Spannender Pageturner eines neuen Krimi-Genres aus Japan
HEN NA E - Seltsame BilderWorum es geht:
Zwei junge Studenten stoßen auf einen eigenartigen Blog eines jungen Mannes. Die letzte Nachricht des Blogs gibt Rätsel auf, da von Schuld und Liebe die Rede ist und der Blog danach nicht ...
Worum es geht:
Zwei junge Studenten stoßen auf einen eigenartigen Blog eines jungen Mannes. Die letzte Nachricht des Blogs gibt Rätsel auf, da von Schuld und Liebe die Rede ist und der Blog danach nicht weitergeführt wurde. Zudem enthält der Blog einige Bilder, die zunächst unscheinbar wirken, aber je mehr die Studenten sich damit beschäftigen, desto mehr Zusammenhänge erkennen sie. Zudem hängen noch mehr Bilder mit den mysteriösen Zeichnungen des Blogs zusammen. Was verraten die Bilder und warum mussten deshalb Menschen sterben?
Meine Meinung:
Bereits die Leseprobe von "Hen Na E - Seltsame Bilder" hat mich in seinen Bann gezogen und nach den ersten Seiten wurde mir bewusst, dass das ein ganz besonderes Buch ist. Das neuartige Krimi-Genre "Sketch Mystery" erfreut sich vor allem in Japan immer größerer Beliebtheit. Es vereint das Miträtseln anhand von Bildern und Zeichnungen und einen spannenden Krimi. Diese Vorgehensweise war mir bis dato neu und was soll ich sagen - ich bin mehr als begeistert!
Der Autor selbst - er nennt sich nur "Uketsu" - gibt einem zudem noch mehr Rätsel auf, denn niemand kennt seine Identität. Er präsentiert sich stets in schwarzem Ganzkörperanzug und mit weißer Maske. "Hen Na E - Seltsame Bilder" ist sein erster Roman, zuvor war er bereits erfolgreich als Youtuber und Autor für eine japanische Website aktiv.
Die Geschichte beginnt zunächst mit der Analyse einer psychologischen Beraterin in einem Hörsaal, die den Studierenden eine Kinderzeichnung zeigt. Was völlig normal und unscheinbar aussieht, enthält jedoch viele Interpretationsmöglichkeiten für die Charakteranalyse des Kindes, das die Zeichnung erstellt hat. Als Leser ist man ganz gefesselt, was man aus einer Kinderzeichnung alles herauslesen kann. Danach kommt ein Cut und das erste von insgesamt drei Kapiteln beginnt. Insgesamt drei Handlungsstränge mit unterschiedlichen Personen und Zeitebenen werden erzählt, die scheinbar nicht zusammenhängen - oder etwa doch?
Beim Lesen habe ich stets gebannt mit gerätselt, ob und wie die Geschichten und Figuren zusammen hängen. Das ganz Besondere und Tolle an dem Buch sind die Zeichnungen und Bilder, die den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte bilden. Sie erscheinen zunächst belanglos und ohne wirklichen Inhalt, der Hintergrund und die Auflösung der Bilder lässt einen als Leser jedoch staunend zurück. Mehr als ein Mal dachte ich, dass ich etwas in den Bildern entdeckt habe, aber so viel man auch rätselt, man kommt einfach auf keine Verbindung und keinen Zusammenhang. Nach und nach wird aufgedeckt, wie die Bilder gezeichnet wurden und was es damit auf sich hat. Dabei geht der Autor sehr genau vor und beschreibt die Auflösungen und Hilfestellungen akribisch und anschaulich, sodass man als Leser stets gut informiert wird und selbst mit rätseln kann.
Der Schreibstil ist einfach und typisch japanisch. Das erleichtert auch den Lesefluss, denn bei den vielen japanischen Namen kann man als Leser schnell durcheinander kommen. Der Autor baut gekonnt einen guten Spannungsbogen auf indem er den Leser so viel wissen lässt, wie nötig ist, aber auch an spannenden Stellen einen neuen Handlungsstrang beginnt. Das Rätsel um die Bilder und Figuren übt dabei einen unglaublichen Sog beim Lesen aus, sodass man unbedingt wissen muss, wie es weiter geht.
Mein Fazit:
"Hen Ne E - Seltsame Bilder" ist ein ganz besonderer Roman, der ein neuartiges Genre geschaffen hat, von dem es hoffentlich noch viele Fortsetzungen geben wird. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diesen spannenden Krimi aus Japan!