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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2025

Fantasievolle, unglaubliche und einzigartige Geschichte

Aus Sternen und Staub
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Nate Cartwright flüchtet sich in eine Hütte in Roselend, Orlando, die er von seinen Eltern geerbt hat. Er hat niemanden mehr in seinem Leben und weiß nicht weiter. Seine Eltern sind tot, sein Bruder möchte ...

Nate Cartwright flüchtet sich in eine Hütte in Roselend, Orlando, die er von seinen Eltern geerbt hat. Er hat niemanden mehr in seinem Leben und weiß nicht weiter. Seine Eltern sind tot, sein Bruder möchte nichts mit ihm zu tun haben und er hat seinen Job als Journalist verloren. Er entschließt sich, eine Auszeit zu nehmen und in der Hütte, die abgelegen vom nächsten Dorf liegt, in Ruhe zu überlegen, wie es weiter gehen soll. Er war ewig nicht dort, nach seinem Coming-Out haben seine Eltern ihn verstoßen. Die Hütte müsste demnach schon länger verlassen sein, doch als er dort ankommt, trifft er auf einen Mann, Alex, und ein kleines Mädchen, das sich Artemis Darth Vader nennt. Die beiden verstecken sich dort und nach und nach kommt heraus, warum die beiden auf der Flucht sind. Die Geschichte klingt so unglaublich, dass sie sich kein Mensch ausdenken könnte. Als es gefährlich für alle drei wird, entscheidet sich Nate kurzerhand mit den beiden zu fliehen. Er muss sich entscheiden: will er in sein altes und kaputtes Leben zurück oder lässt er sich auf ein verrücktes Abenteuer ein?

Von T. J. Klune hatte ich bereits "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" gelesen und war restlos begeistert. Und auch bei diesem Buch wurde ich nicht enttäuscht. Das Cover ist typisch für den Autor und wirkt harmonisch mit seinen zueinander passenden Farben.

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht, man begleitet Nate auf der Autofahrt zur Hütte. Am Anfang konnte man ihn als Charakter noch nicht wirklich greifen und er war weder sympathisch noch unsympathisch. Im Verlauf der Geschichte taut er jedoch auf, man erfährt von den Ereignissen in seinem Leben, die ihn negativ geprägt haben. Immer mehr lernt er, Vertrauen aufzubauen und Nähe zuzulassen.
Zunächst plätschert die Geschichte vor sich hin, gerade der Anfang erscheint langatmig. Nach knapp hundert Seiten allerdings wird es immer spannender und die Geschichte nimmt, typisch für den Autoren, immer mehr an Fahrt auf. Gerade Artemis Darth Vader ist so ein faszinierender Charakter, dass man weiter lesen muss, was es mit ihr auf sich hat. Die Geschichte, die Alex und sie Nate erzählen, klingt zu unglaublich um wahr sein zu können. Man begleitet die drei auf ihrer Flucht und je kurioser die Geschichte wird, desto mehr MUSS man einfach weiter lesen. Das Ende hat mich demnach auch voll begeistert und ich bin froh, auch in diesem Roman ein so tolles und wunderbares Buch gefunden zu haben. T. J. Klune greift auch hier erneut das wichtige Thema der Queerness auf und verarbeitet es wie selbstverständlich in seinem Roman.

Von mir gibt es eine große Empfehlung für dieses wunderbare Buch!

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Tiefgründige Familiengeschichte mit starken Charakteren

Hallo, du Schöne
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William Waters wächst in einer Familie auf, in der vorwiegend Kälte herrscht. Die Kindheit und Jugend verläuft für ihn deshalb schwierig und er ist froh, als er endlich aufs College wechseln kann. In Gegensatz ...

William Waters wächst in einer Familie auf, in der vorwiegend Kälte herrscht. Die Kindheit und Jugend verläuft für ihn deshalb schwierig und er ist froh, als er endlich aufs College wechseln kann. In Gegensatz dazu steht die Familie Padavano - die vier Schwestern sind untereinander stark verbunden und auch mit ihren Eltern verstehen sich alle sehr gut. William und Julia, die älteste der Padavano-Schwestern, verlieben sich, heiraten und bekommen eine Tochter. Nun sollten alle Beteiligten glücklich sein - doch das Leben und das Schicksal halten andere Dinge und Ereignisse bereit, die alles und jeden durcheinander bringen.

Den Titel und das Cover finde ich sehr ansprechend, es animiert direkt zum Lesen. Der Klappentext hört sich zuerst nicht nach einem Bestseller an. Doch nicht umsonst ist das Buch auf der "Barack Obama-Leseliste 2023". Auch mich konnte es überzeugen.
Das Besondere an der Geschichte ist zum Einen die lange Zeitspanne, in der die Geschichte spielt. Man begleitet William durch seine Kindheit und Jugend und sobald er Julia auf dem College kennenlernt, weitet sich der Kreis der Protagonisten aus. Es wird kapitelweise abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen, zuerst drei, später dann vier, und Zeitebenen erzählt. Dadurch wird die Geschichte nicht langweilig, auch wenn sie an einigen Stellen ihre Längen hatte. Man bekommt einen unglaublich guten Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten, doch auch die Nebenfiguren bilden einen Rahmen, der sehr gut beschrieben wird.
Durch die verschiedenen Sichtweisen konnte ich mit so gut wie allen Figuren nachfühlen. Oft schmerzlich, aber auch gefühlvoll gelingt es Ann Napolitano in dem Roman, eine Familiengeschichte mit einem tollen Spannungsbogen zu zeichnen. Oft habe ich mir die "Was wäre wenn?"-Frage gestellt beim Lesen: wenn William sich anders entschieden hätte, wenn Julia auf ihr Gefühl gehört hätte usw. Ein kleiner Kritikpunkt sind die doch vorhandenen Längen, die dem Buch zwar keinen Abbruch tun, aber durch die sich das Lesen an manchen Stellen gezogen hat.

Von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die eine gut ausgearbeitete und spannende Familiengeschichte lesen möchten!

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Tolle Zeitreise in das Paris der 1950er Jahre mit sympathischen Charakteren

Ein Tropfen vom Glück
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16.09.1954: In Charmally-les-Vignes wird der Winzer Pierre Chaveau nach einem feuchtfröhlichen Abend auf dem Nachhauseweg von einem gleißenden Licht geblendet - und seitdem nie wieder gesehen.
September ...

16.09.1954: In Charmally-les-Vignes wird der Winzer Pierre Chaveau nach einem feuchtfröhlichen Abend auf dem Nachhauseweg von einem gleißenden Licht geblendet - und seitdem nie wieder gesehen.
September 2017: Die vier Bewohner eines Hauses in Paris finden sich nach einem verhinderten Einbruch zusammen im Keller wieder. Hubert findet eine Flasche Wein aus dem Jahr 1954, die er gemeinsam mit den anderen öffnet und leer trinkt. Am nächsten Tag scheint zunächst alles normal, doch nach und nach merken die vier, Hubert, Magalie, Julien und Bob, dass sie sich nicht mehr im Jahr 2017 befinden sondern im Jahr 1954. Nach dem ersten Schock versuchen sie gemeinsam, eine Möglichkeit zu finden, wieder in ihr "altes" Leben zurückkehren.

Das Cover finde ich, wie fast alle von Antoine Laurain, sehr gut gestaltet. Den Anfang des Buchs musste ich zwei Mal lesen, weil es darin um das Verschwinden Pierre Chaveaus im Jahr 1954 geht. Direkt danach wechselt man ins Jahr 2017 und lernt die vier Charaktere kennen, die alle im Haus wohnen und teilweise auch arbeiten. Huberts Vorfahren bauten das Haus und er ist stolz, immer noch Teil des Hauses zu sein. Bob ist Amerikaner und hat sich dort allein ein Zimmer gemietet, er spricht etwas französisch und kommt schnell mit den anderen Bewohnern ins Gespräch. Magalie, die von allen nur Abby genannt wird, kleidet sich im Gothic-Stil, ist Restauratorin und hat einen kleinen Laden im Erdgeschoss. Julien ist der Enkel von Pierre Chaveau, der damals verschwand und interessiert sich, auch wegen aller möglichen Theorien über das Verschwinden, sehr für Ufos und trägt alles an Literatur zusammen, was er dazu finden kann.
Die Charaktere sind einem allesamt sofort sympathisch, es ist eine bunte Gruppe, die sich unter normalen Umständen kaum zusammen finden würde. Das Buch lebt für mich von der schönen Erzählweise, gerade in das Paris der 1950er Jahre kann man sich sehr gut zurück versetzen.
Auch die Abenteuer, die die vier erleben, wird gut beschrieben. Mein Kritikpunkt ist allerdings, dass das Buch gerne noch einige Seiten mehr vertragen könnte. Ich hätte mir noch mehr Überraschungen und Wendungen gewünscht.

