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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2025

Ok, aber haut mich nicht vom Hocker

Racheritual
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Ich liebe Ethan Cross und war sehr gespannt auf diesen neuen Reiheneinstieg. Als langjähriger Fan der Ackermann- Bücher war meine Erwartungshaltung aber auch unglaublich hoch und vielleicht bin ich genau ...

Ich liebe Ethan Cross und war sehr gespannt auf diesen neuen Reiheneinstieg. Als langjähriger Fan der Ackermann- Bücher war meine Erwartungshaltung aber auch unglaublich hoch und vielleicht bin ich genau deswegen nicht völlig begeistert. War für mich solide, aber kein Highlight.

An sich fand ich das Thema schon interessant und vor allem anfangs auch ziemlich spannend umgesetzt. Irgendwann haben mich die fanatischen Anwandlungen aber ein bisschen verloren, das war mir alles einen Ticken zu viel und irgendwie gekünstelt. Auch die ganzen familiären Intrigen fand ich zwischenzeitlich ganz schön anstrengend zu verfolgen.

Was mich aber total überzeugt hat waren Kincaid und sein Team. Nicht nur die eher unkonventionellen Arbeitsweisen und Kincaid, der schon als klassischer Antiheld durchgeht, sondern vor allem auch Corin, die eine absolute Wahnsinnsfrau ist. Es macht einfach Spaß den Interaktionen des Teams zu folgen. Von den Charakteren her für mich ein klassischer Ethan Cross in Bestform.

Das Buch ist gut geschrieben und auch wenn ich es thematisch zwischenzeitlich etwas zäh fand, so ist die Geschichte doch temporeich und stimmig geplottet. Ich glaube mit einem für mich weniger abstrusen Thema hätte ich das Buch insgesamt auch spannender empfunden, ich bin da einfach nicht so rangekommen.

Für mich jetzt nicht unbedingt die Art Buch die mich umhaut, aber Ethan Cross hat mit diesem Auftaktband solide vorgelegt, sodass ich auch zukünftige Fälle des wilden Haufens verfolgen würde, weil ich sehen kann, wohin die Reise gehen könnte.

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Veröffentlicht am 17.01.2025

Irgendwie seltsam

The Hollow Places
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Bücher von T. Kingfisher lese ich immer total gerne, weil sie sich genretechnisch irgendwo zwischen Märchen und Schauergeschichte bewegen und ich ihren bildhaften, atmosphärischen Schreibstil mag. Bei ...

Bücher von T. Kingfisher lese ich immer total gerne, weil sie sich genretechnisch irgendwo zwischen Märchen und Schauergeschichte bewegen und ich ihren bildhaften, atmosphärischen Schreibstil mag. Bei dieser Geschichte bin ich allerdings unschlüssig. Ich mochte den Vibe, hatte aber über große Strecken das Gefühl nichts zu verstehen

Die Idee eines düsteren Narnia, einer verzweigten Bunkeranlage in der etwas düsteres haust, versteckt hinter einem Museum für Kuriositäten, das war in meinen Augen einfach grandios. Der Umsetzung fehlte es aber für mich an greifbarer Spannung und tatsächlichem Grusel.

Einige Passagen bestechen mit explizitem Ekel, da bin ich ja irgendwie kein Fan von. Die Horrorelemente rund um die Weiden waren mir dagegen fast schon zu vage. Am interessantesten fand ich dabei noch die gefundenen Tagebucheinträge, die zumindest ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Nebenbei werden die alltäglichen Banalitäten aus Karas frisch geschiedener Beziehung geschildert, die ich jetzt gar nicht gebraucht hätte. Diese kleinen Exkursionen trugen für mich auch nicht wirklich zur Charakterentwicklung bei. Fand den Ex einfach nur nervig. Generell sind die gesamten Begleitumstände zur Handlung (Karat Mutter, die Abwesenheit des Onkels) gefühlt nur Lückenfüller, was ich etwas schade finde.

Den Showdown und die fast schon historisch angehauchte Erklärung zum Ende fand ich dann wieder ziemlich stark. Das hat für mich die Sache irgendwie rund gemacht.

Für mich nicht das stärkste Buch der Autorin, kann man aber schon lesen. Für mich hat das Buch insgesamt sein Potential ein bisschen verschenkt und ist für mich auch zu spät auf den Punkt gekommen.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Guter Auftakt, aber da geht mehr

Dorn. Hotel der Angst
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Ich lese Bücher von Jan Beck sehr gerne und war sehr gespannt auf den Auftakt der neuen Reihe. Und da lassen Protagonist Dorn und das verfallene Hotel direkt mal auf eine super interessante und spannende ...

Ich lese Bücher von Jan Beck sehr gerne und war sehr gespannt auf den Auftakt der neuen Reihe. Und da lassen Protagonist Dorn und das verfallene Hotel direkt mal auf eine super interessante und spannende Reihe hoffen. Mit dem Erzählstil muss ich mich hier aber erstmal anfreunden.

Zum Inhalt: vor drei Jahren wurden drei Opfer mit aufgeschlitzten Kehlen und einer Schnittwunde an der Stirn gefunden. Cold-Case Ermittlerin Karla ist der Sache nach Hamburg gefolgt, als auch sie brutal ermordet wird und der Täter ist wieder aktiv.

Der Erzählstil kam mir anfangs sehr sprunghaft vor. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und in zwei Zeitebenen erzählt. Eigentlich mag ich Rückblenden immer sehr gerne, aber hier nahmen sie so viel Raum ein, dass ich manchmal nicht gut in die Haupthandlung zurückgefunden habe. Vor allem weil diese bzgl. Personen und Handlungsorten auch so zerpflückt war.

