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Veröffentlicht am 09.02.2025

Ich kann die Bücher der Autorin nur empfehlen.

Golden-Heights-Reihe, Band 2 - Unlock My Truth
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„𝐔𝐧𝐥𝐨𝐜𝐤 𝐦𝐲 𝐓𝐫𝐮𝐭𝐡“ ist Band zwei der „𝘎𝘰𝘭𝘥𝘦𝘯 𝘏𝘦𝘪𝘨𝘩𝘵𝘴“-Reihe von Saskia Louis und erzählt die Geschichte von 𝐂𝐚𝐫𝐥𝐲 & 𝐓𝐲.
Es ist nicht nötig, den Vorgänger zu kennen, jedoch werdet ihr nach diesem Roman auch ...

„𝐔𝐧𝐥𝐨𝐜𝐤 𝐦𝐲 𝐓𝐫𝐮𝐭𝐡“ ist Band zwei der „𝘎𝘰𝘭𝘥𝘦𝘯 𝘏𝘦𝘪𝘨𝘩𝘵𝘴“-Reihe von Saskia Louis und erzählt die Geschichte von 𝐂𝐚𝐫𝐥𝐲 & 𝐓𝐲.
Es ist nicht nötig, den Vorgänger zu kennen, jedoch werdet ihr nach diesem Roman auch 𝘓𝘦𝘹𝘪𝘦 & 𝘓𝘰𝘨𝘢𝘯 genauer kennenlernen wollen.

Im Prolog erfahren wir, wie Charlotte auf die Geschwister gestoßen ist, und bekommen einen Eindruck davon, wie die Kunststudentin lebte und wieso sie so unbedingt Anschluss finden, Teile ihrer selbst verbergen will. Im weiteren Verlauf, der zwei Jahre später ansetzt, bekommt dieses Bild mehr Kontur, jedoch umrahmt von einem Lügenkonstrukt.
Carly liebt die Kunst, sticht in ihren Kursen hervor, verliert sich gerne – im Liegen – in heißen Piratenstorys. Ihre WG teilt sie sich mit ihrer besten Freundin Lexie, der Schwester des Jungen, in den sie sich vor so vielen Monaten verliebte. Doch Ty hält nichts von ernsthaften Beziehungen, hält jeden auf Abstand und macht weder einen Hehl daraus, dass ihm Geld nichts bedeutet, noch aus seiner Einstellung den Reichen gegenüber. Und in der Künstlerin scheint er auch nicht mehr zu sehen als eine weitere Schwester.
Gerade als sich Carly entschließt, ihre romantischen Hoffnungen loszulassen, zwingen Tyler persönliche Umstände dazu, bei ihr einzuziehen. Als wäre das nicht unangenehm genug, übernehmen seine wahren Gefühle und die Eifersucht die Oberhand, während sich Tys abgestreifte Vergangenheit in die Gegenwart drängt …

Was war das wieder schön!
Saskia Louis schafft es jedes Mal aufs Neue, mit ihren amüsanten Romanen, denen es nie an Ernst und einer gewissen Portion Realität fehlt, selbst die tristesten Tage aufzuhellen. Der Ton war locker, der Verlauf flott und frei von Längen, ohne dass der Eindruck entstand, dass nur an der Oberfläche gekratzt wurde. Tyler besticht mit seiner direkten, fürsorglichen Art und dem Bedürfnis, die beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben zu beschützen. Dass der 23-Jährige stets bereit ist, zu flüchten, jedoch nicht dazu, zu viel zu geben, zu viel zuzulassen, ändert weder etwas an seiner interessanten Ausstrahlung noch an seinem mühelosen Charme. Erst das Auftauchen seines kriminellen, unverbesserlichen Vaters lockt in dem unnahbaren Frauenhelden eine defensive, zornige Seite hervor. Nur Carly – herzensgut, aber nicht fehlerfrei – scheint den Aufruhr in seinem Inneren verstehen und sehen zu wollen. Obwohl er sich selbst als nicht gut genug für die zartbesaitete Künstlerin erachtet, kann er sich seiner Empfindungen nicht verwehren, kann ihre Worte nicht vergessen. Dabei hat er Lexie ein Versprechen gegeben …

Die Protagonisten, samt den Schatten ihrer Vergangenheiten und der leisen Zuversicht für die Zukunft, waren greifbar und authentisch ausgearbeitet. Es war leicht, Reaktionen und Zweifel nachzuvollziehen, für die Lügen Verständnis zu finden. Louis spart nicht an Found-Family-Vibes, an echten Freundschaften und Unterstützung, was sich in den Dynamiken der Figuren widerspiegelt. Für Spannung sorgen sowohl die Geheimnisse, die früher oder später für Verletzungen und Brüche sorgen könnten, als auch die echten Motivationen des Vaters der Geschwister. Es machte Spaß, Charlotte und Ty einzeln kennenzulernen und die beiden miteinander zu erleben, zu verfolgen, wie sie unsichtbare, selbst errichtete Barrieren überwinden, Gedanken los- und Schmetterlinge zulassen. Typisch für Saskias Romane ist der trockene Humor, der sich in Unterhaltungen, Monologen und skurrilen Situationen zeigt. (Ich sag’ nur: Piratenromane …) Abgesehen von den Loveinterests waren die Nebenfiguren – besonders Lexie & Logan sowie Mace & Evan – ausreichend integriert. Spicy-Szenen sind stimmig inszeniert, nehmen jedoch nicht den Fokus ein, dafür ist Carlys Leidenschaft zur Kunst und Tylers Liebe zur Musik deutlich zu spüren. Außerdem finden wir echte Probleme und wichtige Themen – seien es innere Kämpfe, Selbstzweifel, der Wunsch, zu genügen, frei und mehr zu sein als eine Vergangenheit, eine Gesellschaftsschicht oder eine Krankheit.

Fazit: „Unlock my Truth“ bekommt, wie jedes Buch der Autorin, eine große Leseempfehlung. Ich kann die nächste Veröffentlichung von Saskia kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Wieder eine tolle Geschichte der Autorin.

Seven Years From Now
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Als ich sah, dass ein neuer Roman von Ashley Poston übersetzt wird, war klar:
Dieses Buch muss ich lesen, denn › Dead Romantics‹ blieb aufgrund der Originalität unvergessen. Dass mich „Seven Years From ...

Als ich sah, dass ein neuer Roman von Ashley Poston übersetzt wird, war klar:
Dieses Buch muss ich lesen, denn › Dead Romantics‹ blieb aufgrund der Originalität unvergessen. Dass mich „Seven Years From Now: Liebe ist eine Frage des Timings“ in gewisser Weise an die Tragik aus „Die Frau des Zeitreisenden“ erinnert, tat sein Übriges.
Und so viel vorab: Lemon & Iwan enttäuschten nicht.

Nach dem Tod ihrer Tante erbt die rationale Workaholicerin deren, von Erinnerungen und Wehmut durchtränkte, Wohnung und zieht widerwillig in das urige Monroe. Analea war ein sprunghafter Mensch, abenteuerlustig, reisebegeistert, schrill – doch hinter bunten Zügen verbarg sich eine ganz eigene Dunkelheit. Sie und ihre Nichte verbanden geheime Geschichten, die Suche nach Aufregung und die Leidenschaft, neue Kulturen und Länder zu entdecken. Analeas Tod hinterließ in Clementine Leere, Schuld und so viele Fragen.
Als sie eines Abends in ihre neue Bleibe tritt, trifft sie auf einen Fremden, der es sich gerade gemütlich macht. Schlimm genug, könnte man meinen, aber als die PR-Redakteurin etliche Kleinigkeiten bemerkt, die nicht da sein sollten – unmöglich da sein können! – erinnert sie sich an jene Worte, die ihr ihre Tante einst über die Wohnung und deren Zauber anvertraute … Und an Analeas einzige Regeln:
»Zieh immer deine Schuhe aus!«
»Verlieb dich nie in dieser Wohnung!«

„Seven Years From Now“ ist eine RomCom mit Mystery-Vibes, die in einem lockeren und modernen, oft ironischen und direkten Tonfall erzählt wird. Sowohl die Figuren als auch die Gegebenheiten sind schlüssig und vorstellbar dargelegt, laden hier und da zum Träumen, oft zum Schmunzeln, jedoch auch zum schwer Seufzen ein.
Vor allem Clementine wurde mit vielen Facetten und Sorgfalt ausgearbeitet, mit Fehlern und Eigenheiten; war hinter der selbstbewussten, harten Fassade nahbar und verletzlich. Neben all der Skurrilität, dem Charme und dem Witz verzichtet Poston nicht auf ernste Themen, auf tragische Ereignisse und die Liebe, die nicht loslässt, die auch „sieben Jahre“ und zahlreiche verpasste Chancen später noch pulsiert.
Während für ›Lemon‹ nur wenige Wochen vergehen, in denen sie sich nach dem sympathischen Tellerwäscher sehnt und die Wohnung anfleht, sie zu ihm zurückzubringen, sind es Jahre, in denen sich der emphatische, leidenschaftliche junge Mann verändert. Würden sich die beiden, jetzt, in der Gegenwart, erkennen? Würde sich James Ashton an sie erinnern? Diese Antwort soll nicht allzu lange auf sich warten lassen …

Idee und Setting, die „zeitreisende“ Wohnung, Sternekoch und Verlagsleben, waren ebenso interessant, wie die Protagonisten und Clementines fürsorgliche Freundinnen Drew und Fiona. Dem spritzigen Plot, der trotz des Gefühlschaos zum Wohlfühlen einlädt, ist leicht zu folgen und die charakterliche Entwicklung – das Hinterfragen der eigenen Wünsche – authentisch. Auch den Gefühlen – von Sehnsucht über Traurigkeit bis hin zu Hoffnung und dem Drang, sich zu beweisen – und der Atmosphäre, zwischen Euphorie und der Melancholie, die im Angesicht von Vergänglichkeit unausweichlich ist, konnte ich nachspüren.
Ashley Poston lässt keine Langeweile aufkommen und macht es den LeserInnen leicht, in das Geschehen einzutauchen. Im Verlauf dröseln sich ungeahnte Verbindungen und weitere Geheimnisse auf, Entscheidungen müssen getroffen und die Wahrheit gesprochen werden, sodass am Ende Überraschungen warten. Dass die romantische Komponente im Gesamten ohne viel aufgesetztes Drama, stattdessen mit Kommunikation auskommt, es dennoch knisternde, spannende und ulkige Momente gibt, macht diese RomCom zusätzlich zu einer, die ich gerne empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Tragisch und absolut wichtig.

Die Nacht der Bärin
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„Die Nacht der Bärin“ ist ein ergreifender Roman, in dem Kira Mohn auf zwei Zeitsträngen eine Tragödie erzählt, die tief bewegt, Gänsehaut beschert und echt ist. Eine, die für so viele, zu viele Menschen ...

„Die Nacht der Bärin“ ist ein ergreifender Roman, in dem Kira Mohn auf zwei Zeitsträngen eine Tragödie erzählt, die tief bewegt, Gänsehaut beschert und echt ist. Eine, die für so viele, zu viele Menschen Alltag ist …

Jule fährt eines Abends los, um in dem Haus ihrer Eltern zur Ruhe zu kommen. Denn bei Jasper konnte sie keine Sekunde länger bleiben. Nicht nachdem, was er getan hat. …
Doch schon am nächsten Morgen wühlt die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter die Gemüter auf. Jedenfalls sollte sie das, aber abgesehen eines Moments des Schocks im Gesicht ihrer Mama bleibt diese reglos. Wie eh und je. Und Jule? Für sie war Marjanna Siegburg lediglich „Eine Karte von Oma“, hat sie nie kennengelernt und weiß nichts über jene Frau. Das ändert sich nun, da die 26-Jährige beginnt, das Verhältnis zwischen Anna und der Verstorbenen, die Geschichte der beiden und ihre eigene Beziehung zu diesen zu hinterfragen.
Wer hätte ahnen können, welche Tragik sich im Stammbaum der Siegburgs findet, welche Abgründe und erschreckenden Wahrheiten?

Dass Mohn zu „ungemütlichen“ Themen greift, ist nicht neu, und doch ist „Die Nacht der Bärin“ anders. Schmerzhafter. Tiefsinniger. Realer.
Während wir in der Gegenwart Jule einerseits dabei begleiten, das in ihrer Beziehung Geschehene zu realisieren und einzuordnen, sind wir andererseits zugleich mitten in ihren Fragen und Vermutungen, die Anna betreffen. Da der zweite Zeitstrang zu deren Kindheit führt, ist es für die LeserInnen leichter, sich von dunklen Vorahnungen leiten zu lassen – doch das Ausmaß dessen, was sich langsam entspinnt, welche Grausamkeit und Traumas in den Ereignissen vor über drei Jahrzehnten stecken, war unerwarteter Natur; Nichts, worauf man sich hätte vorbereiten können.
Im Jetzt ertappen wir die Grafikerin dabei, wie sie versucht, Schrecken und Angst hinter leisen Rechtfertigungen zu verstecken, Erklärungen zu finden. Denn Jasper war noch nie so, und was, wenn es nur dieses eine Mal war?! … Um sich nicht mit der gemeinsamen Zukunft und dem in ihr herrschenden Zwiespalt auseinandersetzen zu müssen, stürzt sich Jule in die Vergangenheit. Drängt nach Antworten und begibt sich letztlich selbst auf die Suche. ... Hofft vielleicht, nach dem, was auch immer sie aufdecken mag, selbst klarer zu sehen.

Durch den Wechsel der Perspektiven, halbgare Antworten und die Stimmungsumschwünge seitens Jules Mutter; die mitschwingende Bedrohung und die erdrückende Anspannung in den Rückblenden verliert die Handlung zu keiner Zeit an Intensität.
Wir finden authentische Reaktionen, herzzerbrechende Augenblicke, stummes Leiden und Konsequenzen – gesellschaftlich verpönt, doch … Kiras Stil ist einfach gehalten, nicht gänzlich frei von Distanz, die der Tragweite dessen, was am Grunde von Verdrängung liegt, angemessen ist. Oft finden sich aussagekräftige Beschreibungen, die die Kehle eng werden lassen, Bedauern entfachen, pure Emotionen. Momente, die mir nur zu bekannt waren, die mich das Buch kurz zur Seite legen ließen, um eigenen Erinnerungen zu entkommen. Sich dem Schmerz, der Gefahr zwischen den Seiten, zu entziehen, ist unmöglich.

Obgleich ich diesen Roman samt Nachwort und Danksagung uneingeschränkt empfehlen möchte, weiß ich nicht, wie ich Jules Verhalten letztlich empfinde(n soll). Denn so nachvollziehbar der Drang ist, der Lebensgeschichte ihrer Mutter auf den Grund zu gehen, „verstehen zu wollen“, so übergriffig schien es mir, sich dem Wunsch von Anna, die damaligen Ereignisse ruhen zu lassen, zu widersetzen und in dem Morast zu graben. Abgesehen von diesem Punkt, den ich im Zwiespalt betrachte, der aber nötig ist, um die Handlung voranzutreiben, ist „Die Nacht der Bärin“ ein Buch von Wichtigkeit; eines, das von einer Autorin verfasst wurde, die hinschaut, nicht vor unbequemen Wahrheiten zurückschreckt. Die mutig ist. Danke.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Zum letzten Mal zurück nach Sweet Springs…

Rough Like Rayne - Kentucky Love
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Mit „𝐑𝐨𝐮𝐠𝐡 𝐥𝐢𝐤𝐞 𝐑𝐚𝐲𝐧𝐞“ endet die humorvolle Romance-Reihe „𝗞𝗲𝗻𝘁𝘂𝗰𝗸𝘆 𝗟𝗼𝘃𝗲“ von Yvonne Westphal – und was soll ich anderes sagen, außer, dass ich traurig darüber bin, die Kleinstadt samt ihrer heißen Männer ...


Mit „𝐑𝐨𝐮𝐠𝐡 𝐥𝐢𝐤𝐞 𝐑𝐚𝐲𝐧𝐞“ endet die humorvolle Romance-Reihe „𝗞𝗲𝗻𝘁𝘂𝗰𝗸𝘆 𝗟𝗼𝘃𝗲“ von Yvonne Westphal – und was soll ich anderes sagen, außer, dass ich traurig darüber bin, die Kleinstadt samt ihrer heißen Männer und taffen Frauen verlassen zu müssen? Im Finale lernen wir den verschlossenen, stillen Jax endlich näher kennen – sehr nah. Dass der attraktive Mechatroniker die Geschwindigkeit liebt, Motoren sein Element sind, haben wir in den Vorgängern bereits herausgefunden. Doch nun sehen wir einen Teil von ihm, der überrascht: Jax ist pragmatisch, hochintelligent und belesen, ein charmanter Gesundheitsfanatiker und ein ehemals erfolgreicher NASCAR-Rennfahrer. Seine Bekanntheit kommt ihm als Initiator eines aufsehenerregenden Charity-Racing-Events zugute. Dass das diesjährige SSRF anders werden wird, ist augenblicklich klar, als Renée auf der Bildfläche auftaucht, doch wie stark sich Jax' ernstes Leben in wenigen Wochen verändert – damit hat wohl niemand gerechnet. Renée Duvrai hat es als Frau in einer Männerdomäne und Tochter einer Racing-Legende nicht leicht – weder in der Firma, die eigentlich ihrer Führung obliegt, noch in der Öffentlichkeit lässt ihr Vater zu, dass Renée sich behauptet und Entscheidungen trifft. Als Ricky auf die Idee kommt, seine Tochter inkl. Unternehmen zu „verscherbeln“, kommen ihr Jax Rayne und seine verrückte Idee nur recht.
Doch Gefühle sind unberechenbar und Geheimnisse bleiben nur selten für immer verborgen. …

Yvonne Westphals Stil ist wie gewohnt authentisch und sehr humorvoll. Neben einer Menge Witz finden sich auch dieses Mal ernste Themen, die mit viel Einfühlungsvermögen behandelt werden. Innerhalb der spaßig-sinnlichen Handlung weist die Autorin auf das mangelhafte Gesundheitssystem der Staaten hin, erinnert an unsere eigene Sterblichkeit sowie die Kostbarkeit des Lebens und macht auf chronische Erkrankungen, jene, die im Verborgenen wüten, aufmerksam. Obgleich sich Westphal nicht an Nebensächlichkeiten aufhält, wurde der Verlauf mit Details und die Figuren mit Tiefe bestückt. Während aus einer flüchtigen Begegnung auf dem Highway mehrere werden, die Anziehung zwischen den Protagonisten sofort präsent ist und nicht lange gefackelt wird, sich die beiden körperlich und emotional immer näher kommen und im Hintergrund die Vorbereitungen für das Rennen laufen, erhalten wir durch die wechselnden Perspektiven Einblicke in ihren Alltag, ihre Ziele und Eigenheiten, sind Teil der oftmals nicht jugendfreien Gedanken. Oh ja, es wird hot & spicy – auf aufregende Art. Hervorzuheben ist zusätzlich, dass auf nerviges Hin und Her verzichtet wird. Jax und Renée wollen einander – dramalos.

Des Öfteren wecken Verhalten und kleine Andeutungen böse (Vor)Ahnungen, denn sowohl Rayne als auch Duvrai kämpfen mit sich, mit etwas. Welche Zusammenhänge Yvonne am Ende herstellt, welche Offenbarungen und tragischen Wahrheiten über uns hereinbrechen, war letztlich ebenso bewegend wie unerwartet. Wer „Kentucky Love“ verfolgt hat, wird auf allerhand Bekannte treffen, sich an den Entwicklungen erfreuen – und wer Clay und Ash noch nicht kennt, wird das nach diesem romantischen Abschluss sicher schnell nachholen wollen.
„Rough like Rayne“: Ein wunderbares Ende für eine rundum gelungene Smalltown-Romance-Reihe. Spannend, witzig und heiß.

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Wohltuend-magisch.

Spellshop
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Als die Revolution in der Hauptstadt ihren Höhepunkt erreicht, Jahrhunderte altes Wissen in Flammen steht, bleibt Kiela nichts anderes übrig, als mit ihrer/m treuesten FreundIn und jenen Schriften, die ...

Als die Revolution in der Hauptstadt ihren Höhepunkt erreicht, Jahrhunderte altes Wissen in Flammen steht, bleibt Kiela nichts anderes übrig, als mit ihrer/m treuesten FreundIn und jenen Schriften, die sie tragen kann, zu fliehen. Der einzige Ort, der ihr einfällt, ist die abgelegene Insel, auf der sie geboren wurde. In dem verlassenen Cottage ihrer Eltern angekommen wird der introvertierten Bibliothekarin bewusst, dass sie Nahrung braucht. Und nicht um Reparaturen herumkommt. Doch weder hat Kiela Münzen noch ist sie besonders bewandert in sozialen Gepflogenheiten... Nur gut, dass es ihr die BewohnerInnen Caltreys, allen voran der freundliche Seepferdchenzüchter von nebenan, leicht machen, sich in die Gemeinschaft mehr oder weniger freiwillig einzufinden – und dann wären da ja noch die Bücher, die sie vor dem Feuertod bewahrt, und die Rezepte ihrer Eltern, die sie gefunden hat. Na, wenn man sich mit diesem Know-how, teilweise verboten, teilweise unglaublich lecker, nicht ein neues Leben aufbauen kann ...

Sarah Beth Durst schuf eine wunderbar-gemütliche Geschichte, in der sich der Duft von Zimtschnecken und Marmelade mit jenem alter Bibliotheken und der Frische von Meeresbrisen vereint. „𝐒𝐩𝐞𝐥𝐥𝐬𝐡𝐨𝐩: 𝐕𝐨𝐦 𝐙𝐚𝐮𝐛𝐞𝐫 𝐝𝐞𝐫 𝐤𝐥𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐃𝐢𝐧𝐠𝐞“ liest sich locker-leicht, der Ton ist authentisch und vor allem die Protagonistin nahbar. Ich konnte mich sofort mit Kiela, ihrer Liebe zu dem geschriebenen Wort und ihrer Einstellung den Menschen gegenüber identifizieren, verstand die Probleme, die der Kontakt mit der Außenwelt bereithält, und wurde von ihrer saloppen, frischen Art, in der stets Wärme mitschwang, großartig unterhalten. Durch einen bildhaften Stil war es leicht, sich die Figuren und Orte, die Wirkung der Magieexperimente vorzustellen und sich treiben zu lassen, denn trotz der einen oder anderen Schwierigkeiten, trotz Missverständnissen und einem Hauch Angst, mitschwingender Melancholie und Gesellschaftskritik, ist dies ein ruhiger Fantasy-Roman, in dem herannahendes Drama häufig zielsicher gelöst wurde.
Mit Caltrey schuf die Autorin ein traumhaftes Setting. Wenn die Insel auch nicht vor Reichtum strotzt, pulsierten Zufriedenheit, Akzeptanz und Vielfalt auf ihr – zusehen an allerhand bekannten und neuen Wesen. Sobald sich Kiela an den Zaubern bediente, sie testet, ausprobiert – warten ulkige Fauxpas, skurrile Szenen und etliches an Humor. Immer präsent, hilfreich im Geschehen verankert: Caz. Diese innige Freundschaft lässt Schlucken und Kichern zugleich. Im Verlauf erfahren wir einiges über die Entstehung des Spinnenkrauts und über die Verbindung zwischen ihm und der Bibliothekarin, was diese besondere Dynamik zusätzlich untermauert. Auch Hintergründe über die Revolution und das Verbot, ausgesprochen von Obrigkeiten, Magie zu wirken, kristallisieren sich im selben Tempo heraus, wie wir DörflerInnen, bspw. die Zentaurin Bryn, kennenlernen. Natürlich wäre da noch der anfänglich forsche Larran, der seine Hilfe und Fürsorge regelrecht in Kielas Richtung schmeißt – und sie letztlich mit seiner Aufmerksamkeit und Sensibilität umwirft. Hach: unschuldig und unbeholfen, mit lautem Knistern und leisen Gefühlen. Perfekt inszeniert für diese Cozy-Story.

Kiela Orobidan entwickelt sich innerhalb der Handlung deutlich, wächst über sich hinaus, beginnt, Strukturen und Gesetze zu hinterfragen. Sie knüpft Freundschaften, hilft mit ihrem zauberhaft-verbotenen Wissen und schenkt Leben – wie der laufende Kaktus Miep beweist. Ich fand es großartig, zu verfolgen, wie die Einsamkeit der Einsiedlerin schwindet; Wehmut durch Aufregung und Euphorie ersetzt wird und sich die junge Frau integriert und öffnet. Mutig ist. Zuletzt selbstlos und bereit, das aufzugeben, was sie sich in wenigen Wochen aufbaute – ein echtes zu Hause – um andere zu retten.

„Spellshop“ strotzt vor Gemütlichkeit, Witz und Charme, verlangt nach einer Tasse Tee und Gebäck und verzaubert mit einer wahrlich wundersamen Geschichte.

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