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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2025

Guter Start, aber ließ dann nach

Survivor
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Ich mag Geschichten, die mit verschiedenen Settings und Handlungssträngen spielen, bei denen man als Leser lange im Unklaren bleibt, wie sie zusammenhängen. Außerdem hat mich hier einfach das Cover auch ...

Ich mag Geschichten, die mit verschiedenen Settings und Handlungssträngen spielen, bei denen man als Leser lange im Unklaren bleibt, wie sie zusammenhängen. Außerdem hat mich hier einfach das Cover auch total gecatcht. Insgesamt ganz ok, aber hat meine Erwartungen nicht unbedingt erfüllt.

Zum Inhalt: ein verunfallter Bus mit Schülern, die evakuiert werden sollten. Eine steckengebliebene Gondel auf dem Weg zu ihrem Einsatz in einem Retreat. Und eine abgeschottete Einrichtung, deren Technik langsam versagt. Eine Welt am Abgrund und nur wenige können überleben.

Die Grundidee mit den drei Settings und Handlungssträngen hat mir gut gefallen. Es deutet sich ja bereits auch von Beginn an, dass die irgendwie zusammenhängen und das Retreat auch das Ziel der anderen beiden Gruppen ist. Trotzdem wartet die Geschichte was das angeht noch mit einer Überraschung auf, die ich sehr gelungen fand.

Die Geschichte beginnt durch die ungewissen Situationen sehr spannend und atmosphärisch. Vor allem auch angeheizt durch die anhaltenden Bedrohungen durch die Zwangslagen, die unbändige Natur und die Whistler. Im Verlauf lässt der Spannungsbogen für meinen Geschmack aber nach.

Gegen Ende wurde die Geschichte reichlich zäh und auch das Ende fand ich eher unbefriedigend. Hier wurde am meisten Potential verschenkt, dabei startete die Story so vielversprechend.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Abgeschottet

Die Insel der Angst
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Dieses Locked-In Insel-Setting ist ja genau mein Ding was Thriller angeht. Der Klappentext macht auf jeden Fall direkt neugierig auf den Plot. Der hat für mich aber nicht gehalten, was die Buchbeschreibung ...

Dieses Locked-In Insel-Setting ist ja genau mein Ding was Thriller angeht. Der Klappentext macht auf jeden Fall direkt neugierig auf den Plot. Der hat für mich aber nicht gehalten, was die Buchbeschreibung versprach. Die Nebenhandlung, die der Story Komplexität verleihen sollte, haben sie für mich eher zäh gemacht.

Zum Inhalt: Dokumentarfilmerin Tess bekommt den Auftrag eine Naturdokumentation über die verlassene Insel Navigaceo im Atlantik zu drehen. Doch auf der Insel entdeckt Tess eine Leiche. Und die trägt das selbe Sweatshirt, wie sie auch.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich eher zäh und langwierig. Ich hab mich ein bisschen schwer damit getan, dass die Protagonistin in ihrer eigenen Vergangenheit festhängt. Dadurch gab es immer wieder Erinnerungen und Rückblenden in die Zeit, als sie „Spill“ drehte und die für mich die Gegenwartshandlung jedes Mal unterbrochen und ausgebremst haben. Dadurch passiert im Haupt-Handlungsstrang lange einfach nicht wirklich viel und die Geschichte plätschert eher seicht vor sich hin.

Es ist insgesamt ein eher ruhiger Plot und spielt innerhalb nur weniger Tage, was fast den Eindruck erweckt, die Ereignisse würden in Echtzeit ablaufen. Erst ab ungefähr der Hälfte nimmt die Handlung auf der Insel an Fahrt auf und gegen Ende wurde es sogar richtig spannend. Das hat mir aber alles zu lange auf sich warten lassen, sodass ich gar nicht richtig in dieses Thriller-Feeling reingekommen bin.

