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Veröffentlicht am 22.03.2025

Thriller für zwischendurch

Die Villa
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Der pinke Sonnenuntergang auf dem Cover von „Die Villa“ hat mich angesprochen. Die Autorin Jess Ryder entführt uns nach Marbella. Im Urlaubsziel der Schönen und Reichen möchte Aoife ihren Jungesellinnenabschied ...

Der pinke Sonnenuntergang auf dem Cover von „Die Villa“ hat mich angesprochen. Die Autorin Jess Ryder entführt uns nach Marbella. Im Urlaubsziel der Schönen und Reichen möchte Aoife ihren Jungesellinnenabschied feiern.
Die fröhliche Stimmung ist von Anfang an nur oberflächlich, denn die Mädels sind aufeinander eifersüchtig und auch die Freundschaft zu Aoife ist nicht so dick, wie es auf den ersten Blick scheint.
Ich bin froh, dass ich bei diesem Wochenende nicht dabei sein musste, denn ich hätte mich äußerst unwohl gefühlt in dieser nach außen freundlichen und hinterrücks gelästerten Atmosphäre. Die Einzige, die ich ganz gut leiden konnte, war Dani. Dani wird von Beth, Tiff und Celine gerne als Unruhestifterin und Partysüchtig dargestellt. Tatsächlich ist sie aber die Einzige, die wirklich an Aoifes Wohlergehen interessiert ist und eine ehrliche Freundin ist.
Beth ist prinzipiell auch ganz okay, aber Tiff und Celine sind dermaßen von Neid zerfressen, dass man zu ihnen definitiv keinen Kontakt haben möchte.
Die Braut in spe ist auch ein ziemlich schwieriger Charakter. Einerseits ist sie eine selbstbewußte Frau, andererseits ist sie mit dem Controllfreak Nathan verlobt. Mir war nicht ganz klar, wie sie in so eine Situation kommen konnte.
Aoife meint es generell gut, aber sie ist sehr Ich-bezogen und merkt dabei nicht, wenn sie die Gefühle von anderen verletzt.
Das Partywochenende endet mit einem Todesfall.
3 Jahre später lockt Dani Beth, Tiff und Celine unter Vorwand nach Marbella. Sie hofft, ihre Gedächtnislücken füllen zu können, um endlich mit der Tragödie abzuschließen.
Ich fand es unrealistisch, dass dieser Trip zu Stande kam. Dani hatte mit den anderen Dreien jahrelang keinen Kontakt und wird von ihnen abgelehnt. Warum hätten sie sich darauf einlassen sollen?
Zu Beginn stehen Dani nur 24 Stunden zur Verfügung, bis die Mädels wieder abreisen. Trotzdem unternimmt sie erstmal wenig bis gar keine Versuche, über alles zu reden.
In Rückblenden wird erzählt, was damals geschah.
Jess Ryder schreibt kurzweilig und überrascht gegen Ende mit einigen Enthüllungen, auf die ich nicht gekommen war. Ich war mir nämlich relativ von Anfang an sicher, ich wüsste, was passiert ist. Tatsächlich war es dann doch komplett anders
Eine Storyline, die als heiße Spur gehandelt wurde und viel Raum eingenommen hat, hat sich nachträglich im Todesfall Aoife als irrelevant herausgestellt, was mich unzufrieden zurück lässt.

„Die Villa“ ist ein leichter Thriller für zwischendurch. Den Plot fand ich rückblickend nicht so gut durchdacht.
Kann man lesen, es ist keine Zeitverschwendung, aber man verpasst auch nichts, wenn man das Buch auslässt.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Charaktere mit Ecken und Kanten

Schmerz
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Durch den beschrifteten Farbschnitt sticht Jon Atli Jonassons „Schmerz“ direkt ins Auge. Die ansonsten minimalistische Covergestaltung verleiht dem Buch eine edle Optik.
Ich mag es, wenn Charaktere Ecken ...

Durch den beschrifteten Farbschnitt sticht Jon Atli Jonassons „Schmerz“ direkt ins Auge. Die ansonsten minimalistische Covergestaltung verleiht dem Buch eine edle Optik.
Ich mag es, wenn Charaktere Ecken und Kanten haben und die beiden Hauptfiguren Dora und Rado sind alles andere als 08-15. Dora wurde bei einem Einsatz schwer verletzt. Seit dem arbeitet ihr Hirn in seiner eigenen Logik. Ihre Emotionen sind ständig over the top, sie schwankt zwischen Gleichgültigkeit und überlaufenden Emotionen. Gerade weil sie so speziell ist, habe ich Dora schnell ins Herz geschlossen. Ich mochte, wie ehrgeizig sie an Fällen arbeitet und wie sie hinterfragt, ob ihre Kollegen vielleicht Recht haben, in dem sie ihr Ermittlungen außerhalb des Schreibtisches nicht mehr zutrauen. Was Dora in der Vergangenheit widerfahren ist, ist schlimm, aber was ihr in „Schmerz“ passiert, war noch heftiger und ich war schockiert, welche Wendung der Autor sich hat einfallen lassen. Dadurch wurde Dora definitiv zu einem Charakter, den man so schnell nicht vergisst.

