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Veröffentlicht am 11.04.2025

Das Japanische Rätsel

Invictum
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Seit einem Unfall ist Mike Brink mit einer Inselbegabung gesegnet, wenn man das so sagen will. Nicht in jedem Moment ist er darüber glücklich. Er hat ein fotografisches Gedächtnis und er kann jedes Rätsel ...

Seit einem Unfall ist Mike Brink mit einer Inselbegabung gesegnet, wenn man das so sagen will. Nicht in jedem Moment ist er darüber glücklich. Er hat ein fotografisches Gedächtnis und er kann jedes Rätsel lösen. Doch manchmal ist das Lösen von Rätseln wie ein Zwang und es reibt Mike auf. Als die Japanische Herrscherfamilie bittet, die Drachenrätselbox zu entschlüsseln. Mike kann nicht widerstehen, denn an der Lösung hängt das Schicksal der Kaiserlichen Familie. Doch scheint die Mission zunächst nicht unter einem guten Stern zu stehen. Ein enger Vertrauter Brinks stirbt und seine gute Freundin Rachel darf nicht mit ihm im herrschaftlichen Privatjet nach Japan fliegen.

In diesem zweiten Teil der Thriller um den genialen Rätsellöser Mike Brink. Diesmal verschlägt es ihn nach Japan, für viele ein unbekanntes Land. Auf Rachels Hilfe muss er zunächst verzichten. Das aktuelle Rätsel kann nur im Jahr des Drachen gelöst werden und auch das nur zu einer bestimmten Zeit. Mike ist nicht der Erste, der es versucht. Seine Vorgänger sind irgendwie verschwunden, wie Recherchen ergeben wahrscheinlich tot. Doch durch die Nachforschungen bieten auch den Anfang einer Lösung, einen Hinweis, wie Mike das Rätsel überleben könnte. Allerdings taucht dann auch ein alter Widersacher auf.

In diesem Roman geht es um ein spannendes Rätsel und auch um die Geschichte der Japanischen Herrscherfamilie. Allerdings tritt das Rätsel ein wenig in den Hintergrund, während die Historie eher ausschweifend erzählt wird. Auch Rachel ist nicht so eingebunden wie im vorherigen Buch. Mit der jungen Sakura, die sowohl in Japan als auch in den USA aufgewachsen ist, bekommt Mikes kleines Team eine besondere Verstärkung, denn er selbst kennt sich mit den Gebräuchen in seinem Gastland nicht besonders aus. Die Story ist wohl etwas langsam erzählt, aber dennoch klug konstruiert mit einem Schluss, der für Mike eine Hoffnung bringt, und den Leser zumindest einen weiteren Band der Reihe erwarten lässt.

Das Cover des Roman ist mit Blautönen unterlegt und passt im Stil zum ersten Band.

Veröffentlicht am 28.03.2025

Prägend

Leuchtfeuer
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Im Jahr 1985 ist Theo mit seiner älteren Schwester Sarah und Misty aus der Nachbarschaft unterwegs. Viel Erfahrung mit dem Autofahren hat er noch nicht. Deshalb ist er überrascht als Sarah ihn auffordert, ...

Im Jahr 1985 ist Theo mit seiner älteren Schwester Sarah und Misty aus der Nachbarschaft unterwegs. Viel Erfahrung mit dem Autofahren hat er noch nicht. Deshalb ist er überrascht als Sarah ihn auffordert, das Steuer zu übernehmen. Jedoch hat Sarah mehr Alkohol getrunken als für ihre Fahrtüchtigkeit gut ist. Leider erleiden die Jugendlichen kurz vor der Ankunft daheim einen tragischen Unfall, bei dem Misty ums Leben kommt. Misty eine einzige Tochter. Das Ereignis wird prägend für Theos und Sarahs Leben. Beide fühlen sich schuldig. Und auch das Leben ihrer Eltern wird betroffen. Der Unfall begleitet ihre Gedanken für immer.

Wie bestimmend ein tragisches Ereignis werden kann, erlebt die Familie Wilf. Eine unbedacht angetretene Autofahrt, bei der niemand mit etwas Schlimmen rechnet, endet in einer Katastrophe. Auch Vater Ben, der Arzt ist, kann nichts mehr verhindern. Vielleicht aber kann er für eine Art Ausgleich sorgen. Theo und Sarah hadern mit ihrer Schuld. Hätte Sarah nichts gesagt, wäre sie selbst gefahren, vielleicht wäre überhaupt nichts passiert. Und Theo, was wenn er nein gesagt hätte, wenn sie sich hätten abholen lassen. Das ganze weitere Leben ist Mistys Tod - quasi der Gegensatz zu ihrem Leben - bestimmend für Theo und Sarah.