Der Fall um den Kronenmörder selbst bewegt sich eher schleppend, gleichzeitig wird dessen Geschichte und den Morden für meinen Geschmack zu viel Bühne gegeben. Dorn hingegen bleibt da eher blass zurück, mehr Mittel zum Zweck als Protagonist. Dabei hat mir das Konzept mit den Hotelzimmern, das bereits durchblitzt total gut gefallen. Ich hoffe das rückt im Verlauf der Reihe noch stärker in den Fokus und auch Dorn selbst könnte für mein Empfinden gerne noch etwas plastischer werden.

Der Schreibsteil ist aber wieder gewohnt flüssig und die Handlung selbst auch gut geplottet. Das Spannungslevel fand ich für einen Auftaktband ok, aber da ist schon noch Luft nach oben. Da die Grundidee aber vielversprechend ist, werde ich auf jeden Fall auch den nächsten Band lesen.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Kultig, szenisch, aber eher kein Grusel

Silberne Geister
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Silvia Moreno-Garcia ist einer dieser Autorinnen, bei der mit die Idee und Beschreibung ihrer Bücher immer irgendwie besser gefällt, als das tatsächliche Werk selbst. Vielleicht liegt es an dem Podest ...

Silvia Moreno-Garcia ist einer dieser Autorinnen, bei der mit die Idee und Beschreibung ihrer Bücher immer irgendwie besser gefällt, als das tatsächliche Werk selbst. Vielleicht liegt es an dem Podest auf das die Autorin als Meisterin der Mexikanischen Gothic-Novel gehoben wurde, aber die Bücher erfüllen einfach nie meine Erwartungen. So auch hier.

Zum Inhalt: Montserrat ist die einzige Soundeditorin bei Antares und ihre männlichen Kollegen lassen sie dieses Außenseitertum auch spüren. Als sie mit ihrem Freund Tristan auf die einzige Kopie eines verschollenen Horrorfilms stößt und diesen vertonen soll, scheint berufliche Anerkennung zum Greifen nah. Doch auf der Filmrolle liegt ein Fluch.

Ich mochte die Atmosphäre der mexikanischen Filmindustrie der 90er Jahre wirklich gern. Auch die Fachsimpelei über Filme, Darsteller und Filmproduktion war irgendwie wahnsinnig kultig unf hat gut in den Plot gepasst, der dadurch einen nostalgischen Touch bekommt.

Die Idee des verfluchten Film fand ich total spannend und habe darauf hingefiebert, dass das Buch endlich die entsprechende Stelle erreicht. Denn bis dahin fand ich es trotz guter Grundstimmung etwas zäh. Alles was mit der gewirkten Magie zu tun hatte war aber sehr interessant zu lesen. Nur der Grusel stellte sich einfach nicht so richtig ein.

Es gibt zwar eine Art Geisterbeschwörung und im Verlauf der Geschichte offenbart sich noch der eine oder andere menschliche Abgrund inklusive niederer Motive, aber das Spannungslevel konnte für mich nicht mehr gesteigert werden. Das fand ich wirklich schade, denn Raum dafür wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen.

Vom Schreibstil her fand ich es fast etwas trocken. Passagenweise passiert sehr wenig und es geht nicht so richtig vorwärts. Dazu kommen die persönlichen, aber unwichtigen Struggle von Tristan und Montserrat, die dir Geschichte in die Länge ziehen.

Das Finale war dann ok, aber auch nicht überwältigend. Unterm Strich solide, aber halt auch nicht mehr

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Guter Start, aber ließ dann nach

Survivor
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Ich mag Geschichten, die mit verschiedenen Settings und Handlungssträngen spielen, bei denen man als Leser lange im Unklaren bleibt, wie sie zusammenhängen. Außerdem hat mich hier einfach das Cover auch ...

Ich mag Geschichten, die mit verschiedenen Settings und Handlungssträngen spielen, bei denen man als Leser lange im Unklaren bleibt, wie sie zusammenhängen. Außerdem hat mich hier einfach das Cover auch total gecatcht. Insgesamt ganz ok, aber hat meine Erwartungen nicht unbedingt erfüllt.

Zum Inhalt: ein verunfallter Bus mit Schülern, die evakuiert werden sollten. Eine steckengebliebene Gondel auf dem Weg zu ihrem Einsatz in einem Retreat. Und eine abgeschottete Einrichtung, deren Technik langsam versagt. Eine Welt am Abgrund und nur wenige können überleben.

Die Grundidee mit den drei Settings und Handlungssträngen hat mir gut gefallen. Es deutet sich ja bereits auch von Beginn an, dass die irgendwie zusammenhängen und das Retreat auch das Ziel der anderen beiden Gruppen ist. Trotzdem wartet die Geschichte was das angeht noch mit einer Überraschung auf, die ich sehr gelungen fand.

Die Geschichte beginnt durch die ungewissen Situationen sehr spannend und atmosphärisch. Vor allem auch angeheizt durch die anhaltenden Bedrohungen durch die Zwangslagen, die unbändige Natur und die Whistler. Im Verlauf lässt der Spannungsbogen für meinen Geschmack aber nach.

Gegen Ende wurde die Geschichte reichlich zäh und auch das Ende fand ich eher unbefriedigend. Hier wurde am meisten Potential verschenkt, dabei startete die Story so vielversprechend.

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