Kommt nicht an die Vorgänger heran, ist aber eine gemütliche Lektüre
SpätsommerliebeInhalt:
Der letzte Band der Maierhofen-Reihe setzt dort an, wo viele andere Liebesromane aufhören; beim Happy End. Im dritten Band haben ganz viele glückliche Paare zusammengefunden, im vierten Band geht ...
Inhalt:
Der letzte Band der Maierhofen-Reihe setzt dort an, wo viele andere Liebesromane aufhören; beim Happy End. Im dritten Band haben ganz viele glückliche Paare zusammengefunden, im vierten Band geht der Alltag los, der nicht immer eitel Sonnenschein ist, von der Arbeit und den vielen Verpflichtungen im Geniesserdorf unterbrochen und teilweise überschattet wird und es den Paaren nicht immer einfach macht, ihre Beziehung zu pflegen.
Meine Meinung:
Grundsätzlich hat mir dieser vierte und letzte Band der Reihe sehr schöne Lesestunden beschert und ausserdem haben die wunderbaren Beschreibungen der kulinarischen Genüsse und die vielen Rezepte (wenn auch ich 45 Seiten Rezepte nach knapp 280 Seiten Roman als eher viel empfinde) im Anhang die Geschichte wunderschön abgerundet.
Ein paar andere Dinge haben mich aber leider gestört. Es sind die anpackenden, klugen Frauen von Maierhofen, welche das verschlafene Dörfchen ganz gross gemacht und in unzähligen Stunden (teilweise unbezahlter) Arbeit ihre Betriebe zum Laufen gebracht und das Kräuter der Provinz-Festival ins Leben gerufen haben. Es sind die Frauen, welche die Geschicke des Dorfes leiten, sich in ihren wenigen freien Stunden für die Nachbarschaft aufopfern und natürlich sind es auch die Frauen, welche von ihren Partnern dafür kritisiert werden, keine Kapazität mehr für ihre Männer zu haben und sich nicht mehr dem süssen Nichtstun hingeben zu können..
Immer mal wieder wird zwar die Arbeit dieser Frauen geschätzt und grundsätzlich gefällt es mir auch, dass die Kraft dieser Frauengemeinschaft so oft im Zentrum steht und ausgerechnet in der Zusammenarbeit mit der jungen Autorin Michelle auch mit vielen überalterten Klischees aufgeräumt wird. Dass ein Vater aber seine eigenen Kinder nicht "babysitten" kann, weil er halt arbeitet (seine Frau ja nicht und "babysitten"? die eigenen Kinder? ich muss doch sehr bitten), dass ein Mann es schafft, seiner Frau nur im Weg zu stehen, ihre Arbeit permanent zu sabotieren und dass es dann doch sie es ist, die nach einem Konflikt um Verzeihung bitten muss, weil sie ja so "übertrieben hat" und dass sich lediglich Frauen um Dekoration und nicht mehr mobile Menschen in der Nachbarschaft kümmern, das sind Bilder und Umschreibungen, die heutzutage definitiv nicht mehr in eine Geschichte gehören, Romantik und Wohlfühlroman hin oder her.
Meine Empfehlung:
Es ist gut, dass diese Reihe nun ein Ende gefunden hat. So schön es in Maierhofen auch ist und so sehr ich mich jeweils auf ein Wiedersehen mit den sehr liebgewonnenen Figuren gefreut habe, so sehr habe ich die Gemütlichkeit aus dem ersten und zweiten Band vermisst und stattdessen viel Hin und Her und leider auch viele Klischees angetroffen. Trotzdem haben mich das Buch und die ganze Reihe sehr gut unterhalten.