Wer im Hier und Jetzt bewusst lebt, hat sich selbst gefunden
9 GradEin Debütroman der Schriftstellerin Elli Kolb erzählte eine berührend einfühlsame Geschichte über Freundschaft, Liebe und Selbstfindung. 9 Grad, das ist sehr kalt denkt man sofort, aber hier scheint 9 ...
Ein Debütroman der Schriftstellerin Elli Kolb erzählte eine berührend einfühlsame Geschichte über Freundschaft, Liebe und Selbstfindung. 9 Grad, das ist sehr kalt denkt man sofort, aber hier scheint 9 Grad den Weg zu ebnen zu ganz neuen Erfahrungen und Gefühlen. Das Buch zeigt einen Lebensabschnitt von drei jungen Menschen Josie, Rena und Anton und ihrer Suche nach was? Rena hat eine Erkrankung die sich zum ersten Mal drastisch zeigt, sie erlebt dadurch eine Nahtoderfahrung und da zeigt sich, dass eine Krankheit oft eine Schule im Leben ist. Sie wagt sich sprichwörtlich ins kalte Wasser um zu lernen mit der Situation umzugehen. Sie beendet ihr Studium und findet ihre Weg wie es scheint nicht, eigentlich rennt sie davor weg. Dabei hat sie Freunde, Julie und Anton sind bisher zusammen den Weg ins Leben gegangen und werden es auch weiterhin tun. Julie lernt zudem einen jungen Mann kennen der wie sich im Zuge der Geschichte zeigt mit depressiven Phasen zu tun hat, auch er hat seinen Weg noch nicht gefunden. Viele junge Menschen scheinen Depressionen oder psychische Erkrankungen zu haben, die Thematik findet man als Leser in vielen Büchern verschiedener Genres, und suchen wie auch die Gesellschaft einen Umgang damit, die Akzeptanz scheinen immer noch schwierig. Anton hat einen Freund und verheimlicht auch irgendwie die Beziehung zu ihm. Das Buch hat einen modernen Schreibstil und ab und an zu viele Klischee, Julie ist in einer lesbischen Beziehung, Anton in einer schwulen und Juli in einer schwierigen Heterobeziehung. Das Eisbaden was immer wieder Mittelpunkt im Buch ist ließt sich schon fast wie eine Droge die sie konsumieren, während des Lesens habe ich oft gedacht ist sehr gefährlich was sie da so einfach tun. Zum Ende des Buches kommt dann doch noch ein Warnhinweis. Die Geschichte an sich ist angenehm zu lesen, die Protagonisten und ihre Charaktere greifbar, die Lebenssituationen nachvollziehbar. Zum Ende gibt es ein Eisbaden in einem zugefrorenen See, ich hatte den Eindruck das kann man bildlich betrachten, man begibt sich im Leben manchmal auf dünnes Eis, geht im kalten Wasser baden, geht manchmal gestärkt und frisch daraus hervor und hier wird der See am Ende auftauen, etwas Neues beginnt? Sie als Leser sehen, eine kurze Rezension war nicht möglich, das Buch ist lesenswert und ein gelungenes Debüt. Vielen Dank.