Leich, lustig und unterhaltsam
Der MaulwurfAnna, Sascha und die Teenagerin Marie sind angekommen in ihrem Haus auf dem Land, umgeben von 1.800 Quadratmetern Garten. Sascha ist Sustainabilitymanager bei Schicks und zuständig für alle Fragen der ...
Anna, Sascha und die Teenagerin Marie sind angekommen in ihrem Haus auf dem Land, umgeben von 1.800 Quadratmetern Garten. Sascha ist Sustainabilitymanager bei Schicks und zuständig für alle Fragen der Nachhaltigkeit in Sachen Produktion und Firmenpräsentation. Selbstverständlich hat er sich einen schicken E-Roller gekauft. Damit rollt er zum Bahnhof, steigt in den Zug und von dort gleitet er in die Firma, bis mitten hinein ins Foyer, um am Empfang noch eine Ehrenrunde zu drehen und die Bewunderung seiner Mitarbeiter einzuheimsen.
Sascha möchte nachhaltig mähen und diskutiert mit dem Baumarktmitarbeiter seine Ideale. Es scheint allerdings, als wolle der ihm unbedingt einen stinkenden PS starken Aufsitzmäher verkaufen. Sascha aber besteht auf einem Handmäher. Zuhause fällt sein staunender Blick auf eine kleine Erderhebung. Während er mit dem Mäher seine ersten Bahnen zieht, versucht er den kleinen Wall zu ignorieren. Nach der dritten Bahn zittern seine durchtrainierten Arme und an den Händen bilden sich Blasen. Er trinkt zwei Gläser Wasser und lässt sich von Anna die Hände pflastern. Für heute ist erst einmal Schluss.
Am nächsten Morgen steht er wie immer um 6:30 Uhr auf, trinkt ein Glas Wasser, duscht, bereitet sein Müsli aus Hafer, Apfel, Banane und Leinsamen, öffnet die Terrassentür und schaut mit seinem Hafermilchkaffee in den Garten. Sascha staunt nicht schlecht, denn der eine Hügel hat sich vergrößert und daneben sind zwei weitere entstanden. Jetzt stören sie gewaltig die Blickachse und Sascha wird klar, dass er etwas unternehmen muss.
Fazit: Mark Spörrle hat eine Satire geschaffen, die definitiv skurril ist. Der Protagonist, ein extrem ordnungsliebender Mensch, der seinem rituell gestalteten Alltag folgt, wird mit der unberechenbaren Natur konfrontiert, einem nicht kontrollierbaren Maulwurf, der zu allem Übel unter Naturschutz steht und von seiner Tochter heiß geliebt wird. Sascha steigert sich im Laufe der Geschichte so sehr in die Existenz des kleinen Erdterroristen, dass ihm sein gesamtes Leben entgleitet. Ich verstehe diese witzige Geschichte auch als Parodie auf die Ökohysterie. Der Autor bedient sich jeder Menge Klischees, aber das darf Satire auch, gilt es doch Situationen zu überspitzen. Der Autor schreibt richtig unterhaltsam und animiert die bildliche Vorstellungskraft. Und so habe ich seitenweise mit Sascha im Dreck gekniet und den Maulwurf beschworen, den Garten zu verlassen und sich anderswo nützlich zu machen. Das war leicht, lustig und unterhaltsam.