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Veröffentlicht am 09.05.2025

Vermisste Kinder

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Im Jahr 1955 arbeiten Annegret und Charlotte beim Kindersuchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Hamburg. Die Frauen können unterschiedlicher nicht sein. Während Charlotte aus wohlhabenden Verhältnissen ...

Im Jahr 1955 arbeiten Annegret und Charlotte beim Kindersuchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Hamburg. Die Frauen können unterschiedlicher nicht sein. Während Charlotte aus wohlhabenden Verhältnissen kommt, führt Annegret ein sehr einfaches Leben. Beide hüten zudem ein Geheimnis, das niemand erfahren darf. Die beiden Frauen arbeiten bald mit aller Kraft gemeinsam daran, die Eltern von Waisenkindern zu finden. Dabei stehen ihnen verschiedene Personen im Wege.

Die Romane von Antonia Blum, welche die „Kinderklinik Weißensee“ zum Inhalt haben, habe ich sehr gerne gelesen. Mit dem Kindersuchdienst stellt die Autorin wiederum die Schwächsten der Gesellschaft, die Kinder, in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Bereits das schön gestaltete Cover, das perfekt zum Titel des Buches passt, lädt zum Lesen ein. Antonia Blum schildert spannend und sehr emotional die Arbeit des Kindersuchdienstes. Kinder und ihre Eltern wieder zusammenzuführen, ist für Charlotte und Annegret eine Herzensangelegenheit. Im Zeitalter von Internet ist es nicht mehr vorstellbar und dennoch interessant zu lesen, wie mühselig und zeitaufwendig es für die beiden Frauen war, anhand von Karteikarten zu arbeiten.
Die Autorin hat zudem ein stimmiges Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit gezeichnet. Veraltete Denkstrukturen über Frauen und ihren Platz in der Gesellschaft und im Arbeitsleben, für die der Abteilungsleiter Jochen Krüger steht, waren selbst 1955 noch nicht überwunden. Charlotte und Annegret sind authentische und sympathische Protagonistinnen, die sich beständig durch ihre Arbeit beim Kindersuchdienst weiter entwickeln. Auch wenn Antonia Blum für meinen Geschmack etwas viele Zufälle in ihre Erzählung eingefügt hat, ist ihr doch dank des flüssigen Erzählstils ein lesenswerter Roman gelungen. Ich vergebe für das Buch vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Ein Haus auf Amrum

Der Duft von Kuchen und Meer
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Die Überraschung ist für Konditorin Maren perfekt – Oma Undine schenkt ihr ein Haus auf Amrum. Davon hat die alleinerziehende Maren noch nie etwas gehört und reist spontan mit ihrer sechsjährigen Tochter ...

Die Überraschung ist für Konditorin Maren perfekt – Oma Undine schenkt ihr ein Haus auf Amrum. Davon hat die alleinerziehende Maren noch nie etwas gehört und reist spontan mit ihrer sechsjährigen Tochter Leni auf die Nordseeinsel. Die beiden sind von dem inseltypischen Reetdachhaus sofort angetan. Hinzu kommt allerdings die neue Verwandtschaft, die weniger begeistert ist. Können Maren und Leni alle von sich überzeugen? Darüber hinaus lernt Maren einen anderen Inselbewohner kennen.

Bereits das anziehend gestaltete Cover weckt Leselust. Es handelt sich um meinen ersten Roman, den ich von Anne Barns gelesen habe. Die Autorin überzeugt durch eine angenehme Erzählweise. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Erzählung spielt in zwei Zeitebenen. Neben den Ereignissen in der Gegenwart erfolgen Rückblenden auf das Jahr 1946 und die nachfolgenden Jahre, als die junge Frau Hedwig auf Amrum ankommt. Das hat für Abwechslung und Spannung gesorgt, wovon ich sehr angetan war.
Gerne habe ich Maren und Leni auf ihrem Streifzug über die schöne Insel begleitet. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Beziehung Marens zur Inselverwandtschaft, nachdem Oma Undine schwierige Verhältnisse angekündigt hat. Mit viel Charme lösen die beiden auch dieses Problem und decken ein Familiengeheimnis auf. Starke Frauen haben mehrere Generationen der Familie geprägt, wobei mich vor allem Hedwig überzeugt hat. Nette Charaktere und viel Lokalkolorit, ich vergebe für dieses Buch vier Sterne.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Die letzten Jahre von Ginsterburg

Ginsterburg
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Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von ...

Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein auf vom Fliegen geträumt und kommt seinem Ziel immer näher. Dafür muss er zunächst in die Hitlerjugend eintreten. Seine Mutter Merle, Buchhändlerin, hätte sich etwas anderes für ihren Sohn gewünscht. Sie ist mit dem Feuilletonisten der Ginsterburger Zeitung, Eugen von Wieland, befreundet. Beide stehen der neuen Zeit skeptisch gegenüber. Während andere Einwohner diese Zeit zu ihrem Gunsten nutzen. Dazu zählen vor allem der Blumenhändler Gürckel, der zum Kreisleiter aufsteigt sowie der Arzt Hansemann, der sich der SS anschließt.

