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Veröffentlicht am 11.04.2025

Nichts Neues

Bevor es geschah
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„Bevor es geschah“ von Celine Spierer ist sowohl ein Drama als auch eine Milieustudie.

Das jährliche Familien-BBQ bildet den Rahmen dieser Geschichte, die an einem einzigen Sommertag im Anwesen der Matriarchin ...

„Bevor es geschah“ von Celine Spierer ist sowohl ein Drama als auch eine Milieustudie.

Das jährliche Familien-BBQ bildet den Rahmen dieser Geschichte, die an einem einzigen Sommertag im Anwesen der Matriarchin Elisabeth Haynes spielt.

Auch nach dem Tod ihres Mannes versammeln sich ihre 4 Kinder, deren Lebenspartner und die Enkelkinder an einem schönen, sonnigen Tag, um zu essen und zu plaudern. Doch die Gespräche bewegen sich an der Oberfläche. Jeder versucht die Fassade der perfekten Familie aufrecht zu erhalten aber durch Perspektivwechsel und Flashbacks werden Geheimnisse und Lebenslügen nach und nach aufgedeckt. Alle sind so mit sich selbst beschäftigt, dass der jüngste Spross des Familienclans unbemerkt in den Pool klettern kann.

Jeder hat seinen Platz in dieser Familie. Die Autorin versteht es die komplexen Eltern - und Geschwisterbeziehungen, sowie die Wahl der jeweiligen Partner und deren Ehen genau zu analysieren.

Es liest sich ein bisschen wie eine Familienaufstellung und bietet leider nichts Neues, auch wenn die Geschichte gut geschrieben ist.

Die Fülle an Personen führte bei mir anfänglich zu Verwirrung, zumindest bis man sich merken konnte, wer zu wem gehört.

Ich habe dieses für mich eher durchschnittliche Buch trotzdem ganz gerne gelesen. Es fehlte aber das gewisse Etwas, dass ein Buch zu etwas Besonderem macht.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Langatmig und anstrengend

Die Fletchers von Long Island
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„Die Fletcher‘s von Long Island“ ist ein opulente Familiengeschichte, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

Die Fletcher‘s sind eine jüdisch - amerikanische Familie, in der der Großvater einst ...

„Die Fletcher‘s von Long Island“ ist ein opulente Familiengeschichte, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

Die Fletcher‘s sind eine jüdisch - amerikanische Familie, in der der Großvater einst aus Deutschland nach New York fliehen konnte und es mit einer cleveren Geschäftsidee zu einem beachtlichen Vermögen brachte. Sein Sohn Carl trat in die Fußstapfen des Vaters, übernahm dessen Fabrik und lebte ebenfalls mit seiner Frau und den beiden Söhnen in einer großzügigen Villa in Middle Rock auf Long Island.

Das Leben veränderte sich jedoch schlagartig als Carl auf dem Weg zur Arbeit entführt wurde. Er überlebte den Überfall zwar körperlich, war aber nie wieder der, der er vor diesem Ereignis gewesen war.

Das Trauma des Vaters beeinflusst nachhaltig das Leben seiner Kinder, selbst die zum Zeitpunkt der Entführung noch gar nicht geborene Tochter Jenny erbt dieses Trauma.

Die Autorin erzählt sehr langatmig in teils komplexen Schachtelsätzen wie jedes der Kinder im Erwachsenenleben scheitert.

Der Älteste Nathan hat Panikattacken und erwartet ständig die große Katastrophe. Bernhard, genannt Beamer ist Drehbuchautor, kann aber nur Drehbücher schreiben in denen es um Entführungen geht. Er lebt seine perversen sexuellen Fantasien im Drogenrausch aus, und es war wirklich nicht angenehm seitenlangen Praktiken mit seiner Domina und Zusammensetzungen seiner Drogencocktails zu lesen. An dieser Stelle war ich kurz davor das Buch auch abzubrechen.

Jenny weiß überhaupt nicht was sie will, studiert mal dies mal das, hat keine Freunde und vereinsamt immer mehr.

Die Eltern sind ihren erwachsenen Kindern keine Hilfe. Sie kommen kaum selbst zurecht. Die angeheirateten Ehepartner sind mit der Heirat gesellschaftlich und finanziell aufgestiegen und verstehen die Gefühlswelt ihrer Partner nicht wirklich.

Die Geschichte ist insgesamt sehr skurril und gesellschaftskritisch. Ich hätte mir die Erzählweise etwas humorvoller gewünscht.

Gemeinsam ist dieser Mehrgenerationenfamilie ihr Unglück. Jeder ist auf seine Weise unglücklich.

„ Ob du aus eigener Kraft erfolgreich bist oder einen Sprung in der Schüssel hast, wird von den Umständen bestimmt, in die du geboren wirst.“

Armut ist einerseits ein starker Antrieb alles zu geben sein Leben zu verbessern. Hat man es dann geschafft, ist die Verlustangst allgegenwärtig.

Ist man in Reichtum geboren, wird man leicht träge, was kein Wunder ist, da man sich nie aus eigener Kraft ernähren musste.

Die Lektüre dieses Buches verlangt einiges vom Leser, besonders Durchhaltevermögen. Als ich Beamer‘s Geschichte einmal durchgestanden hatte, gab es aber auch durchaus interessante Passagen, die ich gerne gelesen habe.

Insgesamt war mir dieses Buch aber viel zu langatmig. 200 Seiten weniger hätten dem Roman sicher gut getan.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Was man so für Liebe hält

Mein Mann
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Die Protagonistin in dieser Geschichte ist eine Besessene.

Ihr ganzes Leben dreht sich um ihren Mann, dessen Name in dem Roman nicht einmal erwähnt wird. Von morgens bis abends analysiert diese Frau ...

