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Veröffentlicht am 25.01.2025

Mit ganz viel Tiefgang

Be My Shelter
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Als ihr Bruder Jason Kaira um einen Gefallen bittet, kann sie, wie eigentlich immer, einfach nicht nein sagen, obwohl es sich bei dem Gefallen darum geht Jasons ehemaligen Studienkollegen Cooper bei sich ...

Als ihr Bruder Jason Kaira um einen Gefallen bittet, kann sie, wie eigentlich immer, einfach nicht nein sagen, obwohl es sich bei dem Gefallen darum geht Jasons ehemaligen Studienkollegen Cooper bei sich wohnen zu lassen. Ein paar Tagen werden sie schon rumbekommen, denkt sie sich. Doch schon als sie das erste Mal Cooper begegnet, ahnt sie, dass dieser Mann ihr Leben schneller auf den Kopf stellen kann, als sie jemals gewollt hat. Allerdings sind Cooper und Kaira so unterschiedlich wie Tag und Nacht und während Kaira alles organisiert und unter einen Hut bekommt, läuft Cooper vor jeglicher Verpflichtung davon. Als sie plötzlich die Idee einer Challenge überkommt, wird noch einmal alles anders als gedacht, denn in dieser Challenge konfrontieren sie sich gegenseitig mit ihren jeweiligen Schwächen. Ob das gut gehen kann?
Seit kurzem erscheinen im GU Verlag wunderbare New Adult Bücher mit ganz viel Tiefgang und Be my shelter ist bereits mein zweites Buch aus dem Programm und bisher konnten mich beide völlig überzeugen.
Autorin Lana Rotaru erzählt voller Gefühl und Emotionen, aber auch mit passendem Humor zur richtigen Zeit, eine wundervolle Geschichte.
Die Handlung fängt vom ersten Moment spannend an und man ist gleich gefesselt. Gerade auch weil diese Geschichte wie aus dem Leben gegriffen erzählt wird. Dabei ist die Thematik mit so viel Tiefe, dass man sich tatsächlich selbst hin und wieder ertappt fühlt.
Natürlich stehen in diesem Buch in erster Linie die Protagonisten Kaira und Cooper im Vordergrund. Aus wechselnden Perspektiven, jeweils in der Ich-Form, erleben wir Gefühle und Gedanken der beiden Hauptcharaktere dicht und authentisch.
Gerade mit Protagonistin Kaira fühlte ich mich auf den ersten Blick verbunden. Sie ist ein wundervoller, absolut herzlicher Mensch, der es allerdings über alle Maße schwerfällt, auch einmal nein zu sagen. Dadurch gerät sie ganz oft an ihre eigenen Grenzen und so manches Mal hätte ich sie gerne schütteln wollen, wenn wieder einmal irgendjemand kurz vor knapp Kaira wieder neue Aufgaben zuschusterte. Doch tatsächlich habe ich mich zu weiten Teilen gerade in ihr wiedererkannt. Wie oft habe ich schon ja gesagt und nein gemeint, es ist ganz schön schwer, in solchen Situationen auch mal für sich selbst einzustehen. Das dieses Ja-Sagen nicht von irgendwoher kommt, ist klar und dieses andere nicht enttäuschen wollen, ist einfach so glaubhaft.
Cooper ist das genaue Gegenteil und nimmt schnell die Beine in die Hand, sobald es um irgendwelche Verpflichtungen geht. Er lebt in den Tag hinein und das Einzige, was ihm gehört, ist sein Rucksack. Aber natürlich steckt auch hinter Cooper eine Geschichte und auch er muss lernen, dass man nicht für immer davonlaufen kann.
Neben den beiden gibt es eine Vielzahl an Nebencharaktere, von denen vor allem Kairas Familie und Freunde eine Rolle spielen und die einfach für ganz viel Leben im Buch sorgten, aber auch Momente zum Nachdenken lieferten, denn gerade auch ihre Familie, vor allem ihre Mutter und ihr Bruder, setzen Kaira so manches Mal vor Aufgaben und Verpflichtungen, die sie mit emotionaler Erpressung fordern und das alles ohne es zu merken. Doch auch wenn das alles ernst klingt, ist es ohne erhobenen Zeigefinger und mit einer guten Portion Humor erzählt.
Mein Fazit: Ein extrem gut gelungener Young Adult Roman über Selbstfindung und mit der wichtigen Erkenntnis, dass man durchaus auch mal nein sagen kann und muss, wenn es einem alles zu viel wird. Dieses Buch beschreibt wunderbar, wie man, ohne es zu wollen, andere emotional unter Druck setzt und mit Erwartungen überfordert. Man wird hier sehr gut daran erinnert, dass man in erster Linie sich selbst in den Mittelpunkt rücken muss, bevor es alles zu viel wird. Das Lernen von Grenzen setzen ist ein zentrales Thema, das dem Leser mit einer wundervollen Protagonistin nähergebracht wird. Ganz große Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.01.2025

Spannende Fortsetzung

Shattered Hopes
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Wir kehren zurück nach Neo Berlin, in dem gerade erst Ava und Zero, zwei Teenager, nicht nur einem schrecklichen Geheimnis der Regierung auf die Schliche gekommen sind, sondern auch heftige Angriffe abwehren ...

