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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2025

Irreführende Genrebezeichnung

If We Were Gods
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If We Were Gods von Lara Große, erschienen im LEAF-Verlag, fällt natürlich zunächst aufgrund des unheimlich schönen Covers auf. Die Farbgebung und die generelle Gestaltung sind wirklich gelungen und passen ...

If We Were Gods von Lara Große, erschienen im LEAF-Verlag, fällt natürlich zunächst aufgrund des unheimlich schönen Covers auf. Die Farbgebung und die generelle Gestaltung sind wirklich gelungen und passen auch gut zur Geschichte.
Diese entfaltet sich rund um Olivia und ihre Mitstudierenden an der Arcane Academy – DER Uni, wenn man eine Karriere im Bereich der arkanen Künste anstrebt (oder einfach nur den Lebenslauf aufpolieren möchte). Die Ausbildung beschäftigt sich damit, wie die arkanen Ebenen aufgebaut sind, welche Magie man aus ihnen ableiten kann und wie man damit wiederum auf die Realität einwirken kann. Dabei gibt es auch Ebenen, die verboten sind, was die Studierenden um Olivia aber nicht davon abhalten kann, einen Plan zu schmieden, wie sie dennoch dorthin gelangen können.
Was dann folgt: Drama, Geheimnisse, Gefahr, Emotionen, Magie. Und leider auch Enttäuschung.
Als Dark Academia Roman vermarktet hatte ich mich sehr auf die Lektüre gefreut und war leider etwas enttäuscht, denn es kommt nicht an die „Klassiker“ des Genres heran. Das Magiesystem gefällt mir gut, wird aber erst im Laufe des Romans erklärt und bleibt trotz der vielen Informationen dennoch etwas vage. Hier wäre wesentlich mehr Potenzial gewesen, denn die Idee ist originell. Was mich besonders gestört hat, sind die Charaktere. Sie sollen angeblich um die 22 Jahre alt sein und alle bereits ein Studium hinter sich haben, verhalten sich aber wie Teenager. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich genervt und ich konnte sie irgendwann nicht mehr ernst nehmen. Zudem bemüht sich das Buch sehr darum, möglichst inklusiv zu sein (vor allem in Bezug auf ethnische Abstammung und sexuelle Orientierung), bedient aber dennoch ein Klischee nach dem anderen, vor allem im Bereich Genderstereotype.
Eine gewisse Spannung konnte trotzdem aufgebaut werden und ich wollte ab einem bestimmten Punkt dann auch tatsächlich wissen, wie es ausgeht. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich nicht sicher bin, ob ich es nicht vorher schon abgebrochen hätte, wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre. Das liegt weniger an der Qualität des Buches als vielmehr am Marketing: als YA-Fantasy hätte ich das Buch sicher wohlwollender gelesen. An Dark Academia habe ich dann doch andere Ansprüche.
Schade, aber mit der richtigen Erwartungshaltung für einige von euch sicher dennoch eine angenehme Leseerfahrung.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Von uns leider keine Empfehlung

Andersgasse 7 1: Ein Fall für den fantastischen Flusenwutz
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Das Buch Andersgasse 7: Ein Fall für den fantastischen Flusenwutz von Christiane Schreiber habe ich gemeinsam mit meinem Sohn gelesen, der ein großer Fan von Detektivgeschichten ist.
Karl und ...

Das Buch Andersgasse 7: Ein Fall für den fantastischen Flusenwutz von Christiane Schreiber habe ich gemeinsam mit meinem Sohn gelesen, der ein großer Fan von Detektivgeschichten ist.
Karl und seine Freundin Elsa wohnen im gleichen Haus und lösen gerne gemeinsam Fälle. Sie haben sogar Ausweise und alle möglichen Tricks auf Lager (und Walkie-Talkies, um sich auch bei Hausarrest verständigen zu können). In diesem Band (es scheinen noch weitere geplant zu sein) geht es um die Flusenwutze, kleine Tierchen, die Karls Tante als Putzhelfer gekauft hat, und um die Allwachspflanze, deren Samen Karl aus Versehen verstreut hat, und vor deren Superwachstum nun alle etwas Angst haben.
Grundsätzlich gibt es im Buch viele kreative Elemente und man merkt, dass sehr viel Fantasie in das Buch geflossen ist. Leider konnte es uns dennoch nicht überzeugen, denn es wirkt aus meiner Sicht sehr altbacken. So kommt zum Beispiel ein Vertreter ins Haus - ein Konzept, das schon als ich ein Kind war aus der Mode gekommen war. Es gibt auch keinerlei Hinweise auf moderne Geräte (das muss ja auch nicht unbedingt sein), was hier den etwas angestaubten Eindruck nur verstärkt. Das ganze Buch wirkt, als hätte man es auch in den Neunzigern schon kaufen können.
Dazu kommt, dass das Buch nicht besonders gut lektoriert wurde. Es finden sich Wiederholungen (die selbst meinem Sohn aufgefallen sind) und bei der Silbentrennung wurde an mindestens zwei Stellen nicht genau aufgepasst (beim Grunzschnorchelf/rosch und beim Teles/kop).
Fazit: Ganz nette Geschichte, die uns jetzt auch nicht umgehauen hat und die von mir keine Empfehlung bekommt.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Nicht meins

Only Margo
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Only Margo von Rufi Thorpe (übersetzt von Heike Reissig) handelt davon, wie Margo ihr Leben gestaltet, nachdem sie ungewollt schwanger und vom Vater des Kindes sitzengelassen wird (wie der Klappentext ...

Only Margo von Rufi Thorpe (übersetzt von Heike Reissig) handelt davon, wie Margo ihr Leben gestaltet, nachdem sie ungewollt schwanger und vom Vater des Kindes sitzengelassen wird (wie der Klappentext bereits erwähnt spielt die Plattform OnlyFans dabei eine entscheidende Rolle).
Während ich bei einigen Stellen etwas schmunzeln musste, hat mich der Roman dennoch nicht richtig abgeholt. Eventuell bin ich zu alt, um zur Zielgruppe zu gehören, aber einige der Szenen kamen mir einfach überzogen vor (zum Beispiel das Kennenlernen mit den anderen beiden Frauen und die Interaktion beim Podcast, sowie die Inhalte der geskripteten TikToks). Ebenso war mir der Vater zwar durchaus sympathisch, aber die Wrestling-Inhalte waren mir einfach zu viel. Mit der Vorstellung, vom eigenen Vater bei der Erstellung eines OnlyFans-Profils gecoacht zu werden, bin ich dann auch das gesamte Buch hindurch nicht wirklich warm geworden.
Die Protagonistin ist auf ihre Weise sehr liebenswert dargestellt und mir in vielerlei Hinsicht sympathisch – aber auch hier habe ich wieder den Altersunterschied gemerkt und fand sie unfassbar naiv (was sie selbst ja sogar stellenweise thematisiert). So richtig genervt hat mich dann allerdings der ständige Wechsel der Perspektive, ohne dass ich dabei einen Mehrwert erkannt hätte (ich habe verstanden, warum sie es tut – finde es nur einfach nicht stimmig).
Was mich weiter gestört hat, war, dass die Entwicklungsphasen des Babys oft keinen Sinn ergeben haben. Ein drei Monate altes Baby, das bewusst an einem Strauß Rosen riecht? Ich weiß ja nicht…
Insgesamt kein schlechtes Buch, und eine wichtige Thematik, aber einfach nicht für mich. Klassischer Fall von It’s not you, it’s me.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Niedlich, aber mit Schwächen

Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich!
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Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich! - Vorlesegeschichte von Nicola Schmidt für Kinder ab 2 Jahren, illustriert von Iris Blanck, ist ein niedliches Papp-Bilderbuch über das ...

Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich! - Vorlesegeschichte von Nicola Schmidt für Kinder ab 2 Jahren, illustriert von Iris Blanck, ist ein niedliches Papp-Bilderbuch über das Geschwisterleben.
Anhand einer Eichhörnchenfamilie (wobei der Papa oder generell ein zweiter Elternteil leider nicht erwähnt wird) begleiten wir typische Situationen im Zusammenleben von Geschwistern: Teilen, Warten, Kompromisse finden. Dabei versucht das Buch, alle Bedürfnisse in den Blick zu nehmen und zudem auch die schönen Seiten des Geschwister-Habens zu zeigen: einander helfen, sich trösten, und gemeinsam Dinge tun. Hier dürfen die negativen und positiven Gefühle gleichberechtigt nebeneinander stehen, ohne dass dies wertend kommentiert wird.
Im Anschluss an die Geschichte gibt es noch ein paar Hinweise für Eltern. Diese sind inhaltlich sicher wichtig, dennoch hatte ich beim Lesen das ein oder andere Mal den erhobenen Zeigefinger vor Augen, was kein besonders gutes Gefühl vermittelt hat. Das hätte man sicher durch etwas andere Formulierungen vermeiden können.
Wie eingangs erwähnt kommt hier als Elternteil lediglich die Mutter vor, ohne dass kommentiert wird, wieso. Das Buch reiht sich also ein in die lange Liste von Kinderbüchern, bei denen es als selbstverständlich hingestellt wird, dass die Mutter die Sorgearbeit übernimmt. Schade, hier wäre durchaus Potenzial gewesen, dieses Klischee zu durchbrechen.
Die Illustrationen sind schön gemacht und gerade für kleinere Kinder durch die satten Farben und Kontraste sicher besonders ansprechend.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Für spezielle Zielgruppe sehr sinnvoll

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest
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21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest von Stiftung Warentest ist primär für Leute gedacht, die sich noch nicht allzu viele Gedanken um ihre Finanzplanung gemacht haben. Es werden ...

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest von Stiftung Warentest ist primär für Leute gedacht, die sich noch nicht allzu viele Gedanken um ihre Finanzplanung gemacht haben. Es werden viele verschiedene Aspekte von Grund auf erklärt und miteinander in Beziehung gesetzt. Besonders hilfreich für Finanz-Neulinge ist sicher auch, dass es am Ende einen Glossar mit den wichtigsten Begriffen gibt. Leider ist es gleichzeitig so, dass es meines Erachtens schon eher auf ein Publikum abzielt, das einen eher entspannten finanziellen Hintergrund hat. Die teils relativ hohen Beiträge, die in den Beispielen genannt werden, kann nicht jeder einfach so zur Seite legen (auch wenn natürlich erwähnt wird, dass schon kleine Beträge sich lohnen). Es gibt sogar ein eigenes Kapitel, das sich mit dem Ersparen von 100 000 Euro beschäftigt, was sicher für viele Leute trotz konsequentem Sparen unerreichbar bleiben wird. Und obwohl die Strategien aus dem Buch natürlich für jeden Betrag funktionieren, kann ich mir vorstellen, dass sich Menschen mit geringerem verfügbaren Einkommen hier eher abschrecken lassen.
Grundsätzlich finde ich den Aufbau und die Inhalte des Buchs nicht schlecht (abgesehen von den bereits genannten Punkten), aber ich habe leider keine besonders bahnbrechenden Erkenntnisse daraus mitgenommen. Ich habe nicht das Gefühl, mich besonders gut im Finanzwesen auszukennen und doch war mir das meiste aus diesem Buch bereits bekannt. Einiges wiederholt sich, wobei ich das darauf zurückführe, dass die Kapitel so angelegt sind, dass sie unabhängig voneinander gelesen werden können, weswegen ich es nicht negativ werte. Zudem gibt es immer wieder Verweise auf Onlineprodukte von Stiftung Warentest, was vermutlich zu erwarten war. Ich finde jedoch, wenn man das Buch gekauft hat, und dann immer wieder auf weitere kostenpflichtige Produkte verwiesen wird, kann das mit der Zeit ganz schön nervig werden.
Als Fazit würde ich sagen, dass es ein ganz nettes Einstiegsbuch ist für Menschen, die sich wirklich noch keine Gedanken gemacht haben und die auch über ein gewisses Einkommen verfügen, mit dem sie die empfohlenen Strategien nachbilden können und sich auch angesprochen fühlen. Für diejenigen, die bereits erste Schritte unternommen haben, ist es vermutlich zu rudimentär.

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