Es wird zwar mit dem Misstrauen innerhalb des Teams gespielt, aber das hätte für meinen Geschmack stärker eskaliert werden können. Ich mochte die Idee, für mich was das aber kein mitreißender Thriller.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Schlaglichter

Unmöglicher Abschied
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Ich habe Han Kang erst durch den Literaturnobelpreis entdeckt, wollte aber unbedingt noch etwas anderes als ihr preisgekröntes Buch lesen. Da hat sich ihr neuster Roman natürlich direkt angeboten. Es ...

Ich habe Han Kang erst durch den Literaturnobelpreis entdeckt, wollte aber unbedingt noch etwas anderes als ihr preisgekröntes Buch lesen. Da hat sich ihr neuster Roman natürlich direkt angeboten. Es ist ein ruhiger, aber tiefgründiger Roman, eine leise Geschichte über Freundschaft, Familie und die Geschichte eines Landes.

Die Geschichte selbst war für mich schwer greifbar, der Schreibstil fast schon flatterhaft. Die Erzählung springt zwischen Zeitebenen und Orten, bewegt sich auf eine spirituelle, metaphysische Ebene. Es werden Schlaglichter der Freundschaft zwischen Inseon und Gyeongha beleuchtet, sowie die Familiengeschichte Inseons, die in ein einsames Leben mit zwei Papageien mündete. Und das ganze vor dem Hintergrund koreanischer Geschichte.

Das alles macht das Buch nicht unbedingt leicht verdaulich und vor allem ist es kein Buch, das man mal eben so nebenbei wegliest. Manche Stellen musste ich auch mehrmals lesen, weil Gyeongha ummal mal wieder abdriftete zwischen Gedanken, Reflektieren und ihrer tatsächlichen Erlebnisse und ich dadurch auch immer wieder drohte, den Faden zu verlieren. Vielleicht haben das Buch und ich uns auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen, aber so richtig konnte ich mich auf das gelesene nicht einlassen. Vor allem die Rückblicke in das Leben von Inseons Eltern, geprägt von Tragik und Verlust, waren keine leichte Kost und mir ist aufgefallene wie wenig ich über die Geschichte Koreas weiß.

Trotzdem mochte ich den Erzählton und den stilistischen Aufbau, die für mich mal was ganz anderes waren, als ich es sonst so lese. Vermutlich muss ich das Buch nochmal lesen, um es ganz zu erfassen.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Die Schmutzigen Tage

Tage einer Hexe
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Die Idee des Buches hat mich direkt irgendwie neugierig gemacht, vor allem auch das düstere, gefährlich Setting von Chernograd. Ich bin nicht sicher, ob die Geschichte ein bisschen an die Raunächte angelehnt ...

Die Idee des Buches hat mich direkt irgendwie neugierig gemacht, vor allem auch das düstere, gefährlich Setting von Chernograd. Ich bin nicht sicher, ob die Geschichte ein bisschen an die Raunächte angelehnt ist, zumindest habe ich mich daran erinnert gefühlt. Ich hab ein bisschen gebraucht um in die Geschichte reinzukommen, habe aber eine deutliche Steigerung im verlauf der Handlung wahrgenommen und mochte es gegen Ende dann recht gern.

Zum Inhalt: als in Chernograd die schmutzigen tage anbrechen, herrscht eine angespannte Stimmung, denn die Monster brechen über den Ort herein. Und der Zmey ist erneut auf der Suche nach Kosara. In ihrem Bestreben ihm zu entkommen, geht sie einen zwielichtigen Handel ein und verliert dabei ihren Hexenschatten. Wenn sie ihn wiederbekommen will, muss sie sich ausgerechnet dem Zmey stellen. Und ihrer Vergangenheit.

Ich fand Kosaras Geschichte, die sich dem Leser nach und nach offenbart total interessant. Anfangs wirkt sie noch total tough und abgeklärt, aber je mehr man über sie erfährt, desto mehr Mitleid hatte ich mit ihr und ihren Schicksal. Auch was sich über den Zmey und seine Beziehung zu ihr andeutet, fand ich interessant geplottet. Der Titel hat für mich relativ wenig Bezug zur Handlung, weil Kosara über den Großteil der Handlung hinweg ja eben keine Hexe ist.