Vorliegend handelt es sich um mein erstes Buch, das ich von Arno Frank lese. Der Autor hat die Handlung seines Romans in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg angesiedelt. Die Erzählung umfasst den Zeitraum 1935 bis 1945 und stellt ganz normale Einwohner vor, die sich unter dem NS-Regime unterschiedlich entwickeln. Da ist der Feuilletonist Eugen, der sich mit dem neuen Regime nicht anfreunden kann, jedoch aus Angst schweigt. Ebenso die Buchhändlerin Merle, die sich um Sohn Lothar sorgt. Beide versuchen menschlich zu bleiben. Der Blumenhändler Gürckel nutzt die Gunst der Stunde für sich, ebenso der Arzt Hansemann. Nicht zu vergessen die Wahrsagerin Zola und die Zirkusleute, alles Roma, deren tragisches Schicksal ebenso vorbestimmt ist wie jenes des jüdischen Zeitungsverlegers Landauer.
Arno Frank hat die historischen Ereignisse anhand spannender Charaktere emotional aufgearbeitet. Ihm ist ein Roman voller Dichter vor düsterem politischem Hintergrund gelungen. Der Autor punktet mit einer überwiegend behutsamen und doch eindringlichen Wortwahl. In die Erzählung kommt schnell Bewegung, die Perspektiven wechseln aus meiner Sicht etwas zu schnell. Auch das Ende fand ich nicht sehr stimmig. Ich vergebe für diesen Roman vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Die letzten Jahre von Ginsterburg

Ginsterburg
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Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein ...

Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein auf vom Fliegen geträumt und kommt seinem Ziel immer näher. Dafür muss er zunächst in die Hitlerjugend eintreten. Seine Mutter Merle, Buchhändlerin, hätte sich etwas anderes für ihren Sohn gewünscht. Sie ist mit dem Feuilletonisten der Ginsterburger Zeitung, Eugen von Wieland, befreundet. Beide stehen der neuen Zeit skeptisch gegenüber. Während andere Einwohner diese Zeit zu ihrem Gunsten nutzen. Dazu zählen vor allem der Blumenhändler Gürckel, der zum Kreisleiter aufsteigt sowie der Arzt Hansemann, der sich der SS anschließt.

Vorliegend handelt es sich um mein erstes Buch, das ich von Arno Frank lese. Der Autor hat die Handlung seines Romans in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg angesiedelt. Die Erzählung umfasst den Zeitraum 1935 bis 1945 und stellt ganz normale Einwohner vor, die sich unter dem NS-Regime unterschiedlich entwickeln. Da ist der Feuilletonist Eugen, der sich mit dem neuen Regime nicht anfreunden kann, jedoch aus Angst schweigt. Ebenso die Buchhändlerin Merle, die sich um Sohn Lothar sorgt. Beide versuchen menschlich zu bleiben. Der Blumenhändler Gürckel nutzt die Gunst der Stunde für sich, ebenso der Arzt Hansemann. Nicht zu vergessen die Wahrsagerin Zola und die Zirkusleute, alles Roma, deren tragisches Schicksal ebenso vorbestimmt ist wie jenes des jüdischen Zeitungsverlegers Landauer.
Arno Frank hat die historischen Ereignisse anhand spannender Charaktere emotional aufgearbeitet. Ihm ist ein Roman voller Dichter vor düsterem politischem Hintergrund gelungen. Der Autor punktet mit einer überwiegend behutsamen und doch eindringlichen Wortwahl. In die Erzählung kommt schnell Bewegung, die Perspektiven wechseln aus meiner Sicht etwas zu schnell. Auch das Ende fand ich nicht sehr stimmig. Ich vergebe für diesen Roman vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Gefährliche Nacht

Nachtflut
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Nachdem vor einer Sturmflut gewarnt wurde, kommt es zu Evakuierung eines kleinen Ortes an der Ostsee. Elisa wartet noch, ebenso wie ihre Nachbarn, Vera und Joachim. Dann ist es für alle zu spät, der Deich ...

Nachdem vor einer Sturmflut gewarnt wurde, kommt es zu Evakuierung eines kleinen Ortes an der Ostsee. Elisa wartet noch, ebenso wie ihre Nachbarn, Vera und Joachim. Dann ist es für alle zu spät, der Deich bricht. Elisa hat sich in ihrer Angst in das Haus der Nachbarn geflüchtet. Aus einer in der Nähe gelegenen JVA gelingt einigen Strafgefangenen die Flucht. Einer hat ein ganz bestimmtes Ziel, den Ostseeort Bad Seeberg und Elisa.

Bereits das interessant gestaltete Cover weist auf einen dramatischen Thriller hin. Nachdem sich der Anfang des Buches etwas langatmig gestaltet hat, nimmt der Thriller zur Mitte an Tempo und Spannung zu. Es wird sofort klar, dass sowohl Elisa Marbach als auch ihre Nachbarn Vera und Joachim Peters Geheimnisse haben, die niemand erfahren soll. Geheimnisse, die sie an einer Flucht hindern. Doch was kann schlimmer sein, als in einem von Fluten umgebenen Haus gefangen zu sein?
In einem weiteren Erzählstrang gelingt Strafgefangenen die gewaltsame Flucht aus einer JVA. Darunter ist Paul, der Elisa genau kennt. Auch Max, THW-Helfer hat dasselbe Ziel, Elisa. Wird er ihr helfen? Nichts scheint so zu sein, wie es ist. Wer ist Freund und wer Feind? Von wem droht wirklich Gefahr? Das wird erst zum Ende des Thrillers klar, als die Autorin alle Erzählstränge zusammenführt. Zugleich führt Stina Westerkamp deutlich vor Augen, welche Katastrophen Naturgewalt auslösen kann. Ich vergebe für den Thriller vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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