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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2025

Erwartungen nicht ganz erfüllt

Auris
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Nachdem ich die Geschichte rund um Matthias Hegel in einer Audible-Werbung gesehen hatte, wurde meine Neugier geweckt – spontan habe ich mich dazu entschieden, das Buch einfach mal mitzunehmen und ihm ...

Nachdem ich die Geschichte rund um Matthias Hegel in einer Audible-Werbung gesehen hatte, wurde meine Neugier geweckt – spontan habe ich mich dazu entschieden, das Buch einfach mal mitzunehmen und ihm eine Chance zu geben.

Der Schreibstil hat mir durchaus gut gefallen – er erinnert stellenweise an Sebastian Fitzek, was für mich definitiv ein Pluspunkt ist. Flüssig zu lesen, spannend aufgebaut, handwerklich gut gemacht. Leider konnte mich die Handlung selbst dann aber nicht ganz so mitreißen, wie ich es mir erhofft hatte.

Ich hatte erwartet, dass sich die Geschichte stärker auf die Figur Matthias Hegel konzentriert und man mehr über ihn und seine Vergangenheit erfährt. Doch genau das blieb für meinen Geschmack etwas zu sehr im Hintergrund. Die eigentliche Story war zwar keineswegs schlecht – sie hatte ihre spannenden Momente –, aber insgesamt hat sie mich leider nicht vollständig überzeugen können.

Auch die Charaktere wirkten auf mich zum Teil etwas unausgereift oder blass, als hätten sie noch mehr Tiefe vertragen können. Besonders interessant fand ich tatsächlich die Nebenhandlung rund um Jula und ihren Bruder – diese Stränge haben mich am meisten angesprochen und mein Interesse geweckt.

Alles in allem war es kein schlechtes Buch, aber es hat mich auch nicht so gepackt, dass ich den Drang verspüre, die Reihe weiterzulesen. Momentan sehe ich keinen Anlass, die nächsten Teile anzugehen.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Mittelmäßig

Meeresdunkel
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Meeresdunkel von Till Raether ist so ein Buch, bei dem ich wirklich hin- und hergerissen war – und ehrlich gesagt auch bis zum Schluss nicht ganz weiß, ob ich es mochte oder nicht.

Der Schreibstil ist… ...

Meeresdunkel von Till Raether ist so ein Buch, bei dem ich wirklich hin- und hergerissen war – und ehrlich gesagt auch bis zum Schluss nicht ganz weiß, ob ich es mochte oder nicht.

Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen. Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.

Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.

Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.

Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.

Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.

Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.

Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.

Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.

Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Verschenkter Nervenkitzel: Potenzial bleibt ungenutzt

Die Insel der Angst
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Ich die gemischten Meinungen gut nachvollziehen. Meine anfängliche Begeisterung über das spannende Konzept hat während des Lesens nachgelassen. Leider fehlt mir die emotionale Verbindung zu den Charakteren, ...

Ich die gemischten Meinungen gut nachvollziehen. Meine anfängliche Begeisterung über das spannende Konzept hat während des Lesens nachgelassen. Leider fehlt mir die emotionale Verbindung zu den Charakteren, die bislang recht blass bleiben, was mein Mitfiebern hemmt.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Tess erzählt, einer komplexen Protagonistin mit geheimnisvoller Vergangenheit. Ihre Rückblicke bieten zwar interessante Einblicke, bremsen aber auch den Fortgang der Handlung. Es dauert zu lange, bis Spannung aufkommt, und oft plätschert die Handlung nur vor sich hin.

Die Beschreibungen der Umgebung, insbesondere der einsamen Insel, sind gelungen und schaffen eine lebendige Atmosphäre. Auch der Schreibstil, der mich etwas an Simon Beckett erinnert, ist angenehm, jedoch mindern die detailreichen Passagen manchmal die Spannung, sodass man zögerlich vorankommt.

Ein weiteres Manko sind die Charaktere; sie wirken wenig sympathisch oder nachvollziehbar, was es mir schwer macht, emotional mit ihnen zu fühlen. Tess überzeugt mich nicht – ihr Schicksal bleibt unberührt und wenig fesselnd.

Das Cover des Buches ist hingegen ansprechend und passt gut zum Genre, mit seinen dunklen Wolken und dem unheimlichen Wasser, die eine bedrohliche Stimmung erzeugen, die die Handlung jedoch nicht vollends erfüllt.

Fazit: Insgesamt bietet Martin Griffins Thriller eine interessante Prämisse und gelungene atmosphärische Beschreibungen, bleibt jedoch durch unzureichend entwickelte Charaktere und eine oft schleppende Handlung hinter seinen Möglichkeiten zurück. Trotz spannender Ansätze gelingt es dem Buch nicht, den Leser durchgehend zu fesseln. Alles in allem vergebe ich 3 von 5 Sternen und hoffe auf eine stärkere Entwicklung in zukünftigen Werken.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Gute Grundidee, enttäuschende Umsetzung

Love Letters to a Serial Killer
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Es gibt Bücher, die bei der ersten Begegnung vielversprechend erscheinen, aber letztlich nicht das halten, was sie versprechen. So ging es mir mit "Love Letters to a Serial Killer". Die Grundidee wirkte ...

Es gibt Bücher, die bei der ersten Begegnung vielversprechend erscheinen, aber letztlich nicht das halten, was sie versprechen. So ging es mir mit "Love Letters to a Serial Killer". Die Grundidee wirkte zunächst spannend und bot einen interessanten Ansatz, doch leider konnte die Umsetzung in nicht überzeugen.

Zunächst fiel mir auf, dass das Buch sich nicht entscheiden konnte, in welches Genre es eigentlich gehört. Es ist weder ein wirklicher Thriller noch lässt es sich als Dark Romance klassifizieren. Diese Unentschlossenheit macht es schwierig, sich in die Geschichte hineinzufinden und die Erwartungen richtig einzustellen. Statt Spannung oder emotionaler Tiefe bietet die Handlung eine unklare Richtung.

Der Schreibstil der Autorin war ein weiterer Stolperstein für mich. Es fehlte an flüssiger Lesbarkeit und an einem einnehmenden Ton, der mich hätte fesseln können. Obwohl das Buch relativ kurz ist, haben sich einige Stellen für mich zu langatmig angefühlt.

Am meisten aber hat mich die nicht vorhandene Chemie zwischen den beiden Hauptprotagonisten enttäuscht. Ihre Interaktionen wirken stumpf und ohne Tiefe. Somit konnte ich nicht wirklich mit ihnen mitfühlen, oder eine Bindung aufbauen.
Die "Spannungsmomente" wirkten eher aufgesetzt als authentisch.

Das Ende war jedoch für mich die größte Enttäuschung des ganzen Buches. Statt den Leser mit einem gut ausgearbeiteten Finale zu überraschen, blieb ich mit einem Gefühl der Enttäuschung zurück.

Die Grundidee hatte wirklich potenzial, jedoch scheiterte es an der Umsetzung.
Wer einen Thriller erwartet, ist hier gänzlich falsch.
Es bleibt zu hoffen, dass das nächste Werk der Autorin besser wird.

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