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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2025

Klug und witzig!

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Darum geht es:
Nina ist fast 50 Jahre alt. Seit ca. 5 Jahren eigentlich glücklich geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Sie steht mitten im Leben, voller Herausforderungen und wirrer Gefühlsschwankungen. ...

Darum geht es:
Nina ist fast 50 Jahre alt. Seit ca. 5 Jahren eigentlich glücklich geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Sie steht mitten im Leben, voller Herausforderungen und wirrer Gefühlsschwankungen. Nina lebt in ihrer bescheidenen Anderthalb-Zimmer-Wohnung und kann auch zynisch werden, wenn sie darüber nachdenkt, dass ihr Ex-Mann im Vergleich in der eindrucksvollen Villa mit seiner deutlich jüngeren, neuen Frau und deren gemeinsamen dreijährigen Zwillingen lebt. Doch dann geschieht, woran Nina nicht mehr geglaubt hat und was sie einfach auch nicht wahrhaben möchte: Sie verliebt sich in den zwanzig Jahre jüngeren David. Ihr komplettes Lebensbild gerät außer Rand und Band. Nicht nur ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, sondern auch das ihrer gesamten Familie.

Mein Leseeindruck:
Nun ja, was soll ich schreiben? Der Roman hat mir gefallen! Und wie er mir gefallen hat. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt. Der Schreibstil von Anika Decker ist humorvoll und hat einen großartigen sarkastischen Unterton. Einfach nur herrlich! Ich wurde so oft von meiner Familie beim Lesen angesprochen:
Was lachst du denn so? Die Geschichte ist größtenteils aus der Perspektive von Nina oder ihrer jüngeren Schwester Lena geschrieben. Ninas Perspektive ist in der Ich-Form erzählt. Dadurch konnte ich mich komplett in sie hineinversetzen und ihre inneren Konflikte nachempfinden. Liebevoll, mit unheimlich viel Humor und Gefühl hat die Autorin ihre Protagonistin Nina skizziert. Sie ist eine starke, aber auch oftmals verletzliche, facettenreiche Frau. Die Auseinandersetzungen und Unstimmigkeiten werden glaubhaft und überzeugend geschildert. Das Buch geht weit über eine schlichte Liebesgeschichte hinaus. Es geht um Selbstverwirklichung, gesellschaftliche Normen und den Mut, gegen den Strom zu schwimmen.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Eine kluge, witzige Geschichte, die zeigt, dass es für die Liebe keine
Altersbegrenzung gibt. ❤️

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Eine Familie schweigt!

Die Stunde der Mauersegler
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Darum geht es:
2015: Auf der Familienfeier zum 85. Geburtstag von Konrad der Familie Simon-Hauschke kommt es zu einem Spektakel. In den Sechzigerjahren ist Henning Fuchs, der Schwager von Konrad aus der ...

Darum geht es:
2015: Auf der Familienfeier zum 85. Geburtstag von Konrad der Familie Simon-Hauschke kommt es zu einem Spektakel. In den Sechzigerjahren ist Henning Fuchs, der Schwager von Konrad aus der DDR, geflohen. Nach all den Jahren der Funkstille taucht Henning ausgerechnet auf dieser Feier auf. Henning konfrontiert seine Schwester Elisabeth und die Familie mit schweren und unangenehmen Vorwürfen.
Ohne Aufklärung ist er dann aber auch schnell wieder verschwunden. Die 20-jährige Urenkelin Lou ist neugierig geworden. Was ist damals geschehen? Was steckt hinter den Vorwürfen von Henning? Warum hat nie jemand aus ihrer Familie über Henning gesprochen? Die junge Journalistik-Studentin beginnt, unbequeme Fragen zu stellen.

