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Veröffentlicht am 31.12.2024

Adriana kann defintiv auch Fantasy!

Misfits Academy - Als wir Helden wurden
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In dieser Urban-Fantasy-Welt haben einige Menschen bestimmte Fähigkeiten, die darum Skillz genannt werden. Taylor ist eine von ihnen und nutzt ihren Skill um sich beispielsweise nach L. A. zu teleportieren. ...

In dieser Urban-Fantasy-Welt haben einige Menschen bestimmte Fähigkeiten, die darum Skillz genannt werden. Taylor ist eine von ihnen und nutzt ihren Skill um sich beispielsweise nach L. A. zu teleportieren. Blöderweise wird sie dabei erwischt und landet nun an der Misfits Academy. Dort trifft sie auf den Empathen Eric, Fionn, dessen Skills genauso feurig sind wie sein Temperament, die kluge und meinungsstarke June und den Außenseiter Dylan. Bald schon kommt die Gruppe seltsamen Ereignissen und Geheimnissen auf die Spur.

Zunächst begleiten wir Taylor und kommen zusammen mit ihr in der Misfits Academy auf der Insel im Ärmelkanal an und lernen gemeinsam andere Skills und ihre neuen Mitschüler/innen kennen. Ein schöner langsamer Einstieg in die Fantasy-Welt und die unterschiedlichen Charaktere. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Taylor, Eric und Fionn geschildert, aber die anderen Jugendlichen kommen dadurch trotzdem nicht zu kurz. Zum Beispiel taucht immer wieder Dylan auf, dessen Skill lange geheim bleibt und Spannung aufbaut. Die unterschiedlichen Skills, verborgene und aufgedeckte Geheimnisse und merkwürdige Begebenheiten tragen ebenfalls dazu bei die Geschichte völlig gefesselt zu lesen. Die Handlung wurde immer spannender! Ich war überrascht, wusste nicht mehr, wer gut oder böse ist, und hab bis zum Schluss mitgefiebert. Und brauch jetzt unbedingt Band 2, weil ich unbedingt wissen will, wie es mit der Freundesgruppe weitergeht!

>>Kurz sehe ich mich in der Halle um, wo all die Jugendlichen, die mir noch so fremd sind, bereits jetzt eines mit mir gemeinsam haben. Auch sie passen sonst nirgends so recht rein. Wir sind ein Puzzle aus verschiedenen Teilen, die dennoch ein hübsches Ganzes ergeben.<<, Taylor, S. 156

Ich liebe Adriana Popescus Schreibstil. Er ist erfrischend, anschaulich und enthält wunderschöne und treffende Beschreibungen. Auch die Buchfiguren sind sehr nahbar und nachvollziehbar dargestellt. Sie sind einerseits so unterschiedlich, sich andererseits aber oft ähnlich, z. B. bei Schwierigkeiten mit Eltern, was sich interessant auf die Gruppendynamik auswirkt. Andere präsente Themen sind Freundschaft, Zusammenhalt und womöglich auch ein bisschen Liebe. Die Schüler/innen der Academy sind einerseits typisch jugendlich, andererseits beherrschen sie (mehr oder weniger gut) beeindruckende Fähigkeiten und diese Mischung hat mir sehr gut gefallen. Meine liebsten Charaktere sind Eric, weil seine Fähigkeit seinem feinfühligen Charakter entspricht, und Ivy, weil sie nicht nur einen schönen, sondern auch starken Skill hat.


Fazit:
"Misfits Academy – Als wir Helden wurden" ist ein großartiger Auftakt der ersten Fantasy-Reihe von Adriana Popescu. Viele verschiedene und liebenswerte Charaktere gepaart mit einigen Geheimnissen und unerwarteten Ereignissen schaffen eine sehr spannende Geschichte, die ich kaum aus der Hand legen konnte.

Veröffentlicht am 31.12.2024

Fantasievoll, spannend & etwas brutal

Das Buch der tausend Türen
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Cassie arbeitet in einer Buchhandlung, in welcher der ältere Mr. Webber fast täglich ein und ausgeht. Als er verstirbt, vermacht er Cassie „Das Buch der tausend Türen“, mit seltsamen Inhalt. Bald findet ...

