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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2025

Kommt nicht an den Vorgänger heran

Jenseits des Ozeans
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Inhalt:
Wir sind zurück auf der Insel Marsyas, auf der Arthur Parnassus mit seiner grossen Liebe Linus Baker ein gemütliches und sicheres Zuhause für sechs magisch begabte Kinder geschaffen hat und auf ...

Inhalt:
Wir sind zurück auf der Insel Marsyas, auf der Arthur Parnassus mit seiner grossen Liebe Linus Baker ein gemütliches und sicheres Zuhause für sechs magisch begabte Kinder geschaffen hat und auf der sich bald noch ein junger Yeti einfinden wird. Doch der Frieden währt nicht lange an, die BBMM - die Behörde für die Betreuung magischer Minderjähriger - hat es auf ein ganz bestimmtes Kind abgesehen und schickt eine furchtlose Inspekteurin auf die Insel, welche für viel Furore sorgt und Arthurs Familie alles abverlangt.

Meine Meinung:
Es ist mir sehr schwer gefallen, dieses Buch zu lesen und es ist mir noch schwerer gefallen, Worte für eine Rezension zu finden. Der Vorgängerband "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" hat mir vor bald vier Jahren zauberhafte, berührende, ja sogar richtiggehend überwältigende Lesestunden geschenkt und sich für immer einen Platz in meinem Herzen erobert und ich bin Aleshanee vom Blog Weltenwanderer immer noch dankbar für ihre Empfehlung. Die Magie und Liebe, welche ich in diesem wunderbar erzählten Buch gefunden habe, habe ich auch in "Jenseits des Ozeans" erwartet, aber nach einem vielversprechenden Start begann die Geschichte, sich wie Kaugummi zu ziehen. Die Dialoge, welche im ersten Band nur so vor Weisheit gestrotzt und mich zum Lachen und Weinen gebracht haben, wirken im Folgeband gestelzt. Arthur spricht, als würde er von einem Kalenderblatt zitieren oder eine Gesprächs-Checkliste abarbeiten. Ganz ehrlich: ich frage mich, ob dies auch an der Übersetzung liegen mag? Die stammte im ersten Band schliesslich von Charlotte Lungstrass-Kapfer und es kann natürlich immer sein, dass mir ihre Erzähsprache einfach besser gefallen hat?
Einmal mehr gelingt es Klune aber, gegen den Hass anzuschreiben und für Liebe, Vielfalt und Offenheit zu plädieren. Seine Figuren sind queer und straight, liebenswert und anstrengend, neugierig, altklug, wissbegierig, einfühlsam und frech. Sie sind einfach bunt wie das Leben und die Liebe selbst und haben mich immer wieder mit der Geschichte versöhnt.
Leider habe ich zwar nicht ganz so viel aus dem Alltag der magischen Kinder erfahren, wie das wünschenswert gewesen wäre. Warum durfte ich Chauncy nie bei seiner Arbeit begleiten? Und was macht eigentlich Theodore den ganzen Tag? Sal hat allerdings eine wunderbare Entwicklung durchgemacht und steht immer mehr für sich ein. Dies hat mir sehr gut gefallen.
Das Ende strotzte nur so vor Superlativen und ist zwar fast ein wenig zuviel des Guten, mir persönlich hat die maximale Dröhnung an Gefühlen und Handlung auf den letzten hundert Seiten aber gefallen, endlich hat die Geschichte nämlich wieder Fahrt aufgenommen.

Fazit:
Dieser Folgeband ist für mich leider einfach nicht ganz rund geworden. Vieles wirkt zu gewollt, konstruiert, gestelzt und in die Länge gezogen und ich habe vor allem die Unbeschwertheit und die Magie des ersten Bandes vermisst. Dennoch hat mir das Buch immer mal wieder schöne, unterhaltsame und ans Herz gehende Lesemomente geschenkt. Kann man lesen, muss man aber definitiv nicht.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Leider nicht ganz überzeugend

Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
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Inhalt:
Kommissar Jennerwein empfängt das ganze Ermittlungsteam in seiner Berghütte. Gespräche über die Arbeit sind streng verboten und der Glühwein fliesst in Strömen. Aber das immer wieder am Fenster ...

