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Veröffentlicht am 26.06.2025

Gute Mischung, aber auch zu wenig Suspense

The summer that broke us (Lifeguard 1)
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Sommer, Sommerbuch, das ist immer wieder toll, gerade wenn es so ein richtiges Hoch gibt und man diese ganzen speziellen Gefühle, die dabei entstehen, auch zwischen den Seiten widergespiegelt bekommt. ...

Sommer, Sommerbuch, das ist immer wieder toll, gerade wenn es so ein richtiges Hoch gibt und man diese ganzen speziellen Gefühle, die dabei entstehen, auch zwischen den Seiten widergespiegelt bekommt. Mit Lucia Sterling haben wir eine neue deutsche Autorin, die via Forever eine Dilogie auf den Buchmarkt bringt, die als Mischung von Liebesgeschichte und Suspense beschrieben wird, was ich immer gerne lese. Die Autorin selbst ist auch Rettungsschwimmerin, was sie hier inhaltlich verarbeitet und das hat mich auch neugierig gemacht.

Ich fand, dass diese typischen Sommervibes, die man sich von einem Buch für diese Jahreszeit wünscht, sehr gut rübergekommen sind. Wir befinden uns mit Sutton, Layla und Ben in Malibu, wo sie über Tags Schichten als Rettungsschwimmer haben, während ansonsten so eine typische Lagerfeueratmosphäre erzeugt wird, weil sie zwar nicht alle zusammenwohnen, aber natürlich auch nach getaner Arbeit noch Zusammensein wartet. Aber es ist natürlich auch Professionalität gefragt, denn der Job bedeutet viel Verantwortung und es wird auf einen speziellen Wettbewerb hingearbeitet. Das Setting hat mir echt gut gefallen, auch weil das Dasein eines Rettungsschwimmers gut eingearbeitet wird. Es ist nicht nur hübsches Beiwerk, es ist tatsächlich Dreh- und Angelpunkt von allem. Unsere Protagonistin Sutton hat auch an einem Erlebnis von vor einem Jahr zu knabbern, was eng damit zu tun hat und auch so erleben wir Einsätze, aber wir erleben auch die schwere Bürde für die Figuren, wenn mal etwas nicht klappt und kein Happy End hat. Dementsprechend fand ich, dass sich unter die stellenweise lockere Atmosphäre auch viel Ernsthaftigkeit mischte und was könnte echter sein?

Im Kern haben wir aber eine Liebesgeschichte. Ich muss gestehen, dass es anfangs etwas schwierig war. Sutton ist sichtlich geprägt von Dämonen ihrer Vergangenheit, aber sie ist dabei in ihrer Verarbeitung sehr verbissen und kontrollierend, sodass sie nicht unbedingt eine Figur ist, die einen sofort um die Finger wickelt. Umgekehrt erleben wir aber sofort ihre Perspektive auf Ben, die so subjektiv eindeutig ist, dass es da ebenfalls schwierig war, ihn sofort willkommen zu heißen, dabei gab es an ihm eigentlich nichts zu meckern. Dann wiederum hat er eine Geschichte mit Layla, der besten Freundin von Sutton und die beiden blicken wiederum auf sie, also ja, es war charakterlich anfangs extrem komplex. Mit dem erzwungenen Zusammenleben von Sutton und Ben wird das immer mehr aufgebrochen, auch wenn natürlich von Suttons Seite aus immer etwas dabei ist, was uns und Ben verborgen wird. Ich habe das oft auch schon bei Büchern erlebt, bei denen ich etwas abwägen muss, ob ich ein paar charakterliche Baustellen verzeihen muss, weil es für einige Geheimnisse und Überraschungseffekte Barrieren geben muss. Das würde ich hierfür gelten lassen, auch weil es so tatsächlich gelingt, dass es am Ende eine Wendung gibt. Teile konnte man sich irgendwie denken, aber ein Puzzleteil fehlte, dementsprechend ist die Geheimniskrämerei hier schon richtig.

