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chabli

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2025

Was wäre wenn?

Von Schafen und Wölfen
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Was wäre, wenn der Präsidentschaftskandidat der USA einen Gendefekt hat und aus diesem Grund das Amt nicht ausführen könnte? Und was wäre, wenn die größte deutsche Zeitung davon erfahren würde? Und was ...

Was wäre, wenn der Präsidentschaftskandidat der USA einen Gendefekt hat und aus diesem Grund das Amt nicht ausführen könnte? Und was wäre, wenn die größte deutsche Zeitung davon erfahren würde? Und was wäre, wenn die Redaktion aufgrund einer anstehenden Fusion mit einem amerikanischen Investor einen Maulkorb verpasst bekommen würde? Mit diesen und noch weiteren Fragen beschäftigt sich der neueste Roman von Achim Zons.

Leider hat mir oft der Überblick gefehlt und ich konnte der Handlung nicht ganz folgen. Dies hat den Lesefluss leider ziemlich beeinträchtigt. Manche Aktionen und Entscheidungen, vor allem zwischen Max und Emma, waren konstruiert und realitätsfern. Die Parallelen zu tatsächlichen Ereignissen sind mir ein wenig zu stark, als diente das Werk dazu, den frisch vereidigten Präsidenten an den Pranger zu stellen und nicht literarisch zu unterhalten.

Das Buch war wirklich interessant und die Idee dahinter mag nicht schlecht gewesen sein, die Umsetzung war aber nicht nach meinem Geschmack. Liebhabern von Politthrillern kann ich es dennoch empfehlen

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Veröffentlicht am 15.10.2024

Die Spiele sind eröffnet

Immortal Longings
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In der Stadt San-Er, einer heruntergekommen und überbevölkerten Stadt, herrscht nur Leid, Schmerz und Gewalt. Die Bewohner haben keine Perspektive und leben von einem Tag in den anderen. Die einzige Chance, ...

In der Stadt San-Er, einer heruntergekommen und überbevölkerten Stadt, herrscht nur Leid, Schmerz und Gewalt. Die Bewohner haben keine Perspektive und leben von einem Tag in den anderen. Die einzige Chance, aus diesen Abgründen zu entkommen, sind die tödlichen Spiele, die jährlich ausgetragen werden. Wer diese gewinnt, erhält unermessliche Reichtümer und kann sich ein neues Leben aufbauen. Dafür muss man aber der einzige Überlebende von 88 Teilnehmern sein.

Die Grundstimmung war sehr bedrückend und man konnte auch an vielen Stellen das Leid der Bewohner nachvollziehen. Leider konnte mich die Geschichte überhaupt nicht abholen. Es waren viel zu viele Beschreibungen und viel zu viele Figuren, die zwar vorgestellt wurden, die man aber nicht wirklich kennengelernt hat. In keine der Personen konnte ich mich hineinversetzen und nachvollziehen, warum manche Entscheidungen getroffen wurden. Auch das Springen in andere Körper und das überaus präsente Qi wurde mir nicht plausibel dargestellt. Ich hatte hier nie das Gefühl, dass ein Film vor meinen Augen abläuft. Ich konnte mich nicht in die Geschichte fallen lassen und sie genießen. Die Liebesgeschichte kam dann sehr unerwartet und aus dem Nichts heraus. Man hatte das Gefühl, die Autorin will unbedingt noch etwas Romance und Spice im Buch und hat es auch diesem Grund einfach einfließen lassen. Glaubwürdig war es jedoch nicht.

Erst zum Ende hin kam eine gewisse Spannung auf, aber das Ende war auch an den Haaren herbeigezogen und ergab für mich keinen Sinn. Es waren einfach zu viele lose Enden, die nicht vernünftig aufgeklärt wurden. Da es der Beginn einer Trilogie ist, wird hier sicherlich an dieser Stelle weitergemacht, aber jetzt stehe ich erst einmal mit tausend Fragezeichen im Kopf da.

Das Buch mag seine Liebhaber finden, leider gehöre ich nicht dazu.

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Veröffentlicht am 25.07.2024

Hatte mir mehr erwartet

Geile Zeit
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Geile Zeit ist eine Biografie von Niclas Seydack aus dem Jahr 2024 und soll das Aufwachsen der Millennials in den 90ern und frühen 20ern widerspiegeln. Soll. Die Realität sah leider anders aus. ...

Geile Zeit ist eine Biografie von Niclas Seydack aus dem Jahr 2024 und soll das Aufwachsen der Millennials in den 90ern und frühen 20ern widerspiegeln. Soll. Die Realität sah leider anders aus. Zwar wird im ersten Drittel des Buches darauf eingegangen und man bekommt Retrovibes mit Geile Zeit von Juli oder Poklemon auf RTL2 und anderen Kindheitserinnerungen.
Leider schweift der Plot im weiteren Verlauf immer mehr ab. Es wird zunehmend politisch und einseitig. Natürlich ist die Politik ein wichtiger Punkt und vermutlich kann sich jeder an den 11. September erinnern und was er zu dem Zeitpunkt getan hat. Jedoch wird es immer einseitiger und es kommt das Gefühl auf, dass der Autor einem mit Macht seine Meinung aufdrücken will. Auch seine Erfahrungen in der Verlags- und Journalismusbranche sind sehr interessant, aber ich hätte mir eher ein Buch gewünscht, in dem mehr die Erinnerungen und Erfahrungen des "normalen" Kindes angesprochen werden und man sich zurückversetzt fühlt. Oder hat der Großteil der Millennials bereits mit seinem Chef gekokst? Ich kann das jedenfalls nicht von mir behaupten. Außerdem fand ich es unheimlich anstrengend, mir das ständige Gejammer des Autors anzuhören. Corona, Faschismus, Politik allgemein, Verdienste usw.
Die Zeit der Covid-Pandemie nimmt einen sehr großen Teil des ziemlich dünnen Buches ein. Ich bin gerade einmal zwei Jahre älter als der Autor und kann sagen, dass mein Leben aus viel mehr als dieser Zeit besteht. Wenn er 1990 geboren ist, gibt es doch fast 30 Jahre davor, die man thematisieren könnte. Man hat das Gefühl, die Retro-Inhalte sind nur ein Aufhänger, um sich richtig über das politische Geschehen auslassen zu können

Wenn man hier ein Buch erwartet, um in Kindheitserinnerungen zu schwelgen, hat man leider die falsche Wahl getroffen. Für jeden politisch interessierten Erwachsenen kann es jedoch interessant sein.

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