Profilbild von Tintenwelten

Tintenwelten

Lesejury Star
offline

Tintenwelten ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tintenwelten über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2025

Düstere und blutige Fantasy voller nordischer Mythologie

A Breath of Winter
0

Smilla sinnt nach Rache an dem Mörder ihrer Familie. Daher schließt sie sich der Wilden Jagd an, einer gefürchteten Söldnergruppe. Was niemand wissen darf: sie ist eine Hexe. Kurz darauf wird die Truppe ...

Smilla sinnt nach Rache an dem Mörder ihrer Familie. Daher schließt sie sich der Wilden Jagd an, einer gefürchteten Söldnergruppe. Was niemand wissen darf: sie ist eine Hexe. Kurz darauf wird die Truppe auf den sogenannten Hexenschlächter angesetzt, der seinem Namen alle Ehre macht. Während der Suche nach ihm kommen Smilla und Anführer Gent sich näher. Doch er verbirgt ein dunkles Geheimnis.

⚔️

Es handelt sich hier um eine düstere und durchaus blutige Fantasy-Dilogie voller Emotionen, Monster und Magie. Besonders gefallen hat mir das nordische Setting samt dazugehöriger Mythologie. Beeindruckend war ebenfalls Smillas Knochenmagie. Das ist für mich eindeutig eine neue und faszinierende Art der Magie gewesen. Für mich hat die Geschichte definitiv sehr gelungene Vibes von The Witcher, Vikings oder auch The Last Kingdom.

🦴

Ich mag die Perspektivenwechsel. Wir erleben die Ereignisse aus der Sicht von Smilla, Gent und sogar der des Antagonisten. Smilla ist eine starke Protagonistin, die in jüngster Vergangenheit viel mitgemacht hat. Gent beschützt seine selbstgewählte Familie in Form der Wilden Jagd um jeden Preis. Verständlicherweise, denn jede:r von ihnen ist ein wahres Goldstück. Einzig Leif gegenüber bin ich bis zuletzt skeptisch geblieben. Gents Geheimnis habe ich allerdings tatsächlich sehr schnell gewittert. Mit DIESEM Ende habe ich aber auf jeden Fall nicht gerechnet. Da muss man einfach weiterlesen.

🫣

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2025

Gewohnt amüsant und voller quirligem Erdmännchen-Charme

Arsch voll Geld
0

Es handelt sich mittlerweile um den neunten Teil der Ray & Rufus Reihe, welcher ebenso amüsant und unterhaltsam daher kommt wie seine Vorgänger. Jeder Band kann jedoch unabhängig von den anderen gelesen ...

Es handelt sich mittlerweile um den neunten Teil der Ray & Rufus Reihe, welcher ebenso amüsant und unterhaltsam daher kommt wie seine Vorgänger. Jeder Band kann jedoch unabhängig von den anderen gelesen werden. Doch worum geht es denn überhaupt? Die Erdmännchen-Brüder Ray und Rufus lösen zusammen mit ihrem menschlichen Freund Phil knifflige Fälle und erleben spannende sowie urkomische Abenteuer.

Dieses Mal zieht es das Ermittler-Trio zu den Reichen und Schönen an die Côte d’Azur. Dort richtet nämlich eine zwielichtige Investmentfonds-Größe die Hochzeit ihres Sohnes aus. Gerüchten zufolge ist ebenfalls der Boss eines mexikanischen Drogenimperiums eingeladen. Um diese Person ausfindig und dingfest zu machen ist allerdings mehr nötig als ein bisschen schnöde Detektivarbeit. Und so kommt es zum Comeback von „Phil & Friends“, bei der die Erdmännchen undercover als besondere Entertainment-Attraktion auftreten.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Ray erzählt. Seiner Familie und seinen Freunden gegenüber ist er absolut loyal. Da sich aber aktuell einige Probleme im Bau auftun, sind er und sein Bruder ganz froh, ein wenig Abstand zu bekommen. Rufus ist das Superhirn des Clans, er kann lesen, kennt sich mit der neuesten Technik aus, kann nahezu jede Frage beantworten und lässt keine Gelegenheit aus, um mit seiner Genialität zu prahlen. Phil befand sich bis zuletzt eher in einer Art Tief, doch zusammen mit seinen pelzigen Freunden scheint er wieder ein bisschen aufzublühen. Wir lernen auch ein paar neue Persönlichkeiten kennen, allen voran eine Ratte, die ganz anders ist als man es erwarten könnte. Wirklich gelungen. Natürlich wird es wieder turbulent und actionreich. Wir können uns über einige flotte Sprüche und jede Menge Erdmännchen-Charme freuen.