Aber auch wenn man die Geheimnisse weglässt, dann entsteht zwischen Ben und Sutton etwas sehr Zartes. Ich fand es interessant, sie über ihre Trauererlebnisse so eng zusammenwachsen zu lassen, denn das war so eine ehrliche Ebene, die man sich wünscht. Das hat letztlich auch der Darstellung von beiden gut getan, weil Sutton offener wird, weil sie mehr über ihr Verhalten und wie sie auf andere wirkt, nachdenkt und umgekehrt kann Ben im Umgang mit seinem Vater Selbstbewusstsein tanken, um für sich einzustehen. Was nun noch ein wenig in den Fokus gerückt werden soll, das ist der Suspense-Teil. Ich finde schon, dass die Farbgestaltung des Covers und dann auch der Klappentext mit den Andeutungen verdeutlichen, dass es eine gewisse melancholische Ebene geben wird. Darauf habe ich auch gesetzt, aber letztlich finde ich das Marketing nicht ideal. Ich hatte gedacht, dass der Suspense-Teil mit Suttons Geheimnis zu tun hat, war aber nicht so. Stattdessen haben wir einen Todesfall, der ganz offensichtlich nur für den zweiten Teil gebraucht wird. Er wurde zwar erzähltechnisch auch hier schon knapp genutzt, aber der eigentliche Suspense-Teil, der wird ganz offensichtlich für den Band rund um Layla erst wichtig werden. Ich hätte es mit dem Marketing wahrscheinlich cleverer gefunden, das für beide Bücher gleich anzubieten. So wird hier ein bisschen etwas versprochen, was nicht eingehalten wird. Das Buch hat für mich auch so funktioniert, aber sich selbst ein Bein gestellt ist das auf jeden Fall.

Zuletzt will ich noch sagen, dass ich „The Summer That Broke Us“ als Hörbuch hatte. Isabel Kluth und Sebastian Fischer haben für mich als Sutton und Ben dabei gut funktioniert. Sie haben sie als Persönlichkeiten überzeugend eingefangen.

Fazit: „The Summer That Broke Us” ist gut für den Sommer, weil Rettungsschwimmen am Strand, Leichtigkeit der Jahreszeit und so vieles rüberkommen. Aber es gibt auch eine melancholischere Ebene, viel zum Thema Trauer und das hat sich zu einer guten Mischung mit einer spannenden Wendung zusammenfügen lassen. War nur leider nicht so viel Suspense, wie ich gedacht und erwartet hätte.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Auf einem interessanten Weg

Lonely Hearts Club. Healing
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GU ist für mich vor allem im Ratgeberbereich verortet. Gerade in die Koch- und Backbücher stöbere ich immer gerne mal rein. Dass der Verlag sich inzwischen breiter aufstellt, habe ich nebenbei schon mal ...

GU ist für mich vor allem im Ratgeberbereich verortet. Gerade in die Koch- und Backbücher stöbere ich immer gerne mal rein. Dass der Verlag sich inzwischen breiter aufstellt, habe ich nebenbei schon mal mitbekommen, aber ich war bislang wohl noch nicht neugierig genug. New Adult ist ein neuer Schwerpunkt und das jetzt schon ein Jahr. Aber erst „Lonely Hearts Club“ hat mich aufgrund der Farbgestaltung des Covers richtig angezogen und da entstand dann doch auch die Faszination, wie New Adult bei GU wohl aussieht.

Die Autorin, Nasanin Kamani, ist selbst Psychiaterin und inhaltlich damit wohl in der Öffentlichkeit öfters im Radio, Fernsehen etc. anzutreffen. Mir war sie kein Begriff, aber ich konnte mir immerhin gleich denken, dass GU nicht einfach jetzt nur New Adult macht, sondern dass sich der Verlag dennoch etwas verschrieben hat. Wenn Kamani also Psychiaterin ist, dann ist sie einfach vom Fach, wenn es um mentale Gesundheit geht. Auch wenn man die Thematik selbst viel in dem Genre findet, entweder weil die Autoren selbst betroffen sind oder weil sie intensiv mit Sensitivity-Readern zusammenarbeiten, dann ist es doch ein Unterschied, es jetzt einmal aus ‚professioneller‘ Sicht verarbeitet zu sehen. Das hat mich gleich neugierig gemacht. Umgekehrt ist nicht jeder geboren, um zu erzählen. Was habe ich also bei „Lonely Hearts Club“ empfunden?

