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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2025

Süß und nerdig

My Mechanical Romance – Gegensätze ziehen sich an (Von Olivie Blake, der Bestseller-Autorin von The Atlas Six)
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Die Robotik-Thematik fand ich spannend. So intensiv bin ich ihr in der Bücherwelt noch nicht begegnet, vor allem nicht in Zusammenhang mit einer Schulromanze. Und das Thema bleibt in dem Buch keinesfalls ...

Die Robotik-Thematik fand ich spannend. So intensiv bin ich ihr in der Bücherwelt noch nicht begegnet, vor allem nicht in Zusammenhang mit einer Schulromanze. Und das Thema bleibt in dem Buch keinesfalls oberflächlich. Die Autorin kratzt das Thema nicht an, sondern geht in die Tiefe und macht es zu einem großen Bestandteil ihres Romans. Leser, die dafür brennen, werden hier richtig viel Freude haben. Ich gebe zu, dass ich nicht alles verstanden habe bzw. mir vorstellen konnte. Dennoch hat man gemerkt, dass alles für Laien in einfachen Worten beschrieben wurde.

Ich find das Buch echt stark für alle Frauen, die in der sogenannten „Männerwelt“ ihren Platz zu finden suchen. Das Robotik-Team wird größtenteils von männlichen Nerds geführt und Mädchen von manchen Jungs als Diversitätsquote gesehen. Belächelt, nicht ernst genommen, aber voller Leidenschaft kämpfen sich die Damen in dem Buch durch die Vorurteile. Sie zeigen, dass es schwer sein kann, aber was für ein wundervolles Gefühl ist seine Leidenschaft zu leben und wie es ist, dann auch Erfolge damit zu erzielen.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich mit den Hauptfiguren sympathisiert habe. Sie ist zunächst etwas schludrig und verwendet das Wort „Ugh“ in ihrem Gesprächsgebrauch bisschen zu häufig. Er wirkt als Star in jedem Bereich seines Lebens, etwas arrogant. Doch der Blick hinter die Fassade, zeigt, wie sie mit ihren eigenen Erwartungen und dem Druck von außen kämpfen. Zudem entwickeln sich Beide durch Gesprächsimpulse von außen, aber auch durch eigenes Reflektieren, wodurch sie mir immer mehr ans Herz gewachsen sind. Letztendlich hat ihre Leidenschaft für die Robotik, sie immer mehr nach außen strahlen lassen, was schön war zu beobachten.

Die Lovestory fand ich süß eingebaut. Sie baut sich authentisch auf, die Charaktere nehmen sich Zeit füreinander und damit, die Person kennenzulernen. Slow burn statt im schnellen Liebesrausch, was ich persönlich sehr passend fand. Es wirkte ein wenig, wie das erste Verlieben.

Den Plot fand ich in vielen Facetten auch stark aus dem Leben gegriffen. Es besteht nicht lediglich aus Robotik und einer Lovestory. Hier geht’s auch, um Familie, Freundschaften, den Schulalltag, der Druck mit der Zukunftsplanung in dem Alter, sich gesehen zu fühlen und um ein Gleichgewicht finden zwischen "sich treiben lassen, Ehrgeiz & sich verausgaben". Ich mochte die Tiefgründigkeit. Die vielseitigen Themen machten die Geschichte und Charaktere lebendiger und greifbarer für mich.

Fazit:


Ein Buch mit spannender, außergewöhnlicher Robotik-Thematik für das Romance-Genre. Zwar habe ich nicht jedes Detail vor Augen gehabt und nachvollzogen, aber es ist in einfachen Worten für Laien geschrieben und Robotik-Fans werden sich abgeholt fühlen. Für Frauen, die in einer Männerdomäne arbeiten (wollen) oder ein leidenschaftliches Hobby darin ausführen, sicherlich auch eine bestärkende Lektüre, in der sie sich vielleicht selbst etwas wiedererkennen.

Mit den Charakteren musste ich erst warm werden, aber sie holten mich im Laufe des Buches ab. Ihre Lovestory ist süß und authentisch für eine erste High School-Romanze. Die zahlreichen Facetten des Lebens, die ihren Platz im Geschehen finden, runden das Leseerlebnis ab.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Sommerlich, sportlich, emotional.

Cape Coral 1. Break through my Defense
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Der Start in dieses Buch ist… heavy. Payton hat gerade ihre Eltern verloren und ist in Schockstarre. Auf den ersten Seiten wird bereits deutlich, dass keine einfache, locker-leichte Sommerromanze im Buch ...

