geschichte ist hervorragend geschildert. Das Leben der hochgeborenen Tochter ist keinesfalls einfach. Das Mädchen ist zwar privilegiert geboren, also eine Prinzessin. Das ist aber auch alles. Frauen und Mädchen des Adels scheinen in dieser Zeit nur dazu geboren, um verheiratet zu werden. Sie dienen als Pfand bei Verfeindungen zwischen Grafen u.ä., als Geisel oder einfach nur als eine Frau, die möglichst viele Kinder zu gebären hat. Liebe – was ist das? Die Meinung der Frau spielt überhaupt keine Rolle. Um so interessanter ist die Person Gwenllian. Sie ist stolz, dickköpfig, klug und absolut ihrem Land ergeben. Gwenllian erlebt viele Höhen und Tiefen, übersteht gefährliche Situationen und fällt irgendwie immer wieder auf die Füße. Wie durch ein Wunder begegnet ihr ein einflussreicher Ritter, der auch noch um ihre Hand anhält. Vorrangig jedoch um wieder ein Bündnis unter Familien zu festigen. Wie sich diese Verbindung entwickelt, ist faszinierend. Gwenllians Stolz steht ihr bei ihren Gefühlen jedoch immer wieder im Weg. Ihre Geschichte bis Ende des Romans ist einfach faszinierend. Ich bin begeistert! Geschickt hat die Autorin die komplizierten Beziehung zwischen den Herrscherhäusern eingeflochten. Für mich ist jedoch immer noch ein Rätsel, wie in diesem Durcheinander, der ständigen Bedrohung durch Kriege und Scharmützel, Menschen überhaupt ein Leben führen können. Dieses Verstehen muss sich aber jeder Leser erarbeiten. Meine ganz kurze Einschätzung und Bewertung: Tolle, durchdachte und beste geschichtlich untermauerte Arbeit. Gut erarbeitete Charaktere. Bestes Leseerlebnis!

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2024

Ein ganz neues Leben

Töchter des Südsterns - Die Freiheit am Horizont
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Der Roman hält, was er verspricht. Die Ursachen, warum die Protagonisten nach Australien auswandern, sind so unterschiedlich wie die Personen. Die Autorin hat die Charaktere ausgesprochen gut skizziert. ...

Der Roman hält, was er verspricht. Die Ursachen, warum die Protagonisten nach Australien auswandern, sind so unterschiedlich wie die Personen. Die Autorin hat die Charaktere ausgesprochen gut skizziert. Mit dem adligen ungeliebten Sohn und seiner Ehefrau, über einen erfolglosen Familienvater mit Frau und Tochter, der sein Vermögen sinnlos verschleudert, bis hin zum einfachen Bauernsohn und dem jungen Dienstmädchen sind die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten vertreten. Die Beschreibung der Überfahrt nach Australien (die ja wirklich lang und sicher langweilig ist) ist etwas zäh. Obwohl das Bemühen vorhanden ist durch die Beschreibung der Lebensverhältnisse auf dem Schiff, den Zeitablauf und die Entwicklung der Protagonisten darzustellen. Hoffnungen und Wünsche der Neusiedler sind sehr unterschiedlich. Ebenso wie die Bereitschaft das eigene Können bzw. Wollen anzupassen. Die Ankunft und größtenteils Enttäuschung der Siedler sind vorstellbar. Auch kann ich nachvollziehen, dass in der Einsamkeit der Wildnis Frauen und Männer Dünkel größtenteils ablegen um zu überleben, finde ich gut herausgearbeitet. Schockiert war ich vom abrupten Ende des Romans. Ich hatte mich gerade mit den Protagonisten angefreundet. Frau Jacobs wird doch sicher eine Fortsetzung ins Auge fassen! Meinen Gesamteindruck möchte ich mit drei Worten als - Gefällt mir sehr gut! – zusammenfassen.

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Veröffentlicht am 21.08.2024

feines Büchlein

Die Gräfin
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„Die Gräfin“ ist einfach ein feines Büchlein. Im Schatten der Naziherrschaft leben auf einem kleinen Inselchen in der Nordsee drei Menschen. Die Tage sind mit viel Arbeit ausgefüllt. Trotzdem lieben sie ...