Ich bin insgesamt etwas unentschlossen. Was definitiv als riesiges Highlight stehen bleiben soll, das ist die Darstellung von Depression und allgemein mentaler Gesundheit, aber das habe ich auch erwartet. Ich fand es toll, dass die Geschichte genau so erzählt wurde, wie es ist. Dadurch, dass Milly lang nicht weiß, was mit Clara los ist, stellen die beiden ein gewaltiges Hoch füreinander dar, doch danach kommt eine riesige Delle, viel emotionale Entfernung und ich fand es realistisch. Insgesamt sorgt das dafür, dass die dargestellte Liebesgeschichte nicht von viel prickelnder Romantik/Chemie lebt, aber sie ist sehr, sehr echt. Das Leben ist nicht immer nur rosarot, es hat so viele Farben, es hat verdammt viel Alltag und die Herausforderung, genau dann die Gefühle füreinander zu behalten. Das war hier ideal dargestellt. Claras innerem Prozess wird viel Zeit gegeben, wir bekommen alle Schritte genau mit. Die ganze Therapiephase, die Analysen zu ihrer Persönlichkeit, hier hat man sehr deutlich gemerkt, dass die Autorin den entsprechenden Job hat. Denn es fühlte sich auf den Punkt an, ohne aber lehrbuchhaft zu wirken, einfach weil Clara Psychiater an die Seite gestellt wurden, die selbst eine Seele und Herz haben. So war das angereichert durch Tiefe und echtem Verständnis. So stellt man sich Therapie im besten Sinne vor.

Umgekehrt würde ich aber sagen, dass die Geschichte insgesamt auch gewisse Mauern hochgefahren hat bzw. vielleicht auch so gemeint, dass es einen starken Fokus gibt, wodurch anderes etwas aus den Augen verloren wurde. Ich fand es inhaltlich in jedem Fall auch debattierbar, dass Milly so lange außen vor bleibt, was Clara betrifft. So gab es einfach Momente, in denen ich ihn als sehr ich-bezogen empfunden habe. Auch wenn Clara das umgekehrt auf eine Art auch ist, aber sie steht auch für ein Krankheitsbild, während das bei Milly gar kein Thema war und so wirkte er manchmal etwas unsympathisch. Ich fand auch die Darstellung von Eifersucht sehr übertrieben. Sicherlich sind beide Figuren sehr jung und ich kann mir auch vorstellen, dass sie im Berufsalltag von Psychiatern eine große Rolle spielt, aber es waren nicht nur Gedanken, es gab auch Handlungen, die aus der Eifersucht herrührten und auch dort war Milly dann Verlierer. Vielleicht hätten wir eine bessere Balance erhalten, wenn es mehr offensive Gespräche gegeben hätte, denn dann wäre die Verständnisebene auch eine andere gewesen.

Was mir auch fehlte, das waren ganz konkrete Szenen und da hatte ich sehr stark den Eindruck, dass eine gewisse Oberflächlichkeit das verhindert hat. Vielleicht hätte es das Buch auch gesprengt, vielleicht hätte man dafür andere Momente streichen können. Denn gerade das Zwischenmenschliche blieb oft etwas auf der Strecke. Die Familienbeziehungen bei Milly waren etwas seltsam. Wir haben viele Gespräche mit dem Bruder, der ihm eindeutig die wichtigste Beziehung ist, aber die Mutter schien kein Problem zu sein, spielt dennoch keine Rolle. Dann haben wir noch den Vater, wo es sicherlich viel aufzuarbeiten gibt, dann kommt am Ende aber nur was Kurzes. Bei Clara ist es etwas intensiver, aber auch dort fehlt vieles. Das Verhältnis zur Mutter soll problematisch sein, sonst würde es keinen Sinn ergeben, aber es gab mir zu wenig gemeinsame Szenen. Der Vater hat einen Moment, geht dann völlig verloren. Dann haben wir noch die Geschwisterbeziehung, die besser ist, aber auch nicht ideal ausgearbeitet. Selbst Clara und Alex habe ich als lückenhaft empfunden. In all den Bereichen gab es genug, was ich gerne noch gesehen und gelesen hätte. Das zeigt doch auf jeden Fall, dass in sich genug Potenzial da war. Zuletzt möchte ich noch mit einem dicken Pluspunkt enden. Die Einbindung von Musik war toll. Claras Liebe für die klassische Musik und andere Stile kam gut rüber. Texte der Lieder spielten eine Rolle, aber vor allem die Gefühle, die alleine die Töne auslösen. Musik war immer Claras Zufluchtsort und das kam durchgängig toll rüber.

