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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2025

Kaum Zeit zum Verschnaufen

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Autor Richard Osman ist kein Unbekannter und sein Donnerstagsmordclub erfreut sich großer Beliebtheit. So jedenfalls habe ich es im Internet gelesen, denn bis dato kannte ich weder Richard Osman noch seine ...

Autor Richard Osman ist kein Unbekannter und sein Donnerstagsmordclub erfreut sich großer Beliebtheit. So jedenfalls habe ich es im Internet gelesen, denn bis dato kannte ich weder Richard Osman noch seine berühmten Bücher. Ich denke aber, dass sich das in Zukunft ändern wird. Denn eines gleich vorweg, mir gefällt der Stil des Autors sehr gut.

Das Tempo des Buches ist von Anfang an sehr hoch. Dies zeigt sich einerseits an einer Fülle von handelnden Personen, die innerhalb weniger Kapitel eingeführt werden. Und natürlich befindet sich so ziemlich jede Person an einem anderen Ort. Daher springt die Geschichte von Kapitel zu Kapitel von einem Ort zum nächsten. Zu Beginn war dies für mich sehr irritierend und auch die Masse an Namen hat mich fast ein wenig Erschlagen. Glücklicherweise konnte ich mich dann aber ziemlich schnell in den etwas ungewöhnlichen Erzählstil einlesen und den Überblick bewahren.
Neben dem großen Haupterzählstrang gibt es sehr viele Nebenstränge, die eine Zeit lang einfach, wie lose Fäden herumflattern. Erst nach und nach finden die Fäden zusammen und ergeben ein großes ganzes. Das Tempo bleibt fast das gesamte Buch über hoch. Nur im Mittelteil, wie bei so vielen Büchern, flacht die Spannungskurve ab.

Ausnahmsweise war ich gar nicht sonderlich böse darüber, denn es wurde weder besonders langatmig noch langweilig. Viel mehr konnte man diesen Teil nutzen, um ein wenig zu Verschnaufen und die Gedanken zu sortieren.
Das Dreiergespann, Personenschützerin Amy Wheeler, ihr Schwiegervater Steve Wheeler und Autorin Rosie D'Antonio habe ich mehr oder weniger sofort ins Herz geschlossen. Vor allem Steve und Rosie finde ich auf ihre skurrile und schrullige Art wirklich zum Schießen. Bei Amy bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Sie ist nicht wirklich unsympathisch, aber für mich noch immer ein wenig unnahbar. Ich hoffe aber, dass sich dieses Gefühl bei den nächsten Büchern ein wenig mildern wird, wenn man vielleicht auch mehr über Amys Vergangenheit erfährt.

Wie bereits anfangs erwähnt, gefällt mir der etwas ungewöhnliche Erzählstil des Autors sehr gut. Sein Witz und seine Komik sind ein wenig gewöhnungsbedürftig und an manchen Stellen vielleicht unerwartet und ein klein wenig unpassend. Im Großen und Ganzen hat Richard Osman aber einen Nerv bei mir getroffen und ich habe mich sehr gut amüsiert.
Überraschend war für mich auch die hohe Anzahl an Kapiteln und den damit eingehenden ständigen Wechseln der Perspektive und des Ortes. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob dies wirklich notwendig ist und auch bei diesem Punkt bin ich gespannt, ob sich das im Laufe der Serie ändern wird oder nicht. Andererseits finde ich die oft sehr kurzen Kapitel auch sehr angenehm, da ich ungern mitten in einem Kapitel zu lesen aufhöre.

Für mich ist das Buch ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Reihe und ich freue mich schon darauf wieder mit Amy, Steve und Rosie auf Mörderjagd zu gehen.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Hat mich von Beginn an gefesselt

Jewel & Blade. Die Wächter von Knightsbridge
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Die Geschichte von König Arthus und seinen Rittern der Tafelrunde fasziniert die Menschheit schon seit Urzeiten. Daher ist es wenig verwunderlich, dass es immer wieder Neuinterpretationen der Geschichte ...