Cassie arbeitet in einer Buchhandlung, in welcher der ältere Mr. Webber fast täglich ein und ausgeht. Als er verstirbt, vermacht er Cassie „Das Buch der tausend Türen“, mit seltsamen Inhalt. Bald findet sie heraus, dass es sich um ein magisches Buch handelt und sie damit an jeden Ort der Welt reisen kann, nur durch eine Tür. Daraufhin beginnt sie ihre glückliche Vergangenheit aufleben zu lassen, indem sie an bekannte Orte reist aber auch viel Neues besucht. Dadurch werden aber einige Personen auf sie aufmerksam, die mehr über Cassies magisches Buch bzw. die magischen Bücher wissen. Der Bibliothekar Drummond, Hugo, die FRAU und noch einige mehr wollen das Buch an sich bringen. Doch nur wenigen kann Cassie trauen, andere führen Böses im Schilde…

Während also Drummond versucht Cassie und das Buch zu schützen und unter anderem Hugo es an sich zu bringen, wird die Geschichte aus wechselnder Perspektive erzählt. Nach und nach führt uns der Autor in all die unterschiedlichen Buchfiguren ein, die auch fast alle zu Wort kommen. Das ist nicht verwirrend, sondern richtig angenehm gemacht. Dadurch erhält man ein allumfassendes Bild der Handlung, was mir richtig gut gefallen hat. Zum Beispiel kann man somit auch hinter die Kulisse der FRAU schauen, die wirklich böse ist, also so wirklich böse! Die Idee des Autors über die Bücher und Charaktere ist richtig schön! Ich finde es faszinierend, dass es all die magischen Bücher gibt, die eine andere Eigenschaft haben. Ich weiß nicht, ob mir die Entstehungsgeschichte der magischen Bücher vollends gefällt, aber dafür ist die Idee passend und rund. Ich bin völlig fasziniert und begeistert davon, dass ich während des Lesens gar nicht mehr damit aufhören konnte. Gareth Brown schildert hier eine wundervolle Idee, die er auch noch gekonnt und nachvollziehbar umgesetzt hat, sodass ich mich auf eine neue Geschichte von ihm freue.

Ich hab es sehr genossen die Geschichte zu lesen, weil auch der Schreibstil so schön ist. Der Autor beschreibt wirklich bildhaft und charakternah. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und konnte bei diesem Buch viel schneller lesen als gewöhnlich. Die Atmosphäre durch Idee und Erzählstil ist wunderschön – voller Buchliebe und Magie. Einige grausame (und manchmal eklige) Details sind auch dabei, aber ich finde sie nehmen der tollen Atmosphäre nichts, weil zwischen den grausamen oder aufregenden Momente mit Feinden auch immer wieder ruhige Abschnitte auftreten, wo der Augenmerk z. B. auf Bücherliebe und stimmungsvolle Momente oder Freundschaft liegt. Vielleicht kann man das Buch sogar zu Dark Academia zählen?


Fazit:
Ich liebe „Das Buch der tausend Türen“! Eine fantasievolle, magische und zuweilen auch etwas brutale Geschichte mit einer unfassbar guten, leicht komplexen und absolut faszinierenden Idee. Ich war so gefesselt und begeistert, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Ein richtig schöner Debütroman von Gareth Brown und ich hoffe sehr, dass wir noch viel von ihm lesen werden!

Veröffentlicht am 30.12.2024

Charmant und bezaubernd

Spellshop
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Die Bibliothekarin Kiela flüchtet aus der Hauptstadt, als dort Aufstände ausbrechen und ihre Bibliothek in Brand gesetzt wird. Zum Glück hat sie schon einige Kisten mit Büchern bestückt, um diese zu retten. ...

