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Karolina_Hruskova

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2025

Ausdrucksstarkes Debüt

Wenn wir lächeln
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Genauso sprunghaft wie der Roman gestaltet ist, sind auch meine Gedanken dazu. Da für mich kein roter Faden erkennbar und die Erzählung sehr konfus war, hat die Story noch lange nachgehallt. Vieles ist ...

Genauso sprunghaft wie der Roman gestaltet ist, sind auch meine Gedanken dazu. Da für mich kein roter Faden erkennbar und die Erzählung sehr konfus war, hat die Story noch lange nachgehallt. Vieles ist fein versteckt zwischen den Zeilen und erst auf den zweiten Blick sichtbar.

Durch episodenhafte Einblicke zeichnet sich ein Bild von Jara, Anto und ihrer Freundinnenschaft ab. Beide brauchen einander: Anto ist laut, braucht Aufmerksamkeit, eine Bühne für ihren Charakter. Jara blickt zu ihr auf, lässt sich leiten, bietet Anto den benötigten Raum. Ihre Schwesternschaft ist geprägt von Wut und Gewalt, von Zusammenhalt und füreinander da sein. Von Grenzen überschreiten, Limits testen. Immer mehr. Auf diese Weise dem Druck der Gesellschaft antworten.

Doch als eine Ausnahmesituation eintritt, hat sich die Freundinnenschaft bereits verändert. Zuerst nicht greifbar, nicht benennbar, bemerkt Jara rückblickend schließlich die Entfremdung zwischen sich und Anto. Ihre Beziehung wirkt hinter der Fassade, ihrer Wut, sehr fragil.

Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, wer Jara ohne Anto eigentlich wäre. Ihre Individualität geht unter, sie wird von Anto geformt. Bruchstückhaft erzählt Jara von ihren Erinnerungen und ihrem leisen Ausbruch aus der Freundinnenschaft. Dass die Ausnahmesituation sie aufwühlt und verwirrt, ist sprachlich sowie erzählerisch abgebildet. Geschichte und Sprache haben aufeinander abgefärbt: Der Ton war hart und kaschierte dabei viele Unsicherheiten.

Ich werde »Wenn wir lächeln« gerne irgendwann wieder lesen, denn es hat viel mehr zu erzählen, als man beim ersten Mal wahrnimmt. Es war eine bedeutungsschwere, laute, sehr intensive, aber auch nachdenkliche Geschichte über zwei Freundinnen, die sich gefunden und miteinander verloren haben. Ein gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Kommt leider nicht ganz an Band 1 heran

The Dixon Rule
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Nachdem mich Band 1 der Reihe begeistert hat, war ich natürlich sehr gespannt darauf, ob Band 2 mithalten kann. Die Antwort lautet: bedingt. Der Umgang mit einem Thema hat mir leider nicht zugesagt, deshalb ...

Nachdem mich Band 1 der Reihe begeistert hat, war ich natürlich sehr gespannt darauf, ob Band 2 mithalten kann. Die Antwort lautet: bedingt. Der Umgang mit einem Thema hat mir leider nicht zugesagt, deshalb fällt es mir schwer, hier auch fünf Sterne zu vergeben.

Gelesen hat sich »The Dixon Rule« wieder sehr gut. Der Schreibstil war flüssig, es war unterhaltsam, dynamisch und an den passenden Stellen humorvoll.
Diana hat mit ihrer nicht nachvollziehbaren Abneigung gegen Shane anfangs genervt. Ihn fand ich hingegen einfach nur witzig. Leider war mir lange nicht klar, worauf die Geschichte eigentlich hinaus wollte. Alles wirkte erst einmal wie ein Kuddelmuddel.

Für gutes Fake Dating bin ich generell immer zu haben - aber ganz ehrlich: Es hätte besser sein können. Es war in Ordnung, keine Frage, und war auch natürlich in die Handlung integriert. Aber auf mich wirkte es eher nur als eine Randerscheinung. Schade, ich hatte mir mehr davon erhofft. Die letzten Kapitel waren mir dann auch too much, zu überdramatisiert und unnötig. Zur Handlung hat es nur noch wenig beigetragen.

Mein größter Kritikpunkt wäre dann erneut Diana bzw. auch Elle Kennedy als Autorin, denn mir hat es überhaupt nicht gefallen, wie die Situationen mit ihrem Ex-Freund gehandhabt wurden. Hier hätte ich mir deutlich mehr Stärke erhofft. Denn es ist immer die Sprache davon, dass NA-Romane auch eine Vorbildfunktion haben - dann sollten sie dem auch gerecht werden.

Alles in einem fand ich »The Dixon Rule« okay. Es hat Spaß gemacht zu lesen, wenn auch die Handlung diesmal ausbaufähig bleibt.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Eine sehr blutige Geschichte

The Serpent and the Wings of Night (Crowns of Nyaxia 1)
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Da »The Serpent and the Wings of Night« quasi die Fantasy-Sensation des Jahres 2024 war, wurde ich neugierig. Ich lese wenig bis kaum Fantasy und wusste auch nicht recht, was mich erwarten würde.

So ging ...

Da »The Serpent and the Wings of Night« quasi die Fantasy-Sensation des Jahres 2024 war, wurde ich neugierig. Ich lese wenig bis kaum Fantasy und wusste auch nicht recht, was mich erwarten würde.