Mein Leseeindruck:
Die Stunde der Mauersegler" ist ein generationsübergreifender Familienroman, der mich von Anfang an eingenommen und gepackt hat. Margarethe Adler hat einen flüssigen und einfühlsamen Schreibstil. Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen und erzählt die Geschehnisse der damaligen Zeit aus Sicht von vier Generationen, die durch Schweigen und Verdrängen viel zu wenig voneinander wissen. Mich hat es erschrocken, wie die Vergangenheit die Zukunft prägt. Die Autorin hat gut recherchiert und liebevolle, authentische Protagonisten skizziert. Sie lässt Elisabeth, Isabella, Anke und Lou in ihrer Geschichte zu Wort kommen.
Fassungslos habe ich verfolgt, wie die DDR als Überwachungsstaat Familie Simon-Hauschke beeinflusst und reglementiert hat. Man wusste nie, wem man trauen kann.
Ein schrecklicher Gedanke. Die Zeit der deutschen Teilung hat mich thematisch schon immer fasziniert. Von daher war der Roman ein literarischer Genuss für mich.

4,5/5 ⭐️ Eine eindrucksvolle und spannende Familiengeschichte! Leseempfehlung ♥️

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Toller und rasanter Auftakt!

Dorn. Hotel der Angst
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Darum geht es:
Kriminalpsychologe Simon Dorn beendet nach etlichen, sehr persönlichen Schicksalsschlägen seinen Polizeidienst. Das Leben war nicht gut zu ihm Zurückgezogen und abgeschottet von der Außenwelt ...

Darum geht es:
Kriminalpsychologe Simon Dorn beendet nach etlichen, sehr persönlichen Schicksalsschlägen seinen Polizeidienst. Das Leben war nicht gut zu ihm Zurückgezogen und abgeschottet von der Außenwelt lebt er fortan im Hotel Dornwald in Bad Gastein, welches seit langer Zeit leer steht. Dort arbeitet er heimlich und verborgen an der Auflösung von Cold-Cases-Fällen, die als unlösbar gelten. Die einzige Verbindung zur Mitwelt hat er zu Karla Hofbauer vom Cold-Case-Management am Bundeskriminalamt in Wien. Doch dann wird Hofbauer grausam in Hamburg ermordet. Lea Wagner, Kriminalpolizistin, jung und unkonventionell, fängt an zu ermitteln und stößt dabei auf den mysteriösen Ex-Kriminalpsychologen Simon Dorn.

Mein Leseeindruck:
Jan Beck kann Thriller schreiben - und wie fantastisch er das kann! WOW! Ein rundum gelungener Auftakt um das ungewöhnliche Ermittlerduo der jungen Kriminalpolizistin Lea Wagner und des ehemaligen Kriminalpsychologen Simon Dorn.
Die beiden stehen im krassen Gegensatz zueinander, ergänzen sich allerdings perfekt. Durch die kurzen Kapitel mit wechselnden Handlungssträngen und verschiedenen Protagonisten, die zu Wort kommen, entwickelt sich ein drastischer Sog, dem ich nicht entkommen konnte. Es blieb konstant spannend und vieles blieb bis zum Ende mysteriös und ungeklärt. Spannungsgeladen und voller Neugier bin ich immer tiefer in das Geschehen getaucht. Die Dynamik zwischen Dorn und Wagner hat mir gut gefallen. Die Auflösung war hervorragend gewählt und hat mich zufriedengestellt. Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch hinter viele verschlossene Türen im verlassenen Belle-Époque-Hotel Dornwald blicken dürfen.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Grandioser Auftaktband, mit der Bitte um mehr davon!

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Magisches Wunder

Neun Tage Wunder
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Darum geht es:
Eigentlich ist die junge Anwältin Anni im Begriff auszuziehen, doch dann lernt sie im Umzugsstress ihren Nachmieter Lukas kennen. Eine etwas ungewöhnliche Situation, aber es kommt dazu, ...

Darum geht es:
Eigentlich ist die junge Anwältin Anni im Begriff auszuziehen, doch dann lernt sie im Umzugsstress ihren Nachmieter Lukas kennen. Eine etwas ungewöhnliche Situation, aber es kommt dazu, dass die beiden sich für neun Tage und Nächte die Wohnung teilen. Von der ersten Sekunde ist da etwas ganz Besonderes, etwas ganz Magisches zwischen Anni und Lukas. Sie verfallen einander. Bis Anni etwas erfährt, was alles zerbrechen lässt. Zehn Jahre später lebt Anni mit ihrem Freund Ben, dem Schriftsteller, und seiner Tochter in Glücksstadt. Sie ist scheinbar glücklich und zufrieden. Dann kommt der Tag, an dem sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird Ben lernt auf einer Party den Weltenbummler Lukas kennen. Ben steckt in einer Schreibkrise, und Lukas bietet ihm an, seine Liebesgeschichte zu erzählen. Kommt nun ein Teil von Annis Leben ans Licht, den sie bisher vor Ben verheimlicht hat und selbst verdrängt hat?