Die Bibliothekarin Kiela flüchtet aus der Hauptstadt, als dort Aufstände ausbrechen und ihre Bibliothek in Brand gesetzt wird. Zum Glück hat sie schon einige Kisten mit Büchern bestückt, um diese zu retten. Gemeinsam mit ihrer sprechenden Zimmerpflanze Caz (liebe ich!) flüchtet sie auf eine entlegene Insel im Norden. Dort will sie ein ruhiges Einsiedlerleben führen, doch schon bald nach ihrer Ankunft wird sie von der Freundlichkeit ihres Nachbars und den neugierigen Dorfbewohner/innen konfrontiert und sie eröffnet einen Laden für leckere Marmeladen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Diese Fantasywelt ist einfach nur wunderschön, faszinierend und gemütlich. Kiela hat eine ungewöhnliche Hautfarbe und auch andere Bewohner/innen dieser Welt weisen ungewöhnliche Merkmale auf, die sie alle sehr individuell und besonders machen. Auch die Seepferde sind ungemein faszinierend, denn sie sind tatsächlich halb Pferd und halb Fisch. Und Caz liebe ich sowieso. Eine sprechende Grünlilie, gewitzt, etwas vorsichtig und bücherliebend... das will ich auch!!! <3 Bester Sidekick aller Zeiten ähh... Bücher!! Und ja, Grünlilie und nicht Spinnenkraut (gab mir kuriose Google-Funde) nennt man die „spider plant“ (hab in die Leseprobe vom Original geschaut), was mein Vorstellungsvermögen anfangs etwas verwirrt hat. Sarah Beth Durst hat einfach wunderschöne und zauberhafte Ideen und Wesen geschaffen, in deren Fantasywelt ich zu gerne eintauchen würde. Ich wünschte ich könnte gut zeichnen, ich hab so viele Wesen und Orte vor meinem inneren Auge, die ich gerne genauso auf Papier bringen würde, um sie nie zu vergessen. Ich hab Tränen in den Augen gehabt und gelächelt, weil viele Momente einfach so schööön sind.

Obwohl in der Hauptstadt Rebellen den Kaiser angegriffen und die Bibliothek zerstört haben, ist es auf der Insel sehr gemütlich. Außerdem ist es eigentlich verboten die Zauber anzuwenden, denn wie gewöhnlich ist dies nur für die reiche Elite vorgesehen. Doch Kiela möchte die magischen Schäden für das bezaubernde und herzliche Örtchen beheben. Doch ihre Hilfsbereitschaft könnte sie gefährden. Während der charmanten Szenen, wo Kiela sich im alten Cottage ihrer Familie mit Caz einrichtet und auf die liebenswerten Bewohner/innen der Insel trifft, ist die Geschichte insgesamt trotzdem spannend, weil es einige Gefahren und Herausforderungen gibt und auch am Ende überraschende Wendungen.


Fazit:
„Spellshop“ ist ein zauberhaftes, kurzweilig und überaus charmantes Buch über eine Fantasywelt mit vielen außergewöhnlichen und wunderbaren Wesen. Trotzdem fehlen auch Gefahren und überraschende Wendungen nicht, nur eben etwas gedämpft, damit sie ins bildhafte und wunderschöne Setting passen. Eine klassische Geschichte für das neue Subgenre „cosy fantasy“. Und nicht nur in das Buch, sondern auch in die sprechende Grünlilie Caz habe ich mich total verliebt!

Veröffentlicht am 30.12.2024

Mystische und spannende Geschichte

Jane und die Geheimnisse von Branwell Hall
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Die junge Jane möchte in das geerbte Cottage ihrer Großmutter ziehen. Dafür verlässt sie ihre Heimat und beginnt auf Branwell Hall als Au-Pair zu arbeiten. Im Dorf findet sie bald eine gute Freundin und ...

Die junge Jane möchte in das geerbte Cottage ihrer Großmutter ziehen. Dafür verlässt sie ihre Heimat und beginnt auf Branwell Hall als Au-Pair zu arbeiten. Im Dorf findet sie bald eine gute Freundin und das kleine Mädchen ist sehr lebendig und liebenswert. Nur ihr großer Bruder ist etwas schroff und abweisend und es geschehen auch so einige unerklärliche Dinge, wie Seerosen im Ballsaal….