Die Geschichte von König Arthus und seinen Rittern der Tafelrunde fasziniert die Menschheit schon seit Urzeiten. Daher ist es wenig verwunderlich, dass es immer wieder Neuinterpretationen der Geschichte gibt und sogar Disney einen Film dazu gemacht hat.
Auch Anne Lück hat die Geschichte als Basis für ihr Buch genommen und wie soll es anders sein, das ganze noch mit einer High Society Geheimgesellschaft kombiniert. So weit so vorhersehbar. Der Klappentext klang spannend, trotzdem war ich zu Beginn skeptisch, ob es wirklich noch etwas Neues an der Geschichte zu entdecken gibt. Bereits innerhalb kurzer Zeit war meine Skepsis verflogen und ich vollkommen in die Geschichte eingetaucht. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm flüssig und die Beschreibungen detailliert genug, um sich alles gut vorstellen zu können, ohne dabei ins langweilige oder langatmige abzudriften.
Die Geschichte nimmt relativ schnell Fahrt auf, die Ereignisse überstürzen sich fast ein wenig, bis dann der unvermeidliche Mittelteil kommt. Hier flacht die Spannungskurve ein wenig ab, die Geschichte dümpelt so vor sich, bis dann kurz vor Schluss wieder alles ganz schnell geht und plötzlich ist es vorbei. Der Cliffhanger am Ende war zu erwarten, handelt es sich doch um den ersten Band der Jewel & Blade Reihe. Glücklicherweise ist die Wartezeit überschaubar, denn bereits im März 2025 erscheint der zweite Teil. Von mir wird er auf jeden Fall schon mit Spannung erwartet.
Natürlich sind alle handelnden Personen unglaublich gutaussehend und durchtrainiert. Vor allem bezüglich der Geheimgesellschaft wird ganz tief in die Klischeekiste gegriffen. Darüber könnte man sich jetzt aufregen und auch auf unzureichende Diversifikation hinweisen. Kann man, muss man meiner Meinung nach aber nicht unbedingt.
Das Buch erinnert mich sehr stark an die Edelstein Trilogie von Kerstin Gier. Zwischen den beiden Serien kann man meiner Meinung nach viele Parallelen erkennen, auch wenn die Basis der Geschichten absolut verschieden sind. Auch dies finde ich nicht störend, da ich auch die Edelstein Trilogie sehr genossen habe.
Die Hauptperson, Harper, hat mir gut gefallen und sie war mir auch sympathisch, wenn ich auch nicht jede ihrer Handlungen verstehen und nachvollziehen konnte. Gerade die Beziehung zu ihrer Schwester war für mich ein wenig irritierend. Einerseits scheint sie eine wichtige Rolle in ihrem Leben zu spielen, so dass Harper sogar ihr Studium für sie unterbricht bzw. abbricht. Andererseits wird sie im Laufe des Buches immer mehr zur Nebensache und gerät in Vergessenheit.
Auf sehr angenehme Weise spielt Anne Lück mit dem Schwarz-weiß Denken des Lesers. Man glaubt zu wissen, wer gut und wer böse ist, bis sie alles über den Haufen wirft und man ein klein wenig ratlos zurückbleibt. Ein sehr gelungener Schachzug.
Das Hörbuch wird von Pia-Rhona Saxe gesprochen und ich finde der Verlag hat damit eine sehr gute Entscheidung getroffen. Ihre Stimme passt für mich perfekt zu dem Buch und haben das Hören zu einem richtigen Erlebnis gemacht. Ich werde definitiv die Augen offenhalten, dass ich noch mehr Bücher mit ihrer Stimme finde.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass der Fantasy Anteil im Vergleich zum Romance Anteil ein wenig zu gering ausgefallen ist. Ich hoffe, dass das im zweiten Teil besser ist.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Nicht so großartig wie erhofft

Wieso? Weshalb? Warum? junior. Bohrer, Lampe, Spülmaschine
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Ich muss vorausschicken, dass wir eigentlich große Fans der „Wieso? Weshalb? Warum?“ Serie sind. Daher fällt mir diese Rezension auch besonders schwer, denn leider kann ich das Buch dieses Mal nicht so ...

Ich muss vorausschicken, dass wir eigentlich große Fans der „Wieso? Weshalb? Warum?“ Serie sind. Daher fällt mir diese Rezension auch besonders schwer, denn leider kann ich das Buch dieses Mal nicht so gut bewerten.

Gut hat mir gefallen, dass bei diesem Buch auf die gängigen Geschlechterrollen bzw. -klischees verzichtet wurde. So sieht man den Papa am Bügelbrett und Mama in der Werkstatt arbeiten. Auch auf Diversifikation wurde geachtet, was in der heutigen Zeit immer wichtiger ist.

Die Illustrationen sind prinzipiell in Ordnung, gefallen mir aber in anderen Büchern der Reihe deutlich besser. Auch finde ich schade, dass bei den Klappen ein klein wenig Potential verschenkt wurde. Ich hatte mir erwartet, dass man durch Öffnen der Klappen viel öfter in das Innenleben der jeweiligen Geräte schauen könnte. Leider ist dies nur selten der Fall. Wie im echten Leben sieht man, wenn man die Klappe des Geschirrspülers öffnet eben das eingeräumte Geschirr und nicht die Technik die im Inneren des Gerätes steckt.

