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Chiralu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2025

Wenn die "red flag" auf die "green flag" trifft und das Happy End wirklich glücklich macht

Fake Dates and Fireworks
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Kyra Groh hat es wieder einmal geschafft, dass ich bereits nach den ersten Seiten die Hauptprotagonistin Becca in mein Herz geschlossen habe. Wie könnte es auch anders sein? Becca ist einfach liebenswert, ...

Kyra Groh hat es wieder einmal geschafft, dass ich bereits nach den ersten Seiten die Hauptprotagonistin Becca in mein Herz geschlossen habe. Wie könnte es auch anders sein? Becca ist einfach liebenswert, hilfsbereit und immer auf das Wohl anderer bedacht. Die vielen kleinen Feinheiten, wie zum Beispiel, dass sie sich zu Weihnachten eigentlich das Legoset gewünscht hat statt die Gläser, die ihr erwachsenes Ich dann stattdessen bekommen hat, brachten mich zum Schmunzeln und gleichzeitig sympathisierte ich dadurch noch mehr mit ihr.

Während der ersten Kapitel fieberte ich sehr auf dieses Happy End mit. Nach 10 Jahren sollte aus dem jährlichen One-Night-Stand zu Silvester endlich eine Beziehung mit Nils werden. Ich konnte mit Becca so gut mitfühlen, war gemeinsam mit ihr aufgeregt und verstand all die Vorbereitungen, die sie traf. Es sollte besonders werden!

Stattdessen kam alles anders. Plötzlich traf sie in dem romantischen Alpenchalet, welches sie extra für diesen Anlass gebucht und dafür all ihr Erspartes ausgeben hatte, auf Raphael, der der Onkel eines ihrer Kita-Kinder ist und der sie in dem Kindergarten regelmäßig auf die Palme brachte. Schnöselig, immer zu spät kommend, ja, so lernte man ihn zu Beginn des Buches kennen.

Und dann kam der große Wandel. Nils, der vorher noch recht sympathisch wirkte, entpuppte sich als riesiger Idiot, als er plötzlich mit seiner Verlobten im Hotel auftauchte, von deren Existenz Becca bisher nichts gewusst hatte. Und Raphael, oder sollte ich eher Rapha sagen, verwandelte sich zum rettenden Prinzen, als er in die Rolle des Fake-Freundes sprang. Doch was ist hier wirkliche "fake"?

Das Buch war wirklich großartig, mit tiefen, ehrlichen, schmerzvollen und romantischen Gefühlen. Ich hatte jedoch eine leichte Story zum Jahreswechsel erwartet, stattdessen ist es ein Buch mit tiefen, ernsten Themen, die wirklich großartig verpackt und aufbereitet wurden. Das sollte man auf jeden Fall berücksichtigen, wenn man zu diesem Buch greift.

Es geht um "green flags" und "red flags", es handelt von toxischen Verhaltensweisen, vom klein gemacht und gehalten werden, von People Pleasing, von zerbrochenen Freundschaften und von häuslicher Gewalt - Themen, die wirklich alles andere als leicht sind. Und doch hat Kyra Groh es geschafft, mit ihrem leichten, bildlichen und gefühlvollen Schreibstil in Kombination mit humorvollen Passagen dem Buch die Schwere etwas zu nehmen.

An dieser Stelle möchte ich auch die Nebencharaktere noch lobend erwähnen, denn nicht nur Becca und im Verlauf dann auch Rapha waren großartige Charaktere, auch Beccas Bruder und sein Partner haben einen Teil zu meiner Begeisterung beigetragen. Und auch Beccas ehemals beste Freundin möchte ich noch kurz erwähnen, denn auch, wenn die Freundschaft aufgrund des Silvester-Pakts zerbrochen war, so zeigt Kyra Groh die Wichtigkeit von Freundschaft.

Ich habe das Buch nur so inhaliert und bin absolut begeistert! Könnte ich mehr Sterne vergeben, würde ich das ohne zu zögern tun. Deshalb: Große Empfehlung!

Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein Meisterwerk!

The First to Fall
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Auf den ersten Blick konnte das Cover direkt überzeugen - ich mag die harmonische, fast schon romantische Farbgebung in Lila und Orange, die einem Sonnenuntergang oder Aufgang ähnelt, in Kombination mit ...

Auf den ersten Blick konnte das Cover direkt überzeugen - ich mag die harmonische, fast schon romantische Farbgebung in Lila und Orange, die einem Sonnenuntergang oder Aufgang ähnelt, in Kombination mit den Bergen, die toll integriert wurden. Der Klappentext klang ebenfalls vielversprechend, weshalb ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe.

Und dann schlägt man das Buch auf und findet: ein Meisterwerk! Der Schreibstil von Kristina Moninger konnte mich direkt überzeugen - das Setting in der Berglandschaft tauchte sofort vor meinem geistigen Auge beim Lesen auf, die Stimmung, die erzeugt wurde, war zum Greifen nahe und die Emotionen waren so gefühlvoll dargestellt, dass ich sie automatisch mitgefühlt habe.