Der Start in dieses Buch ist… heavy. Payton hat gerade ihre Eltern verloren und ist in Schockstarre. Auf den ersten Seiten wird bereits deutlich, dass keine einfache, locker-leichte Sommerromanze im Buch wartet. Es wird tiefgründig, voller Emotionen und Verlustbewältigung.

Im neuen Standort fällt Payton der Alltag erst mal schwer. Von der Familie ihres Onkels wird sie nicht unbedingt empathisch aufgefangen und es wird ein Kampf überhaupt durchzuatmen. Dennoch stolpert sie Betty vor die Füße, wortwörtlich, die ihr eine quasselnde Unterstützung wird. Sie habe ich stark ins Herz geschlossen.

Am sympathischsten war mir jedoch Cameron. Bei einer Party wird ein sehr intensiver Augenkontakt zwischen Payton und dem Quarterback der Tigers der Start für eine Menge Gefühle. Deren erstes Aufeinandertreffen war… mega seltsam. Aber danach ging es steil bergauf und er entwickelt sich zu einem Book Boyfriend aus Träumen. Ihn fand ich liebevoll, direkt und er hat sich so viel Mühe gegeben. Tschüss, bare minimum.

Payton durchlebt eine schmerzhafte Zeit. Ihre Gedanken und Tage nach dem Unfall, brechen einem das Herz und nehmen emotional total mit. Umso schöner waren die Freundschaften, die sie Vorort geschlossen hat. Sie hat die Stärke in sich, die Emotionen zu verarbeiten und trotzdem brauchen wir manchmal Menschen um uns herum, die uns dabei unterstützen.

Zwischen Payton und Cameron ist ein Knistern, wie an einem wohlig warmen Lagerfeuer in einer angenehmen Sommernacht. Ich fand es schön, wie sich ein Kribbeln entwickelt hat allein durch unschuldige Berührungen oder Augenkontakt. Alles andere hätte ich in dem Kontext auch unpassend gefunden, wobei sich mit der Zeit auch ein gewisses Spice-Level entwickelt. Aber eben mit der Zeit.

Damit wurde es neben der Tiefgründigkeit, trotzdem noch eine Sport Romance Geschichte mit sommerlichem Touch, humorvollen Gesprächen und schönen Momenten. Wie ich es mir gewünscht habe. Ich mochte auch das Setting mit viel Sonnenschein, Bootsfahrten, Nächten am Pool. Es erweckt auf jeden Fall den Wunsch nach einem Besuch in Cape Coral.

Ich habe lediglich zwei kleine Kritikpunkte. Payton war mir nicht immer sympathisch. Manchmal war sie einfach nicht nett. Hat aus ihrer Unsicherheit heraus verurteilt oder ist vor schwierigen Kommunikationen geflohen. Allerdings merkt man über die Seiten, woher das ihren Ursprung hat und dass sie daran arbeitet. Über die Kapitel legt sie Schrittweise auch eine gute Entwicklung hin.

Außerdem hätte das Ende von mir aus mit einem Drama weniger enden können. Das Buch bietet bereits so viele tiefgründige Aspekte, Gespräche und Situationen, dass es ohne klassisches New Adult-Abschlussdrama ausgekommen wäre. Ist aber persönlicher Geschmack und letztendlich auch kein großer Abbruch gewesen.

Fazit:

Die Geschichte ist nichts für Zwischendurch, sondern da, um ganz viele Emotionen zu durchleben. Verlust, Ängste, Umgewöhnungen, aber auch neue Freunde, das erste Mal wieder Lachen und eine sommerliche Lovestory – „Cape Coral 1“ ist ein Kombipaket.

Von mir aus hätte es lediglich ein, zwei Drama-Elemente weniger sein können. Zudem ist die Hauptfigur nicht immer sympathisch, wobei sie im Laufe der Kapitel immer wieder eine Entwicklung durchmacht.

Zitat:

"Menschen sind so unterschiedlich wie die Blumen eines Gartens. Wer bist du , entscheiden zu können, dass eine Rose hübscher ist als eine Hortensie."

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Fesselnde High Society Crime

Such Charming Liars
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„Such Charming Liars“ bietet High Society Crime, wie man sie sich wünscht. Ein Mord, eine Milliardärsfamilie, eine Menge Motive und Geheimnisse. Doch entsteht hier noch ein zusätzlicher Nervenkitzel durch ...