Fazit: „Lonely Hearts Club“ hat mich einerseits überzeugt, andererseits aber auch vermuten lassen, dass es mit etwas mehr Schreibübung für Nasanin Kamani noch besser hätte sein können. Die Idee, von einer Frau vom Fach, mentale Gesundheit darstellen zu lassen, das ist aufgegangen. Auch ihre private Liebe für die Musik kam durch und überzeugte. Aber auf der zwischenmenschlichen Ebene, abseits von Clara, hätte ich mir mehr Tiefgang, mehr Momente gewünscht. Es gab dementsprechend Highlights, aber auch genug Momente, wo es mehr hätte sein dürfen, vielleicht sogar müssen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Im LGBTQIA+ Teil am stärksten

Maybe Meant To Be
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Es ist schon länger her, dass ich aus der Reihe Hanser von dtv etwas gelesen habe, was auch daran liegen mag, dass es sich in der Tendenz mehr an ein jugendliches Publikum richtet. Dennoch wird man für ...

Es ist schon länger her, dass ich aus der Reihe Hanser von dtv etwas gelesen habe, was auch daran liegen mag, dass es sich in der Tendenz mehr an ein jugendliches Publikum richtet. Dennoch wird man für manchen Geschichten und deren Botschaften nie zu alt, was ich bei „Maybe Meant To Be“ auch wieder gedacht habe.

Ich habe das Buch von K. K. Walther als Hörbuch konsumiert. Ich habe tatsächlich bislang noch wenig ‚Jugendbücher‘ gehört, zuletzt aber Kerstin Gier und den Abschlussband ihrer „Vergissmeinnicht“-Reihe. Aber es ist doch definitiv ein Gedanke wert, dass erfahrene Hörbuchsprecher und Hörbuchsprecherinnen dem Jugendalter schon längst entwachsen sind. Dennoch merkt man natürlich, dass bei so einer Hörbuchproduktion das Bemühen sichtbar ist, Stimmen zu finden, die jünger klingen. Das ist bei Corinna Dorenkamp und Julian Horeyseck auch durchaus gelungen und dennoch habe ich mich an einigen Stellen gefragt, ob es noch jünger, noch authentischer klingen würde, wenn tatsächlich Stimmen in dem Alter bei den Aufnahmen dabei wären. Speziell Dorenkamp habe ich jetzt schon oft im Ohr gehabt und immer in älteren Rollen, was schon etwas macht. Aber es ist nur ein kleiner Seitengedanke, denn das Leseerlebnis würde ich keinesfalls als vermindert ansehen wollen.

Kommen wir nun zur Geschichte, bei der mich ein Aspekt etwas gestört hat. Es ist die gemeinsame Geschichte von Sage und Charlie. Zwei Figuren, zwei Perspektiven. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass es vielmehr Charlies Geschichte war als Sages. Seine verborgene Homosexualität ist das Zentrum des Geschehens und es wäre unsinnig, das Gegenteil zu bedeuten. Letztlich ist Sages Geschichte auch davon beeinflusst, dass sie ihren besten Freund seit Kindesbeinen nicht unfreiwillig outen will. Das fand ich also insgesamt etwas schade, weil ich Sage vielmehr als wunderbare und tolle Freundin erlebt habe als eigenständigen Menschen. Zumal auch Nick als Charlies Zwillingsbruder dann etwas kurz kam. Auch zu ihm hätte ich gerne noch mehr erfahren, auch um die gemeinsame Geschichte von Sage mit ihm besser und intensiver zu erleben. Ich bin einfach nicht so ein Fan davon, wenn Figuren Mittel zum Zweck sind, denn das ist kein Mensch von uns.

