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Veröffentlicht am 19.01.2025

ich bin begeistert

Lindenblütenzeit
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Berlin, die rauschende Metropole, hier sieht Clara ihre Zukunft. Eigenes Geld verdienen, ausgehen, flirten und selbstbestimmt leben, das ist ihr Traum. Sie will einfach hinaus aus dem Leben in dem kleinen ...

Berlin, die rauschende Metropole, hier sieht Clara ihre Zukunft. Eigenes Geld verdienen, ausgehen, flirten und selbstbestimmt leben, das ist ihr Traum. Sie will einfach hinaus aus dem Leben in dem kleinen Kaff, Kranzig, wo sie zusammen mit Eltern und Geschwistern beengt in einer kleinen Kate lebt und harte Arbeit ohne Vergnügungen ihr Leben ausmacht. Mir hat es gefallen, wie die Autorin nachdem Clara zu Tante Minna nach Berlin zieht, uns vor Augen hält, wie beengt man auch dort auf kleinsten Raum leben musste und darauf auch noch stolz war. Das man sogar noch glücklich darüber war, wenn die Toilette nicht auf dem Hof, sondern, wie herrlich, im Treppenhaus zusammen mit anderen Mietern genutzt werden kann. Auch Clara stellt bald fest, wie hart man für sein Geld in der Fabrik arbeiten muss. Mitzuerleben, wie sie einen Mann kennen und lieben lernt, eine Familie gründet und ihre täglichen Sorgen und Nöte mitzuerleben, fand ich sehr unterhaltsam und kurzweilig. Vor allen Claras Entwicklung vom verträumten Teenager zur Familienmanagerin ist sehr lebendig und nachvollziehbar dargestellt. Da ist anfangs das Bewältigen der täglichen Arbeit, die Sorgen um den Unterhalt der Familie. Jedoch müssen sich Clara und Otto auch den Veränderungen durch die politischen Entwicklungen in Deutschland stellen. Die lässt Simona Wernicke immer wieder sehr detailgetreu einfließen, ohne dabei die Familiengeschichte zu sehr aus den Augen zu verlieren. Ja, vielleicht ist es diese Detailverliebtheit, die diese Geschichte so authentisch wirken lassen. Auf jeden Fall hat mich dieser Roman von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen und ich kann ihn zu 100% weiterempfehlen. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

alte Seilschaften und neuer Anfang – spannend

Die Schanze
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Saskia, Ellen Roths jüngere Schwester, ist es, die Ellen nach der Trennung von Christoph überredet wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren. Hier will Ellen die alte Praxis von Dr. Schwarz als Allgemeinmedizinerin ...

Saskia, Ellen Roths jüngere Schwester, ist es, die Ellen nach der Trennung von Christoph überredet wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren. Hier will Ellen die alte Praxis von Dr. Schwarz als Allgemeinmedizinerin übernehmen. Ob das die richtige Entscheidung war, bezweifelt Ellen zunehmend. Nicht ohne Grund ist sie damals nach dem Abitur von hier weggegangen, möglichst weit weg. Noch immer quälen Ellen die Geschehnisse von damals. Noch immer fällt sie in dunkle Löcher, hat Flashbacks, ritzt sich um den Schmerz und damit sich selbst zu spüren. Als sie beim Joggen dann gleich an ihrem ersten Abend die Leiche an der Skischanze sieht, brechen ihre alten Wunden noch weiter auf.
Es ist ein wirklich spannender Thriller. Lange bleibt offen, worin die traumatischen Erlebnisse von Ellen bestehen. Erlebnisse, mit denen sie damals als Jugendliche allein gelassen wurde. Wo ein jeder im Ort sich hinter Schweigen versteckt hat, der eigene Vorteil wichtiger war. Selbst ihr Vater begründet sein Schweigen damals mit ihrem Schutz vor der Öffentlichkeit, vor der Presse und ihrer Bloßstellung. Eine röstende Hand vom Vater, Fehlanzeige. Wenn wunderts, dass bis heute ihr Verhältnis nicht als solches bezeichnet werden kann.
Ellen ist sich sicher, dass der Schanzenmord im Zusammenhang mit den schrecklichen Geschehnissen damals zusammenhängt. Jetzt, wo sie wieder in ihren Heimatort zurückgekehrt ist, sieht die Polizei sie wegen des starken Motivs in ihr eine Tatverdächtige? Doch wenn sie es nicht war, wer ist dann der Rächer? Es sind Fragen über Fragen, die hier im Buch die Spannung in die Höhe treiben. Im Zusammenspiel mit vielen schrägen und unsympathischen Charakteren, hat das bei mir bis zum Schluss zu kribbelnder Spannung geführt. 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung sind da absolut gerechtfertigt.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