„Such Charming Liars“ bietet High Society Crime, wie man sie sich wünscht. Ein Mord, eine Milliardärsfamilie, eine Menge Motive und Geheimnisse. Doch entsteht hier noch ein zusätzlicher Nervenkitzel durch den geplanten Raub, der Schmugglerfamilie und der unmittelbar drohenden Gefahr vom frei herumlaufenden Mörder.

Ich fand, das Buch lässt sich gut und spannend weg lesen. Viele der Charaktere haben Dreck am Stecken, teilweise belauschen wir sie auch bei sketchy Gesprächen. Ich habe um die Hauptfiguren gebangt, Herzklopfen gehabt und umstehende Personen stark verdächtigt.

Für mich dauerte es zunächst ein paar Seiten bis das Geschehen an Fahrt aufnahm. Vorab gibt es noch einen kleinen Aufbau im Plot vor der glamourösen Party. Zudem konnte ich einige Dinge vorab ermitteln, weil einiges darauf hingedeutet hat. Der Spannungsbogen wird jedoch untermalt von einem flüssigen Schreibstil mit einigen Kapitelcliffhangern, welche optimal zum Plot passten. Dadurch fällt es insgesamt schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Das Geschehen lässt sich aus Liams und Kats Perspektive lesen. Als Sohn eines Catfish-Vaters und als Tochter einer Profi-Diebin, sind sie ein wirklich interessantes Hauptcharakter-Duo. In ihren jungen Jahren haben sie durch ihre familiären Umstände auch schon einiges durchgemacht, wodurch ich auf ihre Backgroundstorys hingefiebert habe. Sie wirkten damit auf mich sehr gut ausgearbeitet.

Auch eine angenehme Abwechslung: Zwischen den Hauptfiguren gibt es keine klassische Lovestory, nur (Ex-)geschwisterliche Zuneigung. Somit nehmen hier keine romantischen Elemente das Spotlight ein. Der Fokus bleibt auf den Ermittlungen im Mordfall, dem Raub und auf den verdächtigen Charakteren.

Fazit:

Ein gelungener High Society Crime-Roman mit vielen Extra-Aspekten, die das Spannungslevel unterstreichen oder erhöhen. Zwar lassen sich einige Details erahnen und vorab kombinieren, dennoch ist es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Zudem macht es ja auch Spaß, wenn es möglich ist mit zu ermitteln. Gut ausgearbeitete und originelle Hauptcharaktere runden das fesselnde Leseerlebnis ab.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Sich unsichtbar fühlen vs. unsichtbar sein

If you could see the sun
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Was würdest du tun, wenn du unsichtbar sein könntest? Alice weiß es. Sie würde eine App entwickeln: Beijing Ghost – und darüber Geheimnisse, Affären oder Skandale aufdecken oder verhindern. Sie nimmt Aufträge ...

Was würdest du tun, wenn du unsichtbar sein könntest? Alice weiß es. Sie würde eine App entwickeln: Beijing Ghost – und darüber Geheimnisse, Affären oder Skandale aufdecken oder verhindern. Sie nimmt Aufträge ihrer Mitschüler an und versucht sich damit etwas dazuzuverdienen, um ihrer Familie und sich ein besseres Leben zu ermöglichen.

Ich bin mir sicher, dass es nicht nur Alice so ergeht. Dass viele mit dem Gefühl „unsichtbar zu sein“ zu kämpfen haben oder sich wünschen, wie andere zu sein. Doch ist es so, dass wir unsere Präsenz manchmal unterschätzen oder wie uns Menschen wahrnehmen. Denn auch wenn wir uns manchmal so fühlen, sind wir eben nicht wirklich unsichtbar. Andere Menschen sehen uns, beneiden uns, lieben uns. Ich mag es, wie das Buch das verdeutlicht.

Das Buch vermittelt außerdem weitere, wichtige Botschaft, weil es zeigt, dass man manchmal mit den Fähigkeiten, die das Leben einem schenkt und seinen Leidenschaften arbeiten sollte. Oder dass man sich überlegt, welche Werte und Ziele wirklich wichtig sind und Mehrwert für das Leben bieten.

Gleichzeitig weist der Plot auf einige Ungerechtigkeiten im Leben hin. Ob wegen der sozialen Schere oder rassistischen Erfahrungen im Ausland oder auch im Heimatland, wenn man mal woanders gelebt hat. Wie es ist, sich einen Platz im Leben, in seiner Heimat und der Gesellschaft zu finden. Altersgerecht verpackt und flüssig, interessant und wertvoll geschrieben.