Wenn ich jetzt aber speziell den Teil zu Charlie begutachte, dann sehe ich auch ganz deutlich, was Walther für Qualitäten als Erzählerin hat. Sein innerer Kampf, der anfangs gar nicht bewusst thematisiert wird, den man durch Charlies Handlungen aber sich zusammenpuzzlen kann, war eindrücklich und nachvollziehbar gestaltet. Dazu kommt, dass sein Gegenpart Luke auch super sympathisch charakterisiert wurde. Da kann man auch gut den Vergleich zu Nick ziehen. Denn eigentlich sind es diese vier Figuren, um die es gehen sollte und Charlie und Luke überstrahlen alles. Würde ich mir das Ganze als Serie vorstellen, dann wäre ich definitiv ein fleißiger Shipper der beiden und alles andere würde etwas abfallen. Auch wenn ich wieder einschränken muss, dass die Freundschaft zwischen Sage und Luke (wenn auch extrem schnell entstanden) auch ein Highlight war, weil die beiden eine Art Seelenverwandtschaft für mich ausgedrückt haben. Aber zurück zum Pärchen, denn Luke ist das Gegenteil von Charlie in vielen Punkten und damit entstehen genau die Konflikte, die den einen unter Druck setzen und den anderen eine Scham und Zurückweisung empfinden lassen, die er gar nicht verdient hat.

Die Geschichte von Charlie und Luke ist sehr angemessen, vielschichtig und mitfühlend geschrieben. Ich musste auch viel an „Heartstopper“ denken, wohl die LGBTQ-Serie für Jugendliche der letzten Jahre. Es zeigt einfach wieder, dass es so authentische und wenig reißerische Geschichte nicht immer schon so gab. Aber „Maybe Meant to Be“ macht es genau richtig. Charlies Ängste sind vor allem ganz alleine seine, aber die Welt da draußen ist homophob, sie ist es aber nicht nur und deswegen macht dieses Buch auch Mut.

Fazit: „Maybe Meant to Be“ ist vor allem in Bezug zu Charlie und Luke eine echt tolle Liebesgeschichte, die viele Facetten und viele Schichten hat, die man gerne auspackt. Sage und Nick hätten für die Geschichte auf eine Art noch mehr bedeuten können, aber Sage ist für alle Jungs ein wichtiger Faktor, weil sie einfach ein liebevoller Charakter ist. Also eine gute Geschichte, in der noch etwas mehr drin gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Zwielichtige Floristin als Hobby-Ermittlerin

The Florist
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Nachdem einige Jahre lang die Spannungsromane in waren, in denen man der weiblichen Hauptrolle kaum vertrauen konnte, weil ordentlich an ihrer Glaubwürdigkeit gesägt wurden, sind sie wieder zurück. So ...

Nachdem einige Jahre lang die Spannungsromane in waren, in denen man der weiblichen Hauptrolle kaum vertrauen konnte, weil ordentlich an ihrer Glaubwürdigkeit gesägt wurden, sind sie wieder zurück. So jedenfalls würde ich auch „The Florist“ von C. L. Pattinson einstufen, das ich als Hörbuch, gelesen von Sarah Liu, konsumiert habe.

Von der Autorin habe ich bislang noch nichts gehört und es scheint tatsächlich auch ihr erstes auf Deutsch veröffentlichte Werk zu sein. Ich fand, dass der Klappentext spannend klang und das dazu passende Cover hat für mich dann den letzten Schub ausgemacht. Da die Geschichte rein aus Amys Perspektive erzählt wird, hat für mich Lius Erzählstimme auch hervorragend gepasst, auch weil sie für mich schnell zu Amy geworden ist. Ich mochte auch den Farbklang ihrer Stimme, der etwas rotziger ist und daher zu einer eher wenig angepassten Frau wie der Protagonistin passt. Gleichzeitig hat mir die Stimme auch geholfen, eine Verbindung zu Amy zu halten, auch wenn das menschlich eher schwierig war, denn Amy ist echt eine Nummer für sich. Das zeigt sich nicht direkt im ersten Kapitel, aber doch relativ früh. Und es passt letztlich auch dazu, dass alle anderen Figuren ihr mit einer gewissen Vorsicht begegnen. Manche Menschen strahlen einfach aus, dass sich Großes hinter ihrer Fassade bewirkt. Bei Amy ist der Hauptgrund, dass sie kaum etwas spontan und intuitiv macht. Stattdessen ist sie von vorne bis hinten durchgeplant und damit ist es echt schwer, sie in ihren Interaktionen als Gefühlsmensch wahrzunehmen.