Mein Leseeindruck:
Die Geschichte von Anni, Ben und Lukas hat mich vollkommen überrascht, verblüfft und in den Bann gezogen. „Neun Tage Wunder" ist eine warmherzige und sehr besondere Liebesgeschichte. Kristina Moninger hat ihre Buchfiguren lebendig werden lassen. Sie waren greifbar und lebensnah. Die Story wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Das liebe ich sehr. Anni und Ben begleiten wir in der Gegenwart, und in der Vergangenheit lesen wir von Anni und Lukas und ihren 9 Tagen voller Wunder. Durch die Zeitsprünge und die Perspektivenwechsel blieb es immer spannend. Die Autorin versteht es hervorragend, Gefühle zu beschreiben. Ich konnte mich gut in die drei Charaktere hineinversetzen. Die Handlung ist perfekt aufgebaut, unterhaltsam, amüsant, aber auch sehr tiefgründig. Lange ist nicht vorhersehbar, was genau zwischen Anni und Lukas passiert sein könnte. Nach und nach setzen die Geschehnisse sich wie ein Puzzle zusammen. Das Ende hat mich überrascht und sehr berührt.

Fazit: 4,5/5 ⭐️ Ein feinfühliger Roman, der zeigt, wie schwer es manchmal ist, seine Vergangenheit loszulassen und wie erlösend es ist, sich selbst zu vergeben. Empfehlung ❤️

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Vollkommen unerwartet! Toller Roman!

Eric und Emilia: Lehrzeiten
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Darum geht es:
In einer Diskothek in Ost-Berlin verliebt sich Eric Hals über Kopf in die junge, dynamische Emilia. Bisher ist der Nachrichtentechniker ziellos und planlos durch sein Leben gelaufen. Nicht ...

Darum geht es:
In einer Diskothek in Ost-Berlin verliebt sich Eric Hals über Kopf in die junge, dynamische Emilia. Bisher ist der Nachrichtentechniker ziellos und planlos durch sein Leben gelaufen. Nicht unschuldig daran sind die beklemmenden Verhältnisse in der untergehenden DDR. Eric bewundert Emilias leidenschaftliche Begeisterung und ihren Kampf für eine Aufnahme an der geschätzten Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Höchst inspiriert arbeitet Eric fortan unersättlich für die Zulassung zum Medizinstudium. Doch plötzlich spielt die deutsche Teilung eine große Rolle. Eric und Emilia geraten ins Visier der unberechenbaren Stasi. Wird ihre Liebe Bestand halten?

Mein Leseeindruck:
Ich liebe es, wenn das Cover von einem Buch ganz unscheinbar auf mich wirkt und nach Beenden der Geschichte eine ganz neue Sicht bekommt. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Der Autor Erik D. Schulz hat einen flüssigen und lebendigen Schreibstil. Die Handlung hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Ich war durchweg gefesselt. Die Geschichte rund um das junge Pärchen ist nicht nur spannend, sondern auch interessant und emotional. Der Roman von Erik D. Schulz schildert eindrücklich, was in der DDR abartiges möglich gewesen ist und wie riesig der Einfluss des Staates an jeder Stelle war. Fassungslosigkeit und tiefes Mitgefühl haben mich beim Lesen begleitet. Die Protagonisten, vor allem Eric und Emilia, sind authentisch und sehr einzigartig gezeichnet. Die politischen Zusammenhänge werden gut erklärt.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein emotionaler Roman über die deutsch-deutsche Geschichte, der diese Zeit näherbringt und sehr bewegt. Sehr lesenswert!

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