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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2025

Atmosphärisch und komplex mit Luft nach oben

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
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Pagans entführt in ein alternatives England voller düsterer Atmosphäre, politischer Intrigen und mystischer Elemente. Schon der Einstieg zeigt, dass es kein Buch zum schnellen Nebenbei-Lesen ist. Man muss ...

Pagans entführt in ein alternatives England voller düsterer Atmosphäre, politischer Intrigen und mystischer Elemente. Schon der Einstieg zeigt, dass es kein Buch zum schnellen Nebenbei-Lesen ist. Man muss sich konzentrieren, Begriffe nachschlagen und sich Schritt für Schritt in diese komplexe Welt einfinden.
Die größte Stärke liegt für mich im originellen Setting: bekannte Strukturen wirken „verkehrtherum“, alte Religionen bestimmen den Alltag, Tattoos haben eine registrierte Bedeutung, und das Christentum tritt als unbekannte, neue Kraft auf. Auch der Kriminalfall ist spannend konstruiert und wird mit vielen cleveren Details erzählt. Besonders mochte ich die Ermittler Aedith und Drustan, die so gegensätzlich sind, dass ihre Dynamik oft für Humor sorgt und die Geschichte trägt.
Gleichzeitig habe ich aber auch einige Kritikpunkte. Trotz vieler interessanter Ansätze blieb das Worldbuilding an manchen Stellen zu oberflächlich erklärt. Ich hätte mir fast mehr Seiten gewünscht, um die politischen Verhältnisse und die gesellschaftliche Lage besser nachvollziehen zu können. Auch die Figuren blieben mir zu blass, vieles wurde nur angerissen (z. B. Aediths Sohn oder Drustans Vergangenheit), ohne dass es wirklich vertieft wurde. Dadurch fehlte mir die emotionale Bindung.
Beim Finale konnte das Buch für mich nicht ganz halten, was der komplexe Aufbau zuvor versprochen hat. Politische Intrigen wurden stark eingefädelt, aber die Auflösung über einen persönlichen Rachefeldzug wirkte eher austauschbar und hat die große Bühne wieder auf eine kleine, private Ebene geschrumpft. Das war schade, weil hier mehr Potenzial gelegen hätte.
Sprachlich hat mir das Buch gut gefallen: der sachliche Ton, kombiniert mit sarkastischen Kommentaren und trockenem Humor, macht den Stil einzigartig. Sobald ich einmal im Lesefluss war, ließ es sich auch gut lesen, nur der Weg dahin war manchmal mühsam.

Pagans ist ein ungewöhnlicher Mix aus Krimi, Fantasy und Politthriller, der mich nicht völlig fesseln konnte, aber durch Originalität und Atmosphäre im Gedächtnis bleibt. Wer Lust auf eine komplexe Welt mit Tiefgang hat und Geduld mitbringt, wird hier belohnt, wer eher geradlinige Krimis erwartet, könnte dagegen Schwierigkeiten haben.

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  • Handlung
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  • Spannung
Veröffentlicht am 17.01.2025

Ein ungewöhnlicher Tanz aus Emotionen und Perspektiven

Dancing Queen
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Dancing Queen von Camila Fabbri ist ein außergewöhnliches Werk, das durch seinen experimentellen Stil und seine emotionale Tiefe auffällt. Die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel bieten ein kaleidoskopartiges ...

Dancing Queen von Camila Fabbri ist ein außergewöhnliches Werk, das durch seinen experimentellen Stil und seine emotionale Tiefe auffällt. Die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel bieten ein kaleidoskopartiges Bild der Handlung und Figuren. Während dies an einigen Stellen faszinierend ist und die Dynamik der Geschichte verstärkt, führt es stellenweise auch zu Verwirrung. Manchmal fühlt man sich als Leserin, als müsse man die losen Enden selbst zusammenfügen, was nicht immer einfach gelingt.

Der Schreibstil von Camila Fabbri ist originell und hat eine poetische Note, die besonders in den ruhigeren Momenten zur Geltung kommt. Die Charaktere wirken authentisch, doch durch die fragmentarische Erzählweise fällt es schwer, eine tiefere Bindung zu ihnen aufzubauen.

Die Themen des Buches – Identität, Beziehungen und der Versuch, im Chaos des Lebens einen Sinn zu finden – sind stark, doch ihre Umsetzung hätte etwas mehr Klarheit vertragen können. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, aber nicht für jeden leicht zugänglich ist.

Dancing Queen ist ein Buch, das mutig mit Erzählstrukturen experimentiert, aber nicht immer klar in seiner Umsetzung ist. Für Leser
innen, die sich von unkonventionellen Erzählweisen nicht abschrecken lassen und die Herausforderung mögen, bietet es einen interessanten Ansatz.

Ideal für Fans von experimenteller Literatur und Leser*innen, die Freude daran haben, auch zwischen den Zeilen zu lesen. Wer jedoch eine klar strukturierte Handlung sucht, könnte sich schwerer tun.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2025

Charmant, aber mit kleinen Schwächen

Ich und meine Oma und die Liebe / Benjamin, ich hab nichts anzuziehn
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Der Sammelband von Ilse Gräfin von Bredow, bestehend aus Ich und meine Oma und die Liebe sowie Benjamin, ich hab nichts anzuziehn, ist eine Sammlung von Geschichten, die mit viel Witz und Charme den Alltag ...

Der Sammelband von Ilse Gräfin von Bredow, bestehend aus Ich und meine Oma und die Liebe sowie Benjamin, ich hab nichts anzuziehn, ist eine Sammlung von Geschichten, die mit viel Witz und Charme den Alltag und die zwischenmenschlichen Beziehungen beleuchten. Der nostalgische Schreibstil und die humorvollen Anekdoten schaffen es, die Leserinnen in eine vergangene Zeit zu entführen, in der das Leben auf den ersten Blick einfacher schien.