Sehr angemessen und gefühlvoll interpretiert wird dieses Hörbuch von Julian Horeyseck, der für seine Lesung den Deutschen Hörbuchpreis 2025 als bester Interpret erhalten hat.
Inhaltlich kommt der Roman nicht ganz mit der herausragenden Lesung mit. Gerade wie der Unfall passiert, wirkt ein wenig konstruiert. Auch das Geheimnis, das zutage treten soll, sucht man irgendwie vergebens. Dennoch berührt diese Familiengeschichte, die durch einen Unfall bestimmt wird, der eigentlich nie hätte geschehen sollen. Das Leben aller Wilfs verläuft anders. Was wäre gewesen wenn? Die Frage steht immer im Raum. Der Vater und Arzt Ben Wilf hatte eine kleine Chance wenigstens etwas wieder gutzumachen. Theo und Sarah jedoch müssen mit dem Gedanken an ihre Schuld klarkommen, was ihnen alles andere als leicht fällt. Auffällig ist auch das schöne Cover, das auf einen blumigeren oder sonnigeren Ausgang hoffen lässt als der Roman bietet.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Verborgenes Erbe

Season Sisters – Sommerstürme
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Summer Season ist Lehrerin an der örtlichen Schule. Nach den Sommerferien kommt die siebenjährige Phoebe in ihre Klasse. Der Vater des Mädchens ist alleinerziehend. Und als er seine Tochter wegen beruflicher ...

Summer Season ist Lehrerin an der örtlichen Schule. Nach den Sommerferien kommt die siebenjährige Phoebe in ihre Klasse. Der Vater des Mädchens ist alleinerziehend. Und als er seine Tochter wegen beruflicher Verpflichtungen für ein paar Tage aus der Schule nimmt, ist Summer mehr als besorgt. Der Mann ist Musiker, man weiß ja, wie es in dieser Szene zugeht. Summer erinnert sich an ihre eigene Kindheit, in der die Eltern sie und ihre Schwestern sehr vernachlässigt haben. Dennoch sorgt sich Summer auch um ihre Eltern, denn ihre Schwester Autumn lebt noch bei ihnen und muss mit deren finanziellen und menschlichen Unzulänglichkeiten leben.

In diesem zweiten Teil um die Season Sisters durchlebt Summer eine lebensverändernde Phase. Sie hat eigentlich alles, was sie sich immer erträumt hat, eine sichere und erfüllende Arbeit, ihr kleines Cottage, ihr Auto. Alles im Gegensatz zu dem, was ihre Eltern versäumt haben. Allerdings ist Summers finanzielle Lage nicht die beste, da sie immer wieder auch Schulden ihrer Eltern übernimmt. Und nun sorgt sie sich um die kleine Phoebe. Sollte der Musiker-Vater sie ebenso vernachlässigen, wie es Summer in ihrer Kindheit selbst erleben musste? Den Vorschlag Bryans, ihn und Phoebe auf ein Festival zu begleiten und sich selbst zu überzeugen, dass für die Kleine gesorgt ist, lehnt Summer ab.

Wie auch im ersten Band tut sich hier ein Bezug in vergangene Zeiten auf. Dieser Teil des Romans wartet mit einer spannenden Geschichte auf, fast schon ein Krimi, aber auch ein Sittengemälde über das frühe zwanzigste Jahrhundert. In dem Teil der Handlung, der in der Gegenwart angesiedelt ist, werden einige Ereignisse erwähnt, die bereits im ersten Band vorkamen. Wenn recht wenig Zeit zwischen der Lektüre von erstem und zweiten Band liegt, kann die Wiederholung doch etwas störend wirken, da sie ein wenig zu viel Raum einnimmt. Auch öffnet sich Summer nach jahrelanger Abgeschiedenheit durch ein Gespräch und dann läuft es einfach so. Das geht recht schnell und leicht, auch wenn man ihr natürlich gönnt, dass sie sich von der Vergangenheit löst. Als lesenswert wird empfunden, wie Summer und Bryan das Geheimnis um das verborgene Erbe lösen.

Veröffentlicht am 07.02.2025

Auf der Jagd nach Kunst

Der falsche Vogel
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Der Antiquitätenhändler Arthur Crockleford ist plötzlich in seinem Laden verstorben. Als hätte er etwas geahnt lässt er seiner Ziehtochter Freya Lockwood einen rätselhaften Brief zukommen. Gemeinsam mit ...

Der Antiquitätenhändler Arthur Crockleford ist plötzlich in seinem Laden verstorben. Als hätte er etwas geahnt lässt er seiner Ziehtochter Freya Lockwood einen rätselhaften Brief zukommen. Gemeinsam mit Arthurs Freundin Carole organisiert Freya die Beisetzung. Mit Hilfe des Briefes erfahren Freya und Carole von einer Aufgabe, die Arthur ihnen übertragen wollte, sollte es ihm selbst nicht möglich sein den Auftrag durchzuführen. Sie sollen die Sammlung eines verstorbenen Lords in dessen Landhaus schätzen. Erst nicht begeistert entschließen sich die beiden Frauen doch, zu dem Landsitz zu fahren. Vielleicht erreichen sie nichts, doch wenigstens können sich etwas von ihrer Trauer ablenken.