Die Protagonistin in dieser Geschichte ist eine Besessene.

Ihr ganzes Leben dreht sich um ihren Mann, dessen Name in dem Roman nicht einmal erwähnt wird. Von morgens bis abends analysiert diese Frau das Verhalten ihres Mannes, überprüft mit seltsamsten Methoden, ob er sie noch liebt und denkt sich kleine Bestrafungen aus. Alles was ihre Zweisamkeit beeinflusst, ist per se schon mal schlecht, ob es Freunde sind, die sich für einen Spieleabend einfinden möchten, oder schlimmer, die Kinder, die sich eine Gute Nachtgeschichte wünschen. Man möchte diese Frau gerne ab und zu mal schütteln. Sie ist wahrlich keine Sympathieträgerin.

Ihre Besessenheit steigert sich tatsächlich im Laufe des Buches, und es war insgesamt eine interessante psychologische Studie. Es reichte dann aber auch nach über 5 Stunden Hörzeit, dieser gestörten Person zuzuhören. Zum Glück gab es noch einen gänzlich unerwarteten Schluss, der die Geschichte abgerundet hat.

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Eine Reise in die 20erJahre von New York

Ex-Wife
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Dieser Roman ist eine Neuauflage eines Skandalbuches von 1924.

Auch 100 Jahre später läßt es sich noch erstaunlich gut lesen.

Die 24 jährige Patricia ist untröstlich, da ihr Mann Peter sie verlassen ...

Dieser Roman ist eine Neuauflage eines Skandalbuches von 1924.

Auch 100 Jahre später läßt es sich noch erstaunlich gut lesen.

Die 24 jährige Patricia ist untröstlich, da ihr Mann Peter sie verlassen hat, nachdem sie ihm einen Seitensprung gestanden hat. Jetzt ist sie eine Exwife , was sie ganz fürchterlich findet. Sie hat mit ihrem Mann eine offene Ehe geführt, das Fremdgehen von seiner Seite war OK, doch ihre Untreue hat ihre reine Seele befleckt, meint Peter.

Patricia ist ihrer Zeit voraus, sie lebt wie es ihr passt, verdient ihren eigenen Lebensunterhalt als erfolgreiche Werbetexterin, doch endlose Zeit trauert sie unermüdlich um Peter und will ihn unbedingt zurückgewinnen. Das war etwas ermüdend, genauso wie Kleiderfragen, die sehr sehr ausführlich behandelt wurden und ständige Trinkgelage. Womöglich war das aber auch sehr authentisch. Der Sohn der Autorin schreibt im Nachwort, dass man in dieser Zeit quasi ständig betrunken war.

Auf jeden Fall entwickelt die Geschichte einen Sog, so dass man dranbleiben möchte, hatte für mich aber auch einige Längen, viele Wiederholungen und wenig Spannung.

Die Marketingabteilung des Verlags hat mit einem eindrucksvollen Cover, dass wirklich ein eyecatcher ist ganze Arbeit geleistet, aber insgesamt hatte ich mir von der Lektüre etwas mehr versprochen.



Fazit: Man kann dieses Buch lesen, muß es aber nicht. Das erhoffte Highlight war es leider nicht für mich.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Kann den Hype nicht ganz nachvollziehen

Yellowface
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„Yellowface“ ist ein Buch an dem man in diesem Jahr nicht vorbeikam.

Nicht nur im Netz gab es einen riesigen Hype, auch in den Buchhandlungen lag das Buch der Autorin gleich stapelweise aus.



Dabei ...

„Yellowface“ ist ein Buch an dem man in diesem Jahr nicht vorbeikam.

Nicht nur im Netz gab es einen riesigen Hype, auch in den Buchhandlungen lag das Buch der Autorin gleich stapelweise aus.



Dabei geht Rebecca F. Kuang mit der Buchbranche nicht gerade zimperlich um in ihrem Roman.

June Hayward und ihre Bekannte aus Studientagen Athena Liu sind junge Schrifstellerinnen. Nur ist Athena erfolgreich und June landet schon mit ihrem Debüt einen Flop. June mutmaßt, das läge nicht etwa an mangelndem Talent sondern vielmehr daran, dass Athena einen amerikanisch chinesischen Background hat, während sie selbst keiner gefragten Minderheit angehört sondern einfach nur eine weiße Frau ist. Langweilig!

Als Athena im Beisein von June auf tragische Weise verstirbt, klaut die verschmähte Schriftstellerin ein noch unbekanntes Buchmanuskript aus der Wohnung der Toten, schreibt es ein wenig um und veröffentlicht es unter ihrem Namen, bzw. unter ihrem neuen Pseudonym Juniper Song.

Das Buch wird ein Bestseller und endlich erfährt June Anerkennung und Ruhm und verdient ein Honorar von dem sie früher kaum zu träumen wagte. Man ahnt, dass sie damit nicht durchkommt und tatsächlich gibt es Zweifler und fiese Attacken im Netz gegen June. Als Leser ertappt man sich aber tatsächlich dabei, Sympathien und Mitleid für June zu entwickeln, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Geschichte aus Sicht der Plagiatorin geschrieben ist, die sich ihre Schuld auch permanent schönredet.

Die Geschichte liest sich flüssig und spannend und gewährt interessante Einblicke in die Verlagswelt. Leider hat man den Eindruck, dass die Autorin nach einem fesselnden Beginn nicht so recht wusste wie sie diesen Roman schlüssig beenden könnte. Im letzten Drittel des Buches, in dem June zunehmend unter Wahnvorstellungen leidet, hat mich die Autorin irgendwie verloren. Das Ende war leider etwas dünn und enttäuschend. Deshalb kann ich das Buch nur bedingt empfehlen.

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