Die Charaktere, insbesondere die titelgebende Oma, sind lebendig und liebevoll gezeichnet. Ihre Schrulligkeiten und Eigenarten sorgen für einige Lacher und warme Momente. Allerdings fehlte es stellenweise an Tiefgang, und einige Episoden wirken etwas zu oberflächlich oder ziehen sich in die Länge. Dies schmälert den Gesamteindruck und sorgt dafür, dass nicht alle Kapitel gleichermaßen überzeugen.

Der Schreibstil von Ilse Gräfin von Bredow ist angenehm, aber nicht so mitreißend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Es ist ideal für Zwischendurch, vor allem für Leser
innen, die humorvolle Geschichten aus dem Alltag und dem Leben in der ländlichen Gesellschaft schätzen.

Ein Sammelband, der mit Charme und Nostalgie punktet, aber nicht durchgängig fesselt. Für Fans von leichtem Humor und Alltagsgeschichten geeignet, wenn man sich auf einige Längen einstellen kann.

Empfehlenswert für Leser*innen, die nostalgische Geschichten mit einem Schuss Humor mögen, aber keine tiefgreifenden Themen erwarten. Eine nette Lektüre für entspannte Stunden.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Fesselnder Start, aber schwaches Durchhaltevermögen

Mit kaltem Kalkül
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„Mit kaltem Kalkül“ von Michael Tsokos ist ein Rechtsmedizin-Thriller, der mit einer spannungsgeladenen Atmosphäre beginnt, aber leider nicht ganz die Erwartungen erfüllt, die nach dem vielversprechenden ...

„Mit kaltem Kalkül“ von Michael Tsokos ist ein Rechtsmedizin-Thriller, der mit einer spannungsgeladenen Atmosphäre beginnt, aber leider nicht ganz die Erwartungen erfüllt, die nach dem vielversprechenden Auftakt geweckt werden. Der Roman beginnt vielversprechend mit einem mysteriösen Mordfall, der von der forensischen Pathologin Sabine Yao aufgeklärt werden soll. Doch die eigentliche Handlung kommt erst etwa in der Mitte des Buches richtig in Gang, als Yao in die Hauptgeschichte eintritt, was die anfängliche Spannung deutlich mindert.

Die ersten Kapitel, in denen der Fall der Gerbers vorgestellt wird, bieten zunächst interessante Einblicke in die Welt der Rechtsmedizin und wecken die Neugier. Doch leider wird dieser Fall am Ende nur halbgar und relativ unspektakulär gelöst, was enttäuschend wirkt. Die Geschichte zieht sich in der Mitte des Buches, und es dauert zu lange, bis sie richtig an Fahrt aufnimmt. Der interessante Ansatz, der zu Beginn des Thrillers aufgebaut wird, verliert sich im Verlauf in langatmigen Passagen und einer zu langsamen Entwicklung.

Was mich persönlich enttäuschte, war die schwache Weiterentwicklung des ersten Falls, der zwar spannend beginnt, aber schnell in den Hintergrund tritt, während die Geschichte ihren Fokus auf neue Elemente verlagert. Die Auflösung der Ermittlungen wirkt am Ende wenig befriedigend und löst nicht die nötige Spannung aus, die man nach einem Thriller dieser Art erwarten würde.

Sabine Yao ist eine interessante Protagonistin, aber auch sie wird nicht ausreichend ausgearbeitet. Ihre Charakterentwicklung bleibt eher flach, was den emotionalen Bezug zur Geschichte erschwert. Der Thriller bietet zwar spannende Momente und bleibt in der Welt der Rechtsmedizin faszinierend, doch insgesamt hat das Buch für mich nicht die Tiefe und Durchschlagskraft, die es eigentlich haben könnte.

Insgesamt ist „Mit kaltem Kalkül“ ein Thriller mit einem starken, aber unvollständigen Anfang, der in der Mitte etwas schwächelt und mit einer enttäuschenden Auflösung endet. Es ist ein solider Krimi, aber keinesfalls der herausragende Thriller, den ich nach dem ersten Buch erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Humorvolle, aber etwas flache Vampirromantik

Blind Date mit einem Vampir
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Blind Date mit einem Vampir“ von Katie MacAlister ist ein leichter, humorvoller Vampirroman, der vor allem Fans von romantischen Komödien gefallen dürfte. Die Geschichte rund um die toughe Protagonistin, ...

Blind Date mit einem Vampir“ von Katie MacAlister ist ein leichter, humorvoller Vampirroman, der vor allem Fans von romantischen Komödien gefallen dürfte. Die Geschichte rund um die toughe Protagonistin, die in die Welt der Vampire eintaucht, ist charmant, spritzig und voll mit witzigen Dialogen. MacAlisters Schreibstil ist locker und unterhaltsam, was das Buch zu einer angenehmen Lektüre für zwischendurch macht.

Die Chemie zwischen den Hauptfiguren ist spürbar, und die Mischung aus Romantik, Mystery und einer Prise Humor sorgt für eine lockere Atmosphäre. Dennoch bleibt die Handlung oberflächlich und es mangelt ein wenig an Tiefe, sowohl in der Entwicklung der Charaktere als auch in der Handlung. Einige Klischees werden bedient, und die Spannung ist eher moderat.

Insgesamt ist „Blind Date mit einem Vampir“ ein unterhaltsamer Roman für Vampir-Fans, der jedoch nicht viel Neues zu bieten hat. Für eine leichte Lektüre zwischendurch durchaus empfehlenswert, aber nicht unbedingt ein Highlight des Genres.

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