Inhalt:
Kommissar Jennerwein empfängt das ganze Ermittlungsteam in seiner Berghütte. Gespräche über die Arbeit sind streng verboten und der Glühwein fliesst in Strömen. Aber das immer wieder am Fenster auftauchende Gesicht, die im Schnee gefundene Drohne und ein seltsamer Besucher lassen aus Spass sehr schnell Ernst werden. Gerade, als Jennerwein nämlich eine Geschichte aus seiner Schulzeit erzählen will, kippt die Stimmung und plötzlich befinden sich alle mitten in einem gefährlichen Kriminalfall.

Meine Meinung:
Voller Vorfreude habe ich mich in dieses Buch gestürzt und der Aufbau, die von Jennerwein erzählten Geschichten aus der Schulzeit sowie die vielen Verstrickungen haben mir anfangs sehr gut gefallen und mich miträtseln lassen. Besonders gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Personen im Ermittlerteam, welche alle ihren sehr eigenen Charakter haben und auf ihre Weise zur Lösung des Falles beizutragen versuchen. Nur Jennerwein wirkt immer arroganter und verzettelt sich mehr und mehr in einer Geschichte aus der Vergangenheit, die eigentlich gar nicht so unterhaltsam ist, wie er denkt. Je länger das Buch dauert, desto schleppender entwickelt sich leider auch die gesamte Handlung, die Rückblicke werden repetitiv, die Spannung schwindet und gegen Ende bleiben viele Fragen offen. Die nächsten Bände würden diese wahrscheinlich beantworten, sie interessieren mich aber nicht wirklich.

Fazit:
Viele gute Ideen und ein sehr interessant zusammengesetztes Ermittlungsteam sprechen für dieses Buch. Die ständigen Repetitionen und der leider immer unsympathischere Jennerwein haben mich aber leider nicht überzeugen können, zumal am Ende viele Fragen offen bleiben, deren Antwort wohl in den weiteren Bänden zu finden wäre. Diese werde ich aber nicht lesen und das Buch darf weiterziehen.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Unterhaltsam, leicht und auch ein wenig seicht

Zum Glück ein Jahr
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Inhalt:
Julia tröstet ihre beste Freundin Nelly mit einer rauschenden Silvesterparty zumindest ein wenig über den Tod deren Mannes hinweg. Mitten in der Nacht fassen die besten Freundinnen einen Entschluss ...

Inhalt:
Julia tröstet ihre beste Freundin Nelly mit einer rauschenden Silvesterparty zumindest ein wenig über den Tod deren Mannes hinweg. Mitten in der Nacht fassen die besten Freundinnen einen Entschluss und was als amüsantes Trinkspiel begonnen hat, wird zu einer Löffelliste, die sich gewaschen hat und die ihre Leben komplett auf den Kopf stellen wird.

Meine Meinung:
Das Buch habe ich sehr gerne gelesen und ich habe mich von der Geschichte und den sympathischen Protagonistinnen immer wieder überraschen und unterhalten lassen. Die Handlung bleibt zwar eher oberflächlich, greift aber doch einige spannende Themen auf und vor allem Nellys Umgang mit einem heftigen Verdacht hat mich tief beeindruckt. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Entwicklung von Julias Beziehung sich anders und in meinen Augen realistischer ergibt, als dies in vielen anderen Romanen der Fall ist und ich hätte ihren Mann Alex einige Male am liebsten getreten. Er ist die Figur, die mit Abstand am eindimensionalsten bleibt und auch sonst hat die Geschichte nicht allzu viele Facetten, der Charme der beiden besten Freundinnen, der leichte Humor und die immer mal wieder äusserst pointierten Dialoge machen dies aber wett.

Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich überrascht und unterhalten und mir einfach immer wieder entspannte Lesestunden beschert, ihr dürft aber nicht zu viel Tiefgang erwarten, sondern bekommt einfach zwei wunderbar erzählte Protagonistinnen, eine lustige Grundidee und einzelne eher blasse Nebenfiguren.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Schöne Botschaft, eher oberflächliche Beschreibungen

Wunder einer Winternacht
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Inhalt:
Als Ossi und Tommi beim Tauchen ein rätselhaftes Holzkästchen finden, erzählt ihnen ihr Opa eine alte Legende und eine ganz einzigartige Version der Weihnachtsgeschichte. Diese handelt vom kleinen ...

Inhalt:
Als Ossi und Tommi beim Tauchen ein rätselhaftes Holzkästchen finden, erzählt ihnen ihr Opa eine alte Legende und eine ganz einzigartige Version der Weihnachtsgeschichte. Diese handelt vom kleinen Waisen Nikolas und seiner grosse Dankbarkeit und Nächstenliebe, vom grimmigen Lisakki und davon, dass in vielen Menschen ein trauriges aber oft gutes Herz wohnt, auch wenn man dieses auf den ersten Blick nicht erkennen kann.

