Profilbild von Knorki

Knorki

Lesejury Star
offline

Knorki ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Knorki über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2025

Silvesterfeier des Grauens

Die Yacht
0

Inhalt:

Hannah ist von ihrer inzwischen wohlhabenden Freundin Libby und deren Mann zu einer Silvesterparty auf einer im Hafen liegenden Luxusyacht eingeladen. Sie schaut dem Abend mit gemischten Gefühlen ...

Inhalt:

Hannah ist von ihrer inzwischen wohlhabenden Freundin Libby und deren Mann zu einer Silvesterparty auf einer im Hafen liegenden Luxusyacht eingeladen. Sie schaut dem Abend mit gemischten Gefühlen entgegen, verbinden tut sie mit Libby und Maggie, ihren besten Freunden aus dem Studium, vorallen die Erinnerungen an damals. Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren feiern sie dieses Jahr im kleinen Kreis zu sechst und die Stimmung ist alles andere als entspannt. Als Hannah am Morgen nach der Party erwacht, muss sie feststellen, dass die Yacht über Nacht vom Hafen abgetrieben und im offenen Meer treibt. Der Tank ist leer, das Funkgerät kaputt, kein Mobilfunknetz und zusätzlich auch noch kaum Vorräte sind an Bord. Auch die Stimmung kippt schnell. Und schon bald wird der erste der sechs Passagiere vermisst...

Meine Meinung:

"Die Yacht" ist ein Stand-Alone-Thriller der englischen Autorin Sarah Goodwin. Ihr Schreibstil ist wie bereits in den vorherigen Büchern der Autorin sehr angenehm zu lesen und so findet man als Leser schnell in die Handlung hinein.

Protagonistin Hannah war mir sympathisch, auch wenn ich sie mehrfach gerne geschüttelt hätte. Sie ist stellenweise sehr naiv und verschließt die Augen vor der Wahrheit. Denn ihre ehemaligen Freundinnen sind inzwischen alles andere als Freundinnen. Die restlichen Personen an Bord fand ich zum größten Teil entsprechend unsympathisch und so hat mich ihr Verhalten oftmals zur Weißglut gebracht.

Plot und Setting des Buches haben mir sehr gut gefallen. 6 Personen auf einer Yacht, die hilf- und antriebslos auf dem offenen Meer treibt, schon allein das ist eine Situation, in die man lieber nicht geraten möchte. Hinzu kommen jedoch die zwischen ihnen bestehenden Konflikte, die teils zu offenen Anfeindungen oder körperlichen Auseinandersetzung führen und die Situation weiter verschärfen. Ich konnte das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen, trotz oder vielleicht auch gerade weil ich einige der Charaktere absolut unausstehlich bis hin zu abgrundtief durchtrieben und böse empfand. Nicht nur Hannah, sondern auch der Leser weiß bald nicht mehr, wem an Bord des Schiffes überhaupt noch zu trauen ist...! Die schlussendliche Auflösung ist zu teilen überraschend, aber insgesamt stimmig, auch wenn es gerade gegen Ende des Buches ein paar Ereignisse bzw Geschehnisse gibt, die mir nicht so wirklich realistisch erschienen, und zudem einige Fragen unbeantwortet bleiben. Nichtsdestotrotz konnte mir das Buch spannende Lesestunden bescheren.

Fazit:

Spannendes Setting, absolut fesselnder Plot, wenn auch an manchen Stellen nicht so ganz realistisch. Trotzdem definitiv lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.02.2025

Atmosphärischer historischer Krimi

Die Essenz des Bösen
0

Inhalt:

Edinburgh, 1850. Im Hafen wird ein Stoffbündel aus dem Wasser gezogen, darin die Überreste eines strangulierten Säuglings. Raven, der zufällig vor Ort ist, ist geschockt. Wer tut einem kleinen ...

Inhalt:

Edinburgh, 1850. Im Hafen wird ein Stoffbündel aus dem Wasser gezogen, darin die Überreste eines strangulierten Säuglings. Raven, der zufällig vor Ort ist, ist geschockt. Wer tut einem kleinen Kind so etwas an? Doch damit nicht genug. Nach einer Feier wird Sir Ainsley tot in seinem Bett gefunden. Schnell gerät sein Sohn Gideon unter Verdacht, seinen Vater mit Arsen vergiftet zu haben. Widerwillig und nur seiner neuen Geliebten zu Liebe versucht Raven dessen Unschuld zu beweisen. Dabei braucht er wieder einmal die Hilfe von Sarah, die nach einem Besuch in Europa mit ihrem Wunsch eines Medizinstudiums hadert.

Meine Meinung:

„Die Essenz des Bösen“ ist der dritte Band der im Edinburgh des 19. Jahrhunderts spielenden Krimireihe um Will Raven und Sarah Fisher. Die Kriminalfälle innerhalb der Bücher sind in sich abgeschlossen, allerdings spielt auch die Entwicklung der Charaktere und ihrer Lebenssituationen eine große Rolle, sodass es sich empfiehlt, die Bücher der Reihe chronologisch zu lesen.

Die beiden Protagonisten sowie einige weitere Charaktere sind dem Leser bereits aus den vorherigen beiden Bänden bekannt. Will Raven, der als aufstrebender Mediziner im Haus des berühmten Professor Simpson praktiziert, ist ein sehr sympathischer und engagierter junger Arzt. Sarah Fisher, früher einmal selbst Hausmädchen bei Doktor Simpson, gehört inzwischen Dank einer Heirat einer höheren Schicht an, aber ihr Verständnis und ihre Empathie für Hausangestellte ist aufgrund ihrer Vergangenheit sehr groß. Sie hat ein großes Herz, ist schlau und lernbegierig, doch als Frau hat sie in der damaligen Zeit kaum Chancen, ihr medizinisches Wissen zu erweitern und unter Beweis zu stellen.

Das Setting der Reihe gefällt mir sehr. Den unter Pseudonym schreibendem Autorenpaar gelingt es wie bereits in den vorherigen Bänden, die damalige Atmosphäre einzufangen. Die Beschreibungen Edinburghs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind sehr atmosphärisch und bildhaft. Doch nicht nur die Geschichte Edinburghs sondern auch die Geschichte der Medizin spielt immer wieder eine Rolle in den Büchern, was ich persönlich sehr interessant finde.

Der Plot ist spannend, allerdings dauert es nach den anfänglichen Kapiteln, in denen die aufzuklärenden Verbrechen passieren, ein wenig, bis die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt. Die zweite Hälfte des Buches ist dann aber wesentlich spannender und insbesondere fesselnder. Ich konnte das Buch zum Ende hin kaum noch aus der Hand legen. Auch wenn man sich einiges bereits zusammenreimen kann bzw. ich einen entsprechenden Verdacht hinsichtlich der Identität des Mörders von Sir Ainsley hatte, vermag die schlussendliche Auflösung doch zu überraschen.

Fazit:

Anfangs etwas langatmig, dann aber insbesondere in der zweiten Hälfte fesselnd, spannend und atmosphärisch

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2025

Geiselnahme im Harz

Villa Obscura
0

Inhalt:
In einer abgelegenen alten Villa im Harz findet an Halloween eine große Party statt. Nach und nach werden immer mehr Gäste von zwei Unbekannten in Morphsuits mit Taxis nach Hause geschickt. Alle, ...

Inhalt:
In einer abgelegenen alten Villa im Harz findet an Halloween eine große Party statt. Nach und nach werden immer mehr Gäste von zwei Unbekannten in Morphsuits mit Taxis nach Hause geschickt. Alle, außer Linda, Amadeus, Sarah, Kiyoshi und Emil. Sie werden von den beiden Morphs als Geiseln genommen, ebenso wie Jane, die in einem unbeobachteten Moment in die Villa zurückgekehrt ist. Doch wer sind die Geiselnehmer und was wollen sie von ihnen?

Meine Meinung:
Schon allein aufgrund des Settings musste ich dieses Buch unbedingt lesen! Eine abglegene Villa im Harz, unweit des Brockens - was gibt es passenderes für eine Halloweenparty. Aber auch die Umgebung der Villa nahe Wernigerode spielt eine Rolle und die Autorinnen nehmen den Leser mit zu einigen Sehenswürdigkeiten. Die Beschreibungen sind atmosphärisch und sorgen für eine düstere Stimmung.

Die Charaktere des Buches haben mir sehr gut gefallen. Alle sechs Geiseln kommen zu Wort, sodass der Leser alle sechs kennenlernt. Und da gibt es durchaus einiges zu erfahren, denn so ziemlich jede/r von ihnen scheint Geheimnisse zu haben... Einige von ihnen waren mir schnell sympathisch und so fiebert man als Leser mit ihnen mit.

Der Plot des Buches hat mir gut gefallen. Aus einer Party wird eine Geiselnahme. Doch sehr lange bleibt nicht nur die Identität der Geiselnehmer sondern auch die Gründe für die Geiselnahme unklar. Was haben die fünf bzw sechs Personen gemeinsam? Wieso wurden sie gezielt ausgewählt? Auch das Verhalten der Geiselnehmer - ihre Geiseln einzeln mit zu unterschiedlichen bekannten Orten im Harz nahe der Villa mitzunehmen - wirft diverse Fragen auf. Besonders in der zweiten Hälfte konnte und wollte ich das Buch - nicht zuletzt aufgrund so einiger ungeahnter Wendungen - nicht mehr pausieren. Das actionreiche Ende hat es in sich und die schlussendliche Auflösung ist stimmig. Über das Motiv der Geiselnahme lässt sich vielleicht streiten, nichtsdestotrotz hat mich das Buch sehr gut unterhalten!

Fazit:
Spannender Jugendthriller, der vorallem durch sein Setting und gelungene Charaktere überzeugt. Nicht nur für Thriller-Fans aus dem Harz lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2024

Gelungener Reihenauftakt

Tode, die wir sterben
0

Inhalt:
Brennpunktviertel Hermodsdal in Malmö. Aus einem fahrenden Auto werden mit einem Sturmgewehr Schüsse auf eine Pizzeria abgegeben. Der zufällig auf einem Tretroller vorbeikommende 13jährige Rashid ...

Inhalt:
Brennpunktviertel Hermodsdal in Malmö. Aus einem fahrenden Auto werden mit einem Sturmgewehr Schüsse auf eine Pizzeria abgegeben. Der zufällig auf einem Tretroller vorbeikommende 13jährige Rashid wird getroffen und stirbt noch vor Ort. Der erst vor wenigen Monaten verwitwete Kommissar Jon Nordh und die nach einem Vorfall aus Stockholm versetzte Ermittlerin Svea Karhuu übernehmen den Fall. Ging es bei der Schießerei um Gangrivalitäten? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Als kurze Zeit später ein weiterer Mord geschieht, spitzt sich die Lage zu.

Meine Meinung:
„Tode, die wir sterben“ ist der erste Teil der neuen Krimireihe um das Ermittlerduo Jon Nordh und Svea Karhuu. Der Schreibstil des deutsch-schwedischen Autorenduos ist angenehm zu lesen und so findet man als Leser schnell in die Geschichte hinein. Neben den beiden Ermittlern kommen auch weitere Charaktere zu Wort, was nicht nur für Abwechslung und Spannung sorgt, sondern dem Leser auch eine Menge an Hintergrundinfos beschert.

Die Handlung spielt in Malmö, zu einem großen Teil im Brennpunktviertel Hermodsdal, wo Gangs die Straßen beherrschen und Drogen, Gewalt und Armut an der Tagesordnung sind. Das Buch thematisiert sowohl politische als auch soziale Themen, wie beispielsweise die in schwedischen Großstädten zunehmende Gangkriminalität, was mir sehr gut gefallen hat.

Die beiden Protagonisten des Buches haben Ecken und Kanten. Sie waren mir im Grunde sympathisch, auch wenn ich sie in einigen Situationen gerne geschüttelt hätte. Jon Nordh hat vor kurzem seine Frau und seinen Partner verloren. Nun ist Jon alleinerziehender Vater und tut sich nicht nur schwer, den doppelten Verlust zu verarbeiten, sondern auch Job und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Svea hingegen war bislang als verdeckte Ermittlerin tätig, doch nachdem ihr letzter Einsatz vorzeitig abgebrochen werden musste, hat auch sie mit so einigem zu kämpfen und wird nach Malmö strafversetzt. Entsprechend spielen die privaten Leben der beiden Ermittler im Laufe des Buches nicht nur eine untergeordnete Rolle. Mich persönlich hat das jedoch nicht gestört, da man als Leser so auch allerhand Privates über die beiden Charaktere erfährt.

Der Plot des Buches ist spannend und gut konstruiert. Da Rashid aus einem Brennpunktviertel kommt, scheint eigentlich auf der Hand zu liegen, dass hinter dem Anschlag mit rivalisierenden Gangs zu tun hat. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Lange Zeit bleiben Täter und Motiv der Tat völlig unklar. Erst nach und nach fallen die verschiedenen Puzzleteile an ihren Platz, die schlussendliche Auflösung ist stimmig und hat mir gut gefallen.

Fazit:
Gelungener Reihenauftakt mit gut durchdachtem, spannendem Plot. Die beiden sehr unterschiedlichen Ermittler Jon Nordh und Svea Karhuu haben mir gut gefallen, daher freu ich mich schon jetzt auf den zweiten Band der Reihe!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2024

Spannender High-Fantasy-Reihenauftakt

When The Moon Hatched
0

Inhalt:

Raeve ist Mitglied der Revolution und lehnt sich gegen die auf, die ihr Land regieren. Der Versuch den Tod ihrer besten Freundin zu rächen, lässt sie jedoch leichtsinnig werden und bringt sie ...

Inhalt:

Raeve ist Mitglied der Revolution und lehnt sich gegen die auf, die ihr Land regieren. Der Versuch den Tod ihrer besten Freundin zu rächen, lässt sie jedoch leichtsinnig werden und bringt sie ins Gefängnis. Dort trifft sie auf Kaan. Und obwohl er alles verkörpert, wogegen Raeve kämpft, retten er und sein Drache ihr das Leben.

Meine Meinung:

„When the moon hatched“ ist der Auftakt einer neuen High-Fantasy-Reihe. Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Er lässt sich angenehm lesen, obwohl es insgesamt doch eher brutal und derb zugeht und Blut, Gewalt und Tod mehr oder weniger an der Tagesordnung stehen. Es gibt aber auch immer wieder unterhaltsame, humorvolle Szenen und Dialoge, die die Geschichte auflockern. Der Großteil der Handlung wird aus Sicht der Protagonistin Raeve erzählt, wodurch der Leser einen guten Einblick in ihre Gefühle und (doch eher gewaltbasierten und von Rache beherrschten) Gedanken bekommt. Darüber hinaus gibt es aber auch einige Abschnitte aus Sicht anderer Charaktere, wie beispielsweise Kaan, was für Abwechslung und tiefere Einblicke sorgt.

Die Welt, die Autorin Sarah J. Parker erschaffen hat, hat mir sehr gut gefallen. Sie ist komplex und fantasiereich. Die Beschreibungen sind sehr detailreich und atmosphärisch und lassen den Leser komplett in die Welt voller Drachen und anderer Wesen eintauchen.

Protagonistin Raeve, eine Fae, hat mir sehr gut gefallen. Sie hat in ihrem Leben bereits so einiges erlebt und versteckt ihren eigentlich weichen Kern hinter einer sehr rauen und brutalen Schale. Sie ist stark, dickköpfig und mutig und es macht Spaß, sie als Leser zu begleiten und mit ihr mitzufiebern. Aber auch Kaan, der das Gegenteil von Raeve verkörpert, hat mir gut gefallen.

Der Plot des Buches ist spannend und wendungsreich. Auch wenn es in der ersten Hälfte ein paar wenige Längen gibt, wollte ich unbedingt wissen, wie es für Raeve weitergeht, und weiterlesen. Auch das Ende hat mir gut gefallen, obwohl einige Fragen unbeantwortet bleiben, und so bin ich schon sehr gespannt auf den nächsten Band der Reihe.

Fazit:

Spannender und düsterer High-Fantasy-Reihenauftakt mit einer außergewöhnlichen Protagonistin. Ich freu mich schon jetzt auf die Fortsetzung und ein Wiedersehen mit Raeve.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere