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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2025

Eine abenteuerliche Reise

Napoli am Ostseestrand
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Diego Meier hat einen außergewöhnlich guten Geruchssinn, für einen Koch eine gute Eigenschaft, aber im Alltag oft hinderlich, da er viele nicht riechen kann. Jessie Schmitz-Tran ist auch mit einer besonderen ...

Diego Meier hat einen außergewöhnlich guten Geruchssinn, für einen Koch eine gute Eigenschaft, aber im Alltag oft hinderlich, da er viele nicht riechen kann. Jessie Schmitz-Tran ist auch mit einer besonderen Gabe ausgestattet. Sie hat das absolute Gehör und leidet unter den zunehmenden Großstadtlärm. Von ihrem Stiefvater bekommt Jessie einen Campingbus geschenkt und entschließt sich Hamburg zu verlassen. Auf einem Campingplatz treffen die beiden sich zufällig und setzen die Reise gemeinsam in dem Bus fort. Als sich herausstellt, dass im Bus Diamanten aus einem Raub versteckt und Gangster hinter der Beute her sind, versuchen Jessie und Diego den Verbrechern zu entkommen und ein ereignisreiches Roadmovie beginnt.

In seinem neuesten Krimi nimmt uns der Autor nicht nur auf eine abenteuerliche Reise mit, sondern man lernt auch touristische Orte und Einkehrmöglichkeiten an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kennen. Mir gefiel der Schreibstil von Leo Hansen und die Lesbarkeit des Buches gewinnt zusätzlich durch die kurzen Kapitel. Der Cosy-Krimi ist in fünf Abschnitte unterteilt. Er überrascht mit unerwarteten Wendungen und einige der Charaktere kommen ziemlich skurril daher und verhalten sich nicht wie man erwarten würde. Ich musste schmunzeln wegen Einfälle, die der Autor in seiner Geschichte verarbeitet hat. Für mich die perfekte Urlaubslektüre, wobei ich mehr Spannung erwartet habe.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Paris und die Liebe

Unter den Sternen von Paris
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Nach ihrer Scheidung tritt bei der TV-Journalistin Sophia die Arbeit in den Vordergrund. Sie glaubt, dass sie den Job als Auslandskorrespondentin schon fast in der Tasche hat, doch dann bekommt ein Kollege ...

Nach ihrer Scheidung tritt bei der TV-Journalistin Sophia die Arbeit in den Vordergrund. Sie glaubt, dass sie den Job als Auslandskorrespondentin schon fast in der Tasche hat, doch dann bekommt ein Kollege die Chance nach Kairo zu gehen. Sophia ist verzweifelt über diese Entscheidung und als dann noch plötzlich ihre Großmutter stirbt, ist sie an einem Tiefpunkt angekommen. Überraschend erbt sie in Paris von ihrer Oma eine Bar. Da Sophia die Stadt noch nie besucht hat, fliegt sie dorthin, um sich die Bar anzusehen, bevor sie diese verkaufen will. Hier trifft sie auf Louis, einen alten Freund ihrer Großmutter, der ihr Geheimnisse über ihre Familie erzählt. Wird ihr Leben eine neue Richtung nehmen?

Der Schreibstil des Romans hat mir gefallen. Ich konnte mir die Bar genau vorstellen; wobei die Handlung in jeder Stadt spielen könnte, aber da die Liebe eine Rolle spielt, kommt natürlich nur Paris infrage. Viele unterschiedliche Charaktere treffen in der Bar aufeinander. Sie sind nicht alle gradlinig, sondern haben ihre Ecken und Kanten. Zu Beginn hat es mir Sophia durch ihre Art nicht einfach gemacht, sie sympathisch zu finden. Im Gegensatz dazu fand ich Louis, gleich liebenswürdig. Die Geschichte endet mit einer Überraschung, die auf eine Fortsetzung hindeutet.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Verbreitet Pariser Flair in der Nachkriegszeit

Die tausend Farben von Paris
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Jack, ein Amerikaner, kommt 1951 nach Paris. Er ist ein Lebenskünstler, der für die Malerei und seine Freiheit auf vieles verzichtet. Beim Malen eines Sonnenaufgangs an der Seine trifft er die Fotografin ...

Jack, ein Amerikaner, kommt 1951 nach Paris. Er ist ein Lebenskünstler, der für die Malerei und seine Freiheit auf vieles verzichtet. Beim Malen eines Sonnenaufgangs an der Seine trifft er die Fotografin Rose und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Doch ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Jack soll im Auftrag seines ehemaligen Vorgesetzten in Künstlerkreisen einen Spion aufspüren. Rose scheint etwas über diese Person zu wissen. Neben Jack und Rose gibt es noch ein zweites Liebespaar. Der bekannte Sänger Frank, auch ein Amerikaner, ist mit Jack befreundet. Er verliebt sich in die sympathische Blumenhändlerin Amelie, die sehr lebensfroh und dankbar ist für das, was sie hat, verhält sich aber sehr distanziert gegen über Frank. Kann er sie von seiner Liebe überzeugen, obwohl er auch etwas vor ihr verheimlicht?