Ich finde es nur schade, dass ein paar moralische Themen eher oberflächlich behandelt werden. Der Plot bietet sehr viel Fläche um darüber zu philosophieren, wo Grauzonen beginnen oder enden. Eher werden jedoch Beweggründe besprochen. Beim Lesen habe ich auf jeden Fall verstanden, woher gewisse Entscheidungen der Hauptfigur kommen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es noch mehr darum geht, ob gewisse Handlungen trotz Beweggründe in Ordnung sind oder nicht.

Auch geht die Hauptfigur mit viele Vorurteilen in die Geschichte. Ich habe beim Lesen gemerkt, dass sie ihre Unsicherheiten auf andere projiziert. Allerdings war es teilweise schon starkes Schubladendenken. Nur, weil andere Personen etwas haben, das wir uns für uns selbst wünschen, hatten sie es deswegen nicht zwingend leichter. Jeder hat auf seine Art ein Päckchen zu tragen und das hätte das Buch noch stärker herausarbeiten können.

Fazit:

Interessant für einige Denkanstöße. Hätte aus meiner Sicht gerne bei ein paar Dingen noch in die Tiefe gehen können. Trotzdem ein sehr jugendgerechtes Buch mit klassischen Alltagsproblemen, einem tollen Spannungslevel und einer außergewöhnlichen Idee.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Atlantis der Nordsee

Rungholt
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Mystisch, düster, gefährlich. Das Buch ist wie das Meer.

Ich finde das Buch lebt schon ein wenig davon, wie es geschrieben ist. Malerisch und als würde Gefahr hinter der nächsten Welle liegen. Es dauert ...

Mystisch, düster, gefährlich. Das Buch ist wie das Meer.

Ich finde das Buch lebt schon ein wenig davon, wie es geschrieben ist. Malerisch und als würde Gefahr hinter der nächsten Welle liegen. Es dauert zwar immer wieder ein wenig, bis man damit im Geschehen angekommen ist, weil der Schreibstil auch etwas komplexer und altmodischer anmutet, aber das gehört ja auch zum Charme von historischen Romanen dazu.

Was mir außerordentlich gut gefallen hat: Man merkt, hierfür wurde gut recherchiert. Bis zu diesem Buch wusste ich nicht, dass wir ein Atlantis der Nordsee haben. Umso spannender fand ich alle Details zur Stadt, von dem Aussehen der Gebäude bis hin zur Bedeutung ihrer Handelsruten übers Meer. Im Nachwort gibt es von der Autorin auch noch eine kleine Aufschlüsselung über Fakten und Legenden von Rungholt.

Im Prinzip liefert uns die Autorin zwei Sichtweisen, die beide in vergangenen Jahrhunderten spielen. Janna verliert sich in den Worten eines alten Tagebuches aus Rungholt. Ein Ort, der mehr als Legende, als Wahrheit anmutet. In den Einträgen von Leonore erkennt sie sich selbst wieder, fühlt und leidet mit ihr. In einer Familie voller düsterer Menschen und Wesen, entführt Leonore in eine unterschwellig spannende Geschichte.

Was für Charaktere. Sehr aus dem Leben gegriffen und ich habe mich bis zum Ende gefragt, wer sich als liebevoll gegenüber den zwei weiblichen Hauptfiguren herausstellt oder sich gegen sie wendet. Ich habe mit ihnen gefühlt und oft gebangt. Mein kleiner Charakterfavorit war jedoch Lara, die zierliche Frau mit spitzen Zähnen und sirenenartiger Stimme. Auf ihre Geheimnisse, ihre Geschichte und Fähigkeiten wurde man regelrecht angeheizt.

Ann-Kathrin Wasle verbindet historische Elemente mit einer herzschmerzenden Familiengeschichte und webt eine eigene Legende. Dabei bekommt das Meer eine besondere Rolle und macht fantastischen Elementen Platz. Eine Kombination, die ich im mystischen Deckmantel gerne gelesen habe. Hinzu kommt eine gewisse Dramatik, die mich an der Stange gehalten haben.

Fazit:

Den Schreibstil fand ich nicht immer leicht zu lesen, aber er ist sehr malerisch und mystisch, was zum vergangenen Zeitalter und einer Meereslegende sehr gut passt. Die Geschichte bietet historische Fakten in Kombination mit Legenden und Sagen zum Meer und dramatische Familiengeschehnisse, die mich an den Seiten festgehalten haben.

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