so verwirrend wie spannend

Dorn. Hotel der Angst
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Oberst Karla Hofbauer vom Bundeskriminalamt in Wien arbeitet ehrenamtlich in Hamburg bei der Essensausgabe für die Ärmsten der Armen. Warum, stellt sich die Frage. Denn eigentlich leitet sie die 1-Mann-Abteilung ...

Oberst Karla Hofbauer vom Bundeskriminalamt in Wien arbeitet ehrenamtlich in Hamburg bei der Essensausgabe für die Ärmsten der Armen. Warum, stellt sich die Frage. Denn eigentlich leitet sie die 1-Mann-Abteilung für Cold Case in Wien und dann wird sie hier auch noch brutal in Hamburg ermordet. Da es sich um den Mord an einer Polizeibeamtin handelt ermittelt nicht nur das LKA in Hamburg auch das Bundeskriminalamt in Wien, in Persona Lea Wagner, nimmt eigne Ermittlungen auf. Ihr der Weg führt sie nach Bad Gastein, einem Ort, dessen beste Zeiten bereits länger zurückliegen. Aber genau diesen Ort hat Karla Hofbauer regelmäßig aufgesucht…
Jan Beck beweist mit diesem Thriller wieder einmal, dass er ein Meister der Verwirrung und der Spannung ist. Er lässt viel Raum für eigene Spekulationen und verrät den großen Zusammenhang erst ganz zum Schluss. So bleibt die Spannung auch bis zum Schluss auf hohem Level und die Seiten fliegen nur so dahin.
Die Figur des Kriminalpsychologen a.D., Simon Dorn, ist recht schräg, mir dabei aber nicht unsympathisch. Ein Mann, der unter den Verlusten in seinem Leben leidet, sie noch lange nicht verarbeitet hat und hier in dem düsteren, maroden Hotel seiner Familie einen Unterschlupf gefunden hat. Nicht komfortabel, aber für seine Zwecke durchaus ideal. Hier kann er in Ruhe die Cold Cases aufarbeiten, neu bewerten und womöglich lösen. Als Lea Wagner ihn in seiner Ruhe stört und Näheres zu seinem Verhältnis zu Hofbauer erfahren möchte, erkennt er, auch wenn er es nicht zugeben möchte, in ihr die toughe, intelligente Ermittlerin. Ich finde die beiden passen wunderbar zusammen und ich freue mich bereits auf weitere Fälle der beiden. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

wieder super spannend

Der Seher
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Arne Stiller stehen harte Zeiten bevor. Seine Kollegin Inge Allhammer macht es nun wahr und geht in den wohlverdienten Ruhestand, feiert ihren Abschied. Dabei sind die Zwei so ein eingespieltes Team. Aber ...

Arne Stiller stehen harte Zeiten bevor. Seine Kollegin Inge Allhammer macht es nun wahr und geht in den wohlverdienten Ruhestand, feiert ihren Abschied. Dabei sind die Zwei so ein eingespieltes Team. Aber viel Zeit zum Trauern hat er nicht, denn im Außenbereich des Dresdner Zwingers wird bei Bauarbeiten eine Zeitkapsel gefunden. Leider kein vergrabener Schatz, sondern menschliche Knochen, die eines Säuglings. Wurden hier jetzt endlich die sterblichen Überreste des seit 17 Jahren verschwundenen Jan Köpke gefunden? Auf der Zeitkapsel ist ein Zahlencode eingestanzt. Ein Code den Arne knacken muss, denn gleichzeitig erscheint eine Traueranzeige mit noch einem Code, genau wie damals bei Jans Verschwinden. Nicht nur die Presse stürzt sich auf die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Fund der Zeitkapsel, auch Moritz Schrader, der sich selbst als Seher bezeichnet, will unbedingt seine Hilfe anbieten. Sehr medienwirksam preist er seine hellseherischen Fähigkeiten im Internet an und sucht die Zusammenarbeit mit der Polizei.
Doch Arne hat ganz andere Probleme. Sein Chef hat ihm die Praktikantin, Sandy Rosenberg, von der Polizeihochschule zur Seite gestellt und wer Arne aus alten Fällen kennt, weiß wie schwer es diese junge Frau bei ihm haben wird. Sandy ist zu seinem Ärger auch noch Veganerin und damit für ihn im wahrsten Sinne ein gefundenes Fressen. Um die loszuwerden hilft, so Arne, nur eine fettige Bratwurst. Ich finde es immer wieder herrlich, wie Arne mit seinem trocknen Humor alles auf den Punkt bringt. Neben der bis zum Ende anhaltenden Spannung und den unvorhersehbaren Wendungen bei der Auflösung seines neuen Falls, sind also auch immer einige Schmunzelmomente beim Lesen dabei. Ich habe mich jedenfalls wieder sehr spannend unterhalten gefühlt und gebe 5 wohlverdiente Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

was für ein packender Thriller

Die Kammer
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Fünf Männer und eine Frau, eingeschlossen in einer Kammer und mit dem Auftrag Arbeiten an einer Ölpipeline in der Nordsee auszuführen, ist der Ausgangspunkt dieses Thrillers. Die sechs sind bis auf Tea-Bag ...

Fünf Männer und eine Frau, eingeschlossen in einer Kammer und mit dem Auftrag Arbeiten an einer Ölpipeline in der Nordsee auszuführen, ist der Ausgangspunkt dieses Thrillers. Die sechs sind bis auf Tea-Bag alle erfahrene Sättigungstaucher und kennen die Risiken und Nebenwirkungen ihrer Arbeit. Und die lernt der Leser in diesem Buch auch sehr anschaulich beschrieben kennen. Ich fand es selbst beim Lesen beklemmend wie eng es für die sechs Sättigungstaucher in der beengten Kammer ist und wie jeder für sich die aufkommende eigene Panik am Anfang bekämpfen muss. Das zu vermitteln ist dem Autor sehr eindringlich gelungen. Doch es ist erst der Anfang das wahre Grauen wartet bereits in der Kammer, zeigt aber nicht sein Gesicht. Gegenüber bisherigen Tauchgängen, wo Teamgeist und gegenseitiges Vertrauen herrschte, ist jetzt der Umgang von Misstrauen und Spekulationen geprägt. Keine Kameradschaft und Vertrauen sind mehr zu spüren. Da kommt beim Lesen kribbelnde Spannung auf. An keiner Stelle war es langweilig. Selbst die Erzählungen der einzelnen Taucher von überstandenen Katastrophen bei anderen Tauchgängen fand ich erschreckend zu erfahren. Auch wenn alles nur dem Zweck diente die Dekompressationszeit zu überstehen und den Körper am Einschlafen zu hindern, sind es doch wahre Begebenheiten, die hier geschildert werden. Ellen Brooks Geständnis ihres Familiengeheimnisses ließ mich das Buch einige Minuten beiseitelegen. Noch immer bin ich mir nicht sicher, ob ich sie bewundern oder bedauern soll. Ja, der Autor schafft es den Leser mit seiner Geschichte zu verblüffen, zu schocken und zu fesseln. Darum von mir auch eine 100%ige Leseempfehlung. 5 Lese-Sterne sind da voll verdient.

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