Die Geschichte ist sehr geheimnisvoll und mystisch. Auf Branwell Hall und auch im Dorf bzw. der Umgebung geschehen seltsame Dinge. Jane findet sie natürlich unerklärlich, bis sie Stück für Stück immer mehr erfährt. Die Ereignisse geben eine mystische und manchmal düstere Atmosphäre, wird aber nie zu unbehaglich oder gruselig. Ich finde es sehr gut geschrieben, wie Mechthild Gläser die Erlebnisse sehr anschaulich schildert und immer mehr die Spannung anzieht. Das Ende ist fesselnd, bedrohlich und ereignisreich.

Ein Grund (neben der tollen Autorin) dieses Buch zu lesen, war für mich, dass es sich um eine Neuerzählung von „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë handelt. Ich finde, es ist nicht allzu sehr am Original angelehnt. Mechthild Gläser hat hier mit den zentralen bedeutenden Elementen des Klassikers eine schöne Geschichte mit Fantasyanteil geschaffen.


Fazit:
„Jane und die Geheimnisse von Branwell Hall“ ist ein wunderbare Romantasy-Geschichte. Mit einem anschaulichen und gut zu lesenden Schreibstil hat Mechthild Gläser hier eine spannende und mystische Geschichte geschaffen, die ich nicht weglegen konnte.

Veröffentlicht am 27.11.2024

Feministisch, viktorianisch, spannend & romantisch

Agency for Scandal
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Nach dem Tod von Izzys Vater ist ihre Familie verschuldet. Damit sie das Ansehen der Familie wahren kann, knackt sie Schlösser und verdient als Straßenjunge Kes Geld: Izzy ist Teil einer weiblichen Detektei, ...

Nach dem Tod von Izzys Vater ist ihre Familie verschuldet. Damit sie das Ansehen der Familie wahren kann, knackt sie Schlösser und verdient als Straßenjunge Kes Geld: Izzy ist Teil einer weiblichen Detektei, die im Untergrund arbeitet um andere Frauen zu helfen, die zu der damaligen Zeit, 1897, keine Rechte und Handhabe hatten. In dem damit zusammenhängenden Juwelendiebstahl ist plötzlich auch ein Duke verwickelt – Max, in den Izzy sich schon vor einiger Zeit verliebt hat.

Ich liebe die Atmosphäre in dem Buch! Wir folgen Izzy auf rauschende Bälle oder in die Oper, wo sie mit ihrer besten Freundin am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Eine schöne Kulisse des viktorianischen Zeitalters, dem Izzys geheime Seite als Straßenjunge und Kämpferin für die Frauenrechte in der Detektei entgegensteht. Ich habe die Geschichte sehr genossen, gleichzeitig auch mitgefiebert. Laura Wood hat einen wunderschönen leichten Schreibstil gespickt mit humorvollen und romantischen Momenten.

Der Kriminalfall baut sich parallel zur Liebesgeschichte auf. Ich habe die spannende Recherche und Wendungen mit angehaltenem Atem verfolgt. Bis zum Schluss konnte mich dieser fesseln. Zwischendurch gibt es auch mal ruhige und vor allem gefühlvolle Momente. Die kurze Phase des Fake-Datings fand ich etwas übertrieben, weil die beiden Protagonisten bereits Gefühle füreinander aufbauen. Vielleicht will die Autorin damit dem distanzierten Verhalten der damaligen Zeit entgegenwirken? Trotzdem hat mir die Liebesgeschichte von Izzy und Max gefallen und immer wieder berührt.


Fazit:
„Agency for Scandal“ ist eine schöne und geschickte Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte. Die Autorin hat einen leichten, humorvollen und fesselnden Schreibstil. Trotz eines Aspekts in der Liebesgeschichte konnte diese mich berühren und hat mein Jane-Austen-Herz höher schlagen lassen.

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