Gänsehautgarantie
Brennen muss SalemEtwas geschieht in Salem´s Lot, einem kleinen Städtchen mit gefühlt einer handvoll Einwohner. Menschen verschwinden, manche verändern sich radikal und vor allem nachts lauert etwas im Dunkeln. Ben, der ...
Etwas geschieht in Salem´s Lot, einem kleinen Städtchen mit gefühlt einer handvoll Einwohner. Menschen verschwinden, manche verändern sich radikal und vor allem nachts lauert etwas im Dunkeln. Ben, der gerade erst wieder hierher gezogen ist, versucht mit ein paar Bewohnern sich dem Grauen zu stellen, doch ist ihr Gegner zu übermächtig ?
Meine Meinung:
Ich bin begeistert, absolut begeistert ! Nach meinen letzten Flops von King wollte ich eigentlich erst einmal keine Bücher mehr von ihm lesen und hatte ein wenig Angst, dass sein Stil vielleicht nicht mehr meins ist, obwohl er doch zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört. Aber mein Bauchgefühl und eine Leserin rieten mir dann zu Brennen muss Salem, das mir schon so oft empfohlen wurde, und zum Glück hörte ich darauf, denn dieses Buch gehört nun zu meinen Lieblingen von King. Es beinhaltete zwar die typischen Längen, die ich von dem Autor gewohnt bin und ich brauchte ein wenig, um rein zu kommen, aber die Atmosphäre und der Verlauf der Geschichte waren einfach so unglaublich gut, sodass ich es innerhalb weniger Tage durch hatte, weil es sehr spannend und packend war.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und meine Augen klebten förmlich an den Seiten, vor allem zum Finale hin, das es echt in sich hatte. King erzählte seine Geschichte ruhig, aber doch sehr spannend und emotional, ohne in irgendeiner Weise kitschig zu werden oder auf Drama zu setzen. Seine Figuren fühlten sich authentisch an und ihre Geschichten, die alle miteinander ein wenig verwoben waren, fesselten. Viele Schicksale gingen mir unter die Haut und wieder einmal musste ich lernen, nicht zu sehr an Charakteren zu hängen, weil jedem zu jeder Zeit etwas passieren konnte. Und das schätzte ich hier auch daran, weil es mich von Anfang bis Ende neugierig auf der weiteren Verlauf machte und meinen Puls mehr als einmal in die Höhe trieb. Das Finale wurde langsam aufgebaut und setzte sich unangenehm im Nacken fest, bis es dann Schlag auf Schlag ging und mich völlig unter Strom setzte. Zwar fand ich eine Szene etwas zu schnell und es war schade, dass es so fix ging, aber hier mochte ich das recht offene Ende ganz gerne, weil es sehr gut zu der Geschichte passte.
Es ist etwas schade, dass das Cover und der Klappentext im Grunde schon so viel verraten, denn die Tatsache, dass ein Vampir in Salem´s Lot umgeht, wird erst recht spät thematisiert. So war ein wenig die Spannugn dahin, aber nichts desto trotz fieberte ich von Beginn an mit. Die Anleihen zu den üblichen Vampirmythen und vor allem Bram Stockers Dracula wurden geschickt platziert und ausgeweitet, wodurch King dem leicht ausgelutschten Thema in meinen Augen frischen Wind verlieh und seinen eigenen Stempel aufdrückte. Und man muss bedenken, dass dieses Buch in den 1970ern erschien. Aber selbst nach gut 50 Jahren passt dieser Roman um Längen besser als so manche Vampirgeschichte, die heutzutage herauskommt. Ein bedrohliches Wesen, das sich wie ein Parasit einistet und seine Umgebung verseucht; King hat es perfekt umgesetzt.
Das lag auch an den Charakteren, die ich sehr gut ausgearbeitet fand. Trotz der vielen Figuren, die teils nur kurz auftauchten, hatte ich keine Probleme sie auseinander zu halten und fieberte bei so manchen Schicksal mit, das mir sehr unter die Haut ging. Vor allem bei einer Figur bangte ich mit und war über ihre Entwicklung betrübt. Ben, Susan, Matt und Mark, die stets im Mittelpunkt standen, mochte ich sehr gerne. Sie hatten Tiefe und es war interessant, wie sich ihr Charakter im Laufe der Geschichte veränderte.
Kings Schreibstil sagte mir zuletzt nicht mehr so zu, aber hier habe ich ihn sehr geliebt. Klar, er hatte wieder die üblichen Längen, aber die Atmosphäre war einfach nur unglaublich klasse. So spannend, schaurig und tragisch, das hat so gut gepasst und ich bin im Grunde durch die Seiten geflogen. Bei manchen Szenen ist mir eine sehr kräftige Gänsehaut über den Rücken gefahren und die Stimmung war wunderbar beklemmend. Er spielte förmlich mit den Wörtern und seine ausschweifende Art war gerade bei der Beschreibung der Szenerie ein Vorteil.
Fazit:
Brennen muss Salem ist ein Roman, der sehr viele Jahre auf meinem SuB lag und bei dem ich mich frage, wieso eugentlich ? Denn abgesehen von den Längen hat es mich völlig umgehauen. Das Thema Vampir ging hier auf seine Ursprünge zurück und King variierte es dennoch auf eine ganz andere Art und Weise, die mich nicht nur fesselte und begeisterte, sondern mir auch richtig unter die Haut ging. Ich fieberte mit den Charakteren mit und mir lief mehr als einmal ein gehöriger Schauer über den Rücken, denn vor allem die Atmosphäre raubte mir den Atem. King hat mir mit diesem Buch gezeigt, warum ich ihn als Autor so liebe. Von mir gibt es:
5 von 5 Sterne