Ich konnte Auroras Schmerz und Verzweiflung fühlen und den Drang, mehr über den Unfall zu erfahren, so sehr nachvollziehen. Ich mochte sie sofort, ebenso auch Jakob. Bei ihm wurde diese innere Zerrissenheit wirklich mehr als authentisch dargestellt und all die Gefühle fühlten sich während der ganzen Geschichte echt an. Genauso, wie die Beziehung, die sich langsam zwischen den beiden aufgebaut hat. Aber nicht nur die beiden Hauptcharaktere waren großartig, auch die Nebencharaktere möchte ich hier lobend erwähnen - Kit ist der Knaller.

Das Buch hat aber nicht nur große Gefühle (und damit ist unter anderem sowohl Liebe, Trauer und Selbstvorwürfe gemeint), sondern auch wirklich spannende Momente bereitgehalten und hätte der Wecker nicht frühmorgens geklingelt, ich hätte das Buch wohl gar nicht mehr aus der Hand gelegt. Mit dem Ende habe ich absolut nicht gerechnet und mir klappte die Kinnlade herunter. Bitte was?! Der nächste Teil steht auf jeden Fall schon auf meiner Wunschliste und wird definitiv gelesen, sobald er veröffentlicht wurde.

Kurz und knapp: Ich kann das Buch absolut empfehlen!

Veröffentlicht am 29.01.2025

Freundschaft, Liebe und Anerkennung persönlicher Ziele - I like it!

Degrees of Engagement
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Bianca Dimitriou hat endlich erreicht, wofür sie so unfassbar hart gearbeitet hat: ihren Doktortitel! Es ist ein großer und wichtiger Meilenstein für sie und als sie diesen mit ihren Lieben feiern wollte, ...

Bianca Dimitriou hat endlich erreicht, wofür sie so unfassbar hart gearbeitet hat: ihren Doktortitel! Es ist ein großer und wichtiger Meilenstein für sie und als sie diesen mit ihren Lieben feiern wollte, stellt sie fest, dass niemand kam. Nicht, weil ihre Freunde und ihre Familie sie nicht lieben, sondern weil dieses Ereignis für ihr Umfeld einfach nicht wichtig genug war. Nur Xavier, ihr Kommilitone, war an diesem Abend da und so entstand die Schnapsidee einer Fake-Verlobung der beiden. Mit der Vorahnung, dass hier all die Menschen, die ihr wichtig sind, sich melden würden - und genau das bestätigte sich auch...

Ich habe einen ersten Blick auf das Buch durch das, wie ich finde, sehr ansprechende Cover geworfen. Es ist eher schlicht und dezent gehalten in einem sanften Blauton und wurde mit gelben Akzenten kombiniert - sehr schick. Der Text auf dem Buchrücken klang vielversprechend und um es vorwegzunehmen: Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen.

Die Autorin Jennifer Hennessy hat einen angenehmen, flüssigen, leichten Schreibstil. Sie hat es geschafft, dass ich die beiden Hauptcharaktere Bianca und Xavier direkt sympathisch fand und im Laufe der Geschichte wurden die beiden authentisch und gefühlvoll ausgearbeitet. Auch die Entwicklung der Beziehung der beiden war absolut nachvollziehbar und mit viel Gefühl aufgebaut. Vor allem der Zwiespalt und die Unsicherheit, seine Gefühle zu äußern, fand ich toll dargestellt. Das konnte ich sehr nachempfinden.

Natürlich war die Geschichte vorhersehbar und es war klar, wie das Buch enden wird. Trotzdem fühlte ich mich die ganze Zeit sehr gut unterhalten und war in keiner Sekunde irgendwie gelangweilt.

Im Gegenteil, ich habe sehr mit Bianca mitgefühlt. Diese Wut, die sie verspürte, als ihre Familie und Freunde nicht zu dem für sie wichtigsten Ereignis auftauchten, aber alles stehen und liegen ließen, als sie von ihrer (Fake-)Verlobung hörten, konnte ich total nachempfinden. Das Buch ist somit nicht nur eine schöne Liebesgeschichte, es übt auch Kritik an unsere Gesellschaft und die Anerkennung von Zielen, die außerhalb von "Hochzeit, Haus, Kind" bestehen.

Abschließend kann ich nur sagen: Ich wünsche jedem einen Xavier. Es muss nicht das größte Ziel sein, jemanden an seiner Seite zu haben, aber es ist doch schön, wenn jemand bedingungslos da ist.

Veröffentlicht am 15.01.2025

Ein Buch, das meine Erwartungen mehr als übertroffen hat!

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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- Ja, so kann man meine Bewertung wohl passend zusammenfassen und um es vorwegzunehmen: Ich kann das Buch mehr als empfehlen.

Das Cover hat mich mit den farbenfrohen Wörtern aufmerksam gemacht, wenn gleich ...

- Ja, so kann man meine Bewertung wohl passend zusammenfassen und um es vorwegzunehmen: Ich kann das Buch mehr als empfehlen.

Das Cover hat mich mit den farbenfrohen Wörtern aufmerksam gemacht, wenn gleich es mich auch nicht direkt überzeugt hat. Aber es hat Interesse geweckt, beim Titel musste ich ordentlich schmunzeln und beim Überfliegen des Buchtextes war ich dann total begeistert, denn es klang wirklich vielversprechend.