Am Anfang konnte ich mir nicht vorstellen, wie aus Dora und Rado ein Team werde soll. Denn obwohl Rado Dora nur vom sehen kannte, begegnet er ihr zunächst mit Vorurteilen und etwas abfällig. Dies ändert sich allerdings schnell, als etwas Einschneidendes passiert. Ich fand es schön, wie aus Schuldgefühlen echte Zuneigung wurde und wie Rado Dora unterstützt und ihr hilft, sich im Leben zu integrieren.

Was die beiden Hauptcharaktere anbelangt, fand ich diese neue Serie sehr gelungen und ungewöhnlich.
Hinsichtlich des Kriminalfalls hat mir der rote Faden gefehlt. Um was genau soll es gehen?
Um ein verschwundenes Kind oder um eine Drogenbande?
Die Sache mit dem Kind ist zwar das ganze Buch über präsent aber es geht bis kurz vor Schluss nie etwas vorwärts und die Handlung um Morgan nimmt generell sehr wenig Raum ein.
Außer Dora scheint sich sich niemand für das Verschwinden zu interessieren und aus gesundheitlichen Gründen kommt sie auch nicht groß dazu, an dem Fall zu arbeiten.

„Schmerz“ legt den Fokus zu 90 % darauf, dass wir die Charaktere dieser neuen Serie und deren Background kennenlernen. Dass es außerdem noch einen aktuellen Kriminalfall gab, habe ich teilweise sogar vergessen.
Macht aber eigentlich nichts. Ich fand es sogar gut, dass der Aufbau und die Protagonisten ganz eigenen Regeln folgen. An diesen Krimi kann ich mich sicherlich länger erinnern und ich freue mich, dass auf der Innenseite des Umschlags bereits eine Werbung für Band 2 „Gift“ abgebildet ist.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Unkonventionelle Ermittler

Dorn. Hotel der Angst
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„Dorn – Zimmer 103“ ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe von Jan Beck.
Der Kriminalpsychologe Simon Dorn ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Nach mehreren Schicksalsschlägen hat er sich komplett ...

„Dorn – Zimmer 103“ ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe von Jan Beck.
Der Kriminalpsychologe Simon Dorn ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Nach mehreren Schicksalsschlägen hat er sich komplett von der Außenwelt zurückgezogen und lebt in einem baufälligen leer stehenden Hotel. Seine einzige Kontaktperson außerhalb dieser Mauern ist die Kommissarin Karla Hofer, mit der er inoffiziell an Fällen arbeitet. Als diese ermordet wird und plötzlich deren Kollegin Lea Wagner vor seiner Tür steht, wird aus Dorns sorgsam eingerichteter Ordnung ein gefährliches Chaos.

Die Kapitel sind sehr kurz, wodurch man das Gefühl hat, die Geschichte sehr schnell zu lesen. Die Perspektive wechselt zwischen ca. 5. Charakteren hin und her. Da diese streckenweise namenlos bleiben, ist der Thriller sehr mysteriös und man weiß lange nicht genau, wie diese Menschen zusammenhängen.
Tatsächlich dauerte es fast bis zum Schluss, bis sich eine wage Idee in mir formte, womit wir es hier zu tun haben. Die Auflösung fand ich originell und hat mir gut gefallen.

Dorn fand ich als Charakter sehr speziell und dadurch interessant. Er hat eine grantige Art und ist auf den ersten Blick kein Sympathieträger. Auf jeden Fall bin ich neugierig, ob es ihm gelingen wird, sich aus seinem selbst gewählten Gefängnis zu befreien. Wie er und Lea ein Team werden sollen ist mir noch nicht ganz klar. In diesem Band sind beide eher Einzelkämpfer, deren Wege sich zufällig kreuzen. Auch scheint es keine große Sympathie zwischen den beiden zu geben. Lea und ihre engagierte Art mochte ich ganz gerne.
Beide zusammen könnten auf jeden Fall ein interessantes und unkonventionelles Gespann abgeben und so bin ich schon jetzt neugierig auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Abschluss einer Familiensaga

Die Töchter der Ärztin
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„Die Töchter der Ärztin – Zeit des Vertrauens“ habe ich mit Vorfreude, aber auch mit Wehmut erwartet. Da ein Teil des Autorenduos letztes Jahr verstorben ist, wird es nun leider keine weiteren Bücher von ...

„Die Töchter der Ärztin – Zeit des Vertrauens“ habe ich mit Vorfreude, aber auch mit Wehmut erwartet. Da ein Teil des Autorenduos letztes Jahr verstorben ist, wird es nun leider keine weiteren Bücher von Helene Sommerfeld mehr geben.
Zum Glück konnte der dritte Band fertiggestellt werden und wir erfahren, wie es der Familie Thomasius inzwischen geht.

Die beiden Schwestern Henny und Antonia hadern noch immer, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Henny ist hin und her gerissen zwischen Berlin und Los Angeles. Wo möchte sie mit ihrer Familie dauerhaft sesshaft werden?
Toni weiß nicht, ob sie ihren Beruf auf Eis legen soll um mit Gundram eine Familie zu gründen und Mutter Ricarda wird damit konfrontiert, dass sie und ihr Mann auf das Lebensende zu gehen.

Der Wechsel zwischen den Charakteren hat mir wieder gut gefallen. Diesmal hat mich Hennys Handlungsstrang am Meisten gefesselt, was mich überrascht hat, denn in den beiden vorherigen Büchern mochte ich sie am Wenigsten.
In „Zeit des Vertrauens“ ist bei ihr einfach immer etwas los. Besonders den Teil in Amerika und ihren Einsatz für die Mexikaner fand ich interessant. Schade, dass diese Handlung aufgrund der Rückkehr nach Berlin ein abruptes Ende nahm.
Toni war mir diesmal etwas zu blass.
Sie sorgt sich um andere, ihre Cousine, ihre Freundinnen... aber bei ihr persönlich passiert nicht viel.

„Zeit des Vertrauens“ ist ein guter Mix aus Liebesgeschichte und Familienroman mit historischen Einschüben.
Die 480 eng beschriebenen Seiten unterhalten gut und ich bin froh, dass ich diese Reihe entdeckt habe.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Solide Spannung

Blutbuße
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„Blutbuße“ ist der mittlerweile 3. Fall mit der sympathischen Ermittlerin Hanna Ahlander. Noch immer ist sie in ihren Kollegen Daniel verliebt, doch der ist vergeben. Da ich Hanna so gerne mag und Daniels ...

„Blutbuße“ ist der mittlerweile 3. Fall mit der sympathischen Ermittlerin Hanna Ahlander. Noch immer ist sie in ihren Kollegen Daniel verliebt, doch der ist vergeben. Da ich Hanna so gerne mag und Daniels Lebensgefährtin teilweise etwas empathielos / egoistisch wirkt, habe ich angefangen, Hanna die Daumen zu drücken, dass es ein Liebes-Happy-End für sie gibt, auch deswegen, da die Handlung hier seit Band 1 auf der Stelle tritt.

Im neuen Mordfall geht es um eine Geschäftsfrau, die brutal erstochen in ihrem Bett aufgefunden wird. Die Dame war nicht sonderlich beliebt und mit ihren Plänen für ein neues Luxushotel ist sie mehr als einer Person auf die Füße getreten.
In Band 2 der Reihe hatte ich bemängelt, dass der Täter zu schnell bekannt war. Auch diesmal hatte ich mich sehr schnell auf einen Mörder festgelegt. Tatsächlich war es dann jemand anders, so dass Auflösung und Motiv für mich überraschend waren.
Rückblickend hätte man allerdings darauf kommen können und ich denke, dass es einigen Lesern, die nicht so auf ihre eigenen Theorien fixiert sind wie ich, etwas vorhersehbar sein könnte.

Die Kapitel in diesem Krimi sind sehr kurz und aus verschiedenen Perspektiven, so dass man immer noch ein paar Seiten zwischendurch lesen kann.
Ich mochte die sympathischen Ermittler und das winterliche Setting. Neben Hanna und Daniel kann ich auch ihren Kollegen Anton gut leiden und bin gespannt, wie es privat für ihn weitergeht.
Zudem gab es einen weitere Erzählstrang aus Sicht von Tiina, die befürchtet, dass ihr Mann sie betrügt und einen Handlungsstrang, der das Schicksal einer jungen Hotelangestellten in der Vergangenheit beschreibt. Eine durchaus tragische Geschichte, allerdings ziemlich stereotyp und vorhersehbar für die damalige Zeit.
Insgesamt fand ich den Spannungsbogen solide. „Blutbuße“ lässt sich gut lesen, wird mir aber vermutlich nicht sonderlich lange im Gedächtnis bleiben.

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