Am wichtigsten ist aber natürlich die Meinung der Zielgruppe des Buches. Der knapp Zweijährige, für den das Buch gedacht ist, scheint auch nicht so angetan zu sein. Das Buch wurde zu Beginn zwar mehrmals durchgeblättert, aber dann verflog das Interesse an dem Buch, obwohl das Thema ansonsten noch immer hoch im Kurs ist.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Der Titel ist Programm

Stockholm Love Story
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Der Titel des Buches beschreibt bereits ziemlich gut, worum es in dem Buch geht. Es handelt sich hierbei um einen leichten, romantischen Roman, mit den üblichen Irrungen und Wirrungen. Hauptschauplatz ...

Der Titel des Buches beschreibt bereits ziemlich gut, worum es in dem Buch geht. Es handelt sich hierbei um einen leichten, romantischen Roman, mit den üblichen Irrungen und Wirrungen. Hauptschauplatz des Buches ist hierbei Stockholm.
Das Buch unterscheidet sich wenig von anderen Büchern des gleichen Genres. Der Erzählstil ist angenehm leicht und man findet schnell in die Geschichte hinein. Manche Teile der Handlung klingen ein klein wenig unrealistisch, aber dies finde ich nicht dramatisch. Die Protagonisten Lisa und Matthias sind Großteils sympathisch und man kann ihre Handlungen, die meiste Zeit nachvollziehen.
Die Beschreibungen der Umgebung und vor allem Stockholms sind sehr gut, aber hier gibt es meiner Meinung nach noch Luft nach oben. Andere Autorinnen haben diesen Punkt deutlich besser absolviert. Trotzdem fand ich die Beschreibungen ansprechend und man hat ein gutes Gefühl für die Stadt bekommen, auch wenn man diese noch nie besucht hat.
Positiv anmerken möchte ich, dass man bei allen Hauptpersonen, vor allem bei Matthias Tochter Sophie und Lisa eine deutliche Charakterentwicklung im Laufe des Buches feststellen konnte. Dies ist mir persönlich immer sehr wichtig.
„Stockholm Love Story“ ist ein schöner, leichter Liebesroman, der im Gegensatz zu vielen anderen Büchern auch ohne die expliziten Szenen auskommt. Für mich ein großer Pluspunkt.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Alles eine Frage der Chemie

Flavorama
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Obwohl das Cover eigentlich recht einfach gestaltet ist, springt einen das Buch aufgrund der leuchtenden gelben Farbe und des bunt gehaltenen Titels direkt an.
Mit Autorin Dr. Arielle Johnson taucht man ...

Obwohl das Cover eigentlich recht einfach gestaltet ist, springt einen das Buch aufgrund der leuchtenden gelben Farbe und des bunt gehaltenen Titels direkt an.
Mit Autorin Dr. Arielle Johnson taucht man beim Lesen in die Wunderwelt Geschmacks ein und begibt sich auf eine faszinierende Reise durch die Welt der Moleküle. Sie beschreibt auf anschauliche Weise die Wechselwirkungen von Geruch und Geschmack und zeigt auf, warum Lebensmittel so schmecken wie sie es tun und wie man Geschmäcker herauskitzeln und intensivieren kann.
Meiner Meinung nach bewegt sich das Buch auf der feinen Grenze zwischen Sach- und Fachbuch. Es ist definitiv kein Buch, dass man einfach so zwischendurch lesen kann bzw. sollte. Dafür ist das Thema zu umfangreich und komplex. Ich denke auch, dass ich dieses Buch mehr als einmal lesen werde. Hervorheben möchte ich, dass trotz der Komplexität und des hohen Anteils an Grundlagen der Chemie dieses Buch wirklich für jeden, der Interesse an dem Thema Geschmack hat, geeignet ist. Alles, was für das Verständnis der Thematik benötigt wird, wird ausführlich und anschaulich besprochen.
Ergänzt wird das ganze mit 99 Rezepten. Diese sind aber nicht, wie ich es erwartet hatte, in einem eigenen Rezeptteil aufgeführt, sondern über das ganze Buch verteilt. Hierbei handelt es sich oftmals um kleine "Experimente" in der Küche um das Gelesene praktisch umzusetzen und dadurch ein besseres Verständnis zu bekommen.
Zusätzlich wird der doch sehr wissenschaftliche Text durch kleine Illustrationen aufgelockert. Dies ist natürlich immer eine Frage des persönlichen Geschmacks, mir haben sie sehr gut gefallen. Manch einer hätte sich wahrscheinlich eher Bilder gewünscht. Hier finde ich sieht man aber auch sehr gut, dass es eben ein Sachbuch für die Allgemeinheit ist und kein Fachbuch.
Persönlich gestört hat mich nur das Format des Buches. Es ist verhältnismäßig großformatig und schwer. Einerseits spricht dies für die Wertigkeit des Buches, andererseits wurde ich ein wenig eingeschränkt in meiner Leseposition. Aber auch dies ist wieder mal eine Frage des persönlichen Geschmacks.

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