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Veröffentlicht am 28.01.2025

Niemand entkommt

Schneesturm
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Inishmore, eine kleine irische Insel, kurz vor Silvester. Cara und ihre Freunde treffen sich nach vielen Jahren hier wieder, um den Todestag von Caras Ehemann zu begehen. Doch die Insel wird von einem ...

Inishmore, eine kleine irische Insel, kurz vor Silvester. Cara und ihre Freunde treffen sich nach vielen Jahren hier wieder, um den Todestag von Caras Ehemann zu begehen. Doch die Insel wird von einem Schneesturm heimgesucht. Der Strom fällt aus und es gibt keine Möglichkeit die Insel zu verlassen. Plötzlich wird aus dem Meer eine Leiche geborgene und als Cara klar wird um wen es sich dabei handelt, ist dies ein Schock für sie. Und klar wird auch, der Täter muss noch auf der Insel sein, denn niemand kommt von ihr weg. Es beginnt eine spannende Story mitten im klirrendkalten Schneesturm.
Dieses Buch war für mich so ein richtiger Pageturner. Ganz viel Spannung und ein atemberaubend schönes Setting. Ich liebe den rauen Norden und dann noch versunken in Schnee und Eis, dass hat mir das graue Großstadtschmuddelwetter so richtig versüßt. Zu Beginn hatte ich etwas Mühe mit den irischen Namen, die wollten in meinem Kopf einfach keinen Klang annehmen. Aber im Laufe der Geschichte habe ich, sowohl die Namen als auch die irische Sprache, lieben gelernt. Die ließ die Autorin nämlich immer wieder mit einfließen. Das hat viel zu dieser reizvollen, nordischen, rauen Stimmung beigetragen. Man kann diesen Thriller bestimmt auch zu einer anderen Jahreszeit lesen, für mich hat er aber perfekt in den Winter gepasst. Sehr zu empfehlen, spannend und mit angemessenem Tempo.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Ab in die 80er Jahre

Das ist nicht das Rohe vom Ei
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Zurück nach West-Berlin in die 80er Jahre. Ludwig und seine Freunde leben im Hier und Jetzt. Ihre Tage und Nächte bestehen aus Biertrinken, Rauchen und Gelaber. Über ihre Zukunft denken sie wenig nach. ...

Zurück nach West-Berlin in die 80er Jahre. Ludwig und seine Freunde leben im Hier und Jetzt. Ihre Tage und Nächte bestehen aus Biertrinken, Rauchen und Gelaber. Über ihre Zukunft denken sie wenig nach. Als sie im „Linientreu“ Nicole und Steffi kennenlernen, wollen sie den Kunststudentinnen spontan bei einem Fotoprojekt helfen. Doch in einem unbeobachteten Moment wird Steffi von einem unbekannten belästigt, der den Freunden entwischt. Sofort werden Pläne geschmiedet, um den Täter dingfest zu machen.
Wow, das Buch war eine extreme Zeitreise für mich. Nicht nur, dass ich die im Buch genannten Orte kenne wie meine Westentasche, da ich selbst dort aufgewachsen und um die Häuser gezogen bin. Nein, für mich waren diese ganzen Gespräche und die Aktionen der Freunde wie ein Blick in meine Vergangenheit. Die ganze Sprache, der Zeitgeist und die Beschreibungen der Gegend waren einfach perfekt getroffen. Innerlich habe ich gejubelt, wenn Dinge wie der Durchsteckschlüssel, kaputte Fensterscheiben und angeranzte Treppenhäuser im Buch vorkamen. Diese Jungs hätten meine Freunde gewesen sein können. Diese Sorglosigkeit, das leben im Jetzt und die Normalität des Verlotterten beschreiben einfach unglaublich, das Berlin dieser Zeit. Da gab es noch keine Gentrifizierung, da hat man die Schuhe in der Wohnung von Freunden lieber angelassen und vorher die Couch auf Nässe überprüft, bevor man sich setzte. In den Kneipen jener Zeit haben sogar die Mädels gelernt im Stehen zu pinkeln und das Licht hat man auch lieber ausgelassen. Und niemand hat in den Neuköllner Hinterhäusern im Treppenhaus den Handlauf benutzt. Nicht nur aus hygienischen Aspekten, sondern auch wegen Absturzgefahr. Die Dialoge sind witzig und erinnern mich sehr an Sven Regners „Herr Lehmann“. Aber genau diese Gespräche haben wir so geführt. Tiefgründiges Geschwafel über Belanglosigkeiten die in Summe, unser Leben waren. Was für eine geniale Zeitreise!

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Im Zug nach Italien

Schwalbe zieht nach Süden
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Er trägt einen italienischen Vornamen, war jedoch noch nie in Italien. Sein Vater, dem er diesen Namen zu verdanken hat, den hat er zuletzt gesehen, als er 10 Jahre alt war. So nennt er sich selber lieber ...

Er trägt einen italienischen Vornamen, war jedoch noch nie in Italien. Sein Vater, dem er diesen Namen zu verdanken hat, den hat er zuletzt gesehen, als er 10 Jahre alt war. So nennt er sich selber lieber Hans und auch seiner Mutter ist dies lieber. Als Senior macht sich Giovanni dann jedoch auf die Reise, um den anderen Teil seiner Familie in Italien kennenzulernen. Während der Zugfahrt lernt er die Klosterschwester Agnes und die junge Studentin Sara kennen. Drei völlig unterschiedliche Leben, die in diesem Abteil im Zug zusammenkommen. Und während sich die drei unterhalten erfahren wir viel über ihre Lebensgeschichte.
Die Geschichte ist wunderschön erzählt. Mir ist aufgefallen, dass ich selten Bücher lese, in denen Männer weit über 60 Jahren, die Hauptrolle spielen. Und ich denke, es ist das erste Mal, dass die Gedankenwelt des Giovanni mir so unglaublich authentisch und nahbar erschient. Seine verschiedenen Facetten machen ihn nicht in allen Belangen sympathisch, aber dafür sehr echt. Ich war überrascht, mit welcher Brille er auf sein Leben blickt. Man begreift, wie ihn die Erlebnisse und Erfahrungen geformt haben, und warum er ist, wie er ist. Aber auch das verletzliche Kind und der ungeliebte Mann in ihm kommen zum Vorschein. Wirklich ein tolles Buch, dass mir viel gegeben hat.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Etwas Mord zum Fest

Das Geheimnis des Weihnachtspuddings
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„Das Geheimnis des Weihnachtspuddings- Geschichten zum Fest“ von Agatha Christie
Agatha Christie war vor vielen Jahren für mich der Einstieg in die Erwachsenenliteratur. Ich habe ihre Bücher geliebt und ...

„Das Geheimnis des Weihnachtspuddings- Geschichten zum Fest“ von Agatha Christie
Agatha Christie war vor vielen Jahren für mich der Einstieg in die Erwachsenenliteratur. Ich habe ihre Bücher geliebt und sie förmlich verschlungen. Deshalb war dieses Buch hier zur Weihnachtszeit ein gelungenes Vergnügen. Und ich muss sagen Agatha Christie hat nichts von ihrem Charme und ihrer Raffinesse eingebüßt. Die erste, längere Geschichte beinhaltet Hercule Poirot als Hauptfigur. Eine feine Gesellschaft trifft sich zum Weihnachtsfest und begeht ihre englischen Weihnachtstraditionen. Doch jemand spielt falsch. Durch seine einzigartige Kombinationsgabe kommt Poirot demjenigen auf die Schliche. In der zweiten Geschichte treffen wir Miss Marple wieder. Ich liebe diese schrullige, cleverer Dame einfach. Und auch hier ist sie wieder fix auf zack und hat schon bald den Täter identifiziert. Eine weitere Geschichte spielt mit mir unbekannten Protagonisten, jedoch nicht weniger spannend und gewieft. Zum Schluss gibt es dann noch tatsächlich etwas eher klassisch Weihnachtliches, was jedoch das Buch für mich so richtig abgerundet hat. Dieses kleine Büchlein hat viel Ruhe und dennoch Spannung in die Weihnachtszeit gebracht und mir die Abende versüßt.

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Du hast es in der Hand

WAS IST WAS Demokratie (Broschüre)
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Schon als Kind habe ich die Bücher der Was-Ist-Was-Reihe geliebt. Und seit über 10 Jahren lese ich sie nun mit meinen Kindern. Mittlerweile gibt es ja unglaublich viele Bände aus den verschiedensten Themenbereichen. ...

Schon als Kind habe ich die Bücher der Was-Ist-Was-Reihe geliebt. Und seit über 10 Jahren lese ich sie nun mit meinen Kindern. Mittlerweile gibt es ja unglaublich viele Bände aus den verschiedensten Themenbereichen. Wenn man mich spontan fragt, wüsste ich nicht welches Thema noch fehlen könnte, doch wenn ein neues Buch erscheint, bin ich immer erstaunt, dass dieses wichtige tolle Thema noch gar nicht in der Reihe erschienen ist. So ging es mir auch mit diesem Band. In diesem Buch wird die Gesellschaftsform, in der wir leben und in der auch unsere Kinder groß werden kindgerecht erklärt. Was ist Demokratie überhaupt und wie unterscheidet sie sich von der Monarchie oder Diktatur? Wie ist der Staatsapparat aufgebaut und welche Instrumente hat man in der Demokratie? Was sind Wahlen, oder wie sieht der Alltag eines Abgeordneten aus? Diese und noch viele weitere Fragen werden in diesem Buch behandelt. Die Seiten sind wunderschön gestaltet. Text und Illustration wechseln sich in gleichem Maße ab, so dass es auch für kleinere Kinder viel zu sehen gibt. In Erinnerung bleiben uns auch die vielen lustigen Parteien, die sich in so man demokratischem Staat gebildet haben. Wir hatten beim Lesen viel Spaß und ich denke bei meinen Kindern ist viel hängen geblieben an Wissen und vor allem auch an dem Gefühl in einem System zu leben, dass ihnen Freiheit und Mitbestimmung ermöglicht und das dies nicht selbstverständlich ist sondern hart erkämpft. Was uns besonders auf den Seiten zum Frauenwahlrecht vor Augen geführt wurde. Ich hätte nie gedacht, dass ich nach den vielen Was-Ist-Was Bänden die ich bereits gelesen habe noch einen entdecken würde der mir so sehr am Herzen liegen wird wie dieser hier.

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