Meine persönliche Empfehlung: hört das Hörbuch! Christoph Maria Herbst erweckt die Charaktere gekonnt zum Leben: jeder erhält seine eigene Stimme, was alleine schon schreiend komisch ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2025

Bildhaft und wunderschön, aber ebenso blutig und brutal

When The Moon Hatched
0

Raeve ist eine Assassine für die Rebellion. Doch als ihre beste Freundin ermordet wird, besteht ihr einziges Ziel plötzlich noch noch darin Rache zu nehmen. Als sie Kaan kennengelernt, verabscheut sie ...

Raeve ist eine Assassine für die Rebellion. Doch als ihre beste Freundin ermordet wird, besteht ihr einziges Ziel plötzlich noch noch darin Rache zu nehmen. Als sie Kaan kennengelernt, verabscheut sie alles an ihm. Allerdings rettet dessen Drache ihr das Leben und es scheint, als wäre ihr Kampf um Freiheit und Vergeltung unweigerlich mit ihm verbunden.

Wir erleben das Buch aus den verschiedenen Perspektiven von Raeve, Kaan, Elluin, der sogenannten Anderen und sogar aus der des Antagonisten. Elluins Sicht erfahren wir anhand von Tagebucheinträgen, die sie in vergangenen Zeiten geschrieben hat.

Zu Anfang war ich erschlagen von den vielen Namen, Orten, Begriffen, Erklärungen und der neuen Welt insgesamt. Besonders hilfreich waren dabei Stammbaum, Glossar, Karte und Aussprache-Hilfe zu Beginn/ am Ende des Buches. Nach einigen Kapiteln habe ich mich dann sehr wohl in der Geschichte gefühlt. Sie ist voller Abgründe, Gewalt, Finsternis und Geheimnisse. Aber ebenso voller phantastischer Wesen, Magie, Liebe und Hoffnung. Es geht um Drachen. Drachen, die zu Monden erstarren, wenn sie sterben. Ich meine wie schön und gleichzeitig traurig ist diese Vorstellung?

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und wunderschön. Die Atmosphäre allerdings eher düster und die Handlung durchaus ziemlich blutig und brutal. Es handelt sich um einen Auftakt im Genre Romantasy, der definitiv in einem Cliffhanger endet und mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2025

Düstere und gruselige Adaption des Märchens Rapunzel

Rapunzels finsterer Turm
0

Flos bester Freund ist vor kurzem bei einem Autounfall gestorben. Als wäre das nicht schlimm genug, verliert sie auch noch ihren Job und ihre Wohnung. Sie hat schon einige Neuanfänge hinter sich und dennoch ...

Flos bester Freund ist vor kurzem bei einem Autounfall gestorben. Als wäre das nicht schlimm genug, verliert sie auch noch ihren Job und ihre Wohnung. Sie hat schon einige Neuanfänge hinter sich und dennoch fällt ihr dieser besonders schwer. Da klingt die Anzeige des Tanglewood Hotels in Westmill doch direkt noch verlockender: gesucht wird eine Aushilfe, Unterkunft inklusive. Das es sich bei dem Ort um ein Kaff handelt, stört sie nicht. Doch die anfängliche Idylle trügt. Eigenartige Gesänge aus dem Wald und lebhafte Visionen lassen die junge Frau an ihrem Verstand zweifeln. Und trotz allem übt der Wald eine geradezu unheimliche Anziehungskraft auf sie aus. Und dann trifft sie bei einer Wanderung auf Frau Gothel, eine merkwürdige ältere Dame.