Die Hauptprotagonistin Nina ist fast 50 Jahre alt und befindet sich gerade an einer Stelle in ihrem Leben, die vermutlich viele kennen: Nach Ehe, Haus und zwei Kindern folgte die Scheidung. Während ihr Exmann im pompösen Haus wohnen blieb und eine blutjunge Influencerin heiratete, zog es Nina in eine bescheidene Anderthalb-Zimmer-Wohnung. Und plötzlich steht ihr David gegenüber und ihre Gefühle fahren Achterbahn.

Es war mein erstes Buch von Anika Decker und ich kann nur sagen: Ich liebe ihren Schreibstil! Das war die perfekte Mischung aus tiefen Gefühlen und viel Witz, ernste Themen wurden gekonnt mit leichten, humorvollen Passagen abgewechselt, gleichzeitig war es nie flach und auf schnulzige, schmalzige Passagen wurde verzichtet. Das Buch hat sich wunderbar leicht und flüssig lesen lassen, wobei man es eigentlich nicht lesen nennen konnte - ich habe es inhaliert.

Besonders toll fand ich die wechselnde Erzählsicht. Neben Nina wurde auch in die Perspektive anderer Charakter gewechselt und man hat ein ganz neues Bild auf unterschiedliche Situationen erhalten. Oft nimmt eine Person nämlich etwas ganz anders war, als es von einer anderen Person eigentlich beabsichtigt war. Das war wirklich super umgesetzt und hat der Geschichte noch mehr Tiefe und Leben eingehaucht.

Ich fühlte mich köstlich unterhalten und gleichzeitig habe ich mich dabei ertappt, dass mich einiges doch zum Nachdenken gebracht hat - und ich denke, das wird anderen beim Lesen auch so gehen. Es ist nämlich nicht nur eine humorvolle Geschichte, sondern die Autorin bringt hier auch ernste Themen wie Feminismus, Selbstfindung, zwischenmenschliche Beziehungen, Kritik an gesellschaftliche Normen und MeToo mit ein.

Am Ende lösten sich einige Probleme und Herausforderungen meiner Meinung nach etwas zu schnell, sodass es einen etwas unrealistischen Eindruck erweckte. Doch es passte zu der restlichen Geschichte und zu dem Schreibstil, sodass es der Story keinen Abbruch tat. Etwas ewig in die Länge zu ziehen kommt bei uns Lesern schließlich auch nicht gut an.

Zusammenfassend kann ich wohl nur sagen: Kauft das Buch. Ich habe es geliebt und es ist definitiv schon jetzt eines meiner Highlights in 2025.

Veröffentlicht am 13.12.2024

Ich habe alles daran geliebt!

Like Fire in the Night
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Um es direkt vorwegzunehmen: große Empfehlung!

Die beiden Hauptcharaktere haben mich direkt in ihren Bann gezogen. Da haben wir auf der einen Seite Ivy, eine Sängerin, deren Karriere gerade durch die ...

Um es direkt vorwegzunehmen: große Empfehlung!

Die beiden Hauptcharaktere haben mich direkt in ihren Bann gezogen. Da haben wir auf der einen Seite Ivy, eine Sängerin, deren Karriere gerade durch die Decke geht und deren Texte voller Düsterheit sind. Und auf der anderen Seite haben wir da den Journalisten Milo, der aufdecken soll, was sich hinter den düsteren Liedzeilen verbirgt. Dabei hat er gar keine andere Wahl, denn es ist die einzige Möglichkeit seinen Vater zu retten, der sich aufgrund seiner Spielsucht mit den falschen Leuten eingelassen hat.

Das klingt nicht nur spannend und vielversprechend, das ist es auch! Während des ganzen Buches hat es die Autorin Jennifer Wiley geschafft mich in ihren Bann zu ziehen. Sie verleiht den beiden Hauptcharakteren dabei so viel Tiefe, stellt Milos Zerrissenheit so authentisch dar und schafft es mit ihren Worten die Gefühle und Gedanken von Ivy zu transportieren, sodass man sie selbst mitfühlt.

Der Spannungsaufbau der Geschichte ist ihr dabei wirklich großartig gelungen. Die Beziehung von Ivy und Milo entwickelt sich zart und langsam und ich konnte gar nicht anders als mich mitzuverlieben. Und gleichzeitig fragte ich mich die ganze Zeit, wie am Ende bloß alles gut werden sollte...

Das Buch hat mich bis zu der letzten Seite gefesselt, auch wenn ich an dieser Stelle darauf hinweisen möchte, dass man unbedingt vorher die Triggerwarnung lesen sollte. Es werden auch sehr schwere Themen aufgegriffen, was ich auf der einen Seite wirklich gut fand, auf der anderen Seite ist es jedoch bestimmt nicht für jeden geeignet.

Wer trotz der Triggerwarnung zu diesem Buch greifen möchte, den würde ich aber absolut dazu ermutigen. Ich habe es keine Minute bereut.