Kammerspiel
dreimeterdreißigIm Nachhinein habe ich erfahren, dass es sich bei diesem Roman eher um ein Kammerspiel handelt und das erklärt mir natürlich einiges. Denn ein Kammerspiel spielt immer an einem überschaubaren und klar ...
Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es sich bei diesem Roman eher um ein Kammerspiel handelt und das erklärt mir natürlich einiges. Denn ein Kammerspiel spielt immer an einem überschaubaren und klar abgegrenzten Schauplatz. Das ist eben die Wiener Altstadtbauwohnung, passend zum Titel dreimeterdreißig, denn die Wände sind so hoch. Auch konzentriert sich ein Kammerspiel auf wenige Figuren. Die Reduzierung trägt oft zu einem Gefühl der Klaustrophobie bei und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Schicksale, Psychologie und die innernen Konflikte der Figuren.
Das hat die Autorin wunderbar rübergebracht, denn beim Lesen hatte ich auch ein bedrückendes Gefühl. Ich konnte mich aber mit der Protagonistin nicht identifizieren, ich fand sie einfach zu unnahbar und auch ihre Beziehung zu ihrem Partner oder in Freundschaften komisch. Daher hat mich das Buch auch ziemlich kalt gelassen, aber es hat mich dennoch viel zum Nachdenken angeregt, gerade was das Thema Beziehungen zwischen Freunden angeht. Die wechselnden Zeiten und Sichten haben es mir manchmal schwer getan zu wissen wo ich mich gerade befinde. Das Buch an sich ist eine totale Augenweide und wirklich richtig toll gestaltet. Der Inhalt war aber leider nichts für mich. Ich denke aber, dass es vielen anderen gefallen wird.