Es handelt sich hier um eine düstere und gruselige Adaption des Märchens Rapunzel. Die Parallelen sind natürlich vorhanden, doch die Autorin erschafft etwas völlig neues. Die Atmosphäre ist bedrückend und bedrohlich und kann schon den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagen. Dennoch gibt es einige „lichte“ Momente. Denn Westmill und seine Umgebung sind eigentlich wunderschön, sodass man dort eigentlich nichts schlechtes vermuten würde. Die Bewohner:innen sind vielleicht ein bisschen eigen, aber mich hat vor allem Flos grimmiger Nachbar unterhalten. Seine Rolle im Verlauf fand ich auch wirklich toll.

Die Ereignisse werden aus Flos Sicht geschildert und somit erleben wir das ganze Grauen hautnah mit. Oftmals könnte man ihre Entscheidungen hinterfragen, schließlich missachtet sie jede vermeintlich gut gemeinte Warnung. Doch hat sie überhaupt eine Wahl? Trotzdem: nach bestimmten Ereignissen würde ich wahrscheinlich meine Zelte schnellstmöglich wieder abbrechen und das Weite suchen.

Flo tat mir unheimlich Leid, da sie sehr um ihren besten Freund trauert und mit ihm ihre einzige Bezugsperson verloren hat. Sie ist eine treue und starke Person, die sich Gedanken um ihre Mitmenschen macht. Sie macht eine ziemlich große Entwicklung durch und wächst mit ihren Herausforderungen.

Sehr gut gefallen hat mir auch der Epilog, dieser kam nochmal ganz besonders überraschend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2025

Nordisches Setting, Götter, Magie, Wyvern, Schlachten und eine queere Liebesgeschichte

Lied des ungezähmten Eises - Zorn der Flammen
0

Odra Aschetochter ist eine Waise, die keinerlei Erinnerung an ihre Vergangenheit hat. Heute lebt sie Dank der Magie des Halbgottes Arul in Sicherheit vor den ungezähmten Wyvern. Doch obwohl Arul sich als ...

Odra Aschetochter ist eine Waise, die keinerlei Erinnerung an ihre Vergangenheit hat. Heute lebt sie Dank der Magie des Halbgottes Arul in Sicherheit vor den ungezähmten Wyvern. Doch obwohl Arul sich als Retter aufspielt und als solcher verehrt wird, ist er ebenso grausam und unbarmherzig. Als sie seinen Zorn auf sich zieht, muss Odra fliehen und findet ausgerechnet Schutz bei ihren Feinden. Bald stellt sich heraus, dass sie mit deren Anführerin Ravnarr offenbar mehr verbindet als zunächst angenommen.

Anfangs empfand ich die ganzen Namen, Götter, Orte und Rituale als ganz schön verwirrend. Nach einigen Kapiteln habe ich mich aber daran gewöhnt und es hat mir immer besser gefallen. Dennoch hat die Geschichte ein paar Längen.

Ich mag das nordische und raue Setting sowie das Thema sehr. Spätestens nach der Serie Vikings war ich ein großer Wikinger Fan. Die Atmosphäre ist eher düster, mystisch und bedrohlich. Es wird auch ziemlich blutig und brutal. Odra trifft auf Götter, Sagengestalten und enthüllt eine dunkle Vergangenheit. Ihre Handlungen sind leider nicht immer nachvollziehbar. Sie wirkt daher manchmal etwas unbedacht und impulsiv. Dennoch ist sie eine starke Protagonistin und Kämpferin. Und das, obwohl sie des Tötens eigentlich müde ist.

Mir gefällt, dass es eine queere Liebesgeschichte gibt, die sehr sanft und emotional ist. Außerdem gibt es vor allem im späteren Verlauf den ein oder anderen unerwarteten Twist. Trotzdem finde ich das Ende einerseits ganz schön fragwürdig, andererseits passt es jedoch gut zur Geschichte. Es liest sich für mich halt eigentlich nicht wie ein Einzelband, der das Buch ja angeblich ist, aber okay…

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere