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Veröffentlicht am 24.01.2025

"Du sollst nicht Asperger sagen!"

Harte Schale, Weichtierkern
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Fabiennes Freund hat mit ihr Schluss gemacht. Doch das sind nicht die einzigen Sorgen der 16jährigen. Schon seit längerer Zeit fühlt sie sich unwohl und geht deshalb heimlich zu einem Psychiater, den sie ...

Fabiennes Freund hat mit ihr Schluss gemacht. Doch das sind nicht die einzigen Sorgen der 16jährigen. Schon seit längerer Zeit fühlt sie sich unwohl und geht deshalb heimlich zu einem Psychiater, den sie von ihrem beim Ferienjob verdienten Geld bezahlt. Der stellt die Diagnose Asperger... Und Fabienne lernt eine Menge über sich selbst...
Das Buch ist wirklich originell illustriert und sehr schön gestaltet, wie ein Tagebuch, was sehr gut zu der Erzählung aus der Ich-Perspektive passt. Wirklich ein kleines Gesamtkunstwerk.
Die Altersempfehlung ab 14 Jahren finde ich recht passend. Meiner Meinung nach ein außergewöhnliches und sehr schönes, anspruchsvolles Jugendbuch.

"Der Herr Psychotherapeut und ich, wir sind per Sie. Das mag ich. Nicht weil mir das Sie so gefallen würde, sondern weil ich mit dem Du manchmal so meine Probleme habe. Das Du ist wie ein Treppchen, auf das die Leute steigen, um einen von oben herab zu behandeln. Dass Sie hat ein zu steiles Gefälle, davon rutschen sie ab."

"Nein, das stimmt nicht, ich werde nicht therapiert, ich werde diagnostiziert. Meine Familie weiß davon nichts, ich bezahle das selbst, von meinem Ferialpraktikumslohn, meine Familie soll davon nichts wissen, weil sie davon nichts wissen will. In meiner Familie ist man nicht komisch, und wenn man komisch ist, ist das normal, und wenn man meint, nicht normal zu sein, dann zerdenkt man dass nicht alles so, übertreibt nicht mal wieder, sondern stellt man sich gefälligst nicht so an, Fabienne!"

"Du bist unglaublich gescheit, aber zum Leben zu dumm." Das hat meine Mutter einmal zu mir gesagt. Jetzt habe ich die Gescheitheit wissenschaftlich bescheinigt, aber den anderen Kram leider auch."

"Es gibt Leute, die meinen, wir würden Filter über Fotos legen, um uns das Leben zu beschönigen. Und damit Unerreichbares herstellen. Ein unstillbares Verlangen erzeugen. Sehnen und Sucht. Aber ich glaube, wir brauchen die Filterfunktionen, damit die Dinge so aussehen, wie sie wirklich sind. Für uns. Die Größe des Sonnenuntergangs auf einem zu kleinen Bildschirm. Ein geliebter Mensch in Bewegung erstarrt. Die Kamera hat ein nacktes Auge. Unsere Wahrheit ist keine reine Abbildung."

"So ein Blödsinn, du bist doch nicht behindert, Fabi, das würde meine Mutter sagen. Was war das für ein Psychologe, was weiß denn der. Du hast sicher übertrieben, und ein Stück weit kann ich sie verstehen."

"... überlegte ich, ob ich es ihr sagen sollte, wieder und wieder. Würde es etwas ändern zwischen uns? Würde sie vielleicht manche Dinge auf einmal verstehen, so wie ich sie verstehe - oder würde sie mich nur anders sehen? Habe ich eine neue Entschuldigung oder endlich einen handfesten Anker für die Unzufriedenheit mit mir?"

"Vielleicht kann man einen anderen Menschen nie ganz kennenlernen, weil Menschen sich eben ständig ändern. Kaum hat man etwas über sie gelernt, bewegen sie sich schon wieder davon."

"Manchmal vergesse ich, dass ich einen Körper habe. Also nicht in dem Sinne, dass ich mich nicht spüre, im Gegenteil, ich fühle mich gut. Besser sogar. Aber wenn ich mich selbst nicht sehe, dann sehen mich auch andere nicht. Bis mich jemand erinnert."

"Vielleicht habe ich gar kein Asperger, vielleicht bin das gar nicht ich. Vielleicht habe ich nur zu oft und zu viel darüber gelesen und habe dem Psychologen genau das erzählt, was er hören wollte. Sollte. Und ich wollte auch nur. Eine Erklärung für manches. Eine Entschuldigung, kann sein."

"Ich bin nicht gestört, ich werde gestört. Vieles auf dieser Welt stört mein seelisches Wohlbefinden sogar ganz erheblich!"

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Das Gefühl, es nicht wert zu sein

Das Gefühl von Armut
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Wie fühlt es sich an, arm zu sein?
In ihrem Buch „Das Gefühl von Armut“ schreibt Celsy Dehnert über ihre persönlichen Erfahrungen mit Armut sowie über die sozialen Komponenten von Armut im Allgemeinen. ...

Wie fühlt es sich an, arm zu sein?
In ihrem Buch „Das Gefühl von Armut“ schreibt Celsy Dehnert über ihre persönlichen Erfahrungen mit Armut sowie über die sozialen Komponenten von Armut im Allgemeinen. Wie Armut entsteht, wen es treffen kann (eigentlich fast jeden! – dessen sind sich nur die meisten Menschen nicht bewusst) und welche Auswirkungen es hat. Das Buch ist sehr persönlich, offen und ehrlich geschrieben; gleichzeitig behandelt es aber auch ein politisches und hochaktuelles Thema.

"Schaue ich auf meine Kindheit zurück, muss ich festhalten, dass meine Eltern genau das taten, was die Gesellschaft armutsbetroffenen Eltern immer vorwirft: Sie gab mir knappes Geld vor allem für sich selbst statt für ihre Kinder aus."

In manchen Rezensionen wurde kritisiert, dass der Ton des Buchs sehr anklagend wäre. Ja, oft ist er dies tatsächlich.- Vielleicht ist aber genau DAS notwendig, damit man mal aus seiner persönlichen Komfortzone herauskommt, sich seiner Privilegien bewusst wird und sich ernsthaft mit dem Thema Armut/Geld/Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit auseinandersetzt.

"Was allerdings bis heute geblieben ist: das Gefühl, es nicht wert zu sein."

"Leben ist mehr, als nur zu arbeiten oder zu konsumieren. Leben bedeutet auch, teilhaben zu können. Also dabei zu sein, wenn die eigenen Klassenkameradinnen oder Kolleginnen oder Freund*innen Dinge unternehmen und erleben. Es geht darum, das eigene Leben zu gestalten. Genau diese Möglichkeit fehlt Armutsbetroffenen oft. Sie können Ihr Leben nicht selbstbestimmt gestalten, weil ihnen dazu die Ressourcen fehlen. Fehlende Teilhabe drückt sich dabei in mehr aus, als sich bestimmte Kleidung nicht leisten zu können oder nicht mit auf Klassenfahrt zu gehen. Armut grenzt aus. Sie isoliert."

"Am Ende entscheidet damit auch unsere Herkunft oft darüber, wohin wir gehen können. Sie beschränkt oder eröffnet, welche Zugänge wir zur Gesellschaft haben. Denn in der Abgrenzung der Oberschicht gegenüber der Mittelschicht und der Unterschicht geht es ja eben immer um den Erhalt hierarchischer, gesellschaftlicher Strukturen. Es geht also vor allem darum, Menschen, die versuchen, aus ihrer angeborenen sozialen Positionen nach oben auszubrechen, den Zugang zu verwehren. Damit diejenigen, die in eine privilegierte Herkunft hineingeboren wurden, ihre Position erhalten können."

Ich finde das Buch sehr empfehlenswert, genauso wie das Buch "Wie viel: Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht" von Mareice Kaiser.
Beide Bücher sind meiner Meinung nach eine gute Grundlage, um hier den Weg zu Veränderungen zu ermöglichen.

"Wir können als Gesellschaft dieser Katastrophe, die sich Armut nennt, nur etwas entgegensetzen, wenn wir aufhören, sie zu tabuisieren und zu stigmatisieren. Wir müssen uns konkret mit Armut auseinandersetzen und uns trauen, genau hinzusehen, wie sie entsteht, um ihr ein Ende setzen zu können. Dafür müssen wir uns auch zumuten, anzuerkennen, wo wir durch gesellschaftliche ideale und Praktiken dazu beitragen, dass ich Armut stetig fortsetzt. Hin und wieder müssen wir auch mutig genug sein, den Kapitalismus als Wirtschaftssystem zu hinterfragen, um allen Menschen ein Leben in Würde, Gesundheit und Freude zu ermöglichen. Denn um nichts anderes geht es."

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Das Gefühl, es nicht wert zu sein

Das Gefühl von Armut
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Wie fühlt es sich an, arm zu sein?
In ihrem Buch „Das Gefühl von Armut“ schreibt Celsy Dehnert über ihre persönlichen Erfahrungen mit Armut sowie über die sozialen Komponenten von Armut im Allgemeinen. ...

Wie fühlt es sich an, arm zu sein?
In ihrem Buch „Das Gefühl von Armut“ schreibt Celsy Dehnert über ihre persönlichen Erfahrungen mit Armut sowie über die sozialen Komponenten von Armut im Allgemeinen. Wie Armut entsteht, wen es treffen kann (eigentlich fast jeden! – dessen sind sich nur die meisten Menschen nicht bewusst) und welche Auswirkungen es hat. Das Buch ist sehr persönlich, offen und ehrlich geschrieben; gleichzeitig behandelt es aber auch ein politisches und hochaktuelles Thema.

"Schaue ich auf meine Kindheit zurück, muss ich festhalten, dass meine Eltern genau das taten, was die Gesellschaft armutsbetroffenen Eltern immer vorwirft: Sie gab mir knappes Geld vor allem für sich selbst statt für ihre Kinder aus."

In manchen Rezensionen wurde kritisiert, dass der Ton des Buchs sehr anklagend wäre. Ja, oft ist er dies tatsächlich.- Vielleicht ist aber genau DAS notwendig, damit man mal aus seiner persönlichen Komfortzone herauskommt, sich seiner Privilegien bewusst wird und sich ernsthaft mit dem Thema Armut/Geld/Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit auseinandersetzt.

"Was allerdings bis heute geblieben ist: das Gefühl, es nicht wert zu sein."

"Leben ist mehr, als nur zu arbeiten oder zu konsumieren. Leben bedeutet auch, teilhaben zu können. Also dabei zu sein, wenn die eigenen Klassenkameradinnen oder Kolleginnen oder Freund*innen Dinge unternehmen und erleben. Es geht darum, das eigene Leben zu gestalten. Genau diese Möglichkeit fehlt Armutsbetroffenen oft. Sie können Ihr Leben nicht selbstbestimmt gestalten, weil ihnen dazu die Ressourcen fehlen. Fehlende Teilhabe drückt sich dabei in mehr aus, als sich bestimmte Kleidung nicht leisten zu können oder nicht mit auf Klassenfahrt zu gehen. Armut grenzt aus. Sie isoliert."

"Am Ende entscheidet damit auch unsere Herkunft oft darüber, wohin wir gehen können. Sie beschränkt oder eröffnet, welche Zugänge wir zur Gesellschaft haben. Denn in der Abgrenzung der Oberschicht gegenüber der Mittelschicht und der Unterschicht geht es ja eben immer um den Erhalt hierarchischer, gesellschaftlicher Strukturen. Es geht also vor allem darum, Menschen, die versuchen, aus ihrer angeborenen sozialen Positionen nach oben auszubrechen, den Zugang zu verwehren. Damit diejenigen, die in eine privilegierte Herkunft hineingeboren wurden, ihre Position erhalten können."

Ich finde das Buch sehr empfehlenswert, genauso wie das Buch "Wie viel: Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht" von Mareice Kaiser.
Beide Bücher sind meiner Meinung nach eine gute Grundlage, um hier den Weg zu Veränderungen zu ermöglichen.

"Wir können als Gesellschaft dieser Katastrophe, die sich Armut nennt, nur etwas entgegensetzen, wenn wir aufhören, sie zu tabuisieren und zu stigmatisieren. Wir müssen uns konkret mit Armut auseinandersetzen und uns trauen, genau hinzusehen, wie sie entsteht, um ihr ein Ende setzen zu können. Dafür müssen wir uns auch zumuten, anzuerkennen, wo wir durch gesellschaftliche ideale und Praktiken dazu beitragen, dass ich Armut stetig fortsetzt. Hin und wieder müssen wir auch mutig genug sein, den Kapitalismus als Wirtschaftssystem zu hinterfragen, um allen Menschen ein Leben in Würde, Gesundheit und Freude zu ermöglichen. Denn um nichts anderes geht es."

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Kunstvoll illustrierte Kafka-Häppchen

Kafka
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Das Buch "Kafka", erschienen im Sauerländer Verlag, enthält ausgewählte Texte von Franz Kafka, die auf eine ganz besondere Art von Stefanie Harjes illustriert wurden. Nun muss jeder selbst entscheiden, ...

Das Buch "Kafka", erschienen im Sauerländer Verlag, enthält ausgewählte Texte von Franz Kafka, die auf eine ganz besondere Art von Stefanie Harjes illustriert wurden. Nun muss jeder selbst entscheiden, ob er das ohne weitere Vorkenntnisse von Kafkas Literatur lesen mag oder nicht. Ich denke, beides ist möglich: als Einstieg für alle, die Kafka noch nicht kennen und sich mit seiner Literatur befassen wollen. Aber auch für Menschen wie mich, die schon etwas von Kafka gelesen haben, ihn aber mal auf eine ganz andere Art und Weise entdecken wollen.
Diese Veröffentlichung ist zwar kein Ersatz für die Bücher und Texte von Franz Kafka und ja, ganz klar: man muss so etwas mögen. Ich mag es. Ich liebe es, wenn Literatur auf besondere Art und Weise dargestellt und illustriert wird. Für mich ist das Buch auf jeden Fall ein sehen ms- znd lesenswertes Schätzchen!

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Veröffentlicht am 13.01.2025

"Mir haben sie den Stempel in der vierten Klasse verpasst."

Tornado im Kopf
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"Mir haben sie den Stempel in der vierten Klasse verpasst." -
Die 12jährige Frances, lieber Frankie genannt, hat Tornados im Kopf. In mehrfacher Hinsicht. Nicht nur, dass Tornados schon immer eine gewisse ...

"Mir haben sie den Stempel in der vierten Klasse verpasst." -
Die 12jährige Frances, lieber Frankie genannt, hat Tornados im Kopf. In mehrfacher Hinsicht. Nicht nur, dass Tornados schon immer eine gewisse Faszination auf sie ausüben - auch in ihrem Kopf tobt öfter mal ein Tornado. Denn bei ihr wurde eine neurologische Abweichung festgestellt; sie mag keinen Körperkontakt, braucht feste Routinen und hasst Lärm.
Sie ist gar nicht glücklich darüber, dass man ihr "den Stempel" verpasst hat. Sie möchte so gerne "normal" sein, wie ihre Zwillingsschwester Tess und andere Kinder in ihrem Alter. Frankie versucht es ohne Medikamente und ohne Therapie zu schaffen, doch das ist gar nicht so einfach, vor allem weil gerade ihre ehemals beste Freundin Colette spurlos verschwunden ist. Sie muss sie finden, bevor es zu spät ist – denn Frankie hat einen Verdacht, was passiert ist...
Das Buch liest sich zum Teil ein bisschen wie ein Kinderkrimi, eine spannende Suche nach ihrer vermissten Freundin. Aber es behandelt auch die Themen Freundschaft und neurologische Störungen auf kindgerechte Art.

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