Hat mich leider enttäuscht
Haja oder Hanoi? Wehrles DetektivmobilNikola Wehrle ist Putzfrau des Polizeipostens in Schönweil, einem fiktiven Ort, und träumt schon länger davon, selbst Ermittlungen anzustellen. Es scheint, dass sich der Traum vom eigenen Detektivbüro ...
Nikola Wehrle ist Putzfrau des Polizeipostens in Schönweil, einem fiktiven Ort, und träumt schon länger davon, selbst Ermittlungen anzustellen. Es scheint, dass sich der Traum vom eigenen Detektivbüro erfüllt, als sie von ihrer Tante Ilse einen orange lackierten VW-Bulli und ein Sparguthaben erbt. Kurz entschlossen kündigt sie ihren Job. Die Freude am Erbe verfliegt recht schnell, als sich herausstellt, dass Tante Ilse ermordet worden ist.
Wer hat ein Motiv, die gesellige Frau, die in einer privaten Senioren-WG lebt zu ermorden?
Nik, wie sie genannt wird, beginnt sich in der Senioren-WG umzuhören und stößt auf einige Ungereimtheiten. Auch Heimleiterin Anke hat so ihre Geheimnisse und damit ist sie nicht alleine.
Meine Meinung:
Gleich vorweg, dieser Krimi hat mir nicht gefallen. Das beginnt schon beim Titel, der nur für Kenner des schwäbischen Dialekts so richtig verständlich ist. Dass es sich mit „Hanoi“ nicht um die Hauptstadt Vietnams handelt, kommt erst bei der Übersetzung der Dialektpassagen heraus. Eigentlich mag ich Wortspielereien.
Obwohl ich auch gerne Krimis lese, die eher gemächlich daherkommen und keine Nerven aufreibende Spannung aufweisen, ist mir die Handlung hier zu lau und die der Protagonistin Nikola erscheinen mir ziemlich unüberlegt.
Am letzten Arbeitstag entdeckt sie in der Asservatenkammer des Polizeipostens einen Käfig mit zwei Hasen und nimmt die beiden Fellknäuel aus Mitleid kurzerhand mit. Das wird nicht die einzige etwas unbedachte Handlung sein. Nik irrlichtert durch den Krimi, verdächtigt alle Mitbewohnerinnen und Mitbewohner sowie die Heimleiterin.
Nik wirkt auf mich wie eine Pubertierende, dabei ist sie schon 45, hat eine erwachsene Tochter und gescheiterte Ehe hinter sich.
Der Klappentext verspricht einen humorvollen Krimi. Wenn der daraus besteht, dass eine Möchtegern-Ermittlerin mit zwei Hasen, die sie Ha Ja und Ha Noi, nennt (womit der Bogen zum Titel geschlagen wird) durch die Geschichte stolpert, ist diese Art von Humor leider nichts für mich. Schade!
Das orangefarbene Cover sticht aus den vielen dunklen Cover, die aktuell Krimis zieren, heraus.
Ich kannte den Namen Lili Lemberg, hinter dem sich die Autorin Linda Graze verbirgt, bislang nicht und bin nicht sicher, ob ich einen weiteren Krimi von Lemberg/Graze lese werde.
Fazit:
Leider hat mir der Krimi gar nicht gefallen, daher gibt es diesmal nur 2 Sterne.