So ging ich frei von Erwartungen und Hoffnungen an die Geschichte von Oraya und Raihn und deren Kampf ums Überleben im Kejari, einem berühmten Turnier der Vampire. Ich bin sehr gut durch die Handlung gekommen, obwohl mir oftmals die Beschreibungen zu mystisch waren, zu verwaschen. Immer habe ich eine kleine Distanziertheit zwischen der Welt, den Figuren und der Handlung wahrgenommen.

Der Verlauf des Turniers hat mich an vielen Stellen angenehm überrascht und war definitiv sehr blutig. Ehrlich, das Wort „Blut“ taucht ungefähr auf jeder Seite auf. Selbst in einer Vampirwelt war mir der Fokus auf Blut etwas zu viel. Auch Orayas Misstrauen Raihn gegenüber hat mich lange genervt. Ich habe versucht, mich in sie und ihren Hintergrund hineinzudenken, aber es war einfach nicht möglich. Ihre andauernde feindliche Gesinnung hat sie recht schwierig wirken lassen. Dennoch mochte ich, wie sie als Mensch zwischen Vampiren dargestellt wurde. Raihn war bis zuletzt in meinen Augen einer von den Guten, letztendlich bin ich mir dessen aber nicht ganz sicher.

Leider ist zum Ende hin nämlich zu viel in kurzer Zeit passiert, sodass ich irgendwann den Überblick verloren habe. Nichtsdestotrotz habe ich »The Serpent and the Wings of Night« wirklich genossen und freue mich schon sehr auf Band zwei der Reihe.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Zerstörerische Besessenheit

Idol in Flammen
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Rin Usami hat sehr schnell ein beklemmendes Gefühl in mir geweckt. Sie beschreibt wie die Besessenheit der Schülerin Akari für ihr Idol zunimmt und ungesunde, gar selbstzerstörerische Züge annimmt.

Ihr ...

Rin Usami hat sehr schnell ein beklemmendes Gefühl in mir geweckt. Sie beschreibt wie die Besessenheit der Schülerin Akari für ihr Idol zunimmt und ungesunde, gar selbstzerstörerische Züge annimmt.

Ihr ganzes Leben richtet Akari nach ihrem Idol Masaki aus. Sie plant ihre Arbeitszeiten nach seinen TV-Auftritten, vergisst Schularbeiten wegen seiner Konzerte, bricht die Schule letztendlich ab und ist kaum noch für Außenreize empfänglich. Jede Gesichtsregung, jedes Wort Masakis analysiert sie auf ihrem Blog und ist getrieben von dem Gedanken, ihn kennen und entschlüsseln zu müssen. Ich wollte mehr von Akaris Alltag kennenlernen, ihr Denken verstehen. Rin Usami bietet tiefe Einblicke in die Psyche einer jungen Frau verbunden mit der Sucht nach einem Menschen, der über das Selbst gestellt wird. Fast schon aufopferungsvoll wendet Akari alles, was sie hat – vor allem finanziell – für Masaki auf, bis es fast schon kein Zurück mehr gibt. Bereitwillig wird sie von der Fankultur verschlungen, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt.

Erst dann begreift sie, muss sie begreifen, dass Masaki nur ein Mensch ist. Was bleibt nach dieser Erkenntnis zurück? Als Akaris Lebensmittelpunkt plötzlich wegfällt, steht sie einer tiefen, schwarzen Leere gegenüber. Etwa auch einer unüberwindbaren?

»Idol in Flammen« steht für einen kurzen, aber äußerst intensiven Einblick in die (japanische) Idol- und Fankultur. Junge Frauen werden finanziell und emotional ausgebeutet und beim Zusammensturz des Konstrukts sich selbst überlassen. Rin Usami hat darüber einen beeindruckenden Roman geschrieben, der noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Tolle Themen und einfühlsame Charaktere

Zeilenflüstern (Sweet Lemon Agency, Band 1)
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»Zeilenflüstern« hat mich aufgrund der Themen, die es beinhaltet hat, wahnsinnig begeistert.

Klara wächst als CODA, child of deaf adults, auf und hat durch ihre Eigenarten enorme Selbstzweifel. Isst ...

»Zeilenflüstern« hat mich aufgrund der Themen, die es beinhaltet hat, wahnsinnig begeistert.

Klara wächst als CODA, child of deaf adults, auf und hat durch ihre Eigenarten enorme Selbstzweifel. Isst sie zu laut? Knallt sie Türen? Spricht sie zu laut mit ihren Mitmenschen? Ich fand dieses Thema super interessant und einzigartig für einen NA-Roman. Klara mochte ich wirklich auf Anhieb, weil sie mir als Leserin durch ihre Feinfühligkeit ein gutes Gefühl gegeben hat. Noel war dagegen ein ziemlicher Kontrast. Ich fand ihn sehr anstrengend mit seinem Stolz und Zweifeln. Seine Gedankengänge waren überhaupt nicht nachvollziehbar und haben ihn auch unsympathisch wirken lassen. Das Verhalten Klara gegenüber hat aber alles ausgeglichen: Er war aufmerksam und hat sich um ihr Wohlergehen gesorgt. Als Leserin habe ich schon bald gemerkt, dass die beiden einfach zusammengehören.

In die Sweet Lemon Agency, in der Klara als Texterin arbeitet und die teilweise Setting des Romans ist, habe ich mich während der Geschichte ein bisschen verliebt. Die Atmosphäre im Büro war sehr angenehm, der Umgang unter den Mitarbeitenden familiär. Definitiv ein Ort, an dem man gerne ist.

Deshalb freue ich mich auch schon auf die weiteren Teile der Reihe und meine Rückkehr in die Sweet Lemon Agency mit ihren liebenswerten Figuren!

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