Ein Roboter ist Amy aber auch nicht und dementsprechend gibt es doch einige Passagen, speziell wenn sie über ihre Abhängigkeit ihrer Beziehung zu Izzy nachdenkt, da merkt man ihre Gedankengänge. Dementsprechend habe ich mir natürlich auch schon Gedanken gemacht, warum ist Amy wer sie ist? Da ähnliche Bücher immer einen Kniff haben, um die Protagonistin nicht sofort zu mögen, war mir schon klar, dass sie trotz ihrer suspekten Methoden und ihrem teilweise ignoranten Verhalten nicht die Antagonistin des Geschehens wird. Dementsprechend wird sie zu einer Art Heldin, die überraschend gute Ermittlungsmethoden für sich entdeckt und daher ihren Moment bekommt. Auch wenn ich Amy niemals als Freundin oder gar Bekannte haben wollen würde, aber in der Gesamtgeschichte war es für mich immerhin so, dass ich ihr das Erfolgserlebnis gegönnt habe.

Kommen wir abseits von Amys Persönlichkeit noch zu anderen Seiten dieses Romans. Wir haben die Gegenwart durch Amys Augen, aber wir haben auch Zeugenaussage, die sich auf einen mysteriösen Vorfall beziehen. Diese dienen natürlich vor allem dazu, Spannung zu erzeugen und in Amy Zweifel zu erzeugen. Es sind schon harte Außenperspektive auf ihren Charakter. Sicherlich subjektiv noch einmal verschärft, aber es ist eine clevere Gesamtkomposition, um alles am Laufen zu halten. Auch abseits dieses Springens hat es für mich die Handlung aber geschafft, dass ich konstant dran geblieben bin. Selbst wenn Amy selbst mich nicht mitreißen konnte, so waren es aber die Geschehnisse um sie herum, die Menschen um sie herum. Ein Tod zwischendurch ist auch strategisch gut platziert, auch weil man sich dann fragt, was kommt wohl danach noch?

Es ist für mich auch gelungen, die Person hinter alldem lange zu verschleiern, sodass es für mich als Überraschung kam. Es hat sicherlich auch geholfen, dass Amy keine dominante Ermittlerin war und dazu auch eine echte Könnerin. Sie hat viel herausgefunden und Puzzleteile zusammengesetzt, was alles vorangebracht hat, aber es war gar nicht ihre Aufgabe zu wissen, wer hinter allem steckt und so kam es dann für uns alle wohl eher überraschend. Danach hat das Buch für mich aber zwei größere Fehler gemacht. Sowohl die Geschichte hinter den Taten sowie gelüftete Geheimnisse aus Amys Vergangenheit werden relativ stoisch hintereinander wegerzählt. Da hat man gemerkt, das große Geheimnis ist jetzt gelüftet und jetzt geben wir noch alle Antworten. Auch wenn ich immer für alle Antworten bin, aber ich will die am Ende nicht lieblos aneinandergereiht haben, weil das erzählerisch lahm ist. Ich habe da also ein extrem zähes Ende bemerkt. Der Knall muss schon so spät wie möglich sein und dann nicht noch 100 Seiten Aufklärung.

Fazit: „The Florist“ ist auf jeden Fall ein interessantes Werk. Ich konnte es sehr gut weghören und es hat für mich auch genug Überraschungseffekte geboten. Es war mit Amy nicht immer leicht und auch das Ende war dann viel zu langgezogen, was die vorher geernteten Früchte wieder faul hat werden lassen. Aber insgesamt würde ich für Fans des Genres eine Empfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

"Seasons"-Reihe bleibt auch mit Band 3 speziell

A Spring to Hope
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Die „Seasons“-Reihe von Morgane Moncomble ist echt etwas für sich. Die Geschichten sind untereinander echt extrem unterschiedlich. Verschiedene Länder, verschiedene Stile, unterschiedliche Atmosphäre. ...

Die „Seasons“-Reihe von Morgane Moncomble ist echt etwas für sich. Die Geschichten sind untereinander echt extrem unterschiedlich. Verschiedene Länder, verschiedene Stile, unterschiedliche Atmosphäre. Das hat durchaus seinen Reiz, weil es auch zeigt, was die junge Französin als Autorin drauf hat, aber es macht umgekehrt auch die Gefahr größer, dass einzelne Bände den individuellen Geschmack nicht treffen mögen. Band 1 gefiel mir zum Beispiel überhaupt nicht, während Band 2 mit dem Eiskunstlaufen gleich etwas anderes zu bieten hatte, was mich am Haken hatte. Wie ist es nun bei Band 3?

