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Veröffentlicht am 31.01.2025

ich habe es verschlungen

Enna Andersen und die dunklen Tage
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Das Abtauchen in die Handlung ist mir wieder sehr leichtgefallen. Es war ein Treffen auf alte Bekannte. Man merkt beim Lesen, dass es bei Ennas Team sich um ein in sich ruhendes System handelt. Selbst ...

Das Abtauchen in die Handlung ist mir wieder sehr leichtgefallen. Es war ein Treffen auf alte Bekannte. Man merkt beim Lesen, dass es bei Ennas Team sich um ein in sich ruhendes System handelt. Selbst der Neuzugang Zinar Kawki wird wohlwollend aufgenommen und sofort integriert. Verstärkung ist auch bitter nötig, da der 5 Jahre zurückliegende Giftmord an einer jungen Serviererin sich als sehr schwierig darstellt. Während der Recherche entdecken Enna und ihr Team Parallelen zu zwei weiteren bisher ungeklärten Todesfällen bei denen ebenfalls Einstiche eine Rolle spielten. Das können und wollen sie bei ihren aktuellen Ermittlungen nicht aus dem Auge verlieren. Heißt aber auch noch mehr Ermittlungsarbeit. Denn nun müssen sie drei Fälle genau analysieren und sich mit den Ermittlern der anderen Fälle in Verbindung setzten.
Ich finde es sehr gelungen wie die Autorin hier im Buch mit dem Zwiespalt der Ermittler bei ihrem Bestreben den Mord doch noch zu lösen und der fehlenden Zeit für die Familie, neudeutsch work-live-balance, umgehen. Gleiches gilt für die abweisende Art der ursprünglichen Ermittler bei Nachfragen. Sehen die doch mitunter Kritik an ihrer damaligen Arbeit. Nachvollziehbar und sicher auch sehr realistisch.
Die Ausklärung dieses Cold-Cases hat mich wirklich sehr spannend unterhalten. Ich mag dieses Team und finde, dass sich Paulsen sehr zum Positiven weiterentwickelt hat. Sicher ist das auch mit ein Grund, warum Enna mit dem Gedanken spielt beruflich kürzer zu treten. Als Leser hoffe ich aber gleichzeitig, dass es noch viele weitere Fälle mit Enna und ihrem Team gibt. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

spannend geht’s weiter – bin begeistert

Der Schutz der Freundschaft
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Es war nicht mein erster Band der Falkenbachsaga. Ich habe alle gelesen und fiebere nach jedem Band schon immer der Fortsetzung entgegen. Ich glaube, man sollte auch alle Bände gelesen haben, um die Zusammenhänge ...

Es war nicht mein erster Band der Falkenbachsaga. Ich habe alle gelesen und fiebere nach jedem Band schon immer der Fortsetzung entgegen. Ich glaube, man sollte auch alle Bände gelesen haben, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Auch hier, im 11. Band, ist wieder so viel passiert, dass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Die Autorin versteht es einfach Dramatik und Spannung auszubauen und den Leser zu fesseln. Es ist aber auch eine schlimme Zeit, der sich die Falkenbachs und Lehmanns jetzt stellen müssen. Das Schlimmste dabei ist, dass Denunzierung und Spionage immer größere Ausmaße unter dem Naziterror annehmen. Auch mein Argwohn war geweckt als der neue Lagerkommandant, Viktor Sander, als neue Figur auf dem Gut ins Spiel kam. So jung und dann schon SS-Hauptsturmführer, da kann man schon misstrauisch werden. Aber er ist nicht die einzige rätselhafte Person in diesem Band die den Bewohnern von Gut Falkenbach böses will. Es wird also nie langweilig, im Gegenteil. Paul-Friedrich hat alle Hände voll zu tun, um über seine dunklen Kanäle und Beziehungen mehr über diese Leute herauszubekommen, um alle weiterhin zu schützen.
Ich weiß nicht, ob ich Dorothea von Falkenbach bedauern oder verurteilen soll. Sie ist in einer behüteten Welt als Adlige aufgewachsen und damit alt geworden. Nie musste sie einer Arbeit zum Lebensunterhalt nachgehen, einzig in der Etikette und dem Erhalt des Scheins nach Außen sieht sie den Zweck ihres Daseins. Ich finde sie kleingeistig und ignorant. Eine Frau, der die Zusammenstellung der Tischsträuße wichtiger ist als ein paar liebevolle Zeilen an dem leiblichen Sohn an der Front zu schreiben, die kann ich einfach nicht mögen. Um so mehr bewundere ich Clara, dass sie es versteht hier als Vermittlerin innerhalb der Familie aufzutreten und Verständnis für Dorothea aufbringen kann. Etwas entsetzt war ich von den Überlegungen von Paul-Friedrich und Wilhelm. Soll es wirklich so weit kommen, dass sie Deutschland den Rücken kehren müssen? Gut, die Goldbarren würden ihnen den Neustart, wo auch immer, leichter machen. Aber alle hängen doch so an dem was sie sich in Bernried aufgebaut haben. Ich bin schon mächtig gespannt, wie es weitergeht. Dieser Band erhält von mir neben einer 100%igen Leseempfehlung 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 22.01.2025

interessante Charaktere, spannende Handlung

Dunkle Asche
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Gudrun Möller und Judith Engster werden ins Hospiz gerufen, weil ein Insasse nach 30 Jahren kurz vor dem Ende sein Gewissen erleichtern möchte. Beide arbeiten erst neu zusammen in der Abteilung Cold Cases ...

Gudrun Möller und Judith Engster werden ins Hospiz gerufen, weil ein Insasse nach 30 Jahren kurz vor dem Ende sein Gewissen erleichtern möchte. Beide arbeiten erst neu zusammen in der Abteilung Cold Cases bei der Kripo in Kiel. Mit seiner Zeugenaussage wird der alte Fall von Sanna Hansen wieder aufgerollt.
Beide Ermittlerinnen, Judith und Gudrun, sind über 50 und könnten nicht unterschiedlicher sein. So richtig weiß keine der beiden, was sie von der anderen halten soll. Es sieht aus, als würden beide nicht gern über ihre Vergangenheit reden. Nicht unbedingt gut für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ob Gudrun die Richtige für die neu aufgenommenen Ermittlungen ist, ist fraglich. Schließlich war sie damals selbst in der Nähe des Brandortes, hat als Zeugin ausgesagt und kennt so ziemlich alle Zeugen, die heute wieder neu vernommen werden müssen, persönlich.
Mir hat Gudrun als Hauptfigur wunderbar gefallen. Diese Frau, die so spät ihre sexuelle Ausrichtung gefunden hat, sich heute noch immer nicht offen traut eine Beziehung einzugehen, wirkt auf mich lebendig und weichherzig. Wer würde denn schon freiwillig in einem Camper schlafen, um der Schwester die eigene Wohnung nach der Scheidung zu überlassen. Während Gudrun auf der Bühne als Hobbysängerin noch heute den Saal rockt, ist sie im Privaten eher zurückhaltend. Aber eines ist sie auf jeden Fall, eine beharrliche Ermittlerin. Nur so konnte es ihr und Judith gelingen, den so alten wie von vielen Falschaussagen und schlechten Ermittlungen im Jahr 1992 zu klären. In meinen Augen ein sehr spannender Krimi, den ich gerne weiterempfehle. Darum von mir auch 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

ich bin begeistert

Lindenblütenzeit
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Berlin, die rauschende Metropole, hier sieht Clara ihre Zukunft. Eigenes Geld verdienen, ausgehen, flirten und selbstbestimmt leben, das ist ihr Traum. Sie will einfach hinaus aus dem Leben in dem kleinen ...

Berlin, die rauschende Metropole, hier sieht Clara ihre Zukunft. Eigenes Geld verdienen, ausgehen, flirten und selbstbestimmt leben, das ist ihr Traum. Sie will einfach hinaus aus dem Leben in dem kleinen Kaff, Kranzig, wo sie zusammen mit Eltern und Geschwistern beengt in einer kleinen Kate lebt und harte Arbeit ohne Vergnügungen ihr Leben ausmacht. Mir hat es gefallen, wie die Autorin nachdem Clara zu Tante Minna nach Berlin zieht, uns vor Augen hält, wie beengt man auch dort auf kleinsten Raum leben musste und darauf auch noch stolz war. Das man sogar noch glücklich darüber war, wenn die Toilette nicht auf dem Hof, sondern, wie herrlich, im Treppenhaus zusammen mit anderen Mietern genutzt werden kann. Auch Clara stellt bald fest, wie hart man für sein Geld in der Fabrik arbeiten muss. Mitzuerleben, wie sie einen Mann kennen und lieben lernt, eine Familie gründet und ihre täglichen Sorgen und Nöte mitzuerleben, fand ich sehr unterhaltsam und kurzweilig. Vor allen Claras Entwicklung vom verträumten Teenager zur Familienmanagerin ist sehr lebendig und nachvollziehbar dargestellt. Da ist anfangs das Bewältigen der täglichen Arbeit, die Sorgen um den Unterhalt der Familie. Jedoch müssen sich Clara und Otto auch den Veränderungen durch die politischen Entwicklungen in Deutschland stellen. Die lässt Simona Wernicke immer wieder sehr detailgetreu einfließen, ohne dabei die Familiengeschichte zu sehr aus den Augen zu verlieren. Ja, vielleicht ist es diese Detailverliebtheit, die diese Geschichte so authentisch wirken lassen. Auf jeden Fall hat mich dieser Roman von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen und ich kann ihn zu 100% weiterempfehlen. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

alte Seilschaften und neuer Anfang – spannend

Die Schanze
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Saskia, Ellen Roths jüngere Schwester, ist es, die Ellen nach der Trennung von Christoph überredet wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren. Hier will Ellen die alte Praxis von Dr. Schwarz als Allgemeinmedizinerin ...

Saskia, Ellen Roths jüngere Schwester, ist es, die Ellen nach der Trennung von Christoph überredet wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren. Hier will Ellen die alte Praxis von Dr. Schwarz als Allgemeinmedizinerin übernehmen. Ob das die richtige Entscheidung war, bezweifelt Ellen zunehmend. Nicht ohne Grund ist sie damals nach dem Abitur von hier weggegangen, möglichst weit weg. Noch immer quälen Ellen die Geschehnisse von damals. Noch immer fällt sie in dunkle Löcher, hat Flashbacks, ritzt sich um den Schmerz und damit sich selbst zu spüren. Als sie beim Joggen dann gleich an ihrem ersten Abend die Leiche an der Skischanze sieht, brechen ihre alten Wunden noch weiter auf.
Es ist ein wirklich spannender Thriller. Lange bleibt offen, worin die traumatischen Erlebnisse von Ellen bestehen. Erlebnisse, mit denen sie damals als Jugendliche allein gelassen wurde. Wo ein jeder im Ort sich hinter Schweigen versteckt hat, der eigene Vorteil wichtiger war. Selbst ihr Vater begründet sein Schweigen damals mit ihrem Schutz vor der Öffentlichkeit, vor der Presse und ihrer Bloßstellung. Eine röstende Hand vom Vater, Fehlanzeige. Wenn wunderts, dass bis heute ihr Verhältnis nicht als solches bezeichnet werden kann.
Ellen ist sich sicher, dass der Schanzenmord im Zusammenhang mit den schrecklichen Geschehnissen damals zusammenhängt. Jetzt, wo sie wieder in ihren Heimatort zurückgekehrt ist, sieht die Polizei sie wegen des starken Motivs in ihr eine Tatverdächtige? Doch wenn sie es nicht war, wer ist dann der Rächer? Es sind Fragen über Fragen, die hier im Buch die Spannung in die Höhe treiben. Im Zusammenspiel mit vielen schrägen und unsympathischen Charakteren, hat das bei mir bis zum Schluss zu kribbelnder Spannung geführt. 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung sind da absolut gerechtfertigt.

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