Den Erzählstil und das Tempo der Geschichte habe ich eher als gemäßigt empfunden, Kosara begibt sich da zwar auf eine recht abenteuerliche Mission, die auch allerlei Gefahren birgt, aber so richtig Schwung kommt nicht in die Geschichte. Das mag auch dran liegen, dass für meine Geschmack besonders zu Anfang super viele Hintergrundinformationen fehlen. Viel wird einfach als gesetzt vorgegeben und erst später im Handlungsverlauf erklärt, wodurch ich erst nach circa 2/3 des Buches so richtig drin war.

Am Ende des Buches gibt es einen Leitfaden über die vorkommenden Monster, der sehr ausführlich gestaltet ist und so als Erweiterung der Geschichte gesehen werden kann. Da er quasi als Fließtext gestaltet ist und auf die Schmutzigen tage anspielt, hätte ich mir den auch gut als Prolog vorstellen können, denn ich hätte diese Übersicht eigentlich direkt schon zu Anfang der Geschichte gebraucht und habe ihn viel zu spät bemerkt. Wer viel Fantasy liest findet sich da vielleicht leichter zurecht, ich hab mich besonders zu Anfang sehr schwer getan.

Für mich gibt’s da definitiv noch Luft nach oben, für ein Debüt aber durchaus schon richtig gut. Ich hab auf jeden Fall gesehen, wo die Autorin damit hinwollte. ich schwank zwischen 3 und 4 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Schöne Idee, mit der Umsetzung habe ich gehadert

Be My Shelter
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Ich finde die Aufmachung täuscht hier total, was den Inhalt des Buches angeht. Für mich war das hier nicht der locker leichter Slow Burn Roman, den ich erwartet habe. Die Grundidee des Buches mochte ich ...

Ich finde die Aufmachung täuscht hier total, was den Inhalt des Buches angeht. Für mich war das hier nicht der locker leichter Slow Burn Roman, den ich erwartet habe. Die Grundidee des Buches mochte ich sehr, aber ich hab mich sehr schwer getan, wirklich im Buch anzukommen und es auch bis zum Ende durchzulesen.

Zum Inhalt: Kaira ist zwischen Uni, Job, Ehrenamt und Familie voll eingespannt. Als ein Studienfreund ihres Bruders kurzzeitig bei ihr absteigen soll, bringt das daher gehörig ihren Tagesablauf durcheinander. Vor allem, das sie sich immer mehr zu Cooper hingezogen fühlt, der aber so völlig anders ist, als sie selbst

Kairas People Pleaser Vibes waren für mich teilweise nur sehr schwer zu ertragen, weil sie der ganzen Geschichte für mich eine wahnsinnig drückende Schwere und Beklemmung geben. Finde das so toxisch, wie sie von allen Seiten ausgenutzt wird, das es mein Lesen fast körperlich wehtat. Dadurch habe ich zu den anderen Charakteren auch nur schwer bis eigentlich gar keinen Zugang gefunden.

Es soll zwar von Beginn an Tension zwischen Kaira und Cooper aufgebaut werden, aber gemessen am Alter fand ich das Gedankenkarussell der beiden doch recht seicht und gefühlt gab es da besonders am Anfang viele Wiederholungen, sodass sich die erste Hälfte für mich etwas zäh anfühlte.

Die Idee mit den Challenges hat mir dann ganz gut gefallen. Ich finds gut wie hier auf ein wirklich wichtiges Thema aufmerksam gemacht wird. An manchen Stellen wollte das Buch glaube ich einfach zu viel und wirkte dadurch überladen und stellenweise geradezu unauthentisch auf mich.

Die Kapitel sind kurz und knackig und durch die einfache Sprache lassen sie sich schnell lesen. Für mich war das hier absolut kein Slow Burn, aber das ist ja Geschmacksache.
Mich hats insgesamt nicht so richtig erreicht.

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