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Der Schreibstil gefällt mir gut. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so kommt man den Protagonisten sehr nahe und kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Kapitel sind mit dem Ort der Handlung, dem Namen der erzählenden Figur sowie einem Satz gekennzeichnet. So weiß man immer, wo und aus welcher Perspektive berichtet wird. Zur Abrundung eines fiktiven Romans, der sich an einigen wahren Begebenheiten orientiert, finde ich das Nachwort sehr informativ und lesenswert. Neben den Liebesgeschichten mit Pariser Flair wird die Spannung durch den unbekannten Spion noch erhöht.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Neustart in Amerika

Träume aus Samt
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Dieses ist der vierte Band um die jüdische Familie Meyer, die von Deutschland über England in die USA führt. Wir befinden uns im Jahr 1940. Die Familie hat es endlich geschafft, ein Schiff nach Amerika ...

Dieses ist der vierte Band um die jüdische Familie Meyer, die von Deutschland über England in die USA führt. Wir befinden uns im Jahr 1940. Die Familie hat es endlich geschafft, ein Schiff nach Amerika zu bekommen. Doch der Start in das Land gestaltet sich schwierig. In Chicago versucht Ruth und ihr Vater Arbeit zu finden, gleichzeitig machen sie sich Sorgen um ihre Verwandten, die in Deutschland zurückbleiben mussten.
Dieser letzte Roman der Reihe rundet die Geschichte um die Familie Meyer ab, wobei mir die ersten Bände besser gefallen haben. Ulrike Renk hat einen sehr anschaulichen und bildhaften Schreibstil, sehr detailliert und einfühlsam beschreibt sie die damalige Zeit und die Schwierigkeiten, die das Leben in Amerika für die Familie bereit hielt. Neben einem Personenregister gibt es am Ende zur Abrundung noch ein Nachwort, in dem die wahren Begebenheiten aufgeführt sind. Obwohl dieses Buch für mich einige Längen aufwies, hat mich diese fesselnde und authentische Familiensaga sehr berührt. Es ist eine Geschichte gegen das Vergessen.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

An der Seite des Schinderhannes

Die Räuberbraut
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Der historische Roman von Astrid Fritz beginnt Ostern 1800. Juliana Blasius zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern als Musikanten und Bänkelsänger durch den Hunsrück, doch oft brachte es ihnen nicht ...

Der historische Roman von Astrid Fritz beginnt Ostern 1800. Juliana Blasius zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern als Musikanten und Bänkelsänger durch den Hunsrück, doch oft brachte es ihnen nicht genügend Geld ein. Oft träumte Juliana davon von zu Hause weg zu gehen. Als sie auf einem Tanzvergnügen aufspielten, sah Juliana zum ersten Mal Hannes Bückler, der den Spitznamen Schinderhannes hatte. Ihm wurde nachgesagt, dass er Kriege gegen die Reichen, Juden und Franzosen führte, doch der gemeine Bürger habe vor ihm nichts zu befürchten. Juliana verliebte sich in ihn, denn er war anders als die anderen Männer – liebenswürdig, blitzgescheit und höflich. Heimlich verließ sie ihr Elternhaus und schließt sich ihm an. Sie empfand es als sorgloses Wandern an seiner Seite. Sie besaßen gute Pässe und ausreichend Geld. Doch wird ihr Glück an der Seite eines Räuberhauptmanns lange währen?

In dem bekannten flüssigen Schreibstil hat Astrid Fritz anschaulich das Räuberunwesen um 1800 beschrieben. Die historischen Fakten sind gut recherchiert, wobei über den Schinderhannes sowie seiner Räuberbande vieles belegt ist, doch über Juliana Blasius wenig bekannt ist. Die Charaktere vom Schinderhannes und Juliana wirkten sehr authentisch, da sie auch Schwächen und Stärken aufwiesen. Gefallen haben mir auch die wenigen kurzen Einschübe aus dem Jahr 1844, in dem Juliana auf ihr Leben zurückblickt und nicht mehr den verklärten Blick auf ihr Leben hat wie in jungen Jahren.
Zur Abrundung der Geschichte gibt es am Ende ein Nachwort der Autorin sowie ein Glossar. Hilfreich wäre noch eine Landkarte vom Hunsrück, um die Wege der Räuberbande besser verfolgen zu können.
Ein unterhaltsamer Roman über den Schinderhannes und der Frau an seiner Seite.

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