„Die Gräfin“ ist einfach ein feines Büchlein. Im Schatten der Naziherrschaft leben auf einem kleinen Inselchen in der Nordsee drei Menschen. Die Tage sind mit viel Arbeit ausgefüllt. Trotzdem lieben sie ihre kleine Heimat. Die schon betagte Gräfin arbeitet mit. Sie ist noch immer eine starke Frau. Diana Henriette Adelaide Charlotte Gräfin von Reventlow-Criminil ist standesbedingt vornehm und trotzdem eine Frau, auf die Verlass ist. Als sie den englischen Piloten findet, der in der Marsch abgestürzt ist, beginnt der Leser zu begreifen, das sie schon mehreren Menschen geholfen hat, die dem Naziregime entfliehen mussten. Sie und ihre beiden Mitbewohner pflegen den jungen Mann. Langsam, ganz langsam baut sich ein gewisses Vertrauen auf. Und nun, ist der Roman beendet! Frau Nelles hat ein ausnehmend gutes Gespür für die Mentalität der Küstenbewohner und die Natur dieser Gegend. Ganz fein hat sie ebenfalls beschrieben, wie Menschen, die eigentlich Feinde sein sollten, ganz langsam und feinfühlig Vertrauen aufbauen. Wie alle die Sehnsucht nach Frieden vereint und wohl auch zueinander bringt. Mir hat der Roman ausnehmend gut gefallen. Das Cover ist auf den ersten Blick eher unscheinbar. Erst nach dem Lesen wird die Verbindung zur Handlung absolut erkennbar.

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Veröffentlicht am 31.07.2024

super

Yrsa. Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1)
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Dieser Roman ist für mich als Liebhaber historischer Literatur eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Viel hat man schon von den Wikingern gehört, gelesen und auch in Schulzeiten gelernt. ...

Dieser Roman ist für mich als Liebhaber historischer Literatur eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Viel hat man schon von den Wikingern gehört, gelesen und auch in Schulzeiten gelernt. Diese Völkergruppe wurde stets als skrupellose Plünderer, unerschrockene Seefahrer und eben als Wilde dargestellt. Manche dieser Behauptungen sind auch über den Roman hinweg glaubhaft unterlegt. Jedoch viele neue Aspekte verändern die Sichtweise auf die Menschen in dieser Gesellschaft. Die große Rolle der Frauen, nicht nur als Seherinnen bzw. Heilerinnen und Mitgestalterinnen der heimatlichen Höfe, wird untermauert. Wer von uns denkt schon, dass in dieser Zeit Frauen auch als Kämpferinnen anerkannt waren. Auch wusste ich nicht, dass eine Frau die Möglichkeit hatte, sich scheiden zu lassen. Toll, was damals schon möglich war. Natürlich ist unsere Protagonistin Yrsa eine Rebellin, eine verantwortungsbewusste Schwester und einfallsreiche junge Frau. Was sie erlebt, wie sie sich mit Glück und Geschick aus manch hoffnungsloser Situation herauswindet, ist faszinierend. Gott sein Dank findet sie trotz aller Widrigkeiten am Ende ihren kleinen Bruder und auch ich persönliches Glück. Der Stil von Frau Bröhm hat mir sehr gut gefallen. Das Cover des Romans ist supergut. Ich hoffe auf mehr Lesestoff in dieser Richtung. Danke Frau Bröhm.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

feines Leseerlebnis

Darwyne
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Ein Stück Literatur wie dieses habe ich noch nie zu lesen bekommen. Darwyne wird als Thriller bezeichnet. Doch dieses Buch ist viel mehr. Soziale Kritik, zwischenmenschliche Beziehungen, fast hoffnungslose ...

Ein Stück Literatur wie dieses habe ich noch nie zu lesen bekommen. Darwyne wird als Thriller bezeichnet. Doch dieses Buch ist viel mehr. Soziale Kritik, zwischenmenschliche Beziehungen, fast hoffnungslose Arbeit von Sozialarbeitern, der Amazonas als starkes Biotop, die Liebe einiger Menschen zu diesem Wald aber auch der gedankenlose Umgang mit diesem riesigen Waldgebiet werden miteinander verwoben tiefgreifend beschrieben. Der „wunderliche“ Junge Darwyne steht zwar als Figur im Mittelpunkt, ist aber eigentlich nur ein Teil dieser verflochtenen Geschichte. Darwyne und seine Mutter haben eine Beziehung, die eigentlich gar nicht zu verstehen ist. Der Junge scheint ein Teil des Waldes zu sein. Seine Mutter hasst ihn. Sie bestraft ihn unmenschlich und doch liebt er sie über alles. Eine wahnsinnige Beziehung! Den Gipfel setzt der Autor am Ende der Handlung. Das werde ich aber hier nicht verraten. Ich bin total geplättet und begeistert. Es gibt hier keine Spannungsspitzen. Trotzdem habe ich gelesen und gelesen. Der Stil muss also echt gut sein und genau das ist er auch. Das Cover ist nicht sehr auffällig, triff aber die Stimmung.

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