Während Band 1 für mich abgedreht war, Band 2 eher süß-romantisch, ist Band 3 in der Konsequenz sicherlich der erwachsenste Band. „A Spring to Hope“ fängt schon ungewöhnlich an, indem das zentrale Pärchen, Cam und Nolia in einem gewaltigen Missverständnis aufeinandertreffen. Es war erst etwas schwer, sich in dem Chaos zu orientieren, auch weil Cams erstes Kapitel erst relativ spät kommt. Aber auch so fand ich die Figuren erst sehr schwer greifbar. Beide haben bis dato auch sehr ungewöhnliche Lebensgeschichten hinter sich, was sie von mir auch eher entfernt haben. Während es bei Cam schnell durchsichtig war, was seine Mutter mal war und wie er aufgewachsen ist, sind Nolias Familienverhältnisse etwas seltsam. Sie hat mit der Geburt ihrer Tochter mit ihnen gebrochen, aber was genau mit den Schwestern ist, wie da was zusammenkommt, alles undurchsichtig und leider auch nicht richtig ausgearbeitet. Man kann sich dazu was denken, wissen tut man es eher nicht.

Irgendwann kommt der zentrale Zug in die Geschichte, indem Cam und Nolia ein Abkommen schließen. Die beiden Charaktere blühen miteinander auf, auch wenn sie das beide so nicht wollen, aber die Verbindung der beiden funktioniert doch sehr gut, so dass ich an ihnen als Paar immer mehr Spaß gefunden habe. Man hat auch schnell gemerkt, dass Cam mit ganz anderen Gefühlen an alles rangegangen ist, während sich Nolia wegen des Vaters ihres Kindes vieles verboten hat. Dennoch war es echt sehr überraschend, als dann ein großes Geheimnis aufgedeckt wird. Während es für mich zu Cam gepasst hat, ist es auf Nolia gemünzt aber doch arg seltsam. Natürlich könnte ich mir jetzt ganz tiefsinnige Gedanken machen, aber ich finde es nicht tiefsinnig, weil es nicht romantisch ist. Ich halte es für sehr logisch, dass Menschen, die genau richtig für sich sind, immer aneinander vorbeilaufen, weil sie noch nicht füreinander bereit ist, aber auf eine gewisse Art kann man bei Nolia und Cam so nicht argumentieren. Dementsprechend hat mir dieser Kniff in der Handlung wieder etwas vom Zauber genommen.

Ein Kritikpunkt bleibt auch erhalten, weil er sich schon durch die ganze Reihe zieht. Die vier Blumenmädchen sind Freundinnen, das war immer gegeben, aber für mich kommt einfach zu wenig rüber, warum es genau die vier sind. Auch wenn die drei anderen in diesem Band auch wieder ihren Auftritt haben, aber es wirkt nicht so, wie ich es mir wünschen würde. Sie sind Teil vom Leben der anderen, aber irgendwie doch nicht. Umgekehrt hat mir aber gefallen, dass Nolias kulturelles Erbe eine so große Rolle spielen durfte. Das passiert doch viel zu selten, weil man es sich einfach macht, alles weiß zu machen oder die Hautfarbe/Kultur einfach keine Rolle spielt. Aber Nolia kommt aus einer stark hinduistisch geprägten Familie. Sie hat zwar ihren eigenen Weg gefunden, aber man merkt, wie sehr ihr Glaube sie auch zu der macht, die sie ist.

Fazit: „A Spring to Hope“ ist als dritter Band der “Seasons”-Reihe wieder ein wildes Abenteuer, bei dem es schwer ist, einen richtig konstanten Eindruck zu gewinnen. Cam und Nolia haben sich mir als Paar ins Herz geschlichen, aber die große Wendung des Buchs fand ich seltsam, auch weil sie zu meinem Eindruck der beiden nicht gepasst hat. Die „Seasons“-Reihe bleibt so unterm Strich sehr speziell und ist sicherlich nicht Moncombles bestes Werk.

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