Profilbild von Angelus_mortis

Angelus_mortis

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Angelus_mortis ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Angelus_mortis über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2024

Entkommen aus der Zeitschleife

Death. Life. Repeat.
0

Ein einzigartiger Roman, der wichtige Themen anspricht.

In dem Buch geht es um James Spencer, einem Studenten, der ein Leben voller Partys und Alkohol führt.
Eigentlich wollte er diesen Freitag nicht ...

Ein einzigartiger Roman, der wichtige Themen anspricht.

In dem Buch geht es um James Spencer, einem Studenten, der ein Leben voller Partys und Alkohol führt.
Eigentlich wollte er diesen Freitag nicht auf die Party seines Freundes Anthony gehen, da es der Jahrestag vom Tod seiner Mutter ist. Trotz dessen geht er am Ende auf die Party, um seinen Vater auszuweichen. Auf der Party geschieht etwas, wobei Clara Hart, eine weitere Schülerin auf tragische Weise verstirbt. Obwohl James geschockt ist, freut er sich auf den kommenden Tag, denn dann ist der Albtraum endlich vorbei. Doch auf bizarre Weise kommt der exakt gleicher Freitag wieder. James durchlebt den Tag insgesamt zehnmal, wobei er immer versucht Clara am Leben zu erhalten. Dabei wird er selbst mit den Folgen von sexuellen Übergriffen und die schädlichen Auswirkungen von der Objektivierung von Frauen konfrontiert. Er muss sich entscheiden, wer sind seine wahren Freunde und wer nicht? Was ist das Richtige und was nicht? Denn meistens ist die richtige Entscheidung schwerer als die Falsche.

Mir gefiel die Geschichte, da ich diese Konzept noch nie gesehen habe und sehr originell ist und da die Autorin in dieser fiktiven Welt ernste Themen anspricht die in unseren Leben leider viel zu oft vorkommen.
Der Schreibstil gefiel mir nicht so sehr und war eher gewöhnungsbedürftig. Vorallem musste ich mich mit der vulgären Sprache anfreunden, doch nach einiger Zeit ging es.
Das Ende hat mir sehr gefallen, da James nicht als Held gezeigt wurde , wegen dessen, was er getan hat. Sein vorheriges Verhalten wurde nicht entschuldigt und sein jetziges Verhalten wurde nicht glorifiziert. Er hat die Warnzeichen selbstwillig ignoriert und selbst mitgespasst, weil er dachte alles wäre ein Witz. Witze über sexuellen Missbrauch und Objektivierung von Frauen sollten Alarmsignale läuten lassen, doch für Spence war es dank der Witze seiner Freunde und Teammitglieder so normal geworden, dass er sich nichts dachte. Am Ende wird auch sein Verhalten und Nichtstun bestraft und er setzt sich aktiv dafür ein. Dieses Handeln macht sein Charakter erträglich und würdig Protagonist einer solchen Geschichte zu sein.
Denn jeder, absichtlich oder nicht sollte für sein Verhalten Verantwortung übernehmen.

Das Buch behandelt ernste Themen, die überall auf der Welt leider zu oft vorkommen und viel zu oft entschuldigt werden. Das Buch erleuchtet einen mit neuen Perspektiven und Blickwinkeln und ist auf jeden Fall lesenswert. Empfehlenswert für alle, die eine ernste Lektüre mit schwerwiegende Themen lesen wollen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2024

Drei Generationen und drei Schicksale

Unter dem Moor
0

"Unter dem Moor" ist ein packender Roman, der sofort Neugierde und ein Verlangen auf Mehr weckt.

Die Gestaltung des Covers ist sehr passend zu der Geschichte. Hätte ich diese Buch im Bücherladen gesehen, ...

"Unter dem Moor" ist ein packender Roman, der sofort Neugierde und ein Verlangen auf Mehr weckt.

Die Gestaltung des Covers ist sehr passend zu der Geschichte. Hätte ich diese Buch im Bücherladen gesehen, hätte das mysteriöse Cover mich sofort angesprochen. Das Cover ist prägnant und schlicht zugleich und regt einem zum Lesen an. Doch nicht nur das Cover hat mir sehr gefallen, sondern auch die Geschichte.

