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Veröffentlicht am 04.02.2025

Eine wunderbare Hommage an den Dichter Thomas Mann

Gefährliche Betrachtungen
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Der Autor Tilo Eckardt, versteht es in seinem historischen Kriminalroman „Gefährliche Betrachtungen“ auf eine eindrucksvolle Weise eine fiktive aber schillernde Hommage an Thomas Mann über Mut, Freundschaft ...

Der Autor Tilo Eckardt, versteht es in seinem historischen Kriminalroman „Gefährliche Betrachtungen“ auf eine eindrucksvolle Weise eine fiktive aber schillernde Hommage an Thomas Mann über Mut, Freundschaft und die Kraft der Literatur, zu erzählen.

Nidden im Sommer 1930, ostpreußisches Fischerdorf und Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung, einem archaischen Landstrich zwischen wilder Ostsee und stiller Lagune. An dieser weißen Küste „so schön geschwungen, dass man glauben könnte, in Nordafrika zu sein“, landet im Juli 1930 Thomas Mann mit Familie, um das neue Sommerhaus zu beziehen. Daheim in Deutschland droht nach der Auflösung des Reichstags das Ende der Weimarer Republik, und der tief beunruhigte Dichter arbeitet im Bademantel im Schatten seines Strandkorbes heimlich an einer großen Rede, mit der er das deutsche Volk vor dem erstarkenden Nationalsozialismus warnen will. Da kreuzen sich unter außergewöhnlichen Umständen die Wege des weltberühmten Dichters und des jungen litauischen Übersetzers Žydrūnas Miuleris, den Thomas Mann hartnäkig Müller nennt. Und es ist dieser Müller der den Dichter in größte Schwierigkeiten bringt, als er das Manuskript der brisanten Rede verliert. Die Suche danach scheint weitere rätselhafte Ereignisse in Gang zu bringen. Thomas Mann fühlt sich verfolgt und beobachtet und ein Mitglied seines Hausstandes verschwindet spurlos. Der Dichter und sein Übersetzer sehen sich einem ebenso seltsamen wie aufregenden Fall gegenüber. Zwischen Wanderdünen und Wald, umgeben von exzentrischen Künstlern, stoischen Fischern und neugierigen Kurgästen müssen Mann und Müller alles daransetzen, die Abschriften wiederzuerlangen, bevor sie in die falschen Hände geraten.

Eine ausgesprochen gute Idee des Autors, ein Krimi mit Thomas Mann als Ermittler, zu erzählen. Gerne und mit einem Schmunzeln im Gesicht, habe ich Thomas Mann auf der Suche nach einem verloren gegangenen Manuskript, das sein Übersetzer Müller verschlampt haben soll, begleitet.

Teils sind Thomas Manns Sätze und Dialoge verschachtelt, die aber gut seiner Zeit angepasst sind. Der litauische Übersetzer Müller erzählt die Vorkommnisse als Ich-Erzähler, und zwar aus erheblicher zeitlicher Distanz, denn er ist mittlerweile über hundert Jahre alt. Besonders gelungen sind jedoch die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten, die tief in die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen der damaligen Zeit eintauchen.

Fazit:
Dem Autor ist es hervorragend gelungen, eine historisch gut recherchierte Geschichte, mit einer fiktiven Handlung, voller unerwarteter Wendungen, interessanter Charaktere und einer leicht amüsanten Atmosphäre, zu erzählen. Die Protagonisten und selbst die Nebenfiguren sind im Handlungsverlauf sehr intensiv dargestellt und gut eingebunden. Eine wunderbare Geschichte die in die faszinierende Welt des großen Literaten Thomas Mann entführt.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Gwenllians Kampf gegen ihre rivalisierenden Brüdern

Die Tochter der Drachenkrone
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Die Autorin Sabrina Qunaj, erzählt mit ihrem historischen Roman „Die Tochter der Drachenkrone“ den Auftakt ihres neuen großen historischen Epos vor atemberaubender walisischer Kulisse.

Das Cover hat einen ...

Die Autorin Sabrina Qunaj, erzählt mit ihrem historischen Roman „Die Tochter der Drachenkrone“ den Auftakt ihres neuen großen historischen Epos vor atemberaubender walisischer Kulisse.

Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert und die Gestaltung des Inhalts mit dem Personenregister und den Stammbäumen sowie die Landkarte über Wales im inneren Buchumschlag, haben mir sehr gut gefallen. Besonders hilfreich fand ich gleich am Anfang des Buches, die kleine Einführung in die richtige Aussprache der walisischen Namen. Das Nachwort der Autorin enthält interessante Informationen über die Geschichte und die künstlichen Freiheiten, die sie sich charmant, erlaubt hat.

Wales, 1197: Nach dem Tod ihres Vaters muss Gwenllian, die Fürstentochter der Drachenkrone um die Unabhängigkeit und Einheit ihrer Heimat kämpfen.
Gwenllian wirkt auf der einen Seite für ihr junges Alter recht erwachsen aber auf der anderen Seite, doch noch recht unbedarft und daher war es recht interessant ihre charakterliche Entwicklung sowie ihre familiären Bindungen von früher Kindheit an, zu verfolgen. Gwenllian steht zwischen ihren rivalisierenden Brüdern, die um die Macht ihrer Heimat kämpfen und muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht.

Bei den ganzen Wirrungen, Bündnissen und Treuebrüchen zwischen den Walisern (wie die Briten genannt werden) und den Freinc (wie die Normanen genannt werden) dreht es sich um Macht, Nachfolgeregelungen, ums Erbe und um die politisch strategisch optimale, teils frühe Verheiratung der weiblichen Figuren.

Gwenllian wiedersetzt sich den ersten beiden Anwärtern und geht aus freien Stücken ein Bündnis mit einem einflussreichen Krieger ein. Wird sie ihr Glück finden und den Kampf für die Freiheit ihres Landes gewinnen?

Fazit:
Der von der Autorin akribisch recherchierte geschichtliche und politische Hintergrund wurde sehr geschickt in die Handlung eingeflochten. Der Schreibstil ist hier wie gewohnt sehr flüssig geschrieben und sehr gut an die Zeit angepasst, aber eben nicht ganz so packend, wie ich es gewohnt bin. Es gibt zuviele Einzelheiten, die ich zwar total interessant fand – wie die Rolle und die Rechte der Frauen, die Traditionen und Brauchtümer aber eben auch einige Ausschweifungen und Wiederholungen, die das Tempo sehr gebremst haben.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Tiefgründig und gefühlvoll

Dem Sturm entgegen
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Die Autorin Cecelia Ahern, erzählt in ihrem neuen Roman „Dem Sturm entgegen“ die Geschichte über eine Frau, die dem Aufruhr in ihrem Inneren zu entfliehen sucht – bis sie erkennt, dass sie dem Sturm nicht ...

Die Autorin Cecelia Ahern, erzählt in ihrem neuen Roman „Dem Sturm entgegen“ die Geschichte über eine Frau, die dem Aufruhr in ihrem Inneren zu entfliehen sucht – bis sie erkennt, dass sie dem Sturm nicht entgehen kann, sondern ihm mutig entgegengehen muss um das Leben neu zu entdecken.

Meine Meinung:
Mit ihrem gelungenen Schreibstil und einer fesselnden Geschichte, gelingt es der Autorin ein gelungenes Porträt über den inneren Sturm der Ärztin Enya, zu erzählen.

Enya ist in einer stürmischen Dezembernacht mit dem Auto unterwegs als sie plötzlich helle Lichter sieht und schnell erkennt, dass hier ein Unfall passiert ist. Ein Taxifahrer, der bereits vor Ort ist, verhält sich etwas eigenartig und ungeschickt aber Enya als Ärztin weiß genau, wie sie handeln muss. Der Anblick des verletzten Jugendlichen erschüttert sie, denn bei seinem Anblick, denkt sie an ihren Sohn. Mit ihren Wiederbelebungsversuchen, rettet sie dem Jungen das Leben.

Enya ist sechsundvierzig Jahre alt, verheiratet, Mutter eines Sohnes und eine erfolgreiche Ärztin aber genau nach diesem schrecklichen Unfall, tobt in Enya ein innerer Sturm, der ihr Leben in Frage stellt. Ist sie glücklich mit ihrem Leben! Sie erkennt, dass sie in der Beziehung zu ihrem Mann schon seit Jahren nicht mehr glücklich ist und trennt sich von ihm. Enyas Vater macht ihr den Vorschlag, in den Midlands von Irland, eine Hausarztpraxis zu übernehmen und sie lässt sich darauf ein. Wird sie hier das Leben für sich neu entdecken …

Das Ende der Geschichte konnte mich auf jeden Fall überraschen, denn damit hätte ich so nicht gerechnet.

Fazit:
Die Autorin hat hier eine spannende Geschichte über das verworrene Leben von Enya, ihrer Ängste, Depressionen, ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Mann und ihrem Sohn und ihre oft doch sehr ausweglose Situation erzählt, die mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich. Auch die Protagonisten werden lebendig dargestellt und sind vielschichtig gezeichnet. Den Gedanken und Gefühlen konnte ich sehr gut folgen. Eine Geschichte, mit der ich viele schöne Lesestunden hatte.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine verdiente Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.11.2024

Spannende Fortsetzung der Täufer-Saga

Die Schwester des Ketzers
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Das Autorenduo Uschi & Klaus Pfaffeneder, erzählen in ihrem zweiten historischen Roman „Die Schwester des Ketzers - Propheten der Apokalypse “, die Fortsetzung der Täufer-Saga: Die wahre Geschichte der ...

Das Autorenduo Uschi & Klaus Pfaffeneder, erzählen in ihrem zweiten historischen Roman „Die Schwester des Ketzers - Propheten der Apokalypse “, die Fortsetzung der Täufer-Saga: Die wahre Geschichte der süddeutschen Täufer.

Inhalt:
Im Jahr 1527 hallen Luthers Thesen immer noch wie Donnergrollen durchs Land, und der Bauernkrieg hat weite Teile Süddeutschlands verwüstet. Inmitten dieses Chaos’ kämpfen Anna Schuster und Lenz Kirchperger ums Überleben, gejagt von den Häschern des bairischen Herzogs und als Ketzer gebrandmarkt. Ihre Flucht führt sie in die Reichsstadt Memmingen, wo sie auf ein neues Leben hoffen. Doch die dunklen Schatten ihrer Vergangenheit holen sie ein und zwingen Anna, nach Augsburg zurückzukehren, wo sie erneut in den Bann der Täuferbewegung gerät. Da die Stadt einem Pulverfass gleicht, ist der Stadtrat fest entschlossen, die Täufer ein für alle Mal zu vernichten. Anna schwebt in höchster Gefahr, und Lenz sieht nur einen Ausweg: Er muss alles aufs Spiel setzen, um die Frau zu retten, die er liebt. „Die Schwester des Ketzers“ entführt Sie in eine Welt voller Intrigen, Liebe und verhängnisvoller Geheimnisse. Finden Anna und Lenz ihre Freiheit oder verlieren sie sich in den Wirren der Geschichte? Eine packende Reise in eine Zeit des fundamentalen Umbruchs erwartet Sie!

Meine Meinung:
Das Buch ist wieder mit einem stilvollen und passenden Cover zum 1. Band gestaltet und enthält die gewohnte Fülle an Informationen, die durch viel Recherche des Autorenduos, gelungen erzählt wird.
Besonders gut gefällt mir zu Beginn des Buches, das Inhaltsverzeichnis und die gelungenen Kartenübersichten aus Memmingen, Landsberg und Augsburg. Das ausführliche Personenregister beschreibt die historischen und einige fiktive Personen.

Im Jahr 1927 gelingt Anna Schuster, ihrem kleinen Neffen Ignaz und Lenz Kirchperger die Flucht in die Reichsstadt Memmingen um sich ein neues Leben aufzubauen. Bei seinem früherem Meister Lodweber, wird Lenz, mit Anna und Ignaz, herzlich aufgenommen doch schon bald bekommen sie auch hier Verrat und Intrigen zu spüren.

In Augsburg bemerkt Magdalena, dass sie schwanger ist und bevor sie sich dem Willen ihrer Eltern beugt, einen älteren Mann zu heiraten, muss ihr gelingen Lenz zu finden. Bald schon bietet sich ihr die Gelegenheit und sie macht sich auf den Weg nach Memmingen. Raffiniert und geschickt versucht sie Lenz das Kind unterzuschieben und Anna fühlt sich von ihrer Vergangenheit bedroht und eingeholt. Anna sieht keinen anderen Ausweg als zurück nach Augsburg zu kehren und gerät dabei erneut in den Bann der Täuferbewegung. Selbst einer Taufe schließt sie sich nicht aus und gerät damit in noch größere Gefahr.

In Augsburg nimmt die Verfolgung gegen die Wiedertäufer eine dramastische und fanatische Wendung, die Lenz vor Sorge um Anna, fast verzweifeln lässt. Er setzt alles aufs Spiel um seine geliebte Anna aus Augsburg zu retten.

Fazit:
Dem Autorenduo ist es recht gut gelungen, durch einige Überraschungen und Wendungen, die Fortsetzung der Täufer-Saga zu Anfang des 16. Jahrhunderts, gut recherchiert weiterzuerzählen. Ich habe die Fortsetzung sehr gerne gelesen und gebe hier auf jeden Fall eine Leseempfehlung, denn die Geschichte regt zum Nachdenken an und ich könnte mir gut vorstellen, dass hier noch ein weiterer Teil folgt.
Von mir 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Das Kaminzimmer von Marie d’Aulnoy

Der Salon der kühnen Frauen
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Die Autorin Clare Pollard, entführt in ihrem historischen Roman “Der Salon der kühnen Frauen“, in das 17. Jahrhundert nach Versailles und erzählt eine Geschichte vom Zusammenhalt einer Gruppe von Frauen, ...

Die Autorin Clare Pollard, entführt in ihrem historischen Roman “Der Salon der kühnen Frauen“, in das 17. Jahrhundert nach Versailles und erzählt eine Geschichte vom Zusammenhalt einer Gruppe von Frauen, die sich der Übermacht der Männer am Hof des Sonnenkönigs widersetzen.

Inhalt:
Versailles zu Zeiten Ludwig XIV. Am Hof des Sonnenkönigs herrschen Pomp und Verschwendungssucht. Wer einen Blick hinter die Kulissen wagt, findet Intrigen, Missgunst, Klatsch und Tratsch. Das wissen vor allem die Frauen, die sich regelmäßig in Marie d'Aulnoys Kaminzimmer in Paris treffen und dort zusammen flirten, lachen, Champagner trinken und sich Märchen erzählen. Doch das Geschichtenerzählen ist riskant und droht die Frauen eine nach der anderen in große Gefahr zu bringen …

Sexy, scharfsinnig, zeitgemäß: ein schillernder historischer Roman, der von wahren Begebenheiten inspiriert ist und von der Kraft des Geschichtenerzählens unter mutigen Frauen handelt.

Meine Meinung:
Die Autorin entführt schillernd, in das Zeitalter und die Regentschaft von Ludwig dem XIV. in die Zeit der Intrigen, Missgunst, Klatsch und Tratsch.

Regelmäßig trifft sich ein Kreis aus Frauen aber auch Männern, im Kaminzimmer von Madame d'Aulnoy, um einander ihre Interpretationen von Märchen zu erzählen. Diese Runde erfreut sich großer Beliebtheit, den die einzelnen Mitglieder erzählen ihre Versionen der Volksmärchen, versetzt mit frivolen Anmerkungen, Grausamkeiten, versteckten Anspielungen und Spitzfindigkeiten. Jeder weiß, dass Geschichtenerzählen riskant und gefährlich ist, denn der König ist da sehr empfindlich und hat seine Spitzel, überall.

Die im Kaminzimmer erzählten Märchen stehen dabei meist in einem speziellen und spannenden Bezug auf die Schicksale der Menschen um den König herum und enthalten dadurch ein hervorragendes Sittenporträt der damaligen Zeit am Hof von Versailles. In den Erzählungen verstecken sich oft die Sehnsüchte und Lebensgeschichten der einzelnen Frauen und Männer. Zunächst ahnt man noch nicht, welche Tragik sich hinter den oft gruseligen und brutalen Märchen, verbergen. Denn auch die Realität schlägt grausam zu!

Zitat:
Der Autorin ist es sehr gut gelungen, das Leben ihrer Protagonisten, die Salons und das Leben am Hof des Sonnenkönigs, realistisch widerzuspiegeln. Inspiriert zu dieser Geschichte wurde die Autorin von den wahren Abenteuern der modernen Märchenerzählerinnen des ausgehenden 17. Jahrhunderts, die den Märchen die Form gegeben haben, die wir heute kennen. Ein großartiger Blick hinter die Kulissen am Hof des Sonnenkönigs. Mit der Geschichte hatte ich schöne lesenswerte Stunden.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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