Wir kehren zurück nach Neo Berlin, in dem gerade erst Ava und Zero, zwei Teenager, nicht nur einem schrecklichen Geheimnis der Regierung auf die Schliche gekommen sind, sondern auch heftige Angriffe abwehren konnten. Dabei haben sie sich selbst in größte Gefahr begeben, doch wer glaubt, dass sie nun zur Ruhe kommen, liegt absolut falsch. Nach wie vor sind die Zwillinge Snow und Ice auf freiem Fuß und es scheint, als wäre auch Neo Cologne in Gefahr.
Mit Shattered Hopes erschien am 01. Januar 2025 der zweite Band der Ava & Zero Trilogie.
Die Ereignisse knüpfen gleich an das Geschehen von Band zwei an, was den Einstieg hier leicht macht. Außerdem hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass auch die Autorin während des Schreibens immer mehr an Selbstsicherheit gewonnen hat, denn dieses Mal hat mich der Schreibstil, der bildlich und einnehmend war, gleich von der ersten Seite an fesseln können.
Das Worlbuilding ist wieder glaubhaft und gelungen, dadurch, dass man schon einen guten Eindruck über die Welt in Band eins erhalten hat, kommt man hier mühelos zurecht. Während die großen Hauptstädte, oftmals die Zentren der Reichen, mit Kuppeln vor der schädlichen Umwelt geschützt werden, leben auch viele Menschen außerhalb dieser Grenzen. Das alles fand ich schon in Band eins leider sehr glaubwürdig und absolut vorstellbar.
Die Handlung bleibt weiterhin sehr spannend, wobei dieses Mal auch ein wenig mehr Ava und Zero in den Mittelpunkt rücken. Trotzdem gibt es immer wieder actionreiche Szenen, die dem Buch die nötige Spannung bieten.
In diesem Buch zeigen sich nun deutlicher die Unterschiede zwischen den beiden Protagonisten. Wie zuvor erleben wir das Geschehen aus wechselnder Perspektive zwischen den Beiden. Ava stammt aus der Kuppel von Neo Berlin und ist trotz ihrer Herkunft behütet aufgewachsen. Sie ist ein Teenager und das spürt man nun so manches Mal an ihren, teils schnellen, Handlungen.
Zero hingegen stammt von der Welt außerhalb der Kuppel und musste mit vielen Einschränkungen aufwachsen. Beide Charaktere und ihr Verhalten sind absolut greifbar und authentisch.
Dieses Mal spürt man auch die Reibereien zwischen den beiden deutlicher, die genau aus ihrer unterschiedlichen Herkunft resultieren.
Die Nebencharaktere fand ich auch dieses Mal sehr gelungen. Gerade auch Zeros Bruder bekommt hier ein noch klareres Bild, was ihn für mich greifbar werden ließ. Den Widerstand fand ich auch interessant und bin gespannt, ob wir hier noch mehr erfahren werden.
Mein Fazit: Insgesamt weiß auch der zweite Band der Ava & Zero zu überzeugen. Schreibstil und Handlung, aber auch die zukünftige Welt gefielen mir sehr gut und auch bestimmte Details wurden klarer. Auch unsere beiden Protagonisten entwickeln sich weiter und ich bin schon gespannt auf das Finale. Auch der Mittelteil ist sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 20.01.2025

Die Zukunft gehört den Frauen

Niemannswelt – Als ich mich verlor, habe ich dich gefunden
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Alaska, 2196, nicht nur der dritte Weltkrieg, sondern auch ein verheerender Virus, der zunächst gegen die Fruchtbarkeit der Männer in dritte Welt Länder eingesetzt wurde, dann aber mutierte, ließ nicht ...

Alaska, 2196, nicht nur der dritte Weltkrieg, sondern auch ein verheerender Virus, der zunächst gegen die Fruchtbarkeit der Männer in dritte Welt Länder eingesetzt wurde, dann aber mutierte, ließ nicht nur die Weltbevölkerung auf ein Minimum schrumpfen, sondern ließen auch Männer nahezu aussterben. Die Exemplare, die heute noch existieren, werden als Forschungsobjekte in Laboren gehalten. Dr. Zoe J. Hayes hat an der Blackcreek Univerity zunächst männliche Psychologie studiert und unterrichtet nun in dieser. Dabei ist sie bisher noch nie einem lebenden Mann begegnet. Dieses ändert sich, als sie von einem Forschungslabor zur Hilfe gebeten wird. Denn Flynn weigert sich seit Jahren zu sprechen, dabei birgt gerade dieser Mann Geheimnisse, denn er war der letzte, den Frau in Freiheit festnahm. Neugierig und aufgeregt nimmt Zoe den Job an, doch dieser entpuppt sich als alles andere als leicht.
Was für eine rasante Grundidee, Dystopien finde ich persönlich immer sehr spannend und das klang noch einmal zusätzlich nach etwas ganz anderem, bei dem man sich bereits vor dem Lesen die Frage stellte, ob einer Welt nur aus Frauen bestehend wirklich besser ist?
Der Einstieg in diese Dystopie fällt sehr leicht, der Leser bekommt zunächst einen guten Einblick in die aktuellen Begebenheiten und Lebensumstände, unter anderem auch von Protagonistin Zoe. Alles scheint zunächst absolut harmonisch und durchdacht, doch das täuscht. Je mehr man hier über die Welt erfährt, desto stärker wird das Gefühl, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Carina Bartsch hat mich wieder einmal mit ihrem leichten und bildlichen Schreibstil an ihr Buch fesseln können. Spannend fand ich, dass die Autorin unserer heutigen Gesellschaft hier regelrecht einen Spiegel vorhält, vieles, was wir anstreben, ist 2196 Gewohnheit. Viele Aspekte lassen lange grübeln, ist ein Leben ohne Männer wirklich erstrebenswert? Immerhin sind nicht alle so, wie man es den Frauen hier beibringt. Nach außen lebt es sich harmonisch, doch Individuen und Selbstbestimmung sind hier weit fort von dem, was wir kennen. Menschen, in diesem Fall Männern, die Freiheit zu verwehren, nur weil sie Männer sind, kann das gerecht sein? Natürlich nicht und indem Zoe Flynn kennenlernt, beginnen auch ihre Gedanken zu kreisen, immer mehr und häufiger ertappt sie sich dabei, wie sie selbst vieles in Frage stellt.
Mit diesem Buch ist gerade einmal der erste Band einer Reihe erschienen, von daher gibt es hier auch ganz viele Erklärungen und Einblicke in das Leben der Zukunft. Das war nicht immer sehr temporeich und doch empfand ich hier keinerlei Langeweile oder Langatmigkeit und ich mag beim Lesen durchaus ein hohes Tempo. Was hier einfach wirklich fasziniert, sind all die Kleinigkeiten, an die die Autorin gedacht hat. Für mich wirkte das Geschehen sehr authentisch und glaubhaft.
Ein weiterer Pluspunkt ist Ich-Erzählerin und Protagonistin Zoe, aus deren Blickwinkel der Leser das Geschehen verfolgt. Sie ist zunächst eine von vielen, doch aufgrund ihrer eigenen familiären Vergangenheit ist sie durchaus auch zugänglich für viele Gedanken, die sich der Leser hier selber stellt. Es fällt sehr leicht, sich mit ihr zu identifizieren. Auch Flynn fand ich durchweg gelungen und auch wenn es ihm hier noch nicht ganz gelungen ist, Zoe die Augen zu öffnen, ist deutlich spürbar, wie sehr er sie in ihrem Denken beeinflusst. Natürlich lässt auch er den Leser permanent grübeln über Recht und Gerechtigkeit und wie es wäre, für immer unter Beobachtung in einem Raum zu vegetieren. Ein furchtbarer Gedanke!
Es gibt noch ein paar Nebencharaktere, die aber überschaubar bleiben. Vor allem Zoes Frau, die natürlich auch immer wieder mit bestimmten Handlungen Einfluss auf Zoe nimmt und die ich tatsächlich eher weniger mochte. Dafür gefiel mir Mary-Jane, Zoes beste Freundin absolut gut und ihre Gespräche fand ich sehr aufschlussreich.
Mein Fazit: Ein wirklich sehr gelungener Einstieg in diese Dystopie, über die ich noch viele Seiten lang erzählen könnte, denn die Fragen, die beim Lesen entstehen, wirbeln noch immer wild durch meine Gedanken. Stark und bildlich erzählt, mit vielen hoch aktuellen Themen verknüpft, nimmt diese Geschichte mit in eine Zukunft, die nach absolutem Eitel-Sonnenschein klingt. Ob das wirklich so ist? Lest es unbedingt selber!

Veröffentlicht am 15.01.2025

Absolutes Highlight

Der gefrorene Fluss
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Winter 1789 in Maine, als nach einem Dorffest in einer Scheune eine männliche Leiche unter dem Eis des Kennebec Rivers gefunden wird, wird Hebamme und Heilerin des Ortes Hallowell, Martha Ballard, hinzugezogen. ...

Winter 1789 in Maine, als nach einem Dorffest in einer Scheune eine männliche Leiche unter dem Eis des Kennebec Rivers gefunden wird, wird Hebamme und Heilerin des Ortes Hallowell, Martha Ballard, hinzugezogen. Der Tote ist ihr alles andere als Unbekannt, denn als Heilerin des Ortes weiß sie auch über manch ein Geheimnis ihrer Patienten Bescheid. Dieser Mann wurde nämlich erst kurze Zeit zuvor der Vergewaltigung an einer jungen Pfarrersfrau beschuldigt und nun ist er tot. Für Martha ist schnell klar, der Mann wurde ermordet. Während ein junger Arzt, der kurz zuvor nach Hallowell zog, anderer Meinung ist, beschließt Martha, den Fall auf eigene Faust aufzuklären und Tritt dabei so manch einem auf die Füße, unter anderem auch dem Richter des Ortes North. Doch Martha lässt sich nicht einschüchtern.
Als erstes fiel mir die absolut traumhaft schöne Gestaltung des Buches auf und irgendwie machte der Klappentext mich neugierig. Denn Autorin Ariel Lawhon hat für ihren historischen Roman eine reale Protagonistin gewählt, die damals wirklich als Hebamme tätig war. Allein diese Tatsache fand ich unglaublich spannend und auch wenn sich die Autorin hier einige schriftstellerische Freiheiten nimmt, fand ich die Geschichte hoch spannend und fesselnd.
Der Schreibstil ist absolut einnehmend, super leicht und trotz eines historischen Romans modern und flüssig. Ariel Lawhon hat die Bilder ihres Romans lebendig werden lassen und man konnte regelrecht den strengen Winter Maines spüren. Dazu kommt eine ganz besondere Art Emotionen zu transportieren und ich war hier regelrecht auf einer emotionalen Achterbahn.
Der kleine Ort Hallowell am Kennebec River wurde vorstellbar und lebendig, doch auch die unterschiedlichsten Charaktere waren glaubhaft gezeichnet.
Die Handlung konnte von der ersten Seite an fesseln, zum großen Teil spielt sie im Winter 1789 - 1790, aber hin und wieder erzählt Martha von ihrer eigenen Jugend, wie sie ihren Mann Ephraim kennenlernte, aber auch von ihren Kindern, ihren Werdegang und den persönlichen Verlusten. All das führt dem Leser noch einmal die gewaltigen Unterschiede zu unserer Zeit vors Auge.
Doch was mich am Allermeisten in diesem Buch beeindruckt hat, ist Protagonistin und Ich-Erzählerin Martha. Diese Frau ist absolut stark, stur und setzt sich mit allem was sie hat für die Menschen ein. Meistens sind es Frauen, die sie durch ihre Tätigkeit als Hebamme betreut und für die sie energisch eintritt. Egal was es ist, Martha lässt sich weder einschüchtern, noch schreckt sie zurück. Ein kleines bisschen erinnerte sie mich an Claire Fraser aus Outlander, wobei Martha auch in dieser Zeit geboren wurde.
Martha ist hier der absolute Mittelpunkt der Handlung, doch auch die Nebencharaktere werden lebendig und facettenreich gezeichnet. Ob es Marthas Ehemann Ephraim ist, ihre Familie oder die Bewohner des Dorfes, jeder gibt Impulse für die Fortsetzung der Handlung und weckt die unterschiedlichsten Gefühle im Leser.
Mein Fazit: Ein von der ersten bis zur letzten Seite spannender und fesselnder Roman, der mit seiner toughen Protagonistin zu überzeugen weiß. Bildlich und emotional ohne auszuschweifen oder langweilig zu wirken und eindringlich erzählt, macht dieser Roman Lust auf mehr. Ich persönlich lese nur ganz ganz selten mal einen historischen Roman, doch dieser hier hat mich durchweg begeistert. Ein Highlight, das ich sehr gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 05.01.2025

Wieder ein Highlight

Ever & After, Band 2 - Die dunkle Hochzeit
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Rain White, Nachfahrin von Schneewittchen hat es geschafft und den Prinzen mit ihrem Kuss geweckt, doch damit ist das ganze Land in einem tiefen Chaos versunken. Nun soll sie den dunklen Prinzen heiraten, ...

Rain White, Nachfahrin von Schneewittchen hat es geschafft und den Prinzen mit ihrem Kuss geweckt, doch damit ist das ganze Land in einem tiefen Chaos versunken. Nun soll sie den dunklen Prinzen heiraten, damit dieser seine gesamte Magie entfesseln kann und damit alle Macht erhält. Es gibt nur einen einzigen Ausweg, Rain muss es schaffen, alle sieben Insignien der Vasallen des Prinzen einzusammeln und damit den Prinzen wieder zu bannen. Doch diese Aufgabe ist viel schwerer, als sie jemals gedacht hat und Rain und ihre Freunde stehen vor einem gewaltigen Problem.
Schon Band eins der Ever & After Trilogie hat mir unglaublich gut gefallen und Band zwei wurde sehnsüchtig erwartet. Bei dieser Reihe gilt auf jeden Fall unbedingt die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da sonst keine Voraussetzungen für diesen zweiten Band gegeben sind.
Der Einstieg hier fällt sehr leicht, zum einen knüpfen wir zeitnah an den Ereignissen aus Band eins an, zum anderen macht es Stella Tack einfach leicht, mit ihrem Schreibstil wieder zu fesseln. Sie schreibt unheimlich bildhaft, dabei aber auch immer mit einer gehörigen Portion Humor, der zwischendurch reichlich Sarkasmus beinhaltet. Wer das mag, ist hier definitiv richtig.
Aber Achtung, zimperlich sollte man nicht sein, denn hier gibt es, wie auch im ersten Band, das ein oder andere abgefallene oder abgetrennte Körperteil und es ist auch blutig.
Die gesamte Atmosphäre ist sehr düster, noch ein wenig mehr als im ersten Teil. Die Beschreibungen der Welt lässt den Leser fast schon traurig werden, denn es scheint alles auf verlorenem Posten zu stehen. Wir befinden uns zwar im ländlichen England, später auch ein wenig in London, doch die Welt ist ein einziges düsteres, teilweise verlassenes Chaos und man erhält einen Vorgeschmack darauf, wie es sein könnte, wenn Black, der dunkle Prinz, seine Macht erhält.
Neben alldem ist die Geschichte auch unheimlich spannend, man fiebert beinahe jede Sekunde mit den Charakteren mit und man leidet auch auch gemeinsam mit ihnen. Immer wieder gibt es Plottwists, die den Atem rauben und die Handlung insgesamt unvorhersehbar machen. Als Krönung trifft man hier natürlich auch auf einige Märchenfiguren, bzw. deren Nachfahren und erfährt mehr über die wirklichen Märchen, die noch düsterer sind, als wir sie kennen. Die Fantasie der Autorin ist hier einfach genial und hat mich zwischen schmunzeln, ekeln und mitbangen hin- und hergerissen.
Die Charaktere kennen wir bereits aus dem ersten Band, wirklich neue Figuren kommen nicht hinzu. Rain ist hier die Ich-Erzählerin und Protagonistin, die immer wieder für neue Überraschungen sorgt. Sie ist weder auf den Mund gefallen, noch scheut sie sich vor gefährlichen Begegnungen. Black ist bitterböse und hassenswert und doch hat er was, dem sich der Leser nicht entziehen kann. Protagonistin und Antagonist sind unglaublich vielfältig gezeichnet und man begleitet sie gerne.
Doch auch die Nebencharaktere sind so gut gezeichnet, dass man auch bei diesen absolut mitfühlen kann. Sei es Cousin Avery oder beste Freundin Holly, Nachfahre Edward oder Hollys Begleiter Adrien, ich habe bei allen mitgezittert. Aber auch die Bösewichte sind herrlich undurchschaubar und einfach bitterböse.
Mein Fazit: Wahnsinn, dieses Buch hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können, dabei hat es davon stolze 700. Einen Spannungsbogen über so viele Seiten zu erzeugen ist wahre Kunst, dabei noch Märchen, Humor, Spannung und tolle Charaktere zeichnen, mit einzubinden ist wahre Kunst und hier einfach nur gelungen. Für mich fing das Jahr gleich mit einem Highlight an und natürlich ließ mich das Buch mit einem fiesen Cliffhanger und einem nooooo zurück. Starke Fortsetzung und alles andere als ein langweiliger Mittelteil!