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AndyRiedl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2024

In der Ruhe liegt keine Kraft

ruh
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ruh ist ein komplexer Roman. Er handelt in der Hauptsache von Cemal und seiner Geschichte, aber in der Nebensache viel von Cemals familiären Verflechtungen und Freunden. Es geht um die Suche nach Identität, ...

ruh ist ein komplexer Roman. Er handelt in der Hauptsache von Cemal und seiner Geschichte, aber in der Nebensache viel von Cemals familiären Verflechtungen und Freunden. Es geht um die Suche nach Identität, auch zwischen Orten und Kulturen, aber vor allem aus einer sehr persönlichen, verzweifelten Perspektive heraus. Es geht dabei auch um Einsamkeit und verstanden werden. Oder eben nicht verstanden werden.
ruh bietet dabei tiefe Einblicke, wie sich familiäre Traumata über Generationen fortsetzen und auch einen interessanten Blickwinkel darauf, wie man diesen entfliehen und sich selbst vielleicht finden kann. Dabei vereinfacht der Roman nicht, sondern fordert den Leser auf, die Komplexität selbst zu entwirren.
Mich hat in dem Buch die Komplexität erschlagen. Ich habe bis zum Ende den Überblick nicht gefunden und war verwirrt, auch auf Grund vieler unterschiedlicher Punkte. Einerseits springt das Buch in den Zeitebenen. Andererseits fließen die Perspektiven vieler Personen ein. Dazu kommt eine mystische / religiöse Ebene, über die ich noch ein wenig grübeln werde. Geholfen hat sie mir ad hoc nicht.
Und so fehlt diesem hoffnungsvollen Roman-Debüt eine Prise Auflösung zumindest aus meiner Sicht. Es kann auch sein, dass ich das Buch nicht oder nur teilweise verstanden habe, was an mir liegen mag. Mich hat es schlussendlich nicht vollends überzeugt.

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Veröffentlicht am 05.02.2024

Perspektiven auf einen Kontinent

Im Spiegel des Kosmos
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Neil deGrasse Tysons Buch nennt sich zwar „Im Spiegel des Kosmos“ und fügt im Untertitel sogar dazu „Perspektiven auf die Menschheit“, derweil Titel und das schöne, glitzernde Cover nicht passen. Derweil ...

Neil deGrasse Tysons Buch nennt sich zwar „Im Spiegel des Kosmos“ und fügt im Untertitel sogar dazu „Perspektiven auf die Menschheit“, derweil Titel und das schöne, glitzernde Cover nicht passen. Derweil in diesem Buch interessante Informationen und Perspektiven enthalten sind, sind es meist keine Perspektiven auf die Menschheit sondern auf die nordamerikanische Gesellschaft. Es geht um amerikanische Jury-Bestellungen und den Rassismus der amerikanischen Gesellschaft als auch die Historie der Sklaverei. Die Perspektiven auf die amerikanische Gesellschaften – so gut ausgeführt sie auch sind – überlagen die globalen Themen. Was dieses Buch dazu eher mittelmäßig erscheinen lässt: die Thesen und Perspektiven sind nicht besonders originell. So bleibt dieses Buch bei mir nicht lange im Gedächtnis und wird eines von vielen Sachbüchern sein, aus dem ich trotzdem das ein oder andere Nugget mitnehmen konnte.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Leider mehr vom gleichen und wenig überraschend

Drei Tage im Schnee
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Wenn man das Buch in die Hand nimmt, dann spricht einem das gelungene Cover erstmal Mut zu, sich auf dieses Werk einzulassen. Es ist in jedem Falle ein hübsches Buch.
"Drei Tage im Schnee" muss direkt ...

Wenn man das Buch in die Hand nimmt, dann spricht einem das gelungene Cover erstmal Mut zu, sich auf dieses Werk einzulassen. Es ist in jedem Falle ein hübsches Buch.
"Drei Tage im Schnee" muss direkt neben den Strelecky Büchern "Das Café am Rande der Welt" und "Big 5 for Life" einsortiert werden. Neben diesen sollte man es in der Buchhandlung noch suchen. Es bedient sich recht offensichtlich an oftmals wiederholten Metaphern der Lebensgestaltung, vornehmlich dem Glas & Steine Ansatz. Sollte einem das jetzt alles nichts sagen, und man sich auf recht eingängige Art metaphorisch mit dem eigenen Leben auseinander setzen wollen, dann kann man hier zugreifen. "Drei Tage im Schnee" ist insofern erfrischend, weil die großen Bestseller in diesem Bereich oftmals männliche Perspektiven präsentieren und dies hier nicht der Fall ist. Zudem mag ich den Erzählraum der Hütte im Winter sehr gern. Beides hebt das Buch von "der Konkurrenz" ab.
Ich habe aber nun schon mehrere Bücher aus diesem Segment gelesen, es waren einige sich wiederholende Themen dabei, und entsprechend hat mich das Buch an manchen Stellen gelangweilt. Will heißen: dieses Buch wird nicht jeden überraschen. Augen auf, ob es für einen selbst passt. Kaputt macht man dabei aber auch nicht viel. Ich habe es schon fast wieder vergessen, während ich bei der nächsten Lektüre angelangt bin.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Leider overhyped

Beste Zeiten
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Jenny Mustard ist eine der gefeierten Autorinnen der Stunde. Ihr Debüt-Roman „Okaye Tage“ hat für die ein oder andere positive Empfehlung gesorgt und – obwohl ich ihn selbst nicht gelesen habe – bei mir ...

Jenny Mustard ist eine der gefeierten Autorinnen der Stunde. Ihr Debüt-Roman „Okaye Tage“ hat für die ein oder andere positive Empfehlung gesorgt und – obwohl ich ihn selbst nicht gelesen habe – bei mir dazu geführt, dass ich mir den Namen der Autorin eingeprägt habe. „Beste Zeiten“ ist nun nicht nur dem Titel nach, sondern auch in der Realität, das Folgewerk. Hm. Über das Cover hülle ich zusätzlich den Mantel des Schweigens. Es gefällt mir halt nicht.
Und leider ist das dann auch bei diesem Roman insgesamt so. Ja, Jenny Mustard erzählt nuanciert, detailversessen gar, mit Blick auf die kleinen Besonderheiten des menschlichen Lebens. Sie hat ein gutes Auge für diese vielschichtigen Facetten und vermag auch diese herauszuarbeiten. Aber für mich ist das halt zu langweilig. Handlung: Puh. Die großen Linien wirken dann auch sehr gezwungen. Natürlich braucht es dann bei der Hauptfigur den Hang zum Kreativen. Was denn sonst? Es ist stellenweise anstrengend. Leider nicht auf die gute Art.
Wer die Ruhe weg hat, kann diesen Roman diesen Herbst lesen. Ich habe alleine in den letzten Wochen mehrere Bücher gelesen, die origineller, glaubwürdiger und mit mehr Witz mir viel besser gefallen haben. Diesmal gibt es keine Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Ein Sommer ohne Spannung

Drei Wochen im August
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Ein Sommerroman im Winter. Zwei interessante Hauptfiguren mit Elena und Eve. Beziehungsdynamiken, spannende äußere Einflüsse, Geheimnisse und Ungeklärtes. Insgesamt ein Setting, was sehr vielversprechend ...

Ein Sommerroman im Winter. Zwei interessante Hauptfiguren mit Elena und Eve. Beziehungsdynamiken, spannende äußere Einflüsse, Geheimnisse und Ungeklärtes. Insgesamt ein Setting, was sehr vielversprechend aussah. Eine Sprache, die klar und direkt klang und gut lesbar daher kommt. Aus vielen guten Grundideen wird aber dann trotzdem kein überzeugendes Ganzes. Dies liegt an mehreren Gründen. Die Handlungsstränge sind und werden nicht klar und so ergibt sich kein richtiger Spannungsbogen. So ergeben sich auch viele Hänger, weil die anekdotischen Teile der Handlung das Gesamtkonstrukt nicht tragen. Die Details sind nicht kunstvoll genug, um die leere Leinwand genug zu füllen und ein ansprechendes Kunstwerk zu schaffen.
Und so bleibt für dieses Buch ein bisschen die Enttäuschung über nicht erfüllte Versprechen. Warum entwickeln sich die Handlungspfade nicht anders? Warum werden die Charaktere nicht greifbarer? Ich persönlich habe nicht den Zugang gefunden, den ich mir gewünscht hätte und erlebe die erste Lektüre-Enttäuschung des Jahres 2025.

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