Skurrile Mordermittlung
Magic Sparks„Magic Sparks“ bietet eine etwas ungewöhnliche Art von Ermittlung. Denn in dem Buch ermittelt die Hauptfigur über ihren eigenen Tod, nachdem sie unverhofft wieder zum Leben erwacht. Letztendlich wird es ...
„Magic Sparks“ bietet eine etwas ungewöhnliche Art von Ermittlung. Denn in dem Buch ermittelt die Hauptfigur über ihren eigenen Tod, nachdem sie unverhofft wieder zum Leben erwacht. Letztendlich wird es zu einem immer größer werdenden Fall. Gleichzeitig erfolgen mehrere Ermittlungsstränge und Fragen, die es zu ergründen gilt. Mich hat natürlich besonders interessiert: Wer ist der Täter? Und warum lebt die Hauptfigur noch?
Erlebt habe ich die Geschichte durch ein Hörbuch. Da es nur eine Erzählerperspektive gibt, gibt es auch keinen Sprecher-Wechsel. Größtenteils empfand ich die Sprecherin Marylu Poolman als sehr angenehm, so dass ich die Fortsetzungen auch noch von ihr hören möchte. Nur hin und wieder hat sie den Satz eines Charakters im Dialog anders betont, als den nächsten Satz. Da dachte ich daher, es spricht schon eine andere Buchfigur. Das hat mich beim Hören manchmal verwirrt.
Den Plot fand ich mega genial und skurril. Er findet statt in einer Urban Fantasy-Welt mit Vampiren und Werwölfen sowie einem Supernatural-Squad – Polizeifraktion für Übernatürliches. Doch selbst in diesem Weltenentwurf ist es ungewöhnlich, dass jemand von den Toten erwacht. Als Leser folgt man Emma bei ihrem Start ins Polizeiteam und in den übernatürlichen Bereich. Ab Beginn habe ich also mitgerätselt: Was hat sie wohl mitbekommen? Wer hat etwas gegen sie?
Nach ein paar Seiten kamen einige Täter für mich in Frage. Emma ist nämlich ein kleiner Hau drauf-Charakter und bringt sich gern in Gefahr. Über die Welt der Werwölfe und Vampire weiß sie nicht viel, weshalb sie gerne in ein Fettnäpfchen trottet. Dadurch hatte ich nur umso mehr Freude daran mit ihr die Welt kennenzulernen. Um ihren Fall zu lösen, brauchte es auch ihre übereifrige und mutige Persönlichkeit. Letztendlich hat es mir aber auch gefallen, dass sie nicht unverletzbar ist – immerhin stirbt sie auf den ersten Seiten. Oft sind Hauptfiguren, die die Gefahr nicht scheuen ungewöhnlich gute Überlebenskünstler. Deswegen war das eine gelungene, skurrile Abwechslung.
Neben ihr gab es noch einige andere Charaktere, die sehr spannend waren. Insbesondere der Supernatural-Squad und die Oberhäupter der Fantasy-Wesen haben mein Interesse geweckt. So haben sie in gefährlichen Situationen oder Fehltritten, alle ihre eigene Politik und Handhabe. Über die Buchfiguren und die Welt der Werwölfe und Vampire möchte ich in den Folgebänden unbedingt noch mehr lesen.
Die Ermittlungen haben Spaß gemacht, was sicherlich auch den ungewöhnlichen Umständen mit einer ursprünglichen Toten zu recherchieren geschuldet ist. Größtenteils geht es darum, alle Antworten zum Fall herauszufinden. Hin und wieder gibt es jedoch auch brutale Beschreibungen.
Auf die Auflösung bin ich nicht gekommen, wodurch es für mich zu einem absoluten Plottwist geworden ist. Lediglich das Motiv fand ich etwas schwach. Es war nicht der logischste Grund, sondern eher vom typischen Charakterprofil eines Psychos. Damit war es für mich persönlich nicht das befriedigendste Motiv, aber auch nicht weniger realistisch. Am Ende erhält der Leser viele Antworten, aber es bleiben noch ein paar Handlungsstränge offen, die Lust auf die Fortsetzung machen.
Fazit:
Ein spannender Fall mit originellen Plot-Elementen. Mir hat es total viel Spaß gemacht durch die Augen des Mordopfers zu ermitteln. Sie selbst eckt schnell an und eröffnet damit einige potenzielle Täter, überzeugt aber auch mit ihrem Mut und kann sich damit in der Welt des Übernatürlichen behaupten. Die Auflösung konnte überraschen, aber schwächelte für mich ein wenig im Motiv.
Den Weltenentwurf, seine Politik und die Wesen – insbesondere die Oberhäupter – fand ich spannend gemacht und ich freu mich auf eine neue Runde mit Allen in Band 2.