Schon allein die Prämisse der Geschichte war packend. Der Roman handelt um die Geschichte dreier Frauen in drei verschiedene Zeiten.

Nina ist eine Berliner Ärztin in der Gegenwart, die einen Burnout erlebt und sich deswegen für eine Auszeit ans Stettiner Haff mit ihrer frisch adoptierten Hündin reist. Dort macht sie jedoch einen erschreckenden Fund, der die Vergangenheit wieder aufleben lässt.

Gine, ein junges Mädchen, wird 1936 zum Landjahr ans Stettiner Haff geschickt um eine gute Bürgerin und zukünftige Mutter unter des Regimes des dritten Reichs zu werden. Doch nicht nur die körperlich verablangende Arbeit bleibt ihr in Erinnerung, sondern auch ihre Vergewaltigung.

In der DDR träumt Sigrun von einem freien Leben außerhalb der Mauer. Was sie jedoch nicht weiß, ist, dass sie nie das Haff verlassen wird.

Die Schicksale der einzelnen Frauen lassen sich auf ihre eigene Art und Weise bemitleiden. Die Geschichten sind sehr gut ausgearbeitet und es hat mir große Freude bereitet, die verwobenen Schicksale der Frauen herauszufinden.

Die Geschichte wurde wortgewandt und detailgetreu von Tanja Weber erzählt. Sie entführt die Leser in die verschiedenen Leben der Frauen in die verschiedenen Zeiten Deutschlands.
Der Schreibstil ist eloquent und zugleich verlangt er nicht viel ab.

Mein einziger Kritikpunkt, der wahrscheinlich für viele nicht ausschlaggebend ist, ist, dass ich das Ende zu gehetzt fand. Ich hätte sehr gerne noch weiter gelesen!

Ansonsten finde ich das Buch nahezu perfekt. Auf jedem Fall lesenswert und eine klare Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2025

Magische Romance, die leider am Ende nachließ

A Fragile Enchantment
0

A fragile Enchantment' von Allison Saft ist ein magischer und atmosphärischer Slowburn-Romantasy mit einer spannenden und vielversprechenden Prämisse, die leider, meiner Meinung nach, nachgelassen hat.

Das ...

A fragile Enchantment' von Allison Saft ist ein magischer und atmosphärischer Slowburn-Romantasy mit einer spannenden und vielversprechenden Prämisse, die leider, meiner Meinung nach, nachgelassen hat.

Das Cover ist wirklich wunderschön und der Farbschnitt passt perfekt zu dem Äußerlichen des Covers.
Die Autorin bringt durch ihre blumige Sprache die Geschichte zum Leben. Der Schreibstil passt sehr gut zur magischen Atmosphäre der gesamten Geschichte.

Niamh, eine Iverin, wird nach Avaland berufen, um die Hochzeitsroben des neuen königlichen Ehepaars anzufertigen. Denn sie besitzt 'göttliches Blut', Magie, und kann Emotionen und Erinnerungen in Kleidungsstücke. Wegen dieser Gabe wird sie vom König persönlich zum Hofe berufen, doch dort wird sie nicht willkommend empfangen, denn die Iverer werden von den Avaländern diskriminiert und unterdrückt. Dort befreundet sie sich mit einem weiteren Außenseiter, Sinclair, der ihr die politischen und sozialen Probleme näherbringt. Auch lernt sie den Prinzen und zukünftigen Bräutigam, Kit, kennen.
Im Laufe der Handlung gerät sie in Skandale, politischen Machenschaften und Problemen und ins Querfeuer zwischen ihren Pflichten und Morale und ihren Gefühlen zu denjenigen, den sie niemals haben kann, der Prinz und Bräutigam Kit.

Die Figuren im Roman sind gut ausgearbeitet und man merkt sofort, dass die Autorin bedacht hatte, dass es sich nicht nur um Nebencharaktere handeln soll, sondern auch dass sie ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Ziele haben. Sie alle passen sehr gut zusammen, sodass sich mühelos ein Netz aus nachvollziehbaren Beziehungen und Abhängigkeiten entsteht.
Niamh war mir am Anfang sehr sympathisch. Ihre witzige und direkte Art war erfrischend und hatte einiges für den Inhalt der Geschichte zu bieten. Doch leider fand ich sie ungefähr ab der Mitte der Geschichte, nachdem sie und Kit sich das erste Mal geküsst hatten, nicht mehr so überzeugend, wie am Anfang, denn ich könnte viel ihrer Handlungen und Gedanken nicht nachvollziehen oder nachempfinden.
Kit durchläuft eine überzeugende Entwicklung, denn am Anfang schien er mir ziemlich herablassend und seine Verhaltensweise nicht nachvollziehbar, doch nachdem man die Gründe seines Wesens herausgefunden hatte, wurde er um einiges sympathischer.
Die Romanze zwischen Kit und Niamh ist der zentrale Punkt der Geschichte, doch ich fand sie nicht sehr glaubenswürdig oder romantisch, sondern eher zu schnell und an manchen Stellen etwas kitschig. Die Verbindung zwischen ihn und Niamh habe ich leider nicht sehr gespürt, doch umso emotionaler fand ich die Beziehung zwischen Kit und seinem Bruder, dem Prinzregenten Jack oder auch die Freundschaft zwischen Kit und Sinclair. Im Gegensatz zu Niamhs und Kits Beziehung fühlte sich die Brüderschaft zwischen ihn und Jack oder der Freundschaft zwischen ihn und Sinclair tiefgründig, vielseitig und herzlicher an. Von Rosa und Miriam hätte ich gerne noch mehr erfahren, da sie sehr komplexe und interessant Figuren sind, die, meiner Meinung nach, zu wenig vorgekommen sind.

Meine Kritik, weswegen mein Vergnügen am Ende des Buches getrübt wurde, ist, dass viel zu viel Handlung wegen des Romance-Plots abgespeckte oder ganz weggelassen wurde, oder dass wichtig Problem, für die man aktiv Lösungen sucht, am Ende der Geschichte mit einem 'wird erledigt' abgestempelt wird. Ebenfalls kam mir Politik zu kurz, denn es hatte viel Potential, die soziale Situation anzusprechen und Parallele zum echten Leben zu erstellen, welches leider nicht ausgeschöpft wurde. Generell fand ich, dass manche Sachverhalte eine größere Rolle spielen haben sollen, der Roman hätte eine andere Aufteilung seiner Prioritäten haben sollen. Beispielsweise hätte mich sehr interessiert, wie der Konflikt zwischen Jack und und dem Vater von Rosa gelöst wird, aber es hat mich weniger interessiert als sie die Nacht im Wintergarten. Mich hat auch gestört, dass angeblich die meisten Avaländer, Iverer verabscheuen, doch als Jack und Niamh geheiratet haben gab es kein Protest, oder selbst am Hof, als sie im'Geheimen' zusammen waren, hat niemand zu den skandalösen Nachrichten reagiert, wie ich erwartet hätte und haben die ganze Situation schneller und positiver Angenommen als erwartet.

Abschließend kann ich sagen, dass 'A fragile Enchantment' es ein guter, aber verbesserungsfähiger Romantasy-Roman war. Doch Leuten, die viel Romance und nur etwas Worldbuilding mögen, wird diese Geschichte gut gefallen, denn trotz meiner genannten Kritikpunkte ist es eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch, mit witzigen Figuren und süßen Beziehungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 27.01.2025

Orientierungslosigkeit

Dancing Queen
0

n dem Debütroman 'Dancing Queen' von Camila Fabbri geht es um Paulina, einer 35-jährigen Frau, die schwer verletzt in einem Auto aufwacht, ohne vorherige Erinnerungen, wie sie dorthin gekommen ist und ...

n dem Debütroman 'Dancing Queen' von Camila Fabbri geht es um Paulina, einer 35-jährigen Frau, die schwer verletzt in einem Auto aufwacht, ohne vorherige Erinnerungen, wie sie dorthin gekommen ist und wer das junge Mädchen auf ihrer Rücksitzbank ist.
In vereinzelten Fetzen finden wir mehr über Paulina's Vergangenheit und wie sie mit dem Mädchen in diese Lage gekommen ist kennen.
In der Geschichte geht es vor allem um den inneren Gefühle und das Verlorensein. Währen des ganzen Romans werden Themen wie Einsamkeit, Sehnsucht, Orientierungslosigkeit und Freundschaft auf schonungslose, aber auch witzige und manchmal depressive Art und Weise angesprochen.
Auch wichtig Themen werden angesprochen wie; der unerfüllte Kinderwunsch, Angst vor dem Altern, sexuelle Übergriffe und weitere Sachen, die der Protagonistin widerfahren.
Das Buch zeigt authentisch die Orientierungslosigkeit einer Frau in dieser Gesellschaft, die Sorge, dass Wünsche und Erwartungen nicht übereinstimmen. Manchmal fand ich Paulina etwas unsympathisch und konnte ihr Handeln nicht Recht nachvollziehen, doch die meiste Zeit konnte ich mit ihr mitfühlen.
Camila Fabbri 's Schreibstil ist einzigartig. Sie wechselt zwischen eloquenten un poetischen Äußerungen und umgangssprachlichen und abstoßenden Sätzen. Das gibt dem Buch Charakter und passt zur etwas skurrilen Handlung.
Ich fand die Geschichte spannend und unterhaltsam, doch ich hab wegen des ersten Kapitels mehr erwartet. In der Mitte des Romans wurde es etwas stockend, doch zum Ende konnte die Geschichte wieder mit meinen Erwartungen aufholen.
Außerdem fand ich manche Themen oberflächlich behandelt, wo man mehr in die Tiefe hätte gehen können.
Trotz der Kritikpunkte fand ich die Geschichte unterhaltsam.
Es ist rasch, kurz und unterhaltsam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2025

Stark, schonungslos, ehrlich

Amazonenbrüste
0

Stark, schonungslos, ehrlich: so kann man nicht nur die Art beschreiben, wie Reyhan Şahin die Diagnose und Geschichte ihres Brustkrebs erzählt, sondern auch sie selbst.
Persönlich, emotional und provokant ...

Stark, schonungslos, ehrlich: so kann man nicht nur die Art beschreiben, wie Reyhan Şahin die Diagnose und Geschichte ihres Brustkrebs erzählt, sondern auch sie selbst.
Persönlich, emotional und provokant schreibt die Autorin, dabei nimmt sie kein Blatt vorm Mund. Gedanken, Gefühle und Ängste, roh und gebrechlich, werden dem Leser vermittelt.
Ich finde es richtig und wichtig, über den Krebs zu reden, sich auszutauschen und weder die Erkrankung noch die Patienten zu stigmatisieren. Dieses Buch hilft dabei. Ebenfalls kann es für viele, Betroffene und Angehörige, ein Licht im Dunklen sein, solch ein Erfahrungsbericht zu lesen.
Şahin ist eine bemerkenswert Person, die für viele ein Vorbild sein kann. Nicht nur ist sie eine Kämpferin bezüglich des Krebs, sondern sie wehrt sich auch Sexismus, Rassismus und Stigmatisierung.
Sie lebt ihre Unterschiedlichkeiten und 'Migrationsvordergrund' und lässt sich von niemanden einschüchtern. Das ist wirklich sehr bemerkenswert.
Vor allem jüngere Menschen oder Menschen mit „Migrationsvordergrund“ können sich und ihre Erfahrungen hier wiederfinden. Aber grundsätzlich ist das Buch für alle interessant, die sich mit einer Betroffenenperspektive beschäftigen wollen.
Normalerweise lese ich keine (Auto)Biographien, doch 'Amazonenbrüste' konnte mich durch seine eigensinnige und direkte Art überzeugen. Ein sehr gelungenes Buch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere