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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2025

Fiktion, verschobene Wahrnehmung, heftig, blutlastig

Narbensommer #Thriller
5

Marc Davids und Zoé Martin folgen in ihrem zweiten Fall einer Fährte aus Blut und Tod in die Tiefen des Frankfurter Rotlichtmilieus. So steht es in der Kurzbeschreibung und vielleicht hätte ich diesen ...

Marc Davids und Zoé Martin folgen in ihrem zweiten Fall einer Fährte aus Blut und Tod in die Tiefen des Frankfurter Rotlichtmilieus. So steht es in der Kurzbeschreibung und vielleicht hätte ich diesen Satz wörtlicher nehmen sollen.
Wir haben mit „Narbensommer“ einen Thriller in der Hand, der wirklich spannend aufgebaut ist. Weder Täter, noch Motiv (wenn man von so einem überhaupt sprechen kann), sind wirklich erkennbar. Fiktion und verschobene Wahrnehmungen sind zentrale Bausteine, aber auch die detaillierte und blutlastige Beschreibung der Morde. Eine einmalige Erläuterung hätte für mich völlig ausgereicht, da ich diese brutalen Morde nicht so gerne in meinem Kopfkino habe. Auch fand ich trotz der Grundspannung immer wieder Seiten die sich nicht wirklich wichtig anfühlten, wie Gespräche, die nur wenig Neues bringen.
Aber dafür hat Chris Dominik ein sehr sympathisches Ermittlerteam geschaffen und mit Zoé gibt es in meinen Augen eine starke Frau. Sie hat bei mir den besten Eindruck hinterlassen.
Der Thriller ist der zweite Band der Reihe, kann aber ohne Bedenken eigenständig gelesen werden. Für mich waren in der Geschichte zu viele und zu genaue Einzelheiten der Morde beschrieben, wobei ich auch sagen muss, dass für diese Art von Täter und Mord es durchaus passen kann, wenn es jemand mag. Für jene Leser gibt es auch die Aussicht auf einen dritten Band im Herbst dieses Jahres.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Interessante Suche, aber mehr Romantik erwartet

Something Old, Someone New
0

Es geht um die Herkunft eines antiken Verlobungsringes. Soweit so gut. Diese Suche, die Reise und Recherche der Hauptperson Shea fand ich ganz interessant. Immer wieder gibt es neue Wendungen und interessante ...

Es geht um die Herkunft eines antiken Verlobungsringes. Soweit so gut. Diese Suche, die Reise und Recherche der Hauptperson Shea fand ich ganz interessant. Immer wieder gibt es neue Wendungen und interessante Interpretationen. Auch die weiteren Protagonisten sind sympathisch und lebensnah. Bei der ganzen Geschichte „Something old, someone new“ fehlt mir allerdings die Romantik. Zumindest hatte ich diese erwartet.
Der Schreibstil von Jessie Rosen ist sehr angenehm zu lesen, ich bin auch in der Geschichte geblieben, wenn ich mal nicht direkt weiterlesen konnte. Den Hintergrundgedanken der Autorin kann ich nachvollziehen, finde ihn auch gut und schlüssig. Ansatzweise kommt hier auch tieferes Gefühl durch, leider etwas zu wenig.
Ich finde das Cover jugendlich, farbenfroh und passend für eine Figur wie Shea, die doch etwas unruhig und getrieben, im positiven Sinn, wirkt.
Die Spurensuche durch mehrere Länder hat mir zugesagt und wiegt für mich die fehlende Romantik soweit auf, dass ich das Buch als schöne Lektüre für zwischendurch einstufe. Es hat mich auf jeden Fall unterhalten.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Es bewegt sich, manchmal, leider nur der Zug.

In einem Zug
0

Die Reise geht von Wien nach München und ich wollte gerne mitfahren, da mir die Bücher von Daniel Glattauer in der Vergangenheit sehr gut gefallen haben. Aber leider wurde diese Reise nicht so kurzweilig ...

Die Reise geht von Wien nach München und ich wollte gerne mitfahren, da mir die Bücher von Daniel Glattauer in der Vergangenheit sehr gut gefallen haben. Aber leider wurde diese Reise nicht so kurzweilig wie ich erhofft hatte.
Seitenweise hatte ich das Gefühl neben den beiden „In einem Zug“ zu sitzen, ein Buch lesen zu wollen, aber ihre Stimmen zwingen mich zuzuhören. Nicht weil das Gespräch so interessant wäre, sondern weil die Stimmen permanent zu hören sind. Mit jeder Station wird diese Situation für mich ärgerlicher.
Am Ende gibt es noch eine nicht ganz unvorhergesehene Wendung, die das Ganze aber nicht mehr auffangen kann. Der Schreibstil ist flüssig und unkompliziert zu lesen, auch wenn es nur wenige Kapitel auf Basis der verschiedenen Haltestellen gibt.
Einige Stellen habe ich gerne gelesen. Mir hat auch sein Lebensmodel gut gefallen. Doch diese Szenen waren mir einfach zu wenig. Ich habe mich nicht durch die Seiten quälen müssen, aber ein zweitesmal würde ich das Buch nicht zur Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Mit Witz und Humor, etwas zu konstruiert

Blut und Blümchen - Mord hat immer Saison
3

Die Kleingartensiedlung Hortensia mit ihren teilweise schrulligen, aber einzigartigen Figuren ist witzig aufgebaut. Man kann sich die Gemeinschaft wirklich gut vorstellen. Aber ob ich dort leben wollen ...

Die Kleingartensiedlung Hortensia mit ihren teilweise schrulligen, aber einzigartigen Figuren ist witzig aufgebaut. Man kann sich die Gemeinschaft wirklich gut vorstellen. Aber ob ich dort leben wollen würde, wage ich zu bezweifeln. Jeder kennt jeden, jeder weiß über jeden Bescheid – angeblich.
Nele schlägt dort zeitgleich mit der Leiche von Marvin Bär auf. Natürlich möchte sie so schnell wie möglich ihr Vereinslokal eröffnen, doch dazu muss erst der Mord aufgeklärt werden. In ihren Augen ist der Dorfpolizist Erik Gertner genau damit aber überfordert. Also, selbst ist die Frau.
Bis hierher hat mir die Geschichte „Blut und Blümchen - Mord hat immer Saison“ wirklich gut gefallen. Doch die Ermittlungen von Nele an der Seite von Erik erweisen sich in meinen Augen als etwas überzogen und unrealistisch. Sie stellt die Fragen, er lässt es geschehen. Schon die Tatsache, dass er Nele zu Befragungen mitnimmt habe ich eigenartig empfunden, aber dass er ihr, einer Zivilperson, so sehr die Führung überlässt, klingt zu gewollt, zu konstruiert. Es macht mir Nele auch nicht unbedingt sympathisch. Und so bedürftig scheint Gertner nicht zu sein.
Witz und Humor finden durchaus seinen Platz, das gefällt mir. Auch Motiv und Täter sind nicht auf den ersten Blick erkennbar und benötigen Zeit um erkannt zu werden. Das wiegt meine Schwierigkeit mit Nele etwas auf, leider nicht so sehr, wie ich es gerne gehabt hätte.
Abschließend ist zu sagen, dass der Schreibstil von Christian Humberg sehr gut und flüssig zu lesen ist. Das Cover zeigt ein idyllisches Bild, das durchaus in der Hortensia spielen könnte. Für mich ist es ein wirklich sehr leichter Cosy-Krimi für Zwischendurch und möglicherweise stiehlt sich Nele in den weiteren Bänden noch in mein Herz.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Nüchtern, spannungslos, zu viele Zufälle

Mordscoach
0

Die Erkenntnis, dass ihr Mann Jakob eine Affäre hat, lässt bei Sophie ein altes Trauma aufbrechen. Plötzlich ist sie eine Mörderin, oder gar Serienmörderin, oder war alles ein Unfall und der Rest hat sich ...

Die Erkenntnis, dass ihr Mann Jakob eine Affäre hat, lässt bei Sophie ein altes Trauma aufbrechen. Plötzlich ist sie eine Mörderin, oder gar Serienmörderin, oder war alles ein Unfall und der Rest hat sich eben so ergeben müssen um aus der Sache rauszukommen?
Sophie erzählt aus ihrer Sicht was sie erlebt. Warum sie welche Handlungen setzen muss und der Leser erfährt, mit welchen Argumenten sie ihre Taten vor sich selbst rechtfertigt. Ja, sogar schön redet.
Der Schreibstil von Lilli Pabst ist leicht zu lesen, dafür hat die Geschichte zum Ende hin, ein paar Längen. „Mordscoach“ habe ich mit Freude zur Hand genommen. Die Kurzbeschreibung versprach mir ein interessantes Buch. Leider konnte sich meine Begeisterung nicht lange halten. In meinen Augen gab es mit der Zeit einfach zu viele Zufälle, am Ende auch noch einen inkompetenten Kommissar und zur Krönung scheint die Geschichte einfach mittendrinn zu enden. Irgendwie ist das nicht einmal ein offenes Ende. So als würde man sagen, es ist genug und legt den Stift zur Seite.
Für all dies muss ich Punkte abziehen. Positiv finde ich den flüssigen Schreibstil, die Idee dahinter hat mir ebenfalls gut gefallen, genauso wie das Cover. Das jedenfalls passt zum Inhalt des Buches.

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