Alles in allem trotzdem ein tolles Buch für alle, die sich gerne in die Stadt der Liebe hinein lesen möchten und Antoine Laurain so oder so als Autor bereits schätzen!

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Gelungener Auftakt einer Krimireihe

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
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Tess Hjalmarsson arbeitet in der Cold Case-Abteilung der Polizei in Schweden. Als zu einem früheren Vermisstenfall neue Spuren am Tatort auftauchen, öffnet sie die Akte erneut und ist fest entschlossen, ...

Tess Hjalmarsson arbeitet in der Cold Case-Abteilung der Polizei in Schweden. Als zu einem früheren Vermisstenfall neue Spuren am Tatort auftauchen, öffnet sie die Akte erneut und ist fest entschlossen, den Täter zu finden. Als dann wieder ein Mädchen verschwindet, geht Tess davon aus, dass es derselbe Täter wie damals sein muss. Aber sie muss sich beeilen, bevor er erneut zuschlagen kann.

Ich hatte von Tina Frennstedt bereits "Cold Case - Das letzte Bild" gelesen (den neuesten Band) und dies hier war mein zweiter Band. Wieder einmal konnte mich Tina Frennstedt mit ihrem Krimi überzeugen.
Der Erzählstil ist gut und leicht zu lesen. Die beiden Geschichten sind sehr spannend erzählt und man rätselt die ganze Zeit mit, wer der Täter ist. Auch das Privatleben von Tess, was nicht immer einfach ist, wird beleuchtet, das hat mir gut gefallen und lässt die Geschichte noch realistischer und nahbarer erscheinen. Auch die Auflösung ist schlüssig. Mein einziger kleiner Kritikpunkt sind die Längen, die das Buch an einigen Stellen hatte, was dem Ganzen in seiner Spannung keinen Abbruch tut.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung an alle, die einen gut gearbeiteten, kurzweiligen und vor allem spannenden Krimi suchen!

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Humorvolle Geschichte aus der Sicht eines Katers mit Tiefgang

Frankie
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Frankie ist ein Straßenkater, aus seiner Sicht ist das Buch geschrieben. Er schlägt sich meist ganz gut durchs Leben und kommt zu Beginn der Geschichte an einem Haus vorbei, an dem er schon öfter langgelaufen ...

Frankie ist ein Straßenkater, aus seiner Sicht ist das Buch geschrieben. Er schlägt sich meist ganz gut durchs Leben und kommt zu Beginn der Geschichte an einem Haus vorbei, an dem er schon öfter langgelaufen ist. Er sieht einen Mann, den er vorher dort noch nie gesehen hat. Richard Gold möchte seinem Leben ein Ende machen als er Frankie draußen stehen sieht. Kurzerhand lässt er ihn ins Haus und die skurrile und außergewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden beginnt.

Mir hat das Cover gut gefallen, genauso habe ich mir Frankie auch beim Lesen vorgestellt. Er erzählt in seinem ganz eigenen Stil, oft unwissend, sodass man sich als Leser fragt, was er mit diesem oder jenem Begriff meint und sich dann die Hand vor die Stirn schlägt, weil er Dinge einfach anders umschreibt. Die Sprache ist einfach, man kommt sehr gut in die Geschichte rein und gewöhnt sich schnell an die Sichtweise des Katers. Meist locker und leicht fliegt man durch die Seiten, der melancholische und ernste Aspekt der Geschichte wird jedoch nie überdeckt.
Über Richard Gold erfährt man nur etwas aus Frankies Sicht, aber man kommt schnell dahinter, dass er einsam ist und nicht mehr leben möchte. Umso schöner ist es zu lesen, wie schnell er sich an Frankie als neuen "Freund" gewöhnt, der vor allem das weiche Bett und die regelmäßigen Mahlzeiten schätzt.

Der Roman ist mit knapp 190 Seiten zwar überschaubar, aber er verliert mit all seinem Humor und seiner leichten Erzählweise nie die wichtigen Dinge aus den Augen: wie sehr Freundschaft einem Menschen (und auch Tieren anscheinend) ins Leben zurück helfen kann und man nie alleine sein muss. Trotz der ungewöhnlichen Erzählweise kann ich das Buch sehr empfehlen.
Einzige kleine Kritikpunkte ist das für mich nicht ganz befriedigende Ende und die Kürze der Geschichte, für mich hätte es gerne noch ein paar mehr Seiten haben können.
Ein Muss für alle Katzenliebhaber, aber auch alle anderen werden sich an der Geschichte erfreuen.

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