Meine Meinung:
Ronja vom Blog oceanlove hat mir das Buch als Adventskalender empfohlen und dafür eignet es sich wirklich sehr gut. Es hat mir schöne Lesestunden beschert und mich mit den täglichen Geschichten wunderbar unterhalten. Die Grundidee und die schöne Weihnachtsbotschaft haben mich sehr berührt, die Beschreibungen und Zeitsprünge haben mir aber nicht so gut gefallen.

Aufbau:
Zuerst hat mich irritiert, dass das erste Kapitel mitten im Sommer spielt, aber wie sonst hätten Ossi und Tommi das Holzkästchen beim Tauchen finden können? So ergibt also alles Sinn und die vierundzwanzig Kapitel, die auch wirklich mit "Türchen" überschrieben sind, eignen sich ideal als Adventskalender und verströmen schon ab dem zweiten Türchen viel Winter- und Weihnachtsstimmung.
Es hat mich persönlich sehr gestört, dass auf den wenigen Seiten einige Jahrzehnte erzählt werden und dass die Beschreibungen entsprechend sehr allgemein und oberflächlich bleiben. Es geht im Buch vor allem um Nächstenliebe, Freundschaft und um das Gute im Menschen, ich weiss aber nicht wirklich, wie die Figuren aussehen, wie sie leben und was sie ausser den Weihnachtstagen sonst noch so bewegt.

Meine Empfehlung:
Ehrlich gesagt habe ich mir ein wenig mehr erwartet, finde die Geschichte aber trotzdem sehr schön geschrieben und kann mir gut vorstellen, dass sie sich vor allem auch zum Vorlesen eignet. Ich empfehle "Wunder einer Winternacht" allen, die bereit sind, an Wunder zu glauben, die sich gerne berühren und verzaubern lassen und die sich nicht daran stören, wenn Beschreibungen eher oberflächlich bleiben.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Geschichte mit Luft nach oben aber toller Protagonistin

Mord im Christmas Express
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Inhalt:
Weihnachten naht und die frühpensionierte Kommissarin Roz reist zur Geburt ihrer Enkelin mit dem Nachtzug in die schottischen Highlands. Die verschneite Winterlandschaft wird aber schnell zum Alptraum. ...

Inhalt:
Weihnachten naht und die frühpensionierte Kommissarin Roz reist zur Geburt ihrer Enkelin mit dem Nachtzug in die schottischen Highlands. Die verschneite Winterlandschaft wird aber schnell zum Alptraum. Das Wetter macht den Passagieren einen Strich durch die Rechnung, der Zug entgleist, eine Leiche wird gefunden und immer mehr gefährliche Geheimnisse kommen ans Licht.

Meine Meinung:
Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich vor einem Jahr bei Ina, also musste ich natürlich zugreifen, als ich es für zwei Franken im Bärner Brocki kaufen konnte. Der Aufbau hat mich sehr überrascht. Es geschieht nämlich sehr lange nicht viel, dafür lernte ich alle Passagiere kennen und konnte schon ein wenig spekulieren. Auch war das Buch sehr unterhaltsam erzählt und erinnerte mit einem Augenzwinkern an eine in die heutige Zeit versetzte Version "Mord im Orient Express". Plötzlich wird die Geschichte spannender, die Themen werden sehr heftig (TW beachten) und das Ende entpuppt sich sogar noch als feministisches Plädoyer.

Schreibstil und Aufbau:
Diese ganzen Entwicklungen wirkten für mich nicht ganz rund aufeinander abgestimmt. Es ging mir zu lange, bis die Handlung ins Rollen kam und ich persönlich finde, dass die Auflösung und die ganzen Verstrickungen am Schluss ein wenig gar weit hergeholt und leider auch vorhersehbar waren. Allerdings sind Themen wie Social Media, häusliche Gewalt und auch der Zusammenhalt von Frauen sehr schön verarbeitet und modern erzählt.

Meine Empfehlung:
Leichte Unterhaltung, die immer intensiver wird, schottisches Winterfeeling und Figuren mit einer wichtigen Message machen dieses Buch aus. Ja, der Krimi hat Luft nach oben was den Spannungsbogen anbelangt. Allerdings haben mir die Protagonistin und die Idee sehr gut gefallen und ich kann mir vorstellen, weitere Romane von Alexandra Benedict zu lesen.

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