Dieser erste Band einer Reihe von Kriminalromanen spielt in England. Freya Lockwood war vor ihrer Ehe gemeinsam mit Arthur Crockleford auf der Jagd nach verschollenen oder gestohlenen Kunstgegenständen. Doch nach einen schrecklichen Ereignis, dass sie in Kairo erleben muss, hat Freya den Beruf aufgegeben. Sie hat eine wunderbare inzwischen erwachsene Tochter und einen überhaupt nicht wunderbaren inzwischen anderweitig liierten Ex-Mann. Dieser drängt darauf, das Haus in London zu verkaufen. Und so fühlt sich Freya frei, den letzten Wunsch ihres Ziehvaters zu erfüllen. Die Gesellschaft auf dem Landsitz erweist sich dann als etwas seltsam und etliche der Kunstgegenstände halten dem Kennerblick nicht stand.

Ein britischer Krimi bei dem es neben einem Todesfall auch um die Jagd nach Kunstgegenständen oder Antiquitäten geht - ein spannender Ansatz. Allerdings erweist sich der Beginn des Romans doch als etwas schwergängig. Erst nach einer Weile baut sich Spannung auf, wenn sich langsam herausstellt, dass jeder der Teilnehmer an der Gesellschaft auf dem Landsitz etwas zu verbergen hat. Dann wird man neugierig auf die Zusammenhänge und hofft, dass Freya das Rätsel um Arthurs Vermächtnis löst. Wenn es nebenbei ein paar Worte zu den Kunstgegenständen zu lesen gibt, ist das sehr interessant. Bilder der Vögel sind im Internet zu finden. Insgesamt ein schöner Kriminalroman mit sympathischen Ermittlerinnen, der noch etwas Luft nach oben hat.

Veröffentlicht am 11.01.2025

Tristesse

Als wir Schwäne waren
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Die Eltern sind aus dem Iran ausgereist und irgendwie sind sie in Deutschland gelandet. Es hätte auch irgendein anderes Land sein können. Die Mutter war Soziologin und der Vater Schriftsteller. Ihre Abschlüsse ...

Die Eltern sind aus dem Iran ausgereist und irgendwie sind sie in Deutschland gelandet. Es hätte auch irgendein anderes Land sein können. Die Mutter war Soziologin und der Vater Schriftsteller. Ihre Abschlüsse werden in Deutschland nicht anerkannt, das Abitur wenigstens schon. Etwas eigenartig finden sie, dass fremde Kinder an der Tür für eine Mark nach etwas zu essen fragen. Der Junge sorgt dafür, dass das nicht mehr vorkommt. Es ist das erste Mal, dass er einen anderen verprügelt. Wie es mit Kindern manchmal so ist, gründen sie eine Art Bande, die sich aber schnell wieder auflöst.

Wahrscheinlich haben die Eltern es sich nicht leicht gemacht mit ihrem Entschluss, die Heimat zu verlassen. Doch was hatten sie in der Fremde erwartet? Möglicherweise nicht, dass der Vater Taxi fahren muss, damit die Mutter wieder ein Studium aufnehmen kann. Ob sie es abschließt? Sie werden nicht richtig heimisch. Und der Junge bleibt ein Fremder unter Fremden. Immerhin ist geht er aufs Gymnasium. Allerdings ist er auch mit denen aus der Siedlung der Ruhrgebietsstadt in Kontakt, die auf die schiefe Bahn geraten. Auch er gerät in Gefahr, nur etwas Glück und eine Bewährungsstrafe verhindern den gänzlichen Absturz.

Angetan von den guten Rezensionen begibt man sich an das Buch, vielleicht um ein Verständnis dafür zu bekommen, wieso andere sich hier nicht willkommen fühlen. Möglicherweise ist es unausweichlich, dass man da enttäuscht wird. Man erfährt weder von den Erwartungen, noch zum Beispiel, ob etwas getan wurde, um anzukommen. Man erfährt nicht, ob der Junge die Schule abschließt. Man erfährt, dass er als Erwachsener in irgendeiner Art zu sich selbst findet. Er hat mehrfach den Mut zu gehen, aber irgendwie nicht den Mut anzukommen. Doch das ist sein Ziel, zu gehen und anzukommen. Man hofft, dass er es schafft. Man ist selbst aber genauso schlau wie vorher. Immerhin ist der Roman in geschliffener Sprache geschrieben und spannend zu lesen.