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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2025

Enttäuschend eindimensional

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Elijah kehrt in die kleine Küstenstadt Point Orchards zurück. Dort ist er aufgewachsen, dort lebt seine Jugendliebe Nakita im Reservat und dort starb vor ein paar Jahren sein Vater, der seinen Schriftstellertraum ...

Elijah kehrt in die kleine Küstenstadt Point Orchards zurück. Dort ist er aufgewachsen, dort lebt seine Jugendliebe Nakita im Reservat und dort starb vor ein paar Jahren sein Vater, der seinen Schriftstellertraum nie ernst nahm. In deren abgelegenem Haus lebt nun Elijah. Ein Handlungsstrang erzählt von dieser Wiederkehr, von Elijahs Roman, den kaum jemand lesen wollte, nachdem dieser zerrissen wurde, und von Reue, weil er Nakita für einen Traum zurückließ, der nun zerplatzt ist. Ein weiterer Handlungsstrang zeichnet 1994 eine düstere Zukunft, als die Ärztin Erin Landry tot aufgefunden wird. Für Sheriff Godbout ist der Mörder gefunden, als alle Indizien auf Elijah deuten und ihm Elijah Debüt „Middletide“ den entscheidenden Hinweis gibt. Wie Elijah Erin in diesen Fall verwickelt ist, ist die treibende Frage, während Rückblicke die Entwicklung von Elijah beschreiben, erste Puzzleteile sich einfügen und man mitfiebert, ob die Liebe zu Nakita überhaupt noch eine Chance hat.

Es ist vor allem eine seichte Liebesgeschichte, die zum Verweilen einlädt und ein Krimi, der sich immer weiter zuspitzt, über weite Strecken aber keine Spannung aufkommen lässt, und mit einer Wendung überraschen will, die bei genauer Betrachtung unglaubwürdig erscheint. Die Zeitsprünge sind durchaus raffiniert, aber zu sprunghaft und ich hätte mir manchmal eine andere Erzählweise und mehrere Perspektiven gewünscht.
Ingesamt war ich enttäuscht von dem Roman. Es gibt grobe Überschneidungen (Natur, Liebe, Krimi), die den Vergleich mit «Der Gesang der Flusskrebse» rechtfertigen, aber letztlich habe ich viele Elemente, die diesen Roman so großartig machen, in «Middletide - Was die Gezeiten verbergen» vermisst.

Veröffentlicht am 11.03.2025

Pennys Selbstfindung-Geschichte

No Hard Feelings
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Die fast 27-jährige Penny ist unglücklich mit ihrem Leben. Sie scheut Verantwortung, arbeitet in einem Job, den sie nicht mag und fühlt sich als Versagerin. Sie ist emotional abhängig von ihrem On-Off-Freund ...

Die fast 27-jährige Penny ist unglücklich mit ihrem Leben. Sie scheut Verantwortung, arbeitet in einem Job, den sie nicht mag und fühlt sich als Versagerin. Sie ist emotional abhängig von ihrem On-Off-Freund Max und knüpft zu viele Bedingungen an das eigene Glück, das sie sich verwehrt, während sie neidisch auf das Leben ihrer Freundinnen schaut. Einzig ihr Mitbewohner Leo mag sie wie sie ist, trotzdem löst die Angst vor einem einsamen Leben Resignation und Erschöpfung in ihr aus, bis sie es satt hat.

Erzählt wird der Roman ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Penny und von Außen sieht man klare Lösungsansätze für ihre Probleme. Alles scheint vorhersehbar und wenig spektakulär. Doch Penny selbst steckt fest und sieht all das nicht. Hier steckt viel Identifikationspotenzial, denn jedem begegnen Themen wie Selbstwert, Selbstmitgefühl, Verzeihen lernen und das Erwachsenwerden. Dadurch wirkt die Handlung realistisch und man ist Penny stets ganz nah. Durch die Gespräche mit der Psychotherapeutin, bei der Penny wegen ihrer Panikattacken ist, bekommt der Roman mehr Tiefe, weil sie durch Selbstreflexion einen liebevollen Blickwinkel auf sich erhält und so die Möglichkeit zur Weiterentwicklung wahrnimmt. Das war für mich die treibende Kraft weiterzulesen. Allerdings fand ich es schade, dass Penny über die meiste Strecke in ihren obsessiven Denkweisen gefangen bleibt. Besonders vermisst habe ich es aber, zum Schmunzeln gebracht oder überrascht zu werden. Botschaft und Ende haben mir gut gefallen, aber schlussendlich fand ich es nicht so unterhaltsam wie erhofft.

Veröffentlicht am 14.02.2025

Unausgewogener Thriller

The Killer Profile
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Midnight Jones arbeitet als Data-Analystin für die Necto Corporation und wertet psychometrische Tests aus. Bei einem anonymen Bewerber fallen ihr die Reaktionen besonders auf, da sie außerhalb der Normen ...

Midnight Jones arbeitet als Data-Analystin für die Necto Corporation und wertet psychometrische Tests aus. Bei einem anonymen Bewerber fallen ihr die Reaktionen besonders auf, da sie außerhalb der Normen liegen. Doch was ist „Profile K“? Midnight bekommt fadenscheinige Antworten von Necto und riskiert schließlich ihren Job, weil sie ihrem Instinkt vertraut, womit sie unweigerlich Schwierigkeiten bekommt. Schließlich läuft es auf einen packenden Showdown hinaus.

Midnight wird so eingehend betrachtet und beschrieben, dass man im Laufe der Story immer mehr mir ihr mitfiebert. Man erfährt etwas über ihre Kindheit und ihrem großes Verantwortungsgefühl für ihre Zwillingsschwester. Es ist spannend, weil sie als Zivilistin ermittelt und sich dadurch in große Gefahr bringt. Obwohl sie unfreiwillig in diese Situation geraten ist, kämpft sie sich durch. Wenn man auf sowas Lust hat, ist dieser Thriller wirklich spannend, mitreißend und unterhaltsam. Es werden kapitelweise unterschiedliche Perspektiven gezeigt, darunter auch der Bewerber. Dadurch erhält man Eindrücke und Antworten für das Motiv. Die Brutalität der Morde ist besonders erschreckend und nichts für schwache Nerven. Völlig packen konnte mich «The Killer Profile» aber nicht. Streckenweise zu langatmig und konstruiert. In der zweiten Hälfte, als es um den Ermittler oder das passende Syndrom ging, wurde es mir zu unglaubwürdig. Dadurch ist es für mich insgesamt kein ausgewogener Thriller, denn ich nur eingeschränkt empfehlen würde.

Veröffentlicht am 07.02.2025

Das Böse aus dem See

Kummersee
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Die 42-jährige Lena kehrt in ihr Heimatdorf zurück und damit an den Ort, wo vor dreißig Jahren ihr großer Bruder Tom tragisch ums Leben kam. Im Kummersee lebt etwas Böses, das ihren Bruder geholt hat, ...

Die 42-jährige Lena kehrt in ihr Heimatdorf zurück und damit an den Ort, wo vor dreißig Jahren ihr großer Bruder Tom tragisch ums Leben kam. Im Kummersee lebt etwas Böses, das ihren Bruder geholt hat, da ist sich Lena sicher. Niemand hat ihr damals geglaubt und eine große Schuld auf dem neunjährigen Mädchen abgeladen. Mittlerweile ist sie Polizistin und begleitet mit ihrem Kollegen zum Schutz vor Sabotage ein Vermesserteam an den Kummersee. Doch in ihrem Heimatdorf ist sie nicht willkommen. Niemand dort will eine neue Endlangerstätte im Wendland. Doch es kommt zur Sabotage und dann verschwindet ein Kollege des Vermesserteams und Lenas Martyrium beginnt erneut.

Die Frage, was eigentlich dahinter steckt, hat mich immer wieder zum Weiterlesen animiert. Die Mischung aus Thriller und wahren Fakten sorgt für eine geladene Mischung, die atmosphärisch mysteriös und düster daherkommt. Die Spannungskurve steigt gemächlich an, um dann zum Ende zu eskalieren. Lena ist der Anker und ihr Handeln bleibt stets authentisch und nachvollziehbar. Ingesamt war es mir für einen Thriller zu ausschweifend und langatmig und mich haben, abgesehen von Lena und ihrem Kollegen Malik, die anderen Charakter auch nicht überzeugen können. Trotzdem ein unterhaltsames Debüt mit heftigem Ende, aber kein Thriller, der mir im Gedächtnis bleiben wird.

Veröffentlicht am 09.01.2025

Sommerliche Rezepte zum Abnehmen für Einsteiger

What I eat in a day
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Sarah Franssen will zeigen, wie einfach und lecker gesunde Ernährung sein kann. Man muss auf nichts verzichten, um gesund zu bleiben, findet sie. Deshalb sind die Rezept so angelegt, dass man damit gesund ...

Sarah Franssen will zeigen, wie einfach und lecker gesunde Ernährung sein kann. Man muss auf nichts verzichten, um gesund zu bleiben, findet sie. Deshalb sind die Rezept so angelegt, dass man damit gesund abnehmen oder seine Figur halten kann. Allerdings sollen sie auch lecker sein, damit man sie gern immer wieder zubereitet. Dazu gehört allerdings auch ein Kaloriendefizit, weshalb solche Daten ebenfalls bei den Rezepten zu finden sind und sie informiert darüber, wie man seinen Kalorienbedarf berechnen kann.
Im kurzen Theorieteil geht es um die Basics der ausgewogenen Ernährung, Ernährungs- und Abnehmmythen, den Vorratsschrank, Meal Prep und Motivationshilfen zum Dranbleiben. Dann folgt der 14-Tage-Plan. Zum Einstieg oder einen festen Abnehmvorsatz ist es praktisch, denn es gibt für jede Woche eine Einkaufsliste und eine Übersicht, aber für individuelle Bedürfnisse bleibt dann wenig Raum, wenn man bestimmte Zutaten nicht mag oder kein Frühstück isst, muss man den Kalorienbedarf anpassen. Leider gibt es keine Alternativen. Die Rezepte sind abwechslungsreich, ansprechend vorgestellt und gut beschrieben. Der ganze Aufbau ist übersichtlich und harmonisch. Es gibt süßen Kuchen zum Frühstück, natürlich Pasta, Bowls und auch mal Rezepte zu besonderen Anlässen. Wer im Januar seine Vorsatz in die Tat umsetzten will, wünscht sich aber vielleicht mehr wärmende Rezepte und weniger Sommersalate, Sommerrollen oder Shakes. Dann ist die Auswahl natürlich kleiner. Zudem ist der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen, auch wenn Vorkochen empfohlen wird. Hier hätte ich mir als Ergänzung noch Zeitangaben gewünscht. Das Konzept konnte mich nicht überzeugen, aber einige Rezepte